Audi A4 2.0 FSI

Fahrbericht.
Audi A4 2.0 FSI
Ingolstädter Spartalent
Von Petra Grünendahl

Als Limousine hatte wir den aktuellen Audi A4 bereits im Test. Nun hat Audi für A4 Limousine und A4 Avant seinen neuen Benzin-Direkteinspritzer (FSI-Motor) vorgestellt. Wir hatten die Gelegenheit, beide Karosserievarianten mit FSI auszuprobieren.

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Nach dem A2 hat nun auch der A4 einen Benzin-Direkteinspritzer bekommen. Im Mittelklasse-Modell überarbeitete Audi seinen 2-Liter-Motor mit 130 PS, dessen Aluminium-Kurbelgehäuse Grundlage für den FSI-Motor wurde. Neuerungen an dem bekannten 2-Liter-Aggregat sind die Common-Rail-Einspritzung, eine Einkolben-Pumpe sowie vier Ventile je Zylinderkopf – der bekannte Saugmotor hat drei Einlass- und zwei Auslassventile –, was Platz schafft für ein zusätzliches Ventil für die Direkteinspritzung des Kraftstoffs. Der FSI-Motor steht sowohl für die A4-Limousine als auch für den A4 Avant der aktuellen Baureihe zur Verfügung.

 

Etwas sportlicher als das Basistriebwerk ist der FSI schon ausgelegt: ein Leistungszuwachs von 20 PS, mehr Drehmoment und ein insgesamt höherer Drehmomentverlauf sind auch in der Praxis spürbar. Da aber im A4 der FSI-Motor keineswegs die Spitzenmotorisierung darstellt, konzentrierten sich die Motorenentwickler vor allem auf eine bessere Kraftstoffeffizienz, um damit den Verbrauch vor allem im Teillastbereich im Vergleich zum konventionellen 2.0 zu senken. Allerdings braucht der FSI mit Super Plus den hochwertigeren Kraftstoff, der normale 2-Liter-Motor braucht nur Superbenzin.

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Die technischen Daten der A4-Limousinen im Vergleich:

 

2.0

2.0 FSI

Hubraum

1.984 ccm

1.984 ccm

Zylinder/Ventile

4/5

4/4

Leistung

130 PS

150 PS

Drehmoment

195 Nm bei 3.500 U/min.

200 Nm zwischen 3.250 und 4.250 U/min.

Beschleunigung

9,9 Sekunden

9,6 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit

212 km/h

218 km/h

Verbrauch je 100 km (Herstellerangaben) innerstädtisch außerstädtisch Durchschnitt (EU-Norm)

Super

11,4 l
5,9 l
7,9 l

SuperPlus

9,9 l
5,4 l
7,1 l

Abgasnorm

EU4

EU4

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Im Unterschied zum Saugrohreinspritzer wird beim Benzin-Direkteinspritzer der Kraftstoff über ein zusätzliches Ventil direkt in den Brennraum gespritzt. Einlass- und Auslassventil regeln die Luftzufuhr bzw. Abgasführung. Zwei Betriebsarten sind bei der Verbrennung möglich: der Schichtladebetrieb im Teillastbereich sowie der Homogenbetrieb unter Volllast. Eine stufenlos verstellbare Einlassnockenwelle öffnet die Ventile nach Bedarf, die ebenfalls stufenlos verstellbare Tumble-Klappe steuert die Bewegung der einströmenden Luft, um den eingespritzten Kraftstoff effektiver verbrennen zu können. Der Homogenbetrieb ist auf mehr Leistung bei weniger Verbrauch ausgelegt, im Schichtladebetrieb (Magerbetrieb) ist das Aggregat auf maximale Kraftstoffersparnis getrimmt. Ein weiter entwickeltes Katalysator- und Abgasreinigungssystem reduziert die im Magerbetrieb anfallenden zusätzlichen Stickoxide wirksam, sodass auch der FSI-Motor die Abgasnorm EU4 erfüllt.

Der Fronttriebler ist als Benzin-Direkteinspritzer nur mit manueller Fünfgang-Schaltung zu haben, die Multitronic ist nicht verfügbar. Der Motor hängt gut am Gas und dreht freudig hoch. Dabei zeigt sich seine Laufkultur: ruhig und vibrationsarm produziert er die Kraft zum Vortrieb. Ordentlich tritt das Fahrzeug an und zieht eigentlich über das ganze Drehzahlband mit Nachdruck. Ausreichend Drehmoment ermöglicht schaltfaules Fahren. Für lange Reisen ist der Motor ein guter Begleiter, wenn man zügig und entspannt ans Ziel kommen will.

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Zum Fahrtest standen uns eine Limousine mit Serienfahrwerk, eine Limousine mit Sportfahrwerk sowie der Avant mit Serienfahrwerk zur Verfügung. Das agile Serienfahrwerk harmoniert am besten mit dem durchzugsstarken, aber nicht gerade sportlichen Motor. Das gilt sowohl für die Limousine wie für den Kombi. Das Sportfahrwerk ist straffer abgestimmt und dynamischer, aber verlangt auch mehr nach einem spritzigeren Motor. Wobei das Sportfahrwerk auch für den FSI wahrlich keine schlechte Wahl ist: Straffere Dämpfer, stärkere Federn und eine Tieferlegung um 25 mm bieten zusätzliche Sicherheitsreserven. Trotz strafferer Straßenlage ist das Fahrzeug alles andere als unkomfortabel. Das Serienfahrwerk bügelt alle nicht zu groben Unebenheiten klaglos glatt, ist komfortabler abgestimmt, nimmt aber dennoch Kurven und plötzliche Spurwechsel sicher und neutral.

Die serienmäßigen Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) machen den Vortrieb bei Bedarf in Sekundenbruchteilen zunichte und verzögern spurtreu. Für die aktive Sicherheit sind alle A4 mit ESP der neuesten Generation inklusive elektronischer Differentialsperre und Bremsassistent ausgestattet. Darüber hinaus stehen ABS und eine elektronische Bremskraftverteilung ab Werk zur Verfügung.

 

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Der A4 ist ab 22.100 Euro zu haben, der Avant ab 23.680 Euro. Die jeweiligen Zweiliter-Varianten stehen ab 25.150 bzw. 26.730 Euro in den Preislisten. Als 2.0 FSI werden die Limousine ab 26.050 Euro und der Avant ab 28.080 Euro zu haben sein.

Inspektionen sind nach Service-Intervallanzeige vorzunehmen und können entsprechend nach Intervallen bis zu 30.000 km je nach Fahrweise und Einsatzbedingungen fällig werden, spätestens jedoch nach zwei Jahren. An Gewährleistungen gibt Audi auf das Fahrzeug zwei Jahre, den Lack drei Jahre und die Karosserie 12 Jahre. Die Versicherungseinstufungen sind 15 / 15 / 26 (KH / VK / TK) für die Limousine und 14 / 16 / 32 für den 2.0 FSI Avant.

© Juli/August 2002 Petra Grünendahl, Fotos: grü

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