Suzuki Kizashi 2.4

Fahrbericht.
Suzuki Kizashi 2.4 Sport
Geräumig, gefällig und sparsam
Von Petra Grünendahl

Mit dem Kizashi positioniert sich Suzuki erstmalig im D-Segment und geht damit in der Mittelklasse auf Kundenfang. Bislang waren die Japaner im Kleinwagen- und im SUV-Segment (Geländewagen) aktiv. Klassisch ist das Stufenheck-Design, weich und gefällig die Gestaltung der Karosserie. Die abgerundeten Formen kaschieren ein wenig seine Karosserielänge von immerhin 4,65 m. Trotz serienmäßigem „Sport-Designpaket“ macht er von außen nicht den Eindruck eines Sportlers. Seit Herbst 2010 ist das Modell in Deutschland schon auf dem Markt. Man sieht es aber bislang eher selten auf  unseren Straßen. Wir fuhren die einzige Ausstattungslinie „Sport“ mit 2,4-Liter-Benzinmotor und 178 PS.

Vier Türen bieten guten Zugang zu beiden Sitzreihen. Die Übersicht über die Karosserie verbessert eine serienmäßige Einparkhilfe vorne und hinten ungemein. Das Platzangebot ist bei einem Radstand von 2,70 Meter in beiden Reihen großzügig bemessen. Die Ellenbogenfreiheit wird auf der Rückbank mit drei Leuten allerdings etwas bescheidener. Die straffen Vordersitze sind gut konturiert und bieten exzellenten Seitenhalt. Der Kofferraum fasst ordentliche 461 Liter. Die Rücksitzlehne ist asymmetrisch geteilt umklappbar, so dass der Laderaum bis auf die Rückbank erweitert werden kann. Ordentlich sind Materialqualität und Verarbeitung. Das Cockpit ist sportlich-funktional gestaltet und gibt bei der Bedienung keinerlei Rätsel auf.

Den Kizashi gibt es ausschließlich in der Ausstattungslinie „Sport“, die nur wenig Wünsche offen lässt. Serienmäßig an Bord sind eine funkfernbediente Zentralverriegelung (inkl. Kofferraumöffnungsfunktion), Keyless Start (ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem), elektrisch einstellbare, beheizbare und anklappbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber rundum, automatisch abblendender Innenspiegel, Tempomat, Regensensor, ein elektrisches Glas-Hub-Schiebedach, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, eine umfassende Lederausstattung im Innenraum, Multifunktionsdisplay für den Bordcomputer, CD-Radio, Regensensor, Wärmeschutzverglasung und Privacy Glass (abgedunkelte Scheiben) hinten, Nebelscheinwerfer, und Xenonscheinwerfer, Sportfahrwerk sowie 18-Zoll-Alufelgen. Beide Vordersitze sind elektrisch einstellbar, der Fahrersitz sogar mit Memory-Funktion und Lendenwirbelstütze, sowie mit Sitzheizung ausgestattet. Sonderausstattungen ab Werk werden nicht angeboten.

 

Für den Kizashi ist einzig ein 2,4-Liter-Ottomotor mit 178 PS verfügbar. Der drehfreudige Motor ist spontan im Antritt, ordentlich in Durchzug und Leistungsentfaltung und dabei laufruhig und vibrationsarm, wenn er nicht mit dem Gasfuß gereizt wird. Sein maximales Drehmoment von 230 Nm liegt erst bei 4.000 U/min. an. Dennoch kommt er auch „unten rum“ gut in die Pötte, obwohl das manuelle Sechsgang-Schaltgetriebe für maximale Kraftstoffökonomie sehr lang übersetzt ist. Das gleichen die Motorreserven in Verbindung mit der in dieser Klasse leichten Karosserie gut aus. Mit den nur wenig mehr als 1,5 Tonnen Karosseriegewicht hat der Motor ein leichtes Spiel.

Ordentliche Fahrleistungen bietet der optisch eher brave Japaner. Für die Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h braucht er nur 7,8 Sekunden (CVT-Getriebe 8,8 Sekunden), seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 215 km/h (CVT 205 km/h). Auf 100 km Stadtverkehr konsumiert der manuell geschaltete Kizashi 10,6 Liter Superkraftstoff, 6,3 Liter sind es außerorts und 7,9 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU5, der CO2-Ausstoß beträgt 183 g pro km (CVT-Getriebe 191 g/km). In der Relation von Größe/Gewicht zum Verbrauch reicht das für die Effizienzklasse A+ (auch in der CVT-Variante). Ein Hintergrundpapier zur Pkw-Verbrauchskennzeichnung finden Sie im Internet unter: Faktenpapier Effizienzlabel.

Unser Testwagen verfügt über Frontantrieb, das Modell ist aber auch mit Allradantrieb (inkl. stufenlosem CVT-Getriebe) verfügbar. Ordentlich ist der Geradeauslauf, direkt ausgelegt die präzise und leichtgängige Lenkung. Das serienmäßige Sportfahrwerk ist naturgemäß etwas straffer ausgelegt, allerdings verbleibt ein ausreichender Fahrkomfort. Problemlos ist der Kizashi als Fronttriebler: sicher und spurtreu glänzt er auch in flott gefahrenen Kurven. Da kommt fast schon Freude auf! Die straffe Auslegung lässt ihn solide auf dem Asphalt liegen. Plötzliche Ausweichmanöver meistert er ohne tückische Lastwechselreaktion und schert zackig in die alte Spur zurück. Serienmäßig steht der Kizashi auf 18-Zoll-Alurädern mit Breitreifen im Format 235/45. Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) verzögern zügig, sicher und standfest.

Insassenschutz bieten im Falle eines Unfalles die hochstabile Sicherheitskarosserie mit Aufprallenergie absorbierenden Strukturen vorne und hinten sowie Seitenaufprallschutz. Im Innenraum schützen Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen Sitzen, Front- und Seitenairbags vorne, Knieairbag für den Fahrer, Vorhangairbags (Fensterairbags) für vorne und hinten sowie zwei Isofix-Kindersitzbefestigungen im Fond. Der Beifahrerairbag ist deaktivierbar, so dass hier auch ein Kindersitz gegen die Fahrtrichtung montiert werden kann. Einem Crashtest nach EuroNCAP wurde das Modell bislang nicht unterzogen. Sie serienmäßige Sicherheitsausstattung des Fahrzeugs mit Fahrassistenzsystemen umfasst ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung EBD und Bremsassistent sowie dem Elektronischen Stabilitätsprogramm ESP. Anstelle eines Ersatzrades gibt es ein Reifenreparatur-Kit.

 

Günstig kommt man hier in die Mittelklasse: Ab 26.990 Euro steht der Kizashi in den Preislisten der Händler, als 2.4 Sport mit manuellem Getriebe. Das CVT-Getriebe (mit Schaltwippen am Lenkrad) inkl. Allradantrieb und Berganfahrhilfe kostet 3.000 Euro extra, Metallic-Lackierungen 490 Euro. Weitere aufpreispflichtige Sonderausstattung gibt es nicht.

Suzuki gibt drei Jahre (bis 100.000 km) Garantie inkl. Mobilitätsgarantie sowie zwölf Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung auf den Neuwagen. Inspektion und Ölwechsel sind alle 15.000 km oder einmal im Jahr fällig. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 18 / 24 / 22 (KH / VK / TK) ein.

© April 2012
Petra Grünendahl
, Fotos: Suzuki

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