Nissan Pick-up 2.5 Turbo

Petra Grünendahl – Testberichte: Nissan Pick-up var sc_project=9337660; var sc_invisible=1; var sc_security=“2d537168″; var scJsHost = ((„https:“ == document.location.protocol) ? „https://secure.“ : „http://www.“); document.write(„“); web analytics Testbericht.

Nissan Pick-up King Cab 4×4 Navara 2.5 Turbodiesel
Ganz schön flotter Laster
Von Petra Grünendahl

 

Auf der Autobahn fühlt man sich als König der Landstraße: Die Lkws überholt man mit einer Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h ganz locker und über den Pkw thront man in der 1,70 m hohen Karosserie – und für langsamer fahrende Pkw reicht die Spitzengeschwindigkeit sogar zum Überholen.

Der 4,98 m lange Nissan Pick-up ist kein Renner, sondern ein Laster, genauer gesagt ein „Lkw offener Kasten“. Und als Lastkraftwagen ist es denn gerade sein Nutzwert, der ihn begehrenswert macht. Als Pick-up King Cab 4×4 fuhren wir ihn in der Top-Ausstattung Navara und motorisiert mit dem 2,5-Liter-Turbodiesel Intercooler.

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Der Pick-up King Cab ist ein Zweisitzer. Wer sein Gepäck ohne Ladeflächenabdeckung oder Hardtop trocken transportieren will, tut dies hinter den Sitzen. Das Einladen ist allerdings eher auf der Beifahrerseite zu empfehlen, da nicht nur die Sitzlehne nach vorne klappt, sondern der ganze Sitz gleich mit nach vorne schiebt. Wer auf der Fahrerseite einlädt, darf danach die Sitzposition neu einstellen.

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Dieses Vorrücken der Sitze ist eine Einstiegshilfe, denn für Notfälle gibt es in der King Cab-Karosserieversion hinter den Sitzen auch seitlich in der Wand eingelassene, herausklappbare Notsitze. Die reichen allerdings nur für kleine, schlanke Leute – von mindestens zwölf Jahren oder 1,50 m Größe, denn Kindersitze können mit dem vorhandenen Beckengurt nicht gesichert werden. Das ist ohnehin mehr eine Notlösung, vor allem, weil die Frontpassagiere ihre Sitze dann auch nicht so richtig weit nach hinten schieben sollten.

Zu zweit bietet der Laster allerdings befriedigend Platz, jedoch sollten Zwei-Meter-Menschen besser auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, denn je nach Masse und Umfang kann das am Steuer sehr eng werden. Komfortabel ist der Passagierraum gestaltet und auch qualitativ macht er einen guten Eindruck.

Grau in zwei Schattierungen, nicht gerade innovativ gestaltet, aber praktisch und handlich ist das Cockpit, gut erreichbar alle Anzeigen und Schalter. Die Ausstattung ist in der Navara-Version alles andere als spartanisch: Elektrische Fensterheber, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Lederlenkrad und –schaltknauf und elektrischer Antenne fürs Radio sind Serie. Die Klimaautomatik kostet 2.795 Mark Aufpreis.

Von außen wirkt er bullig und robust. Kotflügelverbreiterungen und breitere Reifen gegenüber der Basisausstattung setzten Akzente. Gut nutzbar ist die Ladefläche: Zwischen 1,39 und 1,06 m breit (zwischen den Radkästen) und 1,86 m tief. Wer mehr will, sollte den Pick-up mit Einzelkabine nehmen: da beträgt die Ladetiefe 2,23 m. Außerdem gibt es den Pick-up noch mit Doppelkabine für fünf Passagiere, aber dafür nur mit einer Ladetiefe von 1,39 m. Der Laderaum ist mit Kunststoff beschichtet, zur Sicherung der Ladung dienen vier Befestigungshaken in den Laderaumecken. Vor Verschmutzung und Nässe schützen die gegen Mehrpreis als Zusatzausstattung erhältlichen Optionen Hardtop, Persenning oder Laderaumabdeckung aus Aluminium den King Cab.

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Eine Zuladung beim King Cab von ausstattungsbedingt nur bis zu 755 kg ist für die große Ladefläche des Lasters nicht gerade Klassenbestwert – als Einzelkabine sind immerhin bis fast eine Tonne Zuladung möglich –, als Zugpferd beweist er jedoch Spitzenqualität mit seiner Anhängerlast von 2.300 kg gebremst, 500 kg ungebremst (bei 12 Prozent Steigung).

Rein äußerlich wirkt er so gar nicht als Arbeitstier: Alufelgen und die Zwei-Farben-Lackierung (Piniengrün Mineraleffekt und Brillantsilber Metallic) sind Serie. Außenspiegel und Kühlergrill sind verchromt. Seitliche Trittbretter erleichtern den Einstieg, einen Haltegriff am Türrahmen wie beim Patrol GR gibt es leider nicht. In dieser Ausstattung ist der Allrounder wohl auch mehr als Freizeitmobil denn als Arbeitstier gedacht und man ist ja einem gewissen Komfortstandard nicht gerade abgeneigt.

Die serienmäßige Sicherheitsausstattung ist umfassend: ABS, Fahrer- und Beifahrer-Airbag, Flankenschutz in den Türen, verformbare Instrumententafel und Sicherheitslenksäule sowie elektronische Wegfahrsperre.

 

Als Lkw ist der Nissan Pick-up in den Papieren eingetragen, allerdings fährt er sich auf trockener Fahrbahn fast wie ein Pkw, wenn auch ganz typisch wie ein schwerer Pkw mit Hinterradantrieb, der in zu schnellen Kurven recht schnell mit dem Heck nach außen drängt. Wer denn eine sportlichere Gangart schätzt sollte sich zumindest bei feuchter Straße sehr zurücknehmen. Dann macht sich nämlich der Geländewagen, genauer gesagt: machen sich die Geländewagenreifen bemerkbar. Im Gegensatz zu Pkw-Reifen sind sie nicht nur für die Straße konzipiert, das heißt, dass sie einerseits ein breiteres Verwendungsfeld abdecken, andererseits dadurch natürlich überall Kompromisse eingehen müssen, mit der Folge, dass zum Beispiel die Haftung auf nassem Asphalt zu wünschen übrig lässt.

Die Federung ist nicht auf Komfort abgestimmt, aber gut, die Dämpfung straff genug, dass sich das Gefährt nicht aufschaukelt oder im Gelände zu sehr in die Knie geht und aufsetzt. Dank zusätzlicher Stabilisatoren liegt der Wagen wie ein Brett auf Straßen und Wegen.

 

Der 2,5-Liter-Turbodiesel leistet 104 PS und bringt sein maximales Drehmoment von 245 Newtonmetern bei 2.000/min. auf die Kurbelwelle. Damit steht er dem 2,8-Liter-Turbodiesel mit 130 PS mit seinen 252 Newtonmetern (ebenfalls bei 2.000/min.) aus dem ähnlich großen und schweren Patrol GR kaum nach. Jedoch wirkt der kleinere Motor bei Teillast erheblich agiler, dreht auch im unteren Drehzahlbereich freudiger hoch. Das ermöglicht schaltfaules Fahren. Dennoch ist an der Leichtgängigkeit der Fünfgang-Schaltung nichts auszusetzen und das Schaltknüppel führen die reinste Freude.

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Nach dem Kaltstart ist kurzfristiges Nageln angesagt, aber bald merkt man nicht mehr, dass man in einem Diesel sitzt: Die Geräuschentwicklung des Motors hält sich in Grenzen, sobald der Motor warm gelaufen ist.

Der knapp 1,9 Tonnen schwere Pick-up verfügt über Heckantrieb mit zuschaltbarem Vorderradantrieb, damit er auch im Gelände die Kurve kriegt. Zentral in Griffweite liegt die Fünfgang-Schaltung. An einem zweiten Schalthebel kann man von Zweirad-Antrieb auf die kurze wie die lange Getriebeübersetzung mit Vierrad-Antrieb umschalten. Das selbsttätig sperrende Differential mit begrenztem Schlupf an der Hinterachse sorgt für gleichmäßige Traktion.

Der Wagen beschleunigt gut, weil der Motor auch in niedrigeren Drehzahlbereichen schon viel Druck macht. Für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h braucht der 1,9-Tonner 17,4 Sekunden. Den Verbrauch gibt Nissan mit 13,1 Liter im Stadtverkehr bzw. mit 10,7 im gemischten Verbrauch an (nach EU-Norm).

Die Lenkung arbeitet servounterstützt und damit angesichts seiner Ausmaße und seines Gewichtes relativ leichtgängig. Wendig ist der Pick-up nicht gerade, der 13,2-m-Wendekreis verrät den Lkw. Serienmäßig verfügt der Pick-up 4×4 über ABS. Die Bremsen (vorne innenbelüftete Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen) bringen ein Gefährt dieser Größe auf akzeptabler Strecke zum Stehen, aber mit längeren Bremswegen als beim Pkw muss man schon rechnen.

 

Den Pick-up (Einzelkabine, Basisausstattung) gibt es ab 30.545 Mark. Für den Pick-up King Cab 4×4 Navara 2.5 Turbodiesel Intercooler ist man ab 44.195 Mark dabei. Die Klimaautomatik schlägt mit weiteren 2.795 Mark zu Buche. Dazu kommen noch Kosten für Sonderwünsche wie die Hifi-Anlage sowie eine Laderaumabdeckung – hier hat der Kunde mehrere Alternativen zur Auswahl vom Hardtop bis zur Persenning.

Dafür gibt Nissan ein Jahr Garantie ohne Kilometerbegrenzung sowie drei Jahre bis 100.000 km. Sechs Jahre Garantie gegen Durchrostung sind üblich, ein Jahr Garantie auf alle vom Nissan-Partner eingebauten Originalteile ebenfalls. Verschiedene Mobilitätsgarantien und Treueprogramme komplettieren das Angebot.

© Januar 2000 Petra Grünendahl, Fotos: grü / IN*TEAM

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