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Mit dem Startline
hat Volkswagen ein Einstiegsmodell für die Multivan-Familie ins
Rennen geschickt, welches auch dem kleineren Geldbeutel
erschwinglich sein soll. Billig ist die flexible Großraumlimousine
trotzdem nicht, mit dem alten VW-Bus aus den Anfangsjahren unserer
Republik ist er nicht vergleichbar. Mit seinen 4,89 m Karosserielänge,
1,90 m Breite und fast 2 m Höhe ist der T5, die fünfte Generation
des Typ 2, wie der VW Bus ursprünglich hieß, schon eine Größe.
Die ersten VW Busse, Bullis, Transporter und wie sie alle hießen
waren mit 4,10 m Länge und 2,40 m Radstand noch etwas bescheidener,
basierten aber auch auf dem Chassis des Typ 1, besser bekannt als Käfer,
der selber bei identischem Radstand damals 4,07 m maß. Auch innen
hat der T5 einiges an Raum und vor allem an
Flexibilität zu bieten. Vorgefahren kam unser Testwagen mit
2,5-Liter-TDI (131 PS) in Off-Road Grey Metallic mit
Startline-Streifen in Silber.
Der erste Klick
mit der funkfernbedienten Zentralverriegelung öffnet nur die
Fahrertür, erst der zweite Klick gibt Beifahrer- und Fondtür sowie
die Heckklappe frei. Die Frontpassagiere habe links und rechts zwei
konventionelle Türen, Zugang nach hinten bietet eine Schiebetür
auf der rechten Seiten (zum Bürgersteig hin). Man klettert quasi
hinein, da die Bodenfläche den Innenraums recht hoch über dem
Asphalt liegt.

Vorne haben die
Insassen reichlich Platz. Auch der Innenraum hinter den Vordersitzen
ist sehr geräumig. Herzstück des Multivan und Quelle seiner
Flexibilität sind die im Boden eingelassenen vier Schienen, die ermöglichen,
die Innenraumausstattung so zu verschieben, wie sie gebraucht wird.
Die serienmäßige Dreier-Sitzbank – der Startline ist in der
Basisausstattung ein Fünfsitzer – ist hier fast ganz nach hinten
gerückt. Dahinter ist aber noch Platz auch für größeres Gepäck.
Diese Sitzbank kann platzsparend zusammengefaltet hinter die
Vordersitze gebracht oder auch als Liegebank auseinandergeklappt
werden. Optional sind an ihrer Stelle aber auch zwei Einzelsitze möglich.
In der zweiten Reihe verfügt unser Testwagen über einen
Einzelsitz, der nicht nur vor und zurück geschoben, sondern auch
gedreht werden kann. Ein weiterer drehbarer Sitz ist gegen Aufpreis
zu haben. Alle Einzelsitze können auch mit integriertem Kindersitz
geordert werden. Der vorhandene Laderaum wird in der Größe dadurch
bestimmt, wie weit man die Rückbank nach vorne schiebt.

Die komfortablen,
nicht übermäßig straffen Sitze sind recht wenig konturiert,
bieten aber akzeptablen Seitenhalt. Die Materialqualität im
Innenraum ist ebenso ordentlich wie die Verarbeitung. Die Oberflächen
sind aus Kunststoffen, die sich leicht reinigen lassen, was vor
allem Familien mit Kindern oder aktive Menschen sehr schätzen
werden. Das Cockpit ist einfach, funktional und übersichtlich
gestaltet und gibt dem Fahrer keinerlei Rätsel auf. An Ablagen gibt
es außer dem Handschuhfach noch jeweils zwei Fächer in den
vorderen Türen, eine Ablage auf dem Armaturenbrett und Taschen an
den Rückseiten der Vordersitzlehnen sowie ein Fach über dem
Innenspiegel. Unter den Sitzen der Dreiersitzbank befinden sich
Schubfächer für Kleinkram. An der linken Außenwand gegenüber von
der Fahrgastraumtür sind zwei kleinere Netze angebracht. Ein Netz
unterm Dach hinten schafft weiteren Stauraum. Einen Mitteltunnel mit
Ablagen gibt es hier nicht, aber dafür kann man zwischen den beiden
Vordersitzen hindurch nach hinten gehen.

In der
Basisausstattung verfügt der Multivan Startline über eine
funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber an
den „Fahrerhaus“-Türen, elektrisch einstellbare und beheizbare
Außenspiegel, beleuchtete Trittstufen an den Türen, ein Netz unter
dem hinteren Teil des Daches, eine Radio-Vorbereitung mit
Lautsprechern und Antenne, Spiegel in beiden Sonnenblenden und ein
Schiebefenster links im Fahrgastraum sowie 17-Zoll-Stahlräder.
Optional verfügt unser Testwagen über ein mp3-fähiges CD-Radio,
eine Geschwindigkeitsregelung, Klimaanlage, Sitzheizung für die
Vordersitze, einen zusätzlichen Drehsitz hinten, Seiten- und
Kopfairbags vorne, eine Einparkhilfe vorne und hinten (sollte man
sich wegen der schlechten Übersicht ruhig gönnen), Tagfahrlicht
und Nebelscheinwerfer sowie 16-Zoll-Leichtmetallräder. Die Schiebetür
zum Fahrgastraum hat ebenfalls ein Schiebefenster.
Der 2,5-Liter-TDI
mit 131 PS ist der größervolumige Selbstzünder der Baureihe und
in zwei Leistungsstufen (131 bzw. 174 PS) zu
haben. Das Aggregat arbeitet mit Pumpe-Düse-Direkteinspritzung,
ist akustisch zwar nicht aufdringlich, aber deutlich vernehmbar und
läuft etwas rauer als eine Common-Rail-Einspritzung. In der
131-PS-Version ist er ein ordentlicher Antrieb, reißt aber keine Bäume
aus. Der Antritt geht in Ordnung, schließlich müssen die 131
Pferdchen mit einem Leergewicht von ca. 2.300 kg klar kommen. Der
Durchzug und Leistungsentfaltung angemessen, sofern man mit dem
Gasfuß für ausreichend Drehzahl sorgt. Bei zu wenig Umdrehungen
gibt sich der Motor eher zäh, da lohnt sich der Griff zum
Schalthebel und das Schalten in den niedrigeren Gang. Wenn man sich
an die Position des Schaltknüppels unterhalb des Armaturenbrettes
gewöhnt hat, dann ist
der Hebel leicht und präzise auf kurzen Wegen zu führen. Der
Basis-TDI (1,9 Liter Hubraum) mit 84 PS ist wohl eher nur dann
zu empfehlen, wenn für einen größeren Motor das Geld nicht
reicht. Der Preisunterschied zu unserem Testwagen beträgt immerhin
knappe 3.600 Euro.

Die
Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 in 15,3 Sekunden
verlangen dem Fahrer etwas Geduld ab, die Höchstgeschwindigkeit von
168 km/h reichen aber für zügiges Autobahntempo völlig aus. Der
3-Tonner (zulässiges Gesamtgewicht) verbraucht 10,9 Liter
Dieselkraftstoff auf 100 km in der Stadt, 6,8 Liter außerorts und
8,3 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles
Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand).
Der 2,5-Liter-TDI hat den Dieselpartikelfilter serienmäßig, bei
den kleineren Selbstzündern (1.9 TDI mit 84 bzw. 102 PS) kostet er extra.
Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4, der CO2-Ausstoß beträgt 219
g pro km.
Im
Gegensatz zu seinem Urahn aus dem Vierzigern verfügt der aktuelle
VW Bus über Frontantrieb. Ein Radstand von 3 Metern und eine
Spurbreite von 1,62 m vorne und 1,63 m hinten verhelfen dem Multivan
zu einem guten Geradeauslauf. Die Lenkung arbeitet ausreichend
leichtgängig und setzt die Anweisungen des Fahrers präzise um.
Das
Fahrwerk ist recht komfortabel ausgelegt, was aber leider auch eine
deutliche Seitenneigung der doch sehr hohen Karosserie zur Folge
hat. Diese warnt dann auch den Fahrer, es zu doll zu treiben mit der
flotten Kurvenhatz. Ansonsten liegt der Multivan nämlich sehr
problemlos und neutral auf der Straße, das Untersteuern hält sich
in engen Grenzen. Sicher und spurtreu absolviert er doppelte
Spurwechsel oder einen flotteren Slalom, ohne sich wirklich
aufzuschaukeln und instabil zu werden. Optional steht unser
Testwagen auf 16-Zoll-Leichtmetallrädern mit 215/65er Reifen (Serie
sind 17-Zoll-stahlräder mit 235/55 er Gummis). Die Bremsen
(Scheibenbremsen rundum) verzögern gut und sicher.
Die
Insassen schützen Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen
Sitzplätzen. Front-, Seiten- und Kopfairbags gibt es – der Bus lässt
grüßen – nur für Fahrer und Beifahrer, wobei die Seiten- und
Kopfairbags aber nur optional zu haben sind. Die Außensitze der
Sitzbank sowie die Einzelsitze sind mit
Isofix-Kindersitzbefestigungen ausgestattet. Die Einzelsitze können
auch mit integrierten Kindersitzen bestellt werden.
Die
Ausstattung mit Fahrwerksregelsystemen umfasst serienmäßig ABS,
Bremsassistent, die Antriebsschlupfregelung ASR, eine
Motorschleppmomentregelung (MSR) und das Elektronische Stabilitätsprogramm
ESP sowie bei mitbestellter Anhängerkupplung eine
Gespann-Stabilisierung. Die Anhängelast gebremst liegt bei 2,5
Tonnen. Serienmäßig an Bord ist ein „Tire Mobility“-Set, gegen
Aufpreis gibt es ein Ersatzrad in Stahl oder Leichtmetall. Als
Sonderausstattung verfügt unser Testwagen über Tagfahrlicht.
Der Multivan
beginnt in der Startline-Reihe mit Preisen ab 29.274 Euro mit einem
1,9-Liter-TDI mit 84 PS. Unser 2,5-Liter-TDI startet bei 32.876,80
Euro. Aufpreis kosten zum Beispiel Metallic- oder
Perleffekt-Lackierungen, CD-Radio, Klimaanlage, Nebelscheinwerfer,
Geschwindigkeitsregelung und Leichtmetallräder.
Volkswagen
gibt zwei Jahre Garantie auf den Neuwagen und 10 Jahre auf die
Karosserie gegen Durchrostung. Gegen Aufpreis kann man die
Neuwagen-Garantie verlängern bis zum 5. Jahr (bis 100.000 km). Dazu
gibt es eine lebenslange Mobilitätsgarantie beim Einhalten der
Inspektionsintervalle. Zum Service muss der Multivan nach
Service-Intervall-Anzeige, die in Abhängigkeit von Einsatz und
Fahrverhalten den Inspektionszeitpunkt berechnet. Als Leitfaden können
bei normalem Einsatz 30.000 km oder einmal alle zwei Jahre angesetzt
werden. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 20 /
24 / 25 (KH / VK / TK) ein.
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