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Vor 60 Jahren
erblickte der erste VW Bulli (aus „Bus“ und „Lieferwagen“)
das Licht der Welt und wurde zum Motor des Wirtschaftswunders. Als
Typ 2 ging er schließlich in die Nomenklatur der VW-Geschichte ein,
dem zweiten VW nach dem Typ 1, dem Käfer. Er basierte auf Käfer-
und Kübelwagen-Technik. Seit dem T1 (Typ 2 der ersten Generation,
bis 1967 gebaut) sind vier weitere Generationen gekommen, die
aktuelle, der T5, hat so gar nichts mehr mit den spartanischen Gefährten
der Wirtschaftswunderzeit gemein. Aus dem reinen Nutzfahrzeug der
ersten Generation entwickelte sich ein ganze Modellpalette, die
unterschiedlichsten (mitunter auch eher luxuriösen) Ansprüchen
zwischen Freizeit und Beruf genügen muss. Der T5, die fünfte
Generation, ist seit 2003 auf dem Markt. Ein Multivan mit verlängertem
Radstand rundet die Modellpalette seit neuestem (Modelljahr 2008)
nach oben ab.
Als Großraumlimousine
befindet er sich am oberen Ende der Personenwagen-Skala. Gefahren
sind wir einen T5 Transporter in der Executive-Ausstattung mit
3,2-Sechszylinder-Motor und 235 PS, einen T5 Multivan Comfortline
mit 2,5-Liter-TDI und 130 PS sowie den T5 Multivan mit langem
Radstand Fünfzylinder-TDI (174 PS).
Es gibt den T5
als Transporter, als Caravelle und als Multivan, darüber hinaus
gibt es diverse Sonderausstattungen wie Atlantis oder Business. Als
Transporter ist er ein reines Nutzfahrzeug, als Caravelle die
schlichte Verbindung von Personen- und Gepäckbeförderung und den
Multivan definiert Volkswagen als „multiflexible Großraumlimousine“.
Zwei Türen vorne, ein Heckklappe sowie die Schiebetür auf der
Beifahrerseite sind Serienausstattung. Die Schiebetür auf der
Fahrerseite gibt es als Sonderausstattung, dann entfällt allerdings
der Klapptisch an der Seitenwand. Im Multivan-Boden sind Schienen
eingelassen, die die flexible Gestaltung des Innenraumes ermöglichen.
Fünf bis sieben Sitze sind hier möglich, der Caravelle kann sogar
mit drei Sitzreihen (bei langem Radstand) bis zu neun Personen befördern.

Neu ist der
Multivan jetzt auch mit verlängertem Radstand (3,40 m statt 3 m) zu
haben. Die Karosserielänge beträgt also 5,29 m statt der 4,89 m
beim normalen Multivan. Bislang gab es diese Langversion nur für
den Caravelle. Jetzt kommt der verlängerte T5 auch mit dem
Schienenboden des Multivans zum Händler. Der Schienenboden ist der
Schlüssel zu einer
flexibeln Nutzung des Innenraumes, da die Sitze und Sitzreihen sich
ganz nach Bedarf vor und zurück verschieben und stufenlos
feststellen lassen. Das in Verbindung mit dem verlängerten Radstand
verhilft den Passagieren zu einem großzügigeren Platzangebot bei
größeren Ladekapazitäten. Bis zu vier Sitzreihen und acht
Passagieren finden hier im Extremfall Platz (Dreier-Sitzbank hinten
und fünf Einzelsitze). Geringfügig ändert sich auch die erlaubte
Zuladung (Nutzlast), da das zulässige Gesamtgewicht beim verlängerten
Radstand 3,2 t statt der 3 t der Normalversion des T5 beträgt.

Hoch ist die
Sitzposition auf straffen, gut konturierten Sitzen, was aber bei
einer Karosseriehöhe von 1,97 m (Langversion 1,99 m) nicht
verwundert. Solide und gut verarbeitet ist der Innenraum des
Multivan. Übersichtlich und gut zu handhaben sind die Anzeigen und
Schalter im Armaturenbrett. Der im Armaturenbrett platzierte
Schalthebel ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig.

Zwei Ottomotoren
mit 115 und 235 PS sowie zwei Dieselmotoren mit Pumpe-Düse-Direkteinspritzung
in vier Leistungsstufen zwischen 84 und 174 PS stehen zur Wahl. Die
Langversion ist lediglich mit drei Dieselvarianten zwischen 102 und
174 PS verfügbar. In dieser Version stand uns ein 2,5-Liter-Fünfzylinder-TDI
mit 174 PS zur Ausfahrt zur Verfügung. Der starke Selbstzünder
bringt den langen Multivan gut in Schwung, in punkto Durchzug und
Leistungsentfaltung macht er trotz eines Leergewichtes von über 2,5
t insgesamt eine gut Figur. Das maximale Drehmoment von 400 Nm liegt
zwischen 2.000 und 2.300 U/min. an und bleibt auch bei höheren
Drehzahlen noch auf relativ hohem Niveau. Das manuelle
Sechsgang-Schaltgetriebe ist leichtgängig und präzise zu schalten
und für ein einigermaßen zügiges Fortkommen ausgelegt, ohne dass
man den Schalthebel permanent in Bewegung halten muss. Der Motor lässt,
wenn man es ruhiger angehen lassen will, durchaus eine schaltfaule
Fahrweise zu. Für die Beschleunigung von Null auf Tempo 100 braucht
er 12,2 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 188
km/h.

Der 130-PS-TDI
(schwächere Version des 2,5-Liter-Fünfzylinder-TDIs) im normalen
Multivan verlangt da schon mehr Schaltarbeit, wenn man flott in
Fahrt bleiben will. An maximalem Drehmoment liegen hier zwischen
2.000 und 2.300 Touren knappe 340 Nm an, die Drehmomentkurve flacht
aber nach Erreichen des Maximums schneller wieder ab als beim stärkeren
2.5 TDI. Auch hier ist das gut abgestufte manuelle
Sechsgang-Schaltgetriebe Serie. Aus dem Stand auf 100 km/h braucht
er 15,3 Sekunden, bei 168 km/h ist die maximale Geschwindigkeit
erreicht.

Der
3,2-Liter-Sechszylinder-Benziner ist mit seinen 235 PS der Topmotor
der Baureihe. Sehr zügig
ist der Sechszylinder-Multivan im Antritt, mit einem enorm guten
Durchzugsvermögen und einer Leistungsentfaltung, die fast die Größe
dieses Gefährts vergessen lässt.
Mit 315 Nm bei 2.950 U/min. steht die Großraumlimousine
trotz eines Leergewichtes von zwischen 2,4 und 2,5 t gut im Futter.
Geschmeidig und vibrationsarm arbeitet das Triebwerk. Ausgestattet
war dieser T5 mit dem optionalen Sechsgang-Automatikgetriebe. Das
Automatikgetriebe ist gut abgestuft und harmoniert hervorragend mit
dem starken Sechszylinder-Motor. Die manuelle Schaltoption Tiptronic
braucht man eigentlich gar nicht, wenn man zügig unterwegs sein
will. Beim Sprint auf Tempo 100 vergehen 10,5 Sekunden, die
Spitzengeschwindigkeit liegt bei 205 km/h.

Volkswagen gibt für
den 130-PS-TDI einen Verbrauch von 10,9 Litern Dieselkraftstoff je
100 km Stadtverkehr, 6,8 Liter außerorts sowie 8,3 Liter im
gemischten Verbrauch nach EU-Norm an – bei ökonomischer
Fahrweise. Die Daten für den 174-PS-TDI lauten 10,6 / 7,7 / 9,2
Liter Diesel, für den Sechszylinder mit Automatikgetriebe 18,0 /
9,7 / 12,7 Liter Superbenzin. Alle Motoren der Baureihe erfüllen
die Abgasnorm EU4, der CO2-Ausstoß beträgt bei den beiden
Dieselmotoren mit Frontantrieb 219 bzw. 221 g pro km, beim V6
(Automatikgetriebe und ebenfalls mit Frontantrieb) 303 g pro km. Bei
den 2,5-Liter-TDIs gehört der Dieselpartikelfilter zur
Serienausstattung, bei den 1.9er TDIs kostet er Aufpreis.
Gefahren
sind wir nur Frontantriebsvarianten des Multivan, es gibt einige
Motoren aber auch mit dem Allradantrieb 4Motion. Guter Geradeauslauf
und eine leichtgängige, präzise Lenkung zeichnen den Multivan aus.
Fahren tut er sich fast so dynamisch wie ein Pkw. Auch die
Langversion ist kaum weniger agil, für seine Größe und das
Gewicht ist der verlängerte Multivan schon sehr leichtfüßig
unterwegs. Die Fahrwerksabstimmung stellt eine gelungene Mischung
aus straff und komfortabel
dar, wobei die ausgeprägte Seitenneigung doch deutlich macht, dass
bei der Abstimmung der Komfort nicht vernachlässigt wurde.
Insgesamt ist das Fahrverhalten aber problemlos, das Fahrzeug bleibt
auch bei flotterer Kurvenfahrt gut beherrschbar. Das Annähern an
den Grenzbereich kündigt der T5 durch ein Schieben zum Kurvenaußenrand
rechtzeitig an, bevor dann das ESP mäßigend eingreift.
Die Bremsen
verzögern gut und sicher. Die Ausstattung mit
Fahrwerksregelsystemen umfasst serienmäßig ABS, Bremsassistent,
die Antriebsschlupfregelung ASR, eine elektronische
Differenzialsperre (EDS), eine Motorschleppmomentregelung (MSR) und
das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP sowie bei mitbestellter
Anhängerkupplung eine Gespann-Stabilisierung. Die Anhängelast
variiert je nach Motorisierung zwischen 2 und 2,5 t.
Die
Insassen schützen Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen
Sitzplätzen. Front-, Seiten- und Kopfairbags gibt es – der Bus lässt
grüßen – nur für Fahrer und Beifahrer. Die Außensitze der
Sitzbank sowie die Einzelsitze sind mit
Isofix-Kindersitzbefestigungen ausgestattet. Die Einzelsitze können
auch mit integrierten Kindersitzen bestellt werden.
Ab 37.467,15 Euro
steht der Multivan in der Ausstattungslinie Comfortline beim Händler,
die Dieselversionen beginnen mit 38.603,60 Euro für das
102-PS-Modell. Mit verlängertem Radstand beginnt die Preisliste bei
40.870,55 Euro – ebenfalls für das 102-PS-Modell mit
Dieselpartikelfilter. Der 2,5-Liter-TDI mit 130 PS beginnt bei
43.095,85 Euro, der 174-PS-TDI bei 46.374,30 Euro. Die Transporter-
oder Caravelle-Varianten liegen preislich unter denen des Multivan.
Volkswagen gibt
zwei Jahre Garantie auf den Neuwagen und 10 Jahre auf die Karosserie
gegen Durchrostung. Gegen Aufpreis kann man die Neuwagen-Garantie
verlängern bis zum 5. Jahr (bis 100.000 km). Dazu gibt es eine
lebenslange Mobilitätsgarantie beim Einhalten der
Inspektionsintervalle. Zum Service muss der Multivan nach
Service-Intervall-Anzeige, die in Abhängigkeit von Einsatz und
Fahrverhalten den Inspektionszeitpunkt berechnet. Als Leitfaden können
bei normalem Einsatz 30.000 km oder einmal alle zwei Jahre angesetzt
werden. Das gilt für Benziner und Diesel gleichermaßen.
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