Silberblau metallic ist keine Farbe für
den neuen Passat, ebenso wenig wie Candyweiß, Reflexsilber metallic und Stormbeige
metallic. Der schöne verchromte Kühlergrill, der die äußere Erscheinung des
Wolfsburgers enorm aufwertet, versteckt sich bei hellen Farbtönen ein wenig. Kräftige
Farben bringen die noble Nase viel besser zur Geltung. Das gilt auch für die
Chromumrandung der Seitenfenster.

Ansonsten hat der große Volkswagen durch
das Facelift zum 2001er Modelljahr an Ausstrahlung und Komfort dazu gewonnen. Optisch hebt
er sich nun deutlich vom kleineren Bora ab. Komfortabler und sicherer ist die Karosserie,
sparsamer und leistungsstärker die neuen und überarbeiteten Motoren.
Der 2-Liter-Benziner, mit dem unser
Testwagen vorfuhr, ist neu im Passat-Programm, welches außer drei
Turbodiesel-Direkteinspritzern fünf Benzin-Motoren zwischen 1,6 und 2,8 Litern Hubraum
von 102 bis 193 PS umfasst. Zur Grundausstattung gehört eine manuelle
Fünfgang-Schaltung, gegen Aufpreis gibt es das Viergang-Automatikgetriebe unseres Passat.
Ausgestattet war er in der Trendline-Version.
Volkswagens obere Mittelklasse bietet auf
seinen nun 4,70 m Länge hinreichend Platz für die Passagiere. Die Sportsitze vorne sind
angenehm straff und bieten guten Seitenhalt. Im Fond ist reichlich Platz für zwei
Passagiere, aber auch drei sitzen dort nicht schlecht. Der Innenraum macht qualitativ
einen sehr guten Eindruck und bietet viel Komfort. Die mit flanellgrauem Stoff bezogenen
Sitze sind strapazierfähig und durchaus kindertauglich.

Das Cockpit ist bedienerfreundlich
gestaltet, die Anzeigen sind gut einzusehen und die Schalter gut zu bedienen. Praktisch
sind bis auf das Brillenfach über der Fahrertür auch die Ablagefächer: in
den vorderen Türen, links unterm Lenkrad, das Handschuhfach und ein Fach in der
Mittelarmlehne hinten.
Der Kofferraum ist
schön geräumig, gut geschnitten und fasst bis zu 475 Liter, bei umgeklappter
Rückbanklehne (asymmetrisch geteilt mit breiter Seite rechts) sogar bis 800 Liter. Dafür
ist die Zuladung von maximal 517 kg ganz ok. Die Ladekante ist mit 69 cm
Limousinen-üblich, erleichtert aber nicht gerade das Einladen schwerer Gegenstände.

Die Serienausstattung umfasst die üblichen
Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens, darunter u. a. elektrische Fensterheber vorne und
hinten, Verzurrösen im Kofferraum sowie beleuchtete Spiegel in den Sonnenblenden.
Die aufgewertete Optik des Innenraumes äußert sich in Chromringen um die Rundinstrumente
sowie in Alu-Microtec-Dekoreinlagen an Armaturenbrett, Aschenbecherdeckel und den
Türzuziehgriffen. Gegen Aufpreis gibt es eine Klimatronik (anstelle der serienmäßigen
manuellen Klimaanlage), Sitzheizung sowie ein Radio-Navigationssystem mit
Multifunktionsdisplay.
Neu für die Passat-Baureihe ist der
2-Liter-Ottomotor. Mit seinen 115 PS stellt er eine gute Motorisierung dar. Mit
anständigem Vortrieb überzeugt der Benziner auch mit Automatikgetriebe. Antritt,
Durchzug und Leistungsentfaltung sind über das ganze Drehzahlband in Ordnung. Zügig
kommt er in die Pantoffeln und meistert Überholmanöver recht flott. Dabei arbeitet er
ruhig und vibrationsarm, unauffällig, ohne sich in den Vordergrund drängen zu wollen.

Ganz hervorragend abgestimmt ist das
Automatik-Getriebe. Nicht nur objektiv von Null auf Hundert braucht der
Automatik-Passat gerade mal 1,2 Sekunden mehr als sein handgeschalteter Bruder, sondern
auch subjektiv spurtet er antrittsstark los und beschleunigt auch bei höheren Touren noch
ganz ordentlich. Da kann man selbst als eingefleischter Fan echter Handarbeit nicht
meckern. Lediglich beim Kickdown braucht der seine Gedenksekunde, bis er abzieht. Die
Höchstgeschwindigkeit liegt bei 193 km/h (Schaltgetriebe 200 km/h), damit reist es sich
auch längere Strecken ganz komfortabel.
Beim Verbrauch macht sich die Automatik
dann aber negativ bemerkbar: 13,4 Liter Superbenzin auf 100 km braucht der
Zweiliter-Passat in der Stadt. Außerstädtisch kommt er mit 7,6 Litern aus, im gemischten
Zyklus nach EU-Norm sind es 9,7 Liter. Das sind je knapp 1 bis 1,5 Liter mehr als mit
manueller Schaltung. Der Motor erfüllt die Euro4-Abgasnorm.
Die Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne
innenbelüftet) sind akzeptabel. Sie sprechen schnell an, sind gut dosierbar, nur die
Bremswege sind trotz Bremsassistent und der breiteren 205/60er 15-Zoll-Reifen (Serie sind
195/65 R 15) keine Glanzleistung, sondern eher nur Durchschnitt.

Die Lenkung arbeitet präzise und beweist
Zielgenauigkeit. Problemlos und weitgehend neutral bewegt sich der Passat auch auf
kurvigen Strecken. Bei flotter Gangart untersteuert er leicht. Erst bei forciertem Tempo
muss das ESP eingreifen. Plötzliche Spurwechsel meistert er fast schon leichtfüßig.
Ebenso behände zieht es ihn hinterher auf Lenkkommando des Fahrers wieder in die alte
Spur zurück.
Recht komfortabel bringt er seine
Passagiere auch über schlechtere Straßen, ist aber dennoch straff genug, um den Fahrer
bei Lastwechseln nicht in Schwierigkeiten zu bringen.
Die serienmäßige Sicherheitsausstattung
fängt bei den aktiven Sicherheitsfeatures wie ABS mit Bremsassistent,
Antriebsschlupf-Regelung und ESP an und hört bei der stabilen, gezielt verstärkten
Karosseriekonstruktion mit definierten Knautschzonen noch lange nicht auf. Vorne schützen
Kopfstützen und Dreipunkt-Sicherheitsgurte sowie vier Airbags die Passagiere. Ein
Kopfairbagsystem gibt es als Sonderausstattung. Zwei Kopfstützen hinten gehören zur
Serienausstattung, die dritte kostet Aufpreis. Serie ist auf dem mittleren Platz ein
Beckengurt, der Dreipunkt-Automatik-Sicherheitsgurt ist im Aufpreis für die dritte
Kopfstütze enthalten. Die Kindersitzvorrüstung Isofix ist Serie, integrierte Kindersitze
auf den Außenplätzen hinten gibt es gegen Aufpreis.

Ab 39.507,76 Mark steht der Passat beim
Händler mit Basis-Ausstattung und 1,6-Liter-Motor. Mit 2-Liter-Motor und in
Trendline-Ausstattung ist er ab 44.201,74 Mark, mit Automatik ab 46.939,91 Mark zu haben.
Die Metallic-Lackierung schlägt mit rund 812 Mark zu Buche, die Klimatronic (statt
serienmäßiger Klimaanlage) mit 636 Mark, das Radio-Navigationssystem mit
Multifunktionsdisplay mit 4.890 Mark und die Geschwindigkeitsregelung mit 332 Mark. Die
15-Zoll-Leichtmetallräder Wellington mit 205/60er Rädern kosten 1.095 Mark, die
Ausstattung des mittleren Sitzes hinten mit Kopfstütze und Dreipunktgurt 274 Mark. Die
Sitzheizung für die Vordersitze ist zusammen mit beheizbaren Scheibenwaschdüsen im
Winterpaket für 489 Mark enthalten. Die Textilfußmatten vorne und hinten sind mit
weiteren 162 Mark veranschlagt, die Nebelscheinwerfer mit 270 Mark.
Volkswagen gewährt eine Neuwagen-Garantie
von einem Jahr ohne Kilometerbegrenzung, 3 Jahre auf den Lack, 12 Jahre auf die Karosserie
sowie eine LongLife-Mobilitätsgarantie bei Einhalten der
Inspektionsintervalle. Die Wartungsintervalle rechnet der Bordcomputer aus: Über die
Serviceintervallanzeige wird dem Fahrer in Abhängigkeit von Fahrstil und
Einsatzbedingungen angezeigt, nach wie vielen Kilometern er zur Inspektion muss. Das
können bis zu 30.000 km in maximal zwei Jahren werden. Die
Versicherungseinstufungen liegen bei 15 / 14 / 24 (KH / VK / TK), was verhältnismäßig
niedrige Versicherungsbeiträge bedeutet. |