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Einst war der
Caddy ein Pickup auf Golf-Basis (Golf I). Der neue Caddy – es ist
die dritte Generation – steht wieder auf der Bodengruppe von Golf
und Touran (die zweite Generation war auf Polo-Basis gebaut worden),
ist entweder als Caddy Kastenwagen (zweisitziger Kleinlaster,
Zulassung als Lkw), Caddy Kombi (Stadtlieferwagen mit fünf oder
sieben Sitzen), Caddy Life Tramper (Freizeit-/Campingmobil) oder als
Caddy Life verfügbar. Alle Versionen können als Fünf- oder
Siebensitzer geordert werden. Der Caddy Life ist die
familientaugliche Variante, um nicht zu sagen: Die kleine
Familienkutsche von Volkswagen Nutzfahrzeuge aus Hannover, Gebaut
wird der Caddy allerdings im polnischen Poznan. Für die Großfamilie
haben die Hannoveraner dann noch den T5 im Angebot, aber dem gehörte
dann schon ein eigenes Kapitel geschrieben ...
Mit seinem 4,41 m
Länge und 1,80 m Breite ist er eine kompakte Größe und ganz ähnlich
in den Dimensionen wie der Touran. Allerdings ist der Caddy Life mit
1,83 m gute 20 cm höher als der Kompakt-Van aus Wolfsburg. Einen
ersten Eindruck verschaffte eine Ausfahrt im Caddy Life EcoFuel,
einer praktisch monovalenten Erdgas-Variante, die mit ihrem
Sparpotenzial bei den heutigen Spritpreisen ihren besonderen Reiz
hat – und wohl auf absehbare Zeit behalten wird.

Zwei
konventionelle Türen vorne und zwei weit öffnende Schiebetüren
hinten erleichtern den Passagieren den Zugang und die Beladung. Die
Übersicht nach vorne ist ja noch in Ordnung, nach hinten ist sie
nicht wirklich prickelnd, die optionale Einparkhilfe ist hier eine
große Hilfe. Dafür geht das Platzangebot in beiden Sitzreihen
unseres Fünfsitzers in Ordnung, außer dass natürlich der
Ellenbogenfreiheit mit drei Leuten im Fond irgendwo Grenzen gesetzt
sind. Aber die sind bei 1,80 m Karosseriebreite etwas großzügiger
bemessen. Auf Wunsch kann man den Caddy Life auch als Siebensitzer
ordern, die Zweier-Sitzbank in der dritten Reihe lässt sich
ausbauen, wenn man sie doch nicht braucht.

Der Laderaum
fasst in unserer fünfsitzigen Variante 750 Liter Gepäck, beim
Siebensitzer sind es immerhin noch 190 Liter. Dachhoch beladen bis
hinter die Vordersitze sind bis zu 2.850 Liter „drin“. Verzurr-Ösen
erleichtern das Sichern der Ladung, ein Gepäcknetz gibt es gegen
Aufpreis. Der EcoFuel-Fünfsitzer mit einem Leergewicht von zwischen
1.728 und 1.798 kg (je nach Ausstattung) bietet eine maximale
Zuladung zwischen 388 und 458 kg. Beim Siebensitzer mit seinem höheren
zulässigen Gesamtgewicht ist etwas mehr Zuladung erlaubt.

Von seinem
spartanischen Urahnen ist nichts übrig geblieben: Das Cockpit ist
Pkw-tauglich und als solches sehr zeitgemäß. Die gute Verarbeitung
hochwertig wirkender Materialien verbindet sich mit
Strapazierfähigkeit und Unempfindlichkeit, die gerade
Familien mit kleineren Kindern schätzen werden. Das Cockpit ist
funktional und übersichtlich gestaltet, keine Probleme macht die
Handhabung von Anzeigen und Schaltern. Einziger Wermutstropfen ist
die etwas tief sitzende Anzeige des optionalen Navigationssystems.
Positiv ist ein große Anzahl an Ablagefächern, die ich hier im
Einzelnen gar nicht aufführen will.

Serienmäßig fährt
der Caddy Life mit elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln,
elektrischen Fensterhebern vorne, höhenverstellbarem Fahrersitz,
asymmetrisch geteilter Dreier-Sitzbank in der zweiten Reihe
(umklappbar und wickelbar), Nebelscheinwerfern und 15-Zoll-Stahlrädern
mit Radabdeckungen vor. Als Sonderausstattung und Zubehör gibt es
unter anderem Klimasysteme, Sitzheizung vorne, verschieden Hifi-,
Navigations- und Kommunikationssysteme, Multimedia-Ausstattung, eine
Geschwindigkeitsregelanlage, Alarmanlage, einen Parkassistenten
hinten, wärmedämmende Colorverglasung, Leichtmetallräder und
Heckflügeltüren (anstelle der Heckklappe).

Der
Zweiliter-Motor mit 109 PS bildet die Spitzenmotorisierung des Caddy
Life. Der Motor ist auf komprimiertes Erdgas (CNG) optimiert, verfügt
aber mit einem 13-Liter-Tank über eine Reserve an Ottokraftstoff
(Super Plus). Die Erdgastanks fassen 26 kg Erdgas, das reicht bei ökonomischer
Fahrweise für eine Reichweite von 440 km, dazu kommen ca. 150 km für
die Benzinreserve. Der Motor reißt keine Bäume aus, jedoch ist man
recht flott unterwegs. Der Caddy Life ist schließlich eine
Familienkutsche und kein Sportwagen. Diesem angemessen gestalten
sich die Fahrleistungen in punkto Durchzug und Leistungsentfaltung.
Der Motor nimmt gut Gas an, setzt Pedalbewegungen zügig in Vortrieb
um, läuft dabei ruhig und kultiviert. Die Getriebeübersetzung des
manuellen Fünfgang-Schaltgetriebes ist eher auf Sparsamkeit
ausgelegt.

In 13,8 Sekunden
beschleunigt der Caddy Life EcoFuel aus dem Stand auf Tempo 100,
seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 169 km/h. Das sind völlig
ausreichende Fahrleistungen in dieser Klasse. Im Erdgasbetrieb
verbraucht der Caddy Life ca. 5,9 bis 6,0 kg oder 8,7 bis 8,8
Kubikmeter Erdgas je 100 km (kombinierter Verbrauch, alles
Herstellerangaben). Ausgelegt ist der Motor im Benzinbetrieb auf
Super Plus, er kann aber auch – unter Leistungseinbußen bzw. mit
höherem Kraftstoffverbrauch – mit Superbenzin gefahren werden. Er
erfüllt die Abgasnorm EU4.
Der Caddy verfügt
über Frontantrieb, was ihm ein relativ problemloses Handling
verleiht. Gut ist sein Geradeauslauf. Die elektro-mechanische
Lenkung mit Servounterstützung spricht gut an, ist leichtgängig
und recht präzise. Die Vorderachse
entspricht der von Golf oder Touran, an der Hinterachse kommen
lastabhängige progressive Dämpfer und Blattfedern zum Einsatz, um
den möglichen Laderaum zu maximieren. Problemlos
hält er auch in flott gefahrenen kurvigen Passagen seine Spur,
dabei wirkt er agiler als der Touran. Ein leichtes
Untersteuern zeigt dem Fahrer seine Grenzen auf. Die Stabilitätskontrolle
ESP ist allerdings nur optional zu haben. Insgesamt gibt sich der
Caddy Life recht handlich, der Wendekreis wirkt in der Handhabung
nicht allzu groß.
Gute
Traktion und Seitenführung bieten die serienmäßigen 15-Zoll-Räder
mit 195/65er Reifen. Die Bremsanlage entspricht der des Golf oder
Touran mit Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet),
entsprechend gut sind die Bremswege im Notfall, allerdings ist die Rückmeldung
vom Pedal etwas schwammig.
Dreifach
gesichert sind die elektromagnetischen Ventile der unterflurig
montierten extrem hitzebeständigen Stahl-Erdgastanks, damit bei
einem Unfall nicht unkontrolliert Gas ausströmt. Den formstabilen
Fahrgastraum verstärken Versteifungsprofile in Türen und
Seitenkonstruktion sowie Verformungszonen vorne und hinten. Im
Innenraum schützen die Passagiere Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte
auf allen (bis zu
sieben) Sitzen, Front- und Seitenairbags vorne sowie
Isofix-Kindersitzvorrüstungen auf den Außenplätzen der
Dreier-Sitzbank. Das elektronische Stabilitätsprogramm ESP ist
(inkl. Gespann-Stabilisierung) nur gegen Aufpreis verfügbar. Der
Caddy EcoFuel hat anstelle des Ersatzrades – dort, wo es beim
konventionellen Caddy unter Boden angebracht ist, sitzen hier die
Gastanks – ein Reifenreparatur-Set (Tire Fit).
Ab 15.526,60 Euro
ist der Caddy Life zu haben, mit 1,4-Liter-Ottomotor und 80 PS. Die
siebensitzige Variante mit diesem Motor steht ab 16.077,60 Euro in
den Preislisten. Der Caddy Life EcoFuel steht als Fünfsitzer ab
19.905,60 Euro sowie als Siebensitzer ab 20.456,60 Euro zur Wahl.
Aufpreis kosten Metallic- oder Perleffekt-Lackierungen sowie
verschiedene Sonderausstattungen und Zubehör.
Die
Wartungsintervalle entsprechen denen des konventionellen Caddy von
40.000 km oder zwei Jahren. Über die zweijährige Gewährleistung
hinaus gibt Volkswagen zwölf Jahre auf die Karosserie gegen
Durchrostung. Die Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen
17 / 14 / 18 (KH / VK / TK) ein.
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