
Mit seinen 1,50 m Karosseriehöhe (genau
so hoch wie der Mazda Demio) ist er fast schon kein Kleinwagen mehr, sondern tendiert
schon in Richtung Microvan. Wenn es da im Stall von Toyota nicht mit dem Yaris Verso schon
einen ausgewachsenen Microvan gäbe ... Toyotas Kleinster fuhr in kobaltblauer
Mica-Lackierung mit 1-Liter-Benzinmotor und Multi-Mode-Automatikgetriebe in der
Ausstattungslinie "sol" zum Test vor.

Beim Dreitürer haben gerade die
Passagiere im Fond nicht den tollen Zugang, obwohl der Beifahrersitz mit Easy Entry über
eine Einstiegshilfe verfügt. Es gibt den 3,64 m langen Japaner aber auch als Fünftürer,
womit sich das Problem des Einstiegs (und des Handelns von Kindersitzen oder des Beladens
hinten) minimiert. Auch die hohe Sitzposition lässt schon fast einen Van vermuten. Der
Fahrersitz ist aus seiner ohnehin schon hohen Sitzposition heraus noch nach oben
höhenverstellbar. Die Übersicht nach vorne ist gut, nach hinten dank ansteigender
Gürtellinie und trotz der hohen Sitzposition nicht so richtig.
Platz findet man in den Kleinwagen
ordentlich, wobei es natürlich in der zweiten Reihe naturgemäß eng um die Knie wird,
wenn vorne große Leute sitzen. Das stoffbezogene Gestühl ist weich und komfortabel,
bietet aber nicht allzuviel Seitenhalt.
Der Laderaum ist nicht riesig groß, aber gut nutzbar. Zwar passen auf dem Papier nur 205
Liter hinein, aber immerhin reicht die Ladehöhe, um auf die Einkaufskisten den großen
Korb draufzustellen. Gute 410 kg maximale Zuladung erlauben reichlich Gepäck. Die
Rückbanklehne ist asymmetrisch geteilt umklappbar, das Laderaumvolumen lässt sich auf
bis zu 950 Liter bei dachhoher Beladung ausdehnen. Allerdings müssen sich Großgewachsene
(schon ab über 1,80 m) unter der nicht allzu hoch öffnenden Heckklappe vorsehen.

Das Cockpit ist schlicht und funktional
gestaltet, anständig verarbeitet und macht qualitativ einen guten Eindruck. Schalter und
Anzeigen sind ergonomisch günstig platziert und problemlos handhabbar.
Gewöhnungsbedürftig ist das Mäusekino mittig auf dem Armaturenträger. Auch das
Navigationssystem mit einem sehr klein geratenen Display ist nichts für Eilige und will
bei abgeschaltetem Motor eingestellt werden. Ablagen gibt es reichlich: vom geschlossenen
Handschuhfach und einem offenen Fach daneben über Fächer unter dem Lenkrad,
Getränkedosenhalter im Mitteltunnel vorne, einem Staufach auf dem Mitteltunnel hinten
sowie in den Vordertüren bis hin zu Fächern in den Rücksitzen der Vordersitzen und
Getränkedosenhaltern außen im Fond.

Wenn der Yaris das Basismodell darstellt,
gibt es darunter zwei reduzierte Versionen, Yaris C und Yaris Eco, mit dem "Sol"
ein Komfortmodell und mit dem "TS" ein sportliches Topmodell der Baureihe. Das
Modell Eco ist aber schon aus Sicherheitsgründen nicht zu empfehlen: Trommelbremsen
hinten (anstelle leistungsfähigerer Scheibenbremsen), 13-Zoll-Räder, Kopfstützen und
Drei-Punkt-Gurte hinten nur auf den Außenplätzen sowie weder Zentralverriegelung noch
klappbare Rückbank/-lehne. Auch bei der "C"-Version muss der Kunde Abstriche
machen: Rückbank und Rücklehne sind nicht umklappbar. Eine funkfernbediente
Zentralverriegelung gibt es ebenfalls nicht.

In der Basisversion, die es außer mit
dem 1,5-Liter-Motor (nur als "TS") in allen Motorisierungen gibt, umfasst die
reichhaltige Serienausstattung eine funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische
Fensterheber vorne, von innen einstellbare Außenspiegel, ein RDS-Radio mit CD-Spieler,
ein Multi-Info-Display für den Bordcomputer, Wärmeschutzverglasung rundum, eine geteilt
umlegbare Rückbanklehne, eine längs verstellbare und umklappbare Rücksitzbank,
Servolenkung und Spiegel in beiden Sonnenblenden. Den höhenverstellbaren Fahrersitz,
elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Radio-Bedientasten am Lenkrad,
verschiedene Applikationen im Alu-Design, in Wagenfarbe lackierte Stoßfänger sowie die
Klimaanlage gibt es ab der "Sol"-Ausstattung. Aufpreis kosten die
Mica-Lackierung und das Navigationssystem

Der Einliter-Motor mit 65 PS ist ein sehr
drehfreudiger Vierzylinder-Vierventiler. Vibrationsarm, wenn auch im Innenraum akustisch
präsent macht er in Zusammenspiel mit der gut abgestuften fünfstufigen Getriebeautomatik
eine gute Figur. In Antritt und Durchzugsvermögen spielt er seine Qualitäten als flottes
Stadtauto voll aus. Auch bei höheren Geschwindigkeiten geht die Leistungsentfaltung in
Ordnung, er ist zwar flott, aber nicht sportlich. Von Null auf Tempo 100 braucht er 15,8
Sekunden, bei 155 km/h erreicht er seine Höchstgeschwindigkeit. Das ist auch für lange
Touren noch angenehm, vor allem, was einigermaßen zügige Überholmanöver angeht.
Das fünfstufige MMT-Getriebe (Multi Mode
Transmission) arbeitet je nach Wunsch automatisch oder manuell, wenn der Fahrer per
Schalthebel sequentiell den Gangwechsel tätigt. Wenn man beim manuellen Schalten kurz das
Gas lupft, ist der Gangwechsel kaum spürbar. Ansonsten jedoch sind die Gangwechsel
deutlich spürbar und wie bei einer Automatik üblich dauern sie ihre Zeit.
Das gilt natürlich besonders für den vollautomatischen Gangwechsel, aber mit
leichten Abstrichen auch für den manuellen Gangwechsel. Der Automatik-Modus bietet
bei ökonomischer Fahrweise eine bessere Kraftstoff-Effizienz als ein herkömmliches
manuelles Getriebe. Wer allerdings etwas zügiger fahren will und entsprechend energischer
auf das Gaspedal tritt, wird nach einem spontanen Herunterschalten mit hohen Drehzahlen
belohnt. Die können aber wiederum kaum der Kraftstoff-Effizienz dienen.

Ökonomische Fahrweise belohnt das
MMT-Getriebe vor allem in der Stadt: Mit 6,4 Litern Superbenzin je 100 km fährt der Yaris
sparsamer als mit manueller Schaltung (6,8 Liter). Außerorts nehmen sich die beiden
Varianten nicht: Mit 4,9 Litern liegen sie hier gleich auf im Verbrauch. Insgesamt, also
im gemischten Verbrauch nach EU-Norm hat der Yaris mit 1-Liter-Motor und MMT-Getriebe
zumindest bei ökonomischer Fahrweise den Vorteil und die größere Reichweite mit einem
Durchschnittsverbrauch von 5,4 Litern (Schaltgetriebe: 5,6 Liter) auf seiner Seite (alles
Herstellerangaben). Der Motor erfüllt sowohl mit Schaltgetriebe als auch mit
Multi-Mode-Getriebe die Abgasnorm EU4.

Der Fronttriebler steht serienmäßig auf
14-Zoll-Rädern mit 175/65er Reifen. Seine direkte Lenkung und der kurze Radstand machen
ihn zu einem wendigen und agilen Gefährt. Die kurze Karosserie prädestiniert ihn für
den Einsatz in der Stadt, wo er schnell seinen Weg in jede (fast) Parklücke findet. Auf
kurviger Strecke ist er agil und handlich zu führen, neigt aber in schnellen Kurven auch
recht schnell zum Untersteuern.
Insgesamt ist das Fahrverhalten eher
neutral und leicht beherrschbar, wenngleich der eher komfortabel ausgelegte Yaris dank
seiner Karosseriehöhe mehr Seitenneigung zeigt und dank der weichen Federung
auch den Elch etwas schwammig umkurvt. Allerdings fuhr er im Slalom eine saubere
und sichere Linie. Der Fahrbahnkontakt ist ausreichend gut und nicht zu beanstanden. Die
Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) sprechen gut an, sind gut dosierbar
und verzögern den Kleinwagen wirkungsvoll.

Die selbsttragende
Ganzstahl-Sicherheitskarosserie mit aufprallabsorbierender Struktur und
Seitenaufprallschutz in allen Türen, energieabsorbierenden Materialien in A-, B- und
C-Säule, Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen fünf Sitzplätzen sowie
Isofix-Kindersitzvorrüstungen hinten sorgen serienmäßig ab der Basisversion für die
Sicherheit der Insassen. In Front- wie Heck-Crashtests erhielt Toyotas Kleinster Bestnoten
für die Insassensicherheit. Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) mit
elektronischer Bremskraftverteilung und ABS bieten dem Fahrer aktive Unterstützung. Die
Antriebsschlupfregelung (TRC) und das elektronische Stabilitätsprogramm (VSC, auf
Hochdeutsch auch ESP genannt) stehen leider nur für die sportliche Topversion TS (dort
aber serienmäßig) zur Verfügung.

Ab 10.350 Euro steht der Yaris beim
Händler mit 1-Liter-Basismotor und der reduzierten (aber nicht empfehlenswerten)
Ausstattung "Eco", die Basisausstattung schlägt ab 11.950 Euro zu Buche. In der
komfortablen Top-Version "Sol" ist der Yaris ab 13.550 Euro zu haben. Die
Serienausstattung ist sehr umfangreich. Aufpreis kosten die Mica-Lackierung und das
DVD-Navigationssystem. Ein Ölwechsel ist alle 15.000 km (oder einmal jährlich) nötig,
eine Inspektion alle 30.000 km (oder alle 2 Jahre).
Toyota gibt 3 Jahre auf den Neuwagen (bis 100.000 km), 3
Jahre auf den Lack und 12 Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung von innen nach
außen. Eine europaweite Mobilitätsgarantie (Ausnahmen: Albanien, Baltikum, Russland,
Weißrussland, Ukraine und nicht-europäischer Teil der Türkei) gibt es für drei Jahre.
Fahrzeuggarantie und Mobilitätsservice können gegen Aufpreis um bis zu zwei Jahre
verlängert werden. Die Versicherungen stufen den Yaris 1.0 in die Typklassen 13 / 16 / 16
(KH / VK / TK nach der neuen Struktur in der Fahrzeugversicherung) ein. |