
Gute 11 cm länger, 3,5 cm breiter und
3 cm höher ist die zweite Generation von Toyotas Kleinwagen Yaris geworden. Der neue
Yaris wurde im europäischen Design-Zentrum von Toyota entworfen und wird wie der Vorgänger im französischen Valenciennes gebaut. Nur behutsam
haben die Toyota-Designer seine äußere Erscheinung weiter entwickelt. Gleiches gilt für
den Innenraum: Keine Experimente, aber eine Idee mehr Pfiff und Dynamik. Eine verbesserte
Aerodynamik trotz des größeren Raumangebots gehören ebenso zu seinen Pluspunkten eine
bessere Umweltverträglichkeit (verbaute Materialien, Recycling und Verbrauch) und ein
verbessertes Geräusch- und Vibrationsniveau. Einen ersten Eindruck von dem, was der Neue
besser kann als der Alte, bekamen wir auf einer Ausfahrt
ins Bergische Land.
Als Drei- oder Fünftürer ist der
Yaris zu haben. Besser ist der Zugang zur zweiten Reihe natürlich beim Fünftürer, der
Dreitürer erleichtert mit Easy-Entry-Funktion auf der Beifahrerseite den Einstieg für
die Fondpassagiere. Die hohe Sitzposition bietet keine besonders gute Übersicht über die
Karosserie, aber es geht. Das Platzangebot ist in Ordnung, zumindest Passagiere von
Durchschnittsgröße haben wenig Probleme.

Eine im Vergleich zum Vorgänger verbesserte Flexibilität und Funktionalität bietet das
neu entwickelte, ab der Basisversion serienmäßige Easy-Flat-Sitzkonzept: Die Rücksitze
sind im Verhältnis 60:40 umklappbar sowie individuell verschiebbar und mit
neigungsverstellbaren Lehnen ausgerüstet. Das erlaubt ein Ladevolumen von zwischen 275
und 363 Litern hinter den Rücksitzen. Bei Bedarf schafft man im Handumdrehen für eine
völlig ebene Ladefläche. An maximalem Ladevolumen steckt sich der kleine Japaner gute
1.183 Liter weg.

Für einen Kleinwagen ist die
Geräuschdämmung ziemlich gut, auch der Motor ist zwar präsent, aber nicht störend. Die
Verarbeitung ist ebenso wie die verwendeten Materialien hochwertig und ohne Tadel. Toyota
bleibt seinem Mäuse-Kino auf der Armaturenbrettmitte treu. Wer sich daran gewöhnt hat,
kommt mit den Anzeigen gut klar. Gut zu handhaben sind die Schalter, der Überblick ist
einfach, alles ist in Reichweite. Mehr Staufächer und Ablagen hat der Yaris nach
Herstellerangaben darüber hinaus im Innenraum zu bieten.

Vier Ausstattungslinien stehen für den
Yaris zu Wahl. Über der Basisversion rangieren die Linien Luna, Sol und Executive. Die
Basisversion kommt serienmäßig mit
elektrisch einstellbaren Außenspiegeln, CD-Radio mit vier Lautsprechern,
Wärmeschutzverglasung rundum und Servolenkung sowie 14-Zoll-Stahlfelgen mit Radabdeckung.
Ab der Ausstattung Luna verfügt der Yaris zudem über eine funkfernbediente
Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorne und 15-Zoll-Stahlräder sowie das
Elektronische Stabilitätsprogramm VSC mit Traktionskontrolle TSC. Die Ausstattungslinie
Sol bietet darüber hinaus einen höhenverstellbaren Fahrersitz, beheizbare Außenspiegel,
eine manuelle Klimaanlage, CD-Radio mit MP3-Abspielfunktion und sechs Lautsprechern sowie
ein höhen- und neigungsverstellbares Lederlenkrad mit Audio-Bedienelementen. Die
Executive-Version rundet das Ganze ab mit Klimaautomatik, das schlüssellose Zugangssystem
Smart Key, Nebelscheinwerfern und 15-Zoll-Leichtmetallfelgen.
Bekannt aus dem Vorgänger ist der
1,3-Liter-Ottomotor mit 87 PS. Ein neuer 1-Liter-Benziner (aus dem Aygo) mit 70 PS er ersetzt die 65-PS-Version, die
wir im Vorgänger gefahren sind sowie ein
1,4-Liter-Common-Rail-Diesel mit 90 PS runden die Motorenpalette ab. Der 87-PS-Benziner
ist eine starke Motorisierung für diesen Kleinwagen, der leer immerhin gute 1,1 Tonnen
(als Diesel sogar fast 1,2 Tonnen) auf die Waage bringt. Ein Sportler wird er damit nicht,
aber das ist ja in dieser Klasse auch nicht gewollt. Flott unterwegs ist man innerorts und
auf Landstraßen, für ein zügiges Überholmanöver auf der Autobahn ist aber bei
höherem Tempo durchaus der Wechsel in einen niedrigeren Gang empfehlenswert.
Zur Wahl hat der Kunde ein manuelles
Fünfgang-Schaltgetriebe sowie eine Fünfgang-Multi-Mode-Getriebeautomatik, die auch
sequentiell von Hand geschaltet werden kann. Sie schaltet naturgemäß etwas behäbiger,
man spürt den Gangwechsel deutlich. Mit einem geschickten Gasfuß und von Hand geschaltet
geht es etwas ruhiger auf und ab.

Für die Beschleunigung von Null auf
100 km/h braucht der 1.3er Yaris mit MMT-Getriebe nicht gerade flotte 13,1 Sekunden (mit
manueller Schaltung reichen 11,5 Sek.), die Höchstgeschwindigkeit liegt bei beiden
Getriebevarianten bei 170 km/h. Im Verbrauch glänzt dann die Automatik mit 6,7 Litern
Superbenzin je 100 km in der Stadt, 5,3 Litern außerorts und 5,8 (mit manueller Schaltung
sind es 7,2, 5,3 bzw. 6,0 Liter, alles Herstellerangaben), Der Motor erfüllt mit beiden
Getriebevarianten die Abgasnorm EU4.
Der Fronttriebler verfügt über einen
guten Geradeauslauf, die geschwindigkeitsabhängige elektrische Servolenkung spricht gut
an, ist präzise und zielgenau und bei höherem Tempo etwas direkter ausgelegt, was auf
kurvigen Pisten für jede Menge Fahrspaß sorgt. Die Fahrwerksabstimmung
ist eine gelungene Mischung aus Komfort und der für die Sicherheit nötigen Straffheit.
Die Karosserieneigung hält sich in wohltuenden Grenzen, solange man bei den
Lenkbewegungen nicht zu hart und abrupt zur Sache geht.
Der Kontakt
zur Fahrbahn geht in Ordnung, das Fahrverhalten ist insgesamt problemlos, der Grenzbereich
kündigt sich rechtzeitig durch ein leichtes Untersteuern an. Der Yaris ist nicht nur
sicher, sondern dank seines kleinen Wendekreises sehr handlich zu führen. Dank der
aerodynamischen Optimierung (als Weiterentwickung des Vorgängers) erzeugt der Yaris mehr
Abtrieb und vermittelt damit mehr Hochgeschwindigkeitsstabilität, die gerade bei
Kleinwagen oftmals nicht wirklich prickelnd ist.
Die
Sol-Ausstattung steht serienmäßig auf 15-Zoll-Rädern mit 185/60er Reifen (Basisversion
kommt mit 165/70 R 14), was gute Bodenhaftung in Kurven, aber auch beim Bremsen
verspricht. Die Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) verzögern im Notfall sehr
gut für einen Kleinwagen, sicher und spurtreu. Die Basisversion der Baureihe verfügt
allerdings noch über Trommelbremsen hinten.
Passive
Sicherheit bieten den Insassen eine selbsttragende Ganzstahl-Sicherheitskarosserie mit
Aufprallenergie absorbierender Struktur, Sicherheitsfahrgastzelle (MICS) und
Seitenaufprallschutz in allen Türen, aktive Kopfstützen vorne
(Schleudertrauma-Schutzsystem WIL der zweiten Generation), Front-, Seiten- und
Kopf-Airbags sowie Knie-Airbag für den Fahrer, Kopfstützen und
Drei-Punkt-Sicherheitsgurte auf allen fünf Plätzen sowie Isofix-Kindersitzbefestigungen
auf den Außenplätzen im Fond. Fünf Sterne im EuroNCAP gab es im Crashtest für die
Insassensicherheit. An elektrischen Helfern sind ABS, die elektronische
Bremskraftverteilung EBD und ein Bremsassistent mit an Bord, ab der Luna-Version auch das
Elektronische Stabilitätsprogramm VSC mit Traktionskontrolle TRC. Die Basisversion ist so
natürlich aus Sicherheitsgründen keine Empfehlung. Da lohnen sich die 1.400 Euro
Aufpreis für die Luna-Ausstattung, die außer Scheibenbremsen rundum, größeren Reifen,
Traktionskontrolle und ESP auch Komfortfeatures wie eine funkfernbediente
Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber vorne zu bieten hat.
Zu haben ist der Yaris in der
Grundausstattung mit 1-Liter-Motor ab 10.950 Euro. Den 1.3 VVT-i mit MMT gibt es erst ab
der Sol-Ausstattung zu Preisen ab 15.150 Euro. Der Fünftürer kostet im Vergleich zum
Dreitürer 700 Euro Aufschlag. Extra kosten auch Features wie Mica- oder
Metallic-Lackierung, eine elektronische Ultraschall-Einparkhilfe hinten, ein
DVD-Navigationssystem sowie verschiedene Freisprech-Systeme fürs Mobiltelefon.
Toyota
gibt drei Jahre Garantie auf das Neufahrzeug (bis 100.000 km), drei Jahre auf den Lack
sowie 12 Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Während der Neuwagen-Garantie-Zeit
läuft auch der fast europaweite Mobil-Service (Toyota Eurocare). Zum Service muss der
Yaris alle 30.000 km (nach maximal zwei Jahren), ein Zwischencheck mit Ölwechsel ist nach
15.000 km (oder einmal im Jahr) fällig. Die
Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 14 / 12 / 15 (KH
/ VK / TK nach der neuen Struktur in der Fahrzeugversicherung) ein.
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