Der RAV4 ist ein so genanntes Sport Utility Vehicle (SUV) und
bildet den Einstieg in Toyotas Geländewagen-Palette. Es gibt ihn als Drei- und als
Fünftürer, mit 3,87 m bzw. 4,27 m Karosserielänge. Als Zugfahrzeug (Anhängelast je
nach Motorisierung zw. 1.000 und 1.700 kg gebremst) oder für schweres Gelände ist er
nicht geeignet. Mehr fürs Grobe gemacht sind seine großen Brüder Land Cruiser und Land
Cruiser 100.
Sein Können im Asphalt-Dschungel
stellte ein RAV4 Fünftürer mit 2-Liter-Benzinmotor in der Topausstattung Executive in
der Mica-Lackierung Sumatragrün unter Beweis.
Trotz seiner massiven Karosserie wirkt
der Fünftürer relativ kompakt. Die vorderen Türen bieten exzellenten Zugang für die
Frontpassagiere, der Zustieg zum Fond ist dank der nach unten schmaler werdenden Türen
nicht ganz so komfortabel. Die Übersicht ist vor allem nach hinten raus dank der hohen
Gürtellinie nicht die Krönung, und sie wird durch das an der Hecktür angebrachte
Ersatzrad eher noch erschwert. Eine Einparkhilfe wäre für hinten sehr hilfreich. Das
Platzangebot ist in beiden Reihen hervorragend, dafür hat der Fünftürer aber auch 21 cm
mehr Radstand als der Dreitürer. Exzellent ist auch Ellenbogenfreiheit vorne wie hinten,
gibt es doch auch im Fond nur zwei Einzelsitze, deren Lehnen neigungsverstellbar sind und
die zudem um 15 cm nach vorne verschiebbar, umklappbar und einzeln herausnehmbar sind.

Der Gepäckraum lässt sich von 400
Liter Fassungsvermögen durch Vorschieben der Rücksitze auf 520 Liter erweitern. Mit
umgeklappten Rücksitzen passen bis hinter die Vordersitze knappe 1.150 Liter hinein,
durch Ausbauen der Einzelsitze sogar 1.820 Liter. Die Art und Weise, wie das
Gepäcktrennnetz zum Passagierraum am Gepäckraumboden in Ösen festgezurrt wird,
schränkt allerdings die Nutzbarkeit des ansonsten fast quadratisch geschnittenen Raumes
ein. Die niedrige Ladekante erleichtert das Einladen, Verzurr-Ösen das Sichern der
Ladung. Ein Netzfach in der Hecktür nimmt den Erste-Hilfe-Kasten auf.

Angenehm wirkt der Innenraum, eher
funktional als aufregend ist er gestaltet. Die verwendeten Materialien machen eine guten
Eindruck, die Verarbeitung ist tadellos. Auch in punkto Praxistauglichkeit ist die
Armaturenbrettgestaltung nicht zu beanstanden, Schalter und Anzeigen sind ergonomisch gut
sortiert, in Reich- und in Blickweite. Ablagen gibt es reichlich: Handschuhfach, Fächer
in allen Türen, ein Brillenfach im Dachhimmel, ein kleines Fach seitlich unter dem
Lenkrad, in der Armlehne vorne, auf dem Mitteltunnel vorne und hinten, Taschen an den
Rückseiten der Vordersitze sowie Fächer für Getränkedosen vorne und hinten.

Drei Ausstattungsvarianten hat der
Kunde zur Wahl. Reichhaltig ist die Serienausstattung des RAV4 schon in der
Grundausstattung mit all den kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens wie die
funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber rundum, elektrisch
einstellbare Außenspiegel, Dachreling, Klimaanlage mit separatem Heizluftaustritt hinten,
Nebelscheinwerfer, Sicherheitstrennnetz und Gepäckraumabdeckung sowie die
Radiovorrüstung mit Lautsprechern und Antenne und Einzelsitzen hinten. Ab der
Sol-Ausstattung sind dann ein Audiosystem mit Lenkradfernbedienung, eine Klimaautomatik,
Lederlenkrad, Leder-Schaltknauf mit Alu-Applikationen, ein Multi-Info-Display und
Leichtmetallfelgen (mit breiteren Reifen) mit an Bord, sind die Außenspiegel beheizbar
und die Kotflügel verbreitert. Und die Executive-Ausstattung toppt das Ganze mit einem
elektrischen Glas-Schiebe-Hebedach, Geschwindigkeitsregelanlage, einem automatisch
abblendendem Innenspiegel sowie mit der Lederausstattung Executive inklusive
Sitzheizung vorne.
Der 2-Liter-Ottomotor (2.0 VVT-i) ist
mit seinen 150 PS die Topmotorisierung der Baureihe, darunter rangieren der 1.8 VVT-i mit
125 PS sowie ein 2-Liter-Common-Rail-Turbodiesel mit 116 PS. Mehr Drehmoment bei unteren
und mittleren Drehzahlen bei niedrigerem Verbrauch verspricht die variable Ventilsteuerung
VVT-i. Antritt und Durchzug sind ordentlich, allerdings ist viel Schalten angesagt, um
richtig flott voran zu kommen. Das maximale Drehmoment von 192 Nm liegt erst bei 4.000
U/min. an.
Die Kraftübertragung erledigt ein
manuelles Fünfgang-Schaltgetriebe. Der Hebel lässt sich leicht führen und findet
präzise seinen Weg hoch und runter, nur beim Rückwärtsgang stellt er sich schon mal ein
wenig an. Der Pedalweg der Kupplung ist recht lang geraten.

Die Beschleunigung aus dem Stand auf
Tempo 100 ist in 10.6 Sekunden für ein SUV sehr ordentlich, die Höchstgeschwindigkeit
von 185 km/h sogar langstreckentauglich. Der Verbrauch des über 1,3 t schweren Offroaders
liegt bei 11,4 Liter Superbenzin je 100 km in der Stadt, 7,3 Liter außerorts und 8,8
Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm bei ökonomischer
Fahrweise (alles Herstellerangaben), Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4.
Die
1,8-Liter-Basismotorisierung gibt es nur mit Frontantrieb, den 2-Liter-Benziner wie den
2-Liter Diesel nur mit permanentem Allradantrieb. Sehr komfortabel liegt der RAV4 auf der
Straße, sein Geradeauslauf ist nicht zu beanstanden. Die Lenkung ist leichtgängig und
recht präzise, hat aber recht viel Spiel um die Mittellage. Das gibt unterm Strich keine
richtig gute Rückmeldung über die Fahrbahnbeschaffenheit.
Im
Fahrverhalten ist der RAV4 weitgehend neutral, um nicht zu sagen gutmütig. In den Kurven
zeigt die Karosserie dank seiner komfortablen Fahrwerksabstimmung eine starke
Seitenneigung. Bei flottem Kurventempo oder beim schnellen Slalom drückt auch das Heck
schon mal ein wenig nach außen, bevor es vom ESP unter Ertönen eines Pieptons
eingebremst wird. Trotz eines Radstandes von nur 2,49 m ist der Wendekreis nicht gerade
klein, was sich gerade beim Rangieren und langsamen Fahren trotz Servolenkung negativ
bemerkbar macht. Beim normalen Fahren wirkt er da schon etwas wendiger.
Ab der
Sol-Ausstattung steht der RAV4 auf 16-Zoll-Leichtmetallrädern (statt Stahlrädern) mit
Reifen im Format 235/60 R 16 (anstelle von 215/70er Reifen), was Seitenführung und
Bremsweg verbessert. Die Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) verzögern
ordentlich, gut dosierbar und spurtreu.
Die Insassen
im Falle eines Unfalles schützen eine Aufprallenergie absorbierende Sicherheitskarosserie
mit Crash-optimierter Sicherheitsfahrgastzelle, Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf
allen vier Sitzen, Isofix-Kindersitzbefestigungen hinten, Front- und Seitenairbags vorne,
Kopfairbags (Curtain Shield) für vorne und hinten sowie aktive Kopfstützen
(WILL-System). An aktiven Helfern gibt es ab der Basismotorisierung serienmäßig ABS mit
Elektronischer Bremskraftverteilung, ab den 2-Liter-Motoren gibt es ein Elektronisches
Stabilitätsprogramm (heißt hier VSC) mit Traktionskontrolle und einen Bremsassistenten
serienmäßig und das schon ab der Basisausstattung.
Ab 21.000 Euro steht der RAV4 in der
Preisliste, mit drei Türen, Frontantrieb und 1,8-Liter-Basisausstattung. Die fünftürige
Variante beginnt mit 22.600 Euro. Der fünftürige RAV4 mit 2-Liter-Benzinmotor kostet ab
25.100 Euro, in der Topausstattung Executive ab 29.600 Euro. Aufpreis kosten lediglich die
Mica-Lackierung sowie das Multivisions-Audio- und DVD-Navigationssystem.
Toyota
gibt drei Jahre Garantie auf das Neufahrzeug (bis 100.000 km), drei Jahre auf den Lack
sowie 12 Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Während der Neuwagen-Garantie-Zeit
läuft auch der fast europaweite Mobil-Service (Toyota Eurocare). Die Fahrzeug-Garantie
und der Mobil-Service können gegen Aufpreis um weitere zwei Jahre verlängert werden. Zum
Service muss der RAV4 alle 30.000 km (nach maximal zwei Jahren), ein Ölwechsel ist nach
15.000 km (oder einmal im Jahr) fällig. Die Versicherungen stufen das Modell in die
Typklassen 17 / 17 / 24 (KH / VK / TK nach der neuen
Struktur in der Fahrzeugversicherung: VK 17, TK 17) ein.
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