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Markanter
gestaltet ist der jetzt breitere Kühlergrill mit der verchromten
Querleiste zwischen den ebenfalls neu gestalteten Scheinwerfergehäusen
mit Projektionsleuchten. Neu gezeichnet wurde auch die Motorhaube.
Serienmäßig integriert sind nun Nebelscheinwerfer in die
modifizierten Stoßfänger. Am Heck rahmen LED-Rückleuchten die seitlich angeschlagene Gepäckraumtür.
Sein kompaktes
SUV (oder neudeutsch: Sports Utility Vehicle) RAV4 (steht für
Recreational Active Vehicle – schließlich will sich der Wagen ja
weltweit verkaufen) hat Toyota gerade technisch wie optisch überarbeitet,
um die dritte Generation fit zu machen für den Rest ihrer Laufzeit.
Als Pionier in diesem Segment brachte ihn Toyota in der ersten
Generation 1994 auf den Markt und setzte damit einen Trend in Gang. Mit Zuverlässigkeit und Variabilität
eroberte der Japaner bislang mehr als drei Millionen Käufer
weltweit. Mit dem Facelift will Toyota neue Käufer erobern. Auf
einer kurzen Ausfahrt verschafften wir uns einen ersten Eindruck vom
facegelifteten Modell mit 2-Liter-Benziner, stufenlosem
Multidrive-Getriebe und Allradantrieb.
Guten Zugang zum
Innenraum bieten fünf Türen, wobei hier die „Türen“ tatsächlich
wörtlich zu nehmen sind. Anstelle einer Heckklappe ist die Gepäckraumtür
nämlich seitlich angeschlagen und öffnet sich damit ... wie eine Tür.
Die Übersicht über die massive, 4,32 m lange Karosserie ist
erwartungsgemäß bescheiden. Eher üppig bemessen ist dagegen das
Platzangebot in beiden Sitzreihen: So lässt es sich komfortabel
leben. Na gut, zugegeben: Auf dem mittleren Platz hinten will auch
hier nicht wirklich jemand sitzen. Flexibel gestalten lässt sich
der Innenraum mit Hilfe von Toyotas Easy-Flat-Sitzkonzept, welches
ab der Basisversion zur Serienausstattung zählt: Die Rücksitzbank
ist asymmetrisch geteilt, die einzelnen Elemente separat längs
verschiebbar und die Sitzlehnen einzeln neigungsverstellbar. Und die
komplette Bank lässt sich über zwei Hebel, die vom Laderaum aus
einfach zu erreichen sind, in den Boden versenken. Dadurch entsteht
eine fest ebene Ladefläche. Der Laderaum fasst je nach Stellung der
Rücksitzbank zwischen 450 und 586 Liter. Bei versenkter Rücksitzbank
sind bis zu 1.752 Liter Gepäck möglich. Ein Unterbodenstaufach
fasst weitere 63 Liter.

Hochwertiger und
in Details erneuert präsentiert sich der Innenraum. Die
Verarbeitungsqualität ist tadellos. Die ergonomische Gestaltung des
Armaturenbretts erleichtert die Handhabung. Drei Ausstattungslinien
stehen zur Wahl: Die Basisvariante des RAV4 kommt serienmäßig
vorgefahren mit funkfernbedienter Zentralverriegelung, elektrisch
einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln, elektrischen
Fensterhebern rundum, einer Klimaanlage, einem Audiosystem mit Radio
und CD-Spieler (mp3-/wma-fähig), Bordcomputer mit
Multi-Info-Display, Dachreling, getönten Wärmeschutzverglasung
rundum, Nebelscheinwerfern und 17-Zoll-Stahlfelgen.

Das Lenkrad ist
in Höhe und Neigung einstellbar, der Fahrersitz in Höhe und
Reichweite. Die Rückleuchten
arbeiten mit LED-Technik. Die Dachreling gibt es nur für das
Basismodell. Die Life-Ausstattung verfügt darüber hinaus über
eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung fürs Mobiltelefon,
Multifunktionslenkrad, eine Geschwindigkeitsregelanlage, eine
Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein Audiosystem mit Radio und
CD-Wechsler, Regensensor und Lichtautomatik, Privacy Glass
(abgedunkelte Scheiben) hinten sowie 17-Zoll-Leichtmetallräder. Die
Außenspiegel sind elektrisch anklappbar. Lenkrad, Schaltknauf bzw.
Automatikwählhebel sind in Leder gehalten. Das Handschuhfach ist
nicht nur abschließbar, sondern verfügt auch noch über eine
integrierte Kühlfunktion. Der Innenspiegel blendet automatisch und
stufenlos ab. Gegen Aufpreis gibt es Extras wie ein Smart-Key-System
für den schlüssellosen Zugang zum Innenraum sowie Ledersitze.

Optimiert wurde für
das Facelift neben der Optik vor allem das Motorenprogramm: Weniger
Verbrauch und CO2-Ausstoß bei zum Teil verbesserter Leistung
kennzeichnen Toyotas Bemühungen. Das Konzept der Japaner heißt
Optimal-Drive-Technologie. Es umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen
und konzentriert sich im Wesentlichen auf drei Aspekte:
Gewichtsreduzierung auch bei Motoren und Antriebskomponenten, die
Minimierung von Reibung und Ladungswechselverlusten sowie eine
effizientere Verbrennung. Die beiden Motoren, die Toyota unter
diesen Gesichtspunkten (weiter-)entwickelt hat und die mit dem
Facelift auch im RAV4 Einzug halten, wurden bereits im vergangenen
Jahr vorgestellt: ein 2,2-Liter-Common-Rail-Diesel mit 150 PS bzw.
als D-CAT mit 177 PS und ein 2-Liter-Valvematic-Benziner mit 158 PS.

Der Ottomotor
bietet einen ordentlichen Antritt. Durchzug und Leistungsentfaltung
gehen über das ganze relevante Drehzahlband in Ordnung. Auch bei
niedrigeren Touren macht er Druck, obwohl sein maximales Drehmoment
von 198 Nm erst spät, nämlich bei 4.000 U/min. anliegt. Ruhig und
vibrationsarm werkelt er unter der Motorhaube, nimmt gierig Gas an
und ist auch erst bei höheren Drehzahlen akustisch wirklich präsent.
Kombiniert war er in unserem Fall mit dem „Multidrive
S“-Getriebe, das ausschließlich mit dem Allradantrieb angeboten
wird. Die stufenlose Getriebeautomatik (CVT) harmonisiert gut mit
dem Motor und setzt dessen Leistung passend in Vortrieb um.
Schaltvorgänge, oder vielmehr die Veränderung der Übersetzung
verläuft stufenlos: Spüren kann der Fahrer dies kaum.
Für
Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h braucht der
Multidrive-Benziner mit Allradantrieb 11 Sekunden, der manuell
geschaltete Allradler erreicht die 100er Marke auch nur eine halbe
Sekunde eher. Beide Variante erreichen eine Höchstgeschwindigkeit
von 185 km/h, was in dieser Fahrzeugklasse völlig ausreichend ist.
Im Verbrauch ist die Multidrive-Variante dafür innerorts einen Tick
sparsamer: 9,6 Liter Superkraftstoff rinnen je 100 km in der Stadt
durch seine Brennräume (manuelle Schaltung: 9,8 Liter), 6,5 Liter
sind es in beiden Varianten außerorts. Das „addiert“ sich auf
einen kombinierten Verbrauch nach EU-Norm von 7,6 bzw. 7,7 Litern
(alles Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem
Rollenprüfstand). Der Motor erfüllt bereits die Abgasnorm EU5, der
CO2-Ausstoß beträgt 196 g pro km beim Multidrive und 198 g pro km
beim Handschalter.
Der
RAV4 ist sowohl mit Allradantrieb als auch mit Frontantrieb zu
haben. Unsere Allradvariante liegt satt und sicher auf dem Asphalt.
Guter Geradeauslauf und eine angemessen leichtgängige, präzise
Lenkung machen ihn zu einem handlichen Begleiter. Der eher
komfortablen Abstimmung des Fahrwerks geschuldet ist eine deutliche
Seitenneigung in flotten Kurven, die ebenso wie eine leichte Tendenz
zum Untersteuern aber gut beherrschbar ist. Der RAV4 steht serienmäßig
auf 17-Zoll-Rädern mit Reifen im Format 225/65. Scheibenbremsen
rundum (vorne innenbelüftet) sorgen in Notfall für eine gute Verzögerung.
Die
hochfeste, Aufprallenergie absorbierende Sicherheitskarosserie mit
Seitenaufprallschutz in allen Türen schützt die Insassen zusammen
mit Drei-Punkt-Sicherheitsgurten und Kopfstützen auf allen fünf Plätzen,
aktiven Kopfstützen vorne, Sicherheitslenksäule sowie
Isofix-Kindersitzvorrüstungen hinten. Sieben Airbags (inklusive
Knieairbag für den Fahrer) gibt es schon ab der Basisausstattung.
Der Beifahrerairbag ist deaktivierbar, was die Montage von
Kindersitzen gegen die Fahrtrichtung ermöglicht. Im EuroNCAP
erreichte der RAV4 der dritten Generation im Jahr 2006 vier Sterne für
Insassensicherheit, vier Sterne für Kindersicherheit und drei
Sterne für Fußgängerschutz. ABS mit elektronischer
Bremskraftverteilung EBD und Bremsassistent BA,
Antriebsschlupfregelung TRC und das Elektronische Stabilitätsprogramm
VSC+ (ein „ESP“ neuester Generation) sowie die Elektronische
Berganfahrkontrolle HAC sind schon im Basismodell mit an Bord. Der
Allradler verfügt zusätzlich über das Fahrdynamik-Management IADS.
Das IADS vernetzt die elektrische Servolenkung EPS mit den
Fahrassistenzsystemen. Ab der Life-Ausstattung kommt noch eine
Elektronische Bergabfahrfhilfe DAC für Fahrzeuge mit Multidrive-
oder Automatikgetriebe dazu. Ein Reserverad an der Hecktür mit
Abdeckung gibt es nur für die Basisversion, ab der Life-Variante
ist ein Reifenreparaturset ab Bord.
Ab 23.800 Euro
ist der RAV4 zu haben, mit 158-PS-Valvematic-Benziner in
Basisausstattung und mit Frontantrieb. In der Ausstattungslinie Life
steht der RAV4-Benziner mit Frontantrieb ab 26.550 Euro in den
Preislisten der Händler. Mit Allradantrieb sind 1.700 Euro mehr fällig,
für das Multidrive-S-Getriebe noch einmal 1.800 Euro.
Toyota
gibt eine dreijährige Neuwagen-Garantie (bis 100.000 km) inklusive
fast europaweiter Mobilitätsgarantie Eurocare, drei Jahre auf den
Lack sowie zwölf Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Die
Service-Intervalle betragen 15.000 km oder einmal im Jahr. Die
Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 21 / 23 / 21 (KH
/ VK / TK) ein.
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