
Der Frühling kommt und das nach oben
offene Fahrvergnügen lockt. Mit seinem MR2 besetzt Toyota eine Nische, die für Fahrspaß
in ihrer reinsten Form und eine besondere Fahrdynamik steht. Mittelmotor-Heckantrieb
heißt das Konzept, dass durch das M und das R im Namen
symbolisiert wird, die 2 steht für den offenen Zweisitzer.
Mit seinen 3,90 m Karosserielänge ist
der offene Japaner eine kompakte Größe. Flach (nur 1,24 m hoch), kurzer Radstand (2,45
m), kurze Überhänge und ein muskulöses Hinterteil schon optisch verrät er sich
als Sportwagen. Was er über die sportliche Optik hinaus zu bieten hat, zeigte er auf
einer kleinen Ausfahrt.
Zwei Türen bieten den maximal zwei
Passagieren natürlich guten Zugang zum Innenraum, tief ist die Sitzposition in den
straffen, gut konturierten schwarzen Sportsitzen mit integrierten Kopfstützen. Sie bieten
guten Seitenhalt und angesichts der straffen Federung sportlich-akzeptablen Fahrkomfort.
Der Innenraum wirkt sportlich, Alu-Applikationen setzen entsprechende Akzente. Die
Verarbeitung ist gut, die Materialqualität nicht zu beanstanden. Aufgeräumt und gut zu
handhaben ist die Anordnung von Schaltern und Anzeigen.

Offen gestanden ist die Übersicht
recht gut, geschlossen lässt sie naturgemäß bei einem Roadster etwas zu wünschen
übrig. Das Platzangebot geht für normal gewachsene Leute in Ordnung. Der Laderaum hinter
den Sitzen ist mit 90 Litern mehr als bescheiden, ist doch hier bei einem
Mittelmotor-Roadster auch der Motor untergebracht. Zusätzliche 25 Liter Stauraum stehen
unter der Fronthaube zur Verfügung. Die 25 Liter unter der Fronthaube lassen sich
erweitern, wenn man das serienmäßige Notrad durch das Pannenhilfe-System Fill
& Go Comfort ersetzt. Ein schwarzes Stoffverdeck mit beheizbarer
Glas-Heckscheibe gehört zur Serienausstattung, als eigenständiges Modell mit
reichhaltiger Serienausstattung gibt es den MR2 auch mit Hardtop in Wagenfarbe (ebenfalls
mit beheizbarer Heckscheibe, zusätzlich zum Stoffverdeck). Der vordere Teil des Verdecks
übernimmt nach dem Aufklappen die Funktion einer Verdeckabdeckung, eine fummelige
Persenning entfällt damit.

Serienmäßig steht der MR2 auf
Leichtmetallfelgen (15 Zoll vorne, 16 Zoll hinten) und ist ausgestattet mit einer
funkfernbedienten Zentralverriegelung, elektrisch einstellbaren Außenspiegeln,
elektrischen Fensterhebern, einem Sport-Lederlenkrad, Sportsitzen und Sportpedalerie,
einer Radiovorbereitung mit Antenne und Lautsprechern, Wärmeschutzverglasung rundum und
einem Windschott. Die Version mit Hardtop ab Werk (neu ca. 2.315 Euro teurer als das
Basismodell) bietet serienmäßig einige Extras mehr wie Radio und CD-Player. Auch die
MR2-Version mit SMT-Getriebe verfügt mit Brems-Assistent und ESP (VSC), Drehzahlmesser
mit Ganganzeige sowie einem verchromten Schaltknauf mit passender SMT-Schaltkulisse und
SMT-Schalttasten im Lenkrad über eine umfangreichere Serienausstattung als die
handgeschaltete Basisversion. An Sonderausstattung stehen Klimaanlage, Lederausstattung,
weitere Audiosysteme sowie ein Navigationssystem.
Angetrieben wird der MR2 von einem
1,8-Liter-Vierzylinder-Motor mit intelligenter variabler Ventilsteuerung (VVT-i) und 140
PS. Ein guter Antritt sowie ein angemessen sportlicher Durchzug und eine ausgewogene
Leistungsentfaltung kennzeichnen den drehfreudigen Motor, obwohl das maximale Drehmoment
von 170 Nm erst bei 4.400 Touren anliegt. Die etwas sportlichere Akustik ist gewollt,
ansonsten läuft der Vierzylinder recht kultiviert. Dabei entwickelt der MR2 auch mit 140
PS schon ordentliche Fahrleistungen, wobei ihm sein relativ niedriges Karosseriegewicht
zugute kommt.

Wir fuhren den MR2 mit manuellem
Sechsgang-Schaltgetriebe. Der Hebel flitzt zielgenau und auf kürzesten Wegen durch die
Schaltkulisse, dass es die wahre Freude ist. Optional gibt es auch ein sequentielles
manuelles Schaltgetriebe SMT (Sequential Manual Transmission), welches den Vorteil eines
serienmäßigen Brems-Assistenten und ESP (heißt hier VSC) bietet. Die
Getriebeabstufungen sind bei beiden Getrieben identisch und eher lang geraten für mehr
Kraftstoffökonomie, was aber der Lebhaftigkeit des Antriebs angesichts von unter einer
Tonne Karosseriegewicht keine Abbruch tut.
Für die Beschleunigung aus dem Stand
auf Tempo 100 braucht er gute 8,0 Sekunden (9,3 Sekunden sind es beim SMT-Getriebe), ihre
Höchstgeschwindigkeit erreichen beide Varianten bei 210 km/h. Den Verbrauch gibt Toyota
beim Schaltgetriebe mit 10,1 Liter je 100 km im Stadtverkehr, 5,9 Liter außerorts und 7,4
Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm an (SMT: 10,1 Liter, 5,9 Liter bzw. 7,4 Liter).
Der Motor erfüllt jedoch nur die Abgasnorm EU3.
Dank Mittelmotor und Heckantrieb
verfügt der japanische Roadster über eine sehr ausgewogene Gewichtsverteilung, die neben
Fahrspaß auch ein hohes Maß an Fahrstabilität garantiert. Der MR2 entpuppt sich als
reinrassiger Sportwagen mit einer feinfühligen und präzisen Lenkung, der sportliche
Dynamik mit einer gehörigen Portion Fahrspaß vereint. Gebaut wurde der MR2 vorzugsweise
für die flotte Kurvenhatz, bei der er seinen hoch gesteckten Grenzbereich eindrucksvoll
zur Schau stellt, wobei gerade unserem Testfahrtexemplar ein ESP (das ist nur mit
SMT-Getriebe zu haben) fehlte. Ist das Limit dann allerdings erreicht, macht er kurzen
Prozess und verlässt den Pfad der Tugend ziemlich plötzlich.
Sportlich-straff
liegt der MR2 auf der Straße. Sicher zieht er bis zum hoch angesiedelten Grenzbereich
seine Spur. Zielgenau und spurtreu lässt er sich im flotten Slalom oder bei plötzlichen
Ausweichmanövern dirigieren. Für akzeptablen Komfort bei größtmöglicher
Fahrstabilität sorgt eine Mischbereifung mit Reifen im Format 185/55 R 15 vorne und
215/45 R 16 hinten. Groß dimensionierte innenbelüftete Scheibenbremsen rundum sorgen
für gute Verzögerungswerte.
Zum Schutz
der Insassen verbaut Toyota eine Aufprallenergie absorbierende Sicherheitskarosserie mit
Seitenaufprallschutz, eine Energie absorbierende Lenksäule, Drei-Punkt-Automatikgurte,
aktive Kopfstützen sowie Frontairbags für Fahrer und Beifahrer. An aktiven
Fahrassistenzsystemen gibt es ABS und eine Traktionskontrolle. Leider verfügt nur die
SMT-Variante serienmäßig über ESP (heißt bei Toyota VSC für Vehicle Stability
Control) und Brems-Assistent, für den von Hand geschalteten MR2 sind sie auch nicht gegen
Aufpreis zu haben.
Zuletzt war der MR2 im Jahr 2005 als
Neuwagen zu Preisen ab 24.700 Euro zu haben, mit sequentiellem manuellem Schaltgetriebe ab
26.500 Euro. Gegen Aufpreis gibt es u. a. Mica-/Metallic- oder Sonderlackierungen,
Klimaanlage und Navigationssystem sowie eine Hardtop-Variante mit serienmäßigem
Radio/CD-Spieler und Multi-Info-Display.
Toyotas Garantien für den Neuwagen gelten drei Jahre ab
Erstzulassung (bis 100.000 km), drei Jahre für den Lack sowie zwölf Jahre auf die
Karosserie gegen Durchrostung. Über die dreijährige Neuwagengarantiezeit gilt eine fast
europaweite Mobilitätsgarantie, die gegen Aufpreis um weitere zwei Jahre verlängert
werden kann. Zum Service muss der MR2 alle 30.000 km (oder nach 2 Jahren), zum Ölwechsel
alle 15.000 km (oder nach einem Jahr). Die Versicherungen stufen das Modell in die
Typklassen 17 / 29 / 33 (KH / VK / TK nach der neuen
Struktur in der Fahrzeugversicherung: VK 27, TK 24) ein.
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