
Der nur 3,41 m lange Kleinstwagen von
Toyota wurde in Kooperation mit dem PSA-Konzern (Peugeot 107 und Citroen C1) entwickelt
und wird in einem gemeinsamen Werk im tschechischen Kolin gebaut. Das Stadtfahrzeug ist
Toyotas Einstieg in automobile Bedürfnisse, Zielgruppe sind kostenbewusste jüngere
Menschen.
Pfiffig gestylt ist schon sein
Äußeres. Markante Leuchteinheiten vorne und hinten setzen Akzente auf dem dynamischen
Karosseriestyling. Die sind denn auch das primäre Unterscheidungsmerkmal zu den
französischen Brüdern. Wie sich die japanisch-französische Gemeinschaftsentwicklung in
der Stadt so macht, zeigte eine erste Ausfahrt mit dem Aygo.
Toyotas neuen Kleinstwagen gibt es als
Drei- oder Fünftürer, und er ist ausgelegt für vier Passagiere. Guten Zugang zur
Rückbank haben Passagiere auch im Dreitürer, verfügt das Fahrzeug doch ab der
Basisausstattung über eine Einstiegshilfe auf der Fahrer- und der Beifahrerseite. Nicht
wirklich gut ist allerdings die Übersicht vom Fahrersitz aus nach hinten.
Vorne sitzt man recht komfortabel auf
nicht zu straffen Sitzen mit integrierten Kopfstützen, hinten ist aber nicht so üppig
Platz, aber dafür sind die Kopfstützen höhenverstellbar. Der Kofferraum fasst
bescheidene 130 Liter (Fünftürer 139 Liter), die sich durch Umlegen der (ab City auch
geteilt) umklappbaren Rückbanklehne auf bis zu 782 Liter erweitern lässt, und ist (aus
Gründen der Karosseriestabilität) nur über eine sehr hohe Ladekante allein durch die
nach oben öffnende Heckscheibe zu erreichen. An maximaler Zuladung sind je nach
Ausstattungsumfang bis zu 315 kg erlaubt.

Die Verarbeitung des wertig anmutenden
Innenraumes ist nicht zu beanstanden. Das Cockpit wirkt verspielt, fast kindlich mit
seinen Rundinstrumenten. Die Anzeigen sind gut einzusehen, die Bedienung der Schalter
problemlos. Zum Verstauen von Kleinkram gibt es Ablagetaschen in allen Türen, ein
Ablagefach auf dem Armaturenbrett, Fächer zentral unterhalb des Armaturenbrettes sowie im
unteren Armaturenbrettbereich auf der Beifahrerseite (anstelle eines geschlossenen
Handschuhfaches) und in der Mittelkonsole.
Das Aygo-Basismodell verfügt
serienmäßig über eine Radiovorbereitung, ein höhenverstellbares Lenkrad, Servolenkung,
abdeckbare Spiegel in beiden Sonnenblenden, 14-Zoll-Räder (Stahlfelgen mit Radabdeckung)
sowie eine Wärmeschutzverglasung rundum. Die mittlere Ausstattungslinie City kommt ab
Werk mit funkfernbedienter Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern vorne,
Isofix-Kindersitzbefestigungen hinten sowie einem Audiosystem mit RDS-Radio und
CD-Spieler. Die Top-Ausstattung Club ist noch etwas reichhaltiger ausgestattet mit
14-Zoll-Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfern und einem Drehzahlmesser. Eine Klimaanlage
ist allerdings erst ab der City-Ausstattung gegen Aufpreis zu haben, ebenso das unheimlich
praktische wie leicht zu bedienende TomTom-Navigationssystem, dass man auch mitnehmen und
außerhalb des Autos nutzen kann.
Der 1-Liter-VVT-i-Motor mit Toyotas
variabler Ventilsteuerung (VVT-i) und 68 PS aus drei Zylindern mit Vierventiltechnik wurde
für den Aygo neu konzipiert. Ab Anfang 2006 wird ein
1,4-Liter-Turbodiesel-Direkteinspritzer mit Common-Rail-Einspritzung und 54 PS verfügbar
sein. Vernehmbar und spürbar ist der Motor wie bei einem Kleinwagen üblich
im Innenraum präsent, aber keineswegs störend. Der kleine Benziner ist im Stadtverkehr
und über Land recht flott unterwegs, hat er doch mit der leichten Karosserie (865 kg
Leergewicht als Dreitürer) ein ebensolches (nämlich: leichtes) Spiel. Natürlich reißt
das Motörchen keine Bäume aus: Die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 in 14,2
Sekunden wirkt gefühlt aber nicht ganz so lang, wie sie auf dem Papier ausschaut. Auf der
Autobahn stößt er natürlich in punkto Elastizität etwas an seine Grenzen, schwimmt
aber dann mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 157 km/h immer noch ganz gut mit.
Serienmäßig ist der Benziner
ausgestattet mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe, welches sich leichtgängig und auf kurzen
Wegen schaltet, wobei aber der Schalthebel mit etwas Gefühl geführt werden will. Dank
der eher langen Getriebeübersetzung ist man vor allem innerorts kräftig am Schalten,
wenn man zügig in wechselnden Geschwindigkeiten unterwegs sein will. Ab 2006 kann der
Aygo auch mit dem Multi-Mode-Getriebe (MMT), welches wir im Yaris
schon gefahren sind, bezogen werden.

Der Verbrauch ist bescheiden: Innerorts
kommt der Aygo mit 5,1 Liter Superbenzin je 100 km aus, außerorts begnügt er sich mit
4,1 Liter und im gemischten Verbrauch nach EU-Norm sind es 4,6 Liter bei
ökonomische Fahrweise, versteht sich (alles Herstellerangaben). Der Motor erfüllt die
Abgasnorm EU4 und fällt angesichts des niedrigen Verbrauchs in die Kategorie
5-Liter-Auto.
Der Fronttriebler glänzt mit einem
recht guten Geradeauslauf. Dynamik vermittelt die eher direkt ausgelegte Lenkung. Das Fahrwerk ist recht sportlich, aber nicht zu straff abgestimmt,
dennoch neigt sich der Aygo in den Kurven deutlich zur Seite. Serienmäßig steht der Aygo
auf 14-Zoll-Rädern, was die Seitenführung auch in flotteren Kurven stabilisiert. Recht
agil gibt er sich im Handling, ist der doch auf Dynamik und Fahrspaß hin ausgelegt. Er
findet aber auch recht schnell seine Grenzen, da die Fahrwerkskonstruktion eher wenig
Reserven bietet. Bei flotterer Kurvenhatz sollte man es deshalb besser nicht übertreiben.
Eine Anti-Schleuder-Hilfe (ESP) gibt es leider nicht.
Die
Bremsanlage mit innenbelüfteten Scheibenbremsen vorne und Trommelbremsen hinten verfügt
über ABS und die Elektronische Bremskraftverteilung EBD. Damit kommt der Aygo leider nur
auf die nicht berauschenden Bremswege eines typischen Kleinwagens. Bei der Notbremsung aus
Tempo 50 oder 100 sind aber alle ob groß oder klein gleich und bei
schlechten Bremswegen der Aufprall unvermeidbar.
Sicherheit
für die Insassen bieten ab dem Basismodell eine Aufprallenergie absorbierende
Sicherheitskarosserie mit einer besonders verformungsresistenten Fahrgastzelle und
Seitenaufprallschutz, Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen Plätzen, Front- und
Seitenairbags vorne sowie Kopfairbags vorne und hinten. Isofix-Kindersitzvorrüstungen
für die Außenplätze hinten gibt es ab der City-Ausstattung. Den Fahrer unterstützt im
Bedarfsfall das ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung.
Ein Bremsassistent oder ESP ist auch in den gehobenen Ausstattungslinien nicht verfügbar.
Ab 8.950 Euro gibt es den Aygo in der
Basisausstattung. Wer mindestens eine optional verfügbare Klimaanlage haben will, legt ab
9.950 Euro für die City-Ausstattung auf den Tisch des Händlers. Die Top-Ausstattung Club
beginnt mit 10.650 Euro. Der Fünftürer kostet gegenüber dem Dreitürer jeweils 350 Euro
mehr. Die Aufpreisliste ist kurz: Sie umfasst Mica-/Metalliclackierungen, eine Klimaanlage
sowie das Navigationssystem TomTom Aygo und für die Basisausstattung
RDS-Radio mit CD-Spieler.

Toyota
gibt drei Jahre Garantie auf das Neufahrzeug (bis 100.000 km), drei Jahre auf den Lack
sowie 12 Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Während der Neuwagen-Garantie-Zeit
läuft auch der fast europaweite Mobil-Service (Toyota Eurocare). Die Fahrzeug-Garantie
und der Mobil-Service können gegen Aufpreis um weitere zwei Jahre verlängert werden. Zum
Service muss der Aygo alle 30.000 km (nach maximal zwei Jahren), ein so genannter
Fitness-Check ist nach 15.000 km (oder einmal im Jahr) fällig. Die
Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 13 / 11 / 16 (KH
/ VK / TK nach der neuen Struktur in der Fahrzeugversicherung) ein.
|