
Das ist nicht die Formel für ein neues
Hochleistungs-Waschmittel, sondern der neue Toyota Avensis 2.2 D-CAT. Mit dem neu
entwickelten Dieselmotor wird der Avensis in den Karosserievarianten Stufenheck,
Fließheck und Kombi zu haben sein. Nach einem Fahrbericht über den Avensis Combi 2.0 und dem Test der Avensis Stufenheck-Limousine 2.0 D-CAT (der Motor
ist nicht mehr im Programm) kam uns nun der neue Avensis 2.2 D-CAT (als
Stufenheck-Limousine) für eine Testfahrt in die Finger.
Hinter der markanten Front gewähren
vier oder fünf Türen Zugang zum Innenraum. Das Platzangebot ist in beiden Sitzreihen
gut, das gilt für die 4,63 m lange Limousine wie für den 4,70 m langen Kombi. Der Fahrer
genießt keine sonderlich gute Übersicht über die Karosserie, eine Einparkhilfe ist bei
Toyota als Zubehörausstattung aber nur für hinten zu bekommen. Die Kapazität des fast
quadratisch nutzbaren Laderaums von 510 bis 520 Litern (je nach Karosserievariante) ist
sehr ordentlich, vor allem mit 515 kg an erlaubter Zuladung. Die Rückbanklehne ist
asymmetrisch geteilt (bei der Limousine ab Sol-Ausstattung), um ein Durchladen langer
Güter bis hinter die Vordersitze zu ermöglichen.

Solide
Materialauswahl und gute Verarbeitung kennzeichnen den Innenraum. Das Cockpit ist
funktional und ergonomisch gestaltet, Anzeigen gut abzulesen und Schalter gut zu bedienen.
Ablagen finden die Frontpassagiere im Handschuhfach und in den Türen Die Mittelarmlehne
vorne enthält ein integriertes Staufach sowie ein weiteres darunter, die hintere
Mittelarmlehne lediglich zwei Getränkedosenhalter. Den Fondpassagieren stehen Fächer in
den Türen und Taschen an den Rückseiten der Vordersitze als Ablagen zur Verfügung.
Drei Ausstattungsvariante stehen zur
Wahl: das gut ausgestattete Basismodell sowie die umfangreicheren Linien Sol und
Executive. Ab der Basisversion verfügt der Avensis über eine funkfernbediente
Zentralverriegelung, elektrisch einstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber
vorne, eine variable Intervallschaltung für die Scheibenwischer, ein Premium-Audiosystem
mit Radio, Cassetten- und CD-Spieler, ein Multi-Info-Display für den Bordrechner sowie
eine Klimaanlage und eine Wärmeschutzverglasung mit erhöhter Schutzwirkung gegen
UV-/Infrarotlicht. Ab der Sol-Ausstattung hat der Avensis serienmäßig Nebelscheinwerfer,
elektrische Fensterheber vorne und hinten, beheizbare und elektrisch anklappbare
Außenspiegel, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Regensensor, Geschwindigkeitsregelanlage,
automatisch abblendende Innenspiegel, Lederlenkrad und Lederschaltknauf sowie eine
Mittelarmlehne vorne mit integriertem Staufach mit an Bord. Die Executive-Version krönt
das Ganze mit einer beheizbaren Scheibenwischerablage, Leichtmetallfelgen, einer
Sitzheizung vorne und einem manuellen Sonnenrollo für die Heckscheibe, verstärkter
Tönung der hinteren Scheiben (Privacy Glass) sowie Xenon-Scheinwerfern.
Das neue
Top-Dieselaggregat schöpft 177 PS aus 2,2 Litern Hubraum. Damit ist er der stärkste
Vierzylinder-Selbstzünder seiner Klasse. In punkto Antritt und Durchzugsvermögen lässt
er kaum Wünsche offen, es sei denn, man sucht einen Sportwagen. Als komfortable (und mit
über 1,5 t Leergewicht recht schwere) Reiselimousine liegt er sowohl von der
Leistungsentfaltung als auch von der Laufkultur her im Bereich dessen, was man als
angemessen gehoben bezeichnet. Das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe schaltet sich
leichtgängig, sauber und präzise.
Für die Beschleunigung von Null auf
Tempo 100 braucht er 8,6 Sekunden. Seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 222 km/h.
Im Verbrauch ist die schwere Mittelklasse-Limousine bescheiden: Innerorts verbraucht die
Avensis-Limousine 7,6 Liter Dieselkraftstoff je 100 km, außerorts sind es 5,2 Liter (im
Kombi 5,3 Liter) und im gemischten Verbrauch nach EU-Norm gute 6,1 Liter (im Kombi 6,2
Liter) ökonomische Fahrweise natürlich vorausgesetzt (alles Herstellerangaben).

Der Motor
unterbietet die Abgasnorm EU4 deutlich, erfüllt aller Voraussicht nach die kommende
Abgasnorm EU5 und reduziert dank seines DPNR-Speicherkatalysators (für Diesel Particulate
NOx Reduction) sowohl den Ausstoß an Stickoxid als auch an Rußpartikeln (vereint also
praktisch Partikelfilter und Kat). Toyota erhebt damit den Anspruch auf den saubersten
Diesel am Markt. Toyota nennt seine innovativer Diesel-Technologie D-CAT (für Diesel
Clean Advanced Technology). D-CAT ermöglicht unterschiedliche Steuerungsstrategien, die
sowohl innermotorische als auch abgasseitige Eingriffe erlauben, um eine hohe
Emissionsminderung zu erreichen.
Der Fronttriebler verfügt über
eine präzise und leichtgängige Lenkung und guten Geradeauslauf. Von der
Fahrwerksauslegung her ist der Avensis eher etwas straffer geraten, aber dabei nicht
unkomfortabel. In dieser Kombination bieten Fahrwerk und Lenkung guten Kontakt zum Asphalt
und geben ausreichende Informationen über den Fahrbahnzustand. Der Wendekreis könnte
allerdings etwas kleiner sein.
Der Avensis
ist serienmäßig mit allen Fahrwerksregelsystemen ausgestattet, die mittlerweile in
dieser Klasse üblich sind. Diese müssen aber nur in Notfällen eingreifen, denn das
Fahrwerk ist schon so sehr sicher und mit ausreichenden Reserven auf einen hohen
Grenzbereich hin ausgelegt. Nicht gerade leichtfüßig, aber dafür sehr solide und sicher
zieht er um schnelle Kurven. Ein nur leichtes Untersteuern kündigt dabei die Grenzen der
Fahrsicherheit an. Neutral und spurtreu meistert er Richtungsänderungen auch bei
flotterer Fahrt, problemlos und neutral weicht er aus und trotzt dem Elch. Die Bremsen
(Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) sprechen schnell an, verzögern gut
dosierbar und im Notfall schnell und standfest.
Den
Insassen Sicherheit beim Unfall bieten die Aufprallenergie absorbierende
Sicherheitskarosserie, eine Sicherheitsfahrgastzelle, Seitenaufprallschutz mit
zusätzlichen Energie absorbierenden Materialien in allen Säulen (inkl. Dachsäule) und
allen Türen sowie höhenverstellbare Kopfstützen (ab der Sol-Ausstattung vorne und
neigungsverstellbar) und Drei-Punkt-Sicherheitsgurte auf allen fünf Sitzplätzen,
zweistufig auslösende Frontairbags, Seitenairbags für die Frontpassagiere, Knieairbags
für den Fahrer, Kopfairbags (Curtain Shield) für vorne und hinten sowie zwei
Isofix-Kindersitzvorrüstungen hinten. Im EuroNCAP gab es dafür die Maximalwertung von
fünf Sternen für den Insassenschutz. Aktiv unterstützen den Fahrer Assistenzsysteme wie
ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung und das Elektronische Stabilitätsprogramm VSC
(für Vehicle Stability Control, inklusive Traktionskontrolle und Bremsassistent).
Zu haben ist der Avensis ab 21.400
Euro, als Fünftürer ab 22.100 Euro und als Kombi ab 22.600 Euro. Der 2.2 D-CAT ist ab
der Sol-Ausstattung verfügbar ab 26.050 Euro / 26.550 Euro / 27.050 Euro, in der
Executive-Ausstattung starten die Preise mit 27.450 Euro / 27.950 Euro / 28.450 Euro.
Extra kosten Features wie Mica-/Metallic-Lackierung, verschiedene DVD-Entertainment- oder
DVD-Navigationssysteme, Lederausstattung, eine Einparkhilfe hinten sowie ein
Glas-Schiebe-/Hebedach.
Toyota gibt drei Jahre Garantie auf das
Neufahrzeug (bis 100.000 km), drei Jahre auf den Lack sowie 12 Jahre auf die Karosserie
gegen Durchrostung. Während der Neuwagen-Garantie-Zeit läuft auch der fast europaweite
Mobil-Service (Toyota Eurocare). Die Fahrzeug-Garantie und der Mobil-Service können gegen
Aufpreis um weitere zwei Jahre verlängert werden. Zum Service muss der Avensis 2.2 D-CAT
alle 30.000 km (nach maximal zwei Jahren), ein so genannter Fitness-Check ist
nach 15.000 km (oder einmal im Jahr) fällig. Den fälligen Ölwechsel signalisiert die
Ölwechselintervallanzeige in Abhängigkeit von Fahrstil und Fahrzeugeinsatz: maximal
30.000 km oder zwei Jahre beträgt das Intervall.
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