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Nach gut drei
Jahren und der Hälfte seiner Laufzeit hat Toyota seinem
Kompaktmodell Auris eine Überarbeitung gegönnt. Facelift trifft
es, denn an der bisher eher braven Karosserie (siehe Auris
1.6 und Auris Diesel)
haben die Designer ein wenig Hand angelegt: Dynamischer sind seine
Linien geworden, etwas mehr Pfiff hat seine Erscheinung. Längere Überhänge
vorne und hinten sorgen für eine markantere Statur. Bei der
Fahrvorstellung des Auris 2010 hatten wir die Gelegenheit, uns einen
ersten Eindruck von dem neuen Modell zu verschaffen.
Den Auris gibt es
nach wie vor als Drei- oder Fünftürer, wobei natürlich der Fünftürer
den besseren Zugang zur zweiten Sitzreihe bietet. Die Übersicht ist
– wie bei vielen Autos heutzutage – nicht wirklich gut. Die in
der Ausstattung Life+ serienmäßige Einparkhilfe hinten ist da eine
große Hilfe. Optional bietet Toyota auch eine für vorne als
Sonderausstattung. Das Platzangebot ist in beiden Reihen großzügig.
Der Laderaum fasst die altbekannten 354 bis 1.335 Liter Gepäck. Die
maximale erlaubte Zuladung liegt – in Abhängigkeit von
Motorisierung und Ausstattung – zwischen 360 und 375 kg. Die Rückbank
ist asymmetrisch geteilt umklappbar, die Sitzlehnen in zwei Stufen
neigungsverstellbar. Die Qualitätsanmutung der im Innenraum
verbauten Materialien wurde noch einmal verbessert. An der
Verarbeitung ist nichts auszusetzen. Das funktional gestaltete
Cockpit ist ergonomisch und übersichtlich in der Handhabung.

Sechs
Ausstattungslinien hat der Käufer zur Wahl. Sie reichen vom
Basismodell Auris bis zum Top-Modell D-CAT, welches nur für den
177-PS-Diesel verfügbar ist. Schon das Basismodell kommt mit
funkfernbedienter Zentralverriegelung, elektrisch einstellbaren Außenspiegeln,
elektrischen Fensterhebern vorne, Lederlenkrad mit Bedientasten fürs
Radio, Antenne, manueller Klimaanlage und 15-Zoll-Stahlrädern. Ab
der Life-Variante sind zusätzlich Nebelscheinwerfer, elektrische
Fensterheber hinten, ein CD-Audiosystem und 16-Zoll-Stahlräder mit
an Bord. Die Außenspiegel sind beheizbar und elektrisch anklappbar.
Die Ausstattung Life+, zu der nach den Erwartungen von Toyota rund
60 Prozent der Käufer greifen werden, verfügt über eine
Zwei-Zonen-Klimaautomatik, eine Einparkhilfe hinten und – für die
höheren Motorisierungen – eine Geschwindigkeitsregelung (mit
Geschwindigkeitsbegrenzer). Für das sportliche Club-Modell mit
Heckspoiler, Privacy Glass (verdunkelte Scheiben) hinten,
Zwei-Zonen-Klimaautomatik und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen (zusätzlich
zu den Features der Life-Variante) erwarten der Kölner Importeur
rund 20 Prozent Marktanteil. An aufpreispflichtiger
Sonderausstattung sind ein Audiosystem für die Basisausstattung
sowie 16-Zoll-Leichtmetaller in den unteren Ausstattungslinien verfügbar,
darüber hinaus ein Navigationssystem sowie eine Einparkhilfe für
vorne bzw. hinten.

Zur Ausfahrt
standen uns die beiden Benzin-Motoren mit 99 bzw. 132 PS sowie der
2-Liter-Diesel mit 126 PS zur Verfügung. Ein 1,4-Liter-Diesel mit
90 PS kommt im Juli zu den Händlern. Der bekannte, aber nun
verbrauchsoptimierte 2.2 D-CAT mit
177 PS rundet die Motorenpalette nach oben ab. Im Spätsommer
ergänzt eine Vollhybrid-Variante (ähnlich dem Prius) das Programm.
Alle Motoren erfüllen bereits die Abgasnorm EU5.

Basismotor ist
ein 1,33-Liter-Ottomotor mit der variablen Ventilsteuerung
Dual-VVT-i, 99 PS und Start-Stopp-Automatik. Der Motor läuft ruhig
und vibrationsarm und ist dank guter Dämmung im Motorraum im
Passagierabteil kaum zu spüren. Der Motor erfüllt eher automobile
Grundbedürfnisse und hat mit der 1,3 t schweren Karosserie nicht
gerade ein leichtes Spiel. Die auf Kraftstoffersparnis ausgelegte
lange Getriebeübersetzung geht hier sehr zu Lasten des
Temperaments. Schon der Antritt ist eher
gemächlich, Durchzug und Leistungsentfaltung sind nichts für
eilige Fahrer. Interessant ist an diesem Motor die
Start-Stopp-Automatik: Wenn man abgebremst und im Leerlauf den Fuß
vom Kupplungspedal genommen hat, schaltet sich der Motor aus. Er
startet kaum spürbar sofort wieder, sobald man die Kupplung tritt,
um den ersten Gang einzulegen. Für die Beschleunigung von Null auf
100 km/h braucht er 13,1 Sekunden. Bei 175 km/h erreicht er seine Höchstgeschwindigkeit.
Den gemischten Verbrauch nach EU-Norm gibt Toyota mit 5,9 Liter je
100 km an, der CO2-Ausstoß beträgt damit 136 g pro km.

Stärkster
Benziner ist zur Zeit der 1.6 Valvematic, so die neue
Motorenbezeichnung. Für den Marktstart
des Auris war er als Dual-VVT-i (variable Ventilsteuerung
von Einlass- und Auslassventilen) entwickelt worden, für das
Facelift wurde er überarbeitet und verbessert. Die Valvematic
regelt die Einlass- und Auslass-Steuerzeiten sowie den Ventilhub der
Einlassventile. Das optimiert den Verbrennungsprozess, um mehr
Leistung bei weniger Verbrauch zu generieren. Der
Vierzylinder-Vierventiler ist spritzig im Antritt, Drehmoment und
Leistungsentfaltung sind angemessen in dieser Fahrzeugklasse. Als
ausreichend souveräner und fast temperamentvoller Antrieb hat er
uns am besten gefallen. Aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt er
in 10 Sekunden, seine Spitzengeschwindigkeit liegt bei 195 km/h. Mit
6,6 Litern je 100 km ist er im gemischten Verbrauch nach EU-Norm
dabei, 154 g je Kilometer beträgt dann sein CO2-Ausstoß.
Der 2.0 D-4D ist
auch kein Unbekannter im Auris,
allerdings wurde auch er für das Facelift überarbeitet und im
Verbrauch optimiert. Der Motor läuft ziemlich ruhig und
vibrationsarm, kann aber den Selbstzünder nicht verleugnen. Der
Motor hängt gut am Gas, macht aber erst mit Einsetzen des
Turboladers richtig Druck. Durchzugsvermögen und
Leistungsentfaltung sind über den relevanten Drehzahlbereich in
Ordnung. Der Motor wirkt nicht ganz so spritzig wie der 1.6er
Benziner, ist aber deutlich temperamentvoller als der 1.33er. Trotz
seiner kleinen Durchzugsschwäche im Drehzahlkeller ist der Diesel
mit 10,3 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 auch nicht wirklich
langsamer als der 1.6er Benziner. Mit 195 km/h erreicht er die selbe
Höchstgeschwindigkeit. Im gemischten Verbrauch nach EU-Norm ist er
mit 5,2 Litern Dieselkraftstoff je 100 km dabei. Nur noch 138 g CO2
stößt er pro Kilometer aus (früher 151 g, alles
Herstellerangaben).
Übernommen wurde
das bislang nur für die Dieselmotoren verfügbare manuelle
Sechsgang-Schaltgetriebe mit dem Facelift auch für die Benziner.
Leichtgängigkeit und präzise Schaltwege gehören zu seinen Stärken.
Geblieben ist die auf Kraftstoffökonomie ausgelegt lange Getriebeübersetzung.
Eine Schaltanzeige mit Gangwechsel-Empfehlung gibt dem Fahrer während
der Fahrt Hinweise, wann er für weniger Verbrauch hoch oder runter
schalten solle.
Frontantrieb und
sein guter Geradeauslauf machen ihn zu einem problemlosen Begleiter.
Spaß macht seine direkte Lenkung, die auch um die Mittellage sehr
spontan anspricht. Komfortabel und geschmeidig bewegt er sich selbst
auf schlechten Straßen. Bei forcierter Fahrweise und höherem
Kurventempo liegt er sicher und spurstabil auf dem Asphalt. Erfreulich
agil und handlich lässt er sich führen.
Serienmäßig
steht das Basismodell des Auris auf 15-Zoll-Rädern mit 195/65er
Reifen. Die von uns gefahrenen Modelle der Ausstattungslinien Life
und Life+ stehen auf 16-Zoll-Räder mit 205/55er Reifen, das
Club-Modell sogar auf 17-Zöllern mit 225/45er Gummis. Sehr gut verzögern
im Notfall die gut dosierbaren Scheibenbremsen rundum (vorne
innenbelüftet).
Der
Auris verfügt über eine Aufprallenergie absorbierende
Sicherheitskarosserie, Seitenaufprallschutz, Kopfstützen und
Drei-Punkt-Gurte auf allen fünf Sitzplätze, aktive Kopfstützen
vorne (Schleudertrauma-Schutzsystem WIL), Front- und Seitenairbags für
die Frontpassagiere, Knieairbag für den Fahrer, Kopfairbags (Curtain
Shield) für vorne und hinten und Isofix-Kindersitzbefestigungen auf
der Rückbank. Der Beifahrerairbag kann deaktiviert werden, damit
Kindersitze auch gegen die Fahrtrichtung angebracht werden können.
Der Toyota Auris wurde im EuroNCAP noch nicht nach den neuen
Bewertungsnormen (seit 2009) getestet. Im Jahr 2006 erreichte er das
Maximum von fünf Sternen für Insassenschutz, vier Sterne für
Kindersicherheit und drei Sterne für Fußgängerschutz. Nach den
neuen Normen ist aber auch nichts anderes als die Fünf-Sterne-Topwertung
zu erwarten. Das neue System berücksichtigt neben Insassen- und
Kindersicherheit sowie Fußgängerschutz auch die serienmäßige
Sicherheitsausstattung des Fahrzeugs mit Fahrassistenzsystemen. An
aktiven Helfern sind ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung,
Bremsassistent sowie das Elektronische Stabilitätsprogramm VSC (heißt
woanders ESP) mit Antriebsschlupfregelung TRC die heutzutage üblichen
serienmäßig vorhanden. Zum Ausstattungsumfang zählt zur
Gewichtsoptimierung ein Notlaufrad anstelle eines vollwertigen
Ersatzrades. In den Versionen Club und D-CAT ist anstelle des
Notrades ein Reifenreparatur-Set an Bord.
Ab 16.650 Euro
ist der facegeliftete Auris zu haben – als Dreitürer in
Basisausstattung und mit 1,33-Liter-Ottomotor. In der Variante Life+
schlägt er mit Preisen ab 18.450 Euro zu Buche. Der 1.6er startet
mit 18.750 Euro in der Life-Ausstattung, der 2.0 D-4D mit 21.350
Euro. Für die Variante Life+ sind es 300 Euro mehr. Für den Fünftürer
legt der Kunde jeweils 750 Euro zusätzlich auf den Tisch des Händlers.
Extra kosten Mica-/Metallic-Lackierungen, Navigationssysteme sowie
eine Einparkhilfe vorne bzw. hinten. Für das Club-Modell gibt es
sogar Xenon-Scheinwerfer, Executive und D-CAT haben sie serienmäßig
mit an Bord.
Toyota
gibt eine dreijährige Neuwagen-Garantie (bis 100.000 km) inklusive
fast europaweiter Mobilitätsgarantie Eurocare, drei Jahre auf den
Lack sowie zwölf Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Die
Service-Intervalle betragen 15.000 km oder einmal im Jahr. Das Ölwechselintervall
berechnet der Bordcomputer über das Ölwechselintervall-Management
(OMMS).
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