Schnittige, kurze Karosserie (3,43 m) mit ausgeprägten
Radkästen, kaum Überhänge vorne und hinten und mit einem elektrisch einklappbaren
Stoffverdeck, das ist der Stoff aus dem die Autoträume sind. Und wenn man das paart mit
einem für das Karosseriegewicht ausreichend durchzugskräftigen Motor und einem agilen
Fahrwerk, dann steht einem oben offenen Fahrvergnügen eigentlich nichts mehr im Wege.
Seit dem April 2003 verspricht auch Smart diesen puristischen Fahrspaß.
Was so ein kleiner
Spaßflitzer darüber hinaus noch kann, zeigte ein Smart Roadster Coupé mit zweifarbiger
Karosserielackierung mit (auswechselbaren) Bodypanels in Spice Red (das ist zu Deutsch
eine Art vom Karminrot) auf einer Tridion-Sicherheitszelle in Silber mit grauen
Kunststoffeinlagen vorne und hinten sowie mit 82 PS unter der Motorhaube.
Weit öffnende Türen bieten den
Passagieren einen guten Zugang, bevor sie in die sportlichen Sitzschalen
(Sicherheitsintegralsitze) regelrecht hinein fallen. Nur wenig über dem Asphalt nehmen
Fahrer und Beifahrer Platz. Viel tiefer braucht es nicht mehr sein, um dem vorfahrenden
Wagen in den Auspuff zu gucken. Die Übersicht ist eher bescheiden, bei geschlossenem
Verdeck noch etwas mehr. Das Verdeck öffnet sich schnell und verschwindet hinter den
Sitzen auf der Hutablage.

Das Platzangebot ist gut, langbeinige
Menschen können den Sitz recht weit nach hinten schieben, aber für großgewachsene
Sitzriesen kann es unter dem Stoffverdeck eng werden. Die sportlichen Schalensitze, hier
mit Lederpolster und Sitzheizung, sind straff und gut konturiert. Wer nicht so lange Beine
hat, kann hinter den Sitzen auch Jacken oder kleineres Gepäck unterbringen. Ablagen
stehen nämlich ansonsten nicht so reichlich zur Verfügung: Ein Handschuhfach, das seinen
Namen verdient, sowie kleine Fächer in den Türen, in denen kleine Reißverschlusstaschen
(micro door bags, gegen Aufpreis) ein gefahrloses Ablegen kleinster Gegenstände)
ermöglichen. Ein kleines Fächlein auf dem Mitteltunnel vor der Handbremse reicht gerade
für die Sonnenbrille. Auf der Beifahrerseite gibt es noch ein kleines Gepäcknetz im
Fußraum. Die Beifahrersitzlehne ist horizontal klappbar, was in Grenzen auch den
Transport sperriger Güter ermöglicht.

Zum
Laden stehen den Passagieren zwei Räume zur Verfügung. Unter der Fronthaube befindet
sich anstelle des Motors ein Fach von 59 Litern, unter der Glaskuppel hinten
über dem Motor so quasi auf der Hutablage sind es zwischen 104 (bei offenem
Verdeck) und 189 Litern (geschlossen). Es ist schon erstaunlich, was man hier an
Ladung verstaut kriegt. Querstreben am vorderen Teil der Ablage schützen die Insassen bei
einer Notbremsung weitgehend vor nach vorne schießendem Gepäck von der
Gepäckablagefläche. Das Softtop öffnet und schließt elektrisch, die Dachseitenholme
über den Türen können entfernt werden, wenn das Dach geöffnet ist. Verstaut werden sie
in Halterungen im vorderen Laderaum, wodurch dieser auf 45 Liter Fassungsvermögen
schrumpft. Die erlaubte maximale Zuladung von 245 kg reicht für die zur Verfügung
stehenden Möglichkeiten (Beifahrersitz und Laderäume) absolut aus. Der Roadster hat
hinten übrigens unter einer Blechklappe (anstelle
der Glaskuppel im Coupé) nur zwischen 45 und 86 Liter
für Gepäck zu bieten.
Viel Plastik
ziert den Innenraum des Mini-Roadsters. Dieses wirkt aber durchaus hochwertig und ist gut
verarbeitet. Auch an Funktionalität und Nutzbarkeit der Schalter und Anzeigen gibt es
wenig zu bemängeln. Das Display für Navigation, Bordcomputer und andere Fahrzeugdaten
liegt allerdings etwas tief im Armaturenbrett versteckt. Ansonsten ist alles problemlos zu
handhaben, auch weil das Cockpit nicht mit Funktionen und Tasten überladen ist. Neben
Tacho und Drehzahlmesser in Rundinstrumenten über
dem Lenkrad gibt es auf der Armaturenbrett-Mitte zwei weitere Rundinstrumente (im
Kugelgehäuse) mit Ladedruckanzeige des Turboladers bzw. Motortemperatur. Bei manueller Schaltung wird im Tacho nicht nur der aktuelle Gang
angezeigt, sondern auch über einen Pfeil eine Schaltempfehlung gegeben. Der Bordcomputer
errechnet sogar die Restliter im Tank.
Serienmäßigen
Komfort bieten im Roadster Coupé eine funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische
Fensterheber, die Klimaanlage Plus, ein vollautomatisches elektrisches Stoffverdeck mit
abnehmbaren Seitenholmen, Lederlenkrad, 15-Zoll-Leichtmetallräder Trackline,
Wärmeschutzverglasung rundum sowie ein Spiegel in der Sonnenblende des Beifahrers. Die
Tridion-Sicherheitszelle mit integriertem Überrollschutz ist Serienausstattung in
Silberfarben, ohne Aufpreis optional aber auch in Schwarz
(wie beim schwächer motorisierten Roadster) möglich. Zur aufpreispflichtigen
Sonderausstattung zählen Servolenkung und Bordcomputer, ein Pannenset mit Kompressor (ein
Ersatz- oder Notrad ist nicht vorhanden), Zusatzanzeigen für Motortemperatur und
Ladedruck sowie CD-Radio und Navigationssystem. Optional an Bord sind auch das Leder-Paket
mit Lederausstattung und Sitzheizung sowie das Sicherheit-Plus-Paket mit elektrisch
einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln, Seitenairbags und Nebelscheinwerfern.

Während der Roadster auch mit einem 61
PS starken Motor sollte man bei 0,7 Litern Hubraum nicht eher von
Motörchen ;-) reden? zu haben ist, ist die Coupé-Variante nur mit der
82-PS-Variante des in beiden Versionen turboaufgeladenen 0,7-Liter-Aggregats verfügbar.
Sogar der Brabus-Smart ist mit diesem Motor ausgestattet, aber noch weiter verfeinert und
auf Leistung optimiert leistet er hier 101 PS.

Mit den nur 885 kg Karosseriegewicht
hat schon der 82-PS-Motor leichtes Spiel. In punkto Antritt, Durchzug und
Leistungsentfaltung lässt der leichtgewichtige Roadster kaum Wünsche offen, die im
Rahmen seiner sicherheitstechnischen Möglichkeiten liegen. Natürlich ist er mit einer
objektiv gemessenen Beschleunigung 10,9 Sekunden von Null auf Tempo 100 kein Sportwagen
(subjektiv kommt einem das allerdings kürzer vor), aber das erwartet man ja von so einem
kleinen Spaßauto auch nicht. Drei Zylinder mit je zwei Ventilen sind nicht gerade eine
Garantie für Laufruhe, aber dafür schlägt er sich in dieser Beziehung ganz wacker.
Seine akustische Präsenz ist zudem gewollt: Hier macht er ganz gewaltig einen auf Macho!
Ein Hingucker halt, der sich noch ein wenig aufplustert ..., was ihn allerdings
keinesfalls unsympathisch macht!

Ein sequentielles automatisiertes
Sechsgang-Getriebe (softip), erweitert mit manueller Schaltoption (softtouch) leitet die
Antriebskraft auf die Hinterräder. Im automatisierten Modus dauern die Schaltvorgänge
recht lang und sind deutlich spürbar, im manuellen Modus etwas weniger (lang und
spürbar), aber dafür ist das Schalten ohne einen richtigen Schaltknüppel, den man durch
die Schaltkulisse prügeln darf, in diesem sportlichen Flitzer ziemlich witzlos. Ansonsten
ist das Getriebe aber knackig kurz abgestuft und setzt die Motorkraft gut in zügigen
Vortrieb um.

Die Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h
ist offen gestanden kaum zu ertragen. Geschlossen ist es da schon ruhiger,
besonders was den Windzug ,
aber auch was Vibrationen der Karosserie angeht. Für ein Stoffverdeck bietet das
Smart Roadster Coupé aber eine recht gut Isolierung gegen Windgeräusche. Im Verbrauch
ist der spaßigste Smart sehr bescheiden, was aber mit wenig Brennraum in drei Zylindern
kein Kunststück ist: Mit 6,4 Litern Verbrauch allerdings Super Plus! ist er
je 100 km innerorts unterwegs, bescheidene 4,3 Liter sind es außerorts und 5,1 Liter im
gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben) - bei ökonomischer Fahrweise
und vermutlich bei geschlossenem Verdeck. Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4.
Das Spaßauto der
DaimlerChrysler-Tochter hat Motor und Antrieb hinten, wobei der Motor allerdings vor der
Hinterachse liegt, also ein Heckmittelmotor ist. Die annähernd gleichmäßige
Gewichtsverteilung von 44:56 auf Vorder-/Hinterachse bietet ideale Voraussetzungen für
ein sicheres und sehr dynamisches Fahrverhalten. Die Lenkung ist sehr direkt und auf
maximalen Fahrspaß ausgelegt. Die Lenkung bietet einen hervorragenden Fahrbahnkontakt.
Das straffe, aber doch nicht ganz unkomfortable Fahrwerk meldet jede Unebenheit und jedes
Stöckchen auf dem Untergrund. Die straffe Fahrwerksabstimmung kommt allerdings der
Fahrstabilität und damit der Sicherheit sehr zugute. Auf der Straße liegt er
bombensicher, neutral und spurtreu bis an den hoch angesetzten Grenzbereich. Absolut
problemlos im Handling, super neutral auch in schnell gefahrenen Kurven, in denen er
zweifellos zeigt, wofür er gebaut wurde: Für den puren Fahrspaß vorzugsweise auf
kurvigen Pisten. Kein tückischen Lastwechsel trüben den guten Eindruck. Sehr solide und
spurtreu wechselt er bei plötzlichen Ausweichmanövern die Fahrbahn und zeigt auch dem
Elch, wo es langgeht. Sehr sauber zieht er auch im schnellen Slalom seine Spur.
Serienmäßig steht das Smart Roadster
Coupé auf 15-Zoll-Leichtmetallrädern mit Reifen im Format 205/50, was auf trockener
Fahrbahn gegenüber schmaleren Reifen sowohl die Verzögerung als auch die Seitenführung
in den Kurven verbessert. Ausgestattet ist das Fahrzeug mit einer Bremsanlage mit
Scheibenbremsen vorne und Trommelbremsen hinten sowie ABS, Elektronischer
Bremskraftverteilung und einem hydraulischen Bremsassistenten. Sowohl das
Ansprechverhalten als auch in die Dosierbarkeit der Bremsen gehen in Ordnung, aber sie
könnten durchaus etwas standfester wirken, wobei der Bremsweg aber immer noch akzeptabel
ist.

Das Smart Roadster Coupé glänzt
wie alle Smart mit seiner hochstabilen Tridion-Sicherheitszelle mit
integriertem Überrollbügel zum Schutz der Insassen. Die passive Sicherheit runden die
sportlichen Sitzschalen mit integrierten Kopfstützen, Drei-Punkt-Gurte sowie Frontairbags
als Serienausstattung ab, Seitenairbags gibt es außer im Brabus-Smart nur
gegen Aufpreis. An Fahrassistenzsystemen greifen ABS, ESP, ein hydraulischer
Bremsassistent sowie die Elektronische Bremskraftverteilung dem Fahrer im Notfall aktiv
unter die Arme. Eine
Vorrüstung für die Kindersitz-Schnellbefestigung ist ebenso Serie wie die Vorrüstung
für die Kindersitzerkennung (Airbagabschaltung) bei Verwendung eines Kindersitzes mit
entsprechendem Transponder.
Ab 14.990 Euro ist der Smart Roadster
mit 61-PS-Basismotor zu haben, das Roadster Coupé steht ab 20.240 Euro und nur mit 82 PS
in der Preisliste. Aufpreis kosten unter anderem Servolenkung, Seitenairbags,
Lederausstattung mit Sitzheizung sowie elektrisch einstellbare und beheizbare
Außenspiegel.
Smart gibt die gesetzlich
vorgeschriebenen zwei Jahre Sachmängelhaftung auf den Wagen und den Lack sowie sechs
Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Beim Einhalten der Inspektionsintervalle gibt
Smart eine zweijährige Mobilitätsgarantie. Die Wartungsintervalle werden im Bordcomputer
angezeigt und richten sich nach den Einsatzbedingungen des Fahrzeugs. Die Versicherungen
stufen das Modell in die Typklassen 14 / 17 / 34 (KH / VK / TK
nach der neuen Struktur in der Fahrzeugversicherung: VK 18, TK 23) ein.

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