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Die groß
dimensionierten Lufteinlässe vorne verraten Selbstbewusstsein. Das
rundliche Heck steht zeigt die elegante Seite des Skoda Octavia
Kombi – oder vielmehr „Combi“, wie die Tschechen es schreiben.
Langeweile war gestern, auch ein Brot-und-Butter-Auto sollte heute
schon was hermachen. Solide Kost und Technik unter dem ansehnlichen
Blechkleid stammen aus dem Konzernregal.

Ein Vorläufer
des Octavia oder vielmehr ein Urahn gleichen Namens erblickte schon
vor 50 Jahren, im Jahr 1961, die Straßen der Tschechoslowakei –
so hieß das damals noch vereinte Land unter sozialistischer
Herrschaft. Skoda wurde 1895 als Laurin & Klement gegründet und
zählt damit zu den Pionieren des Automobilbaus. Der Autohersteller
wurde 1925 vom Maschinenbaukonzern Skoda übernommen. Die erste
Generation des „neuen“ Skoda Octavia lief von 1996 bis 2004 von
den Bändern. Sie war der erste Skoda, der unter der Führung von
Volkswagen entwickelt wurde. Der Octavia II steht auf der selben
Plattform wie der VW Golf V. 2004 kam er auf den deutschen Markt,
zum Modelljahr 2009 hat Skoda das Fahrzeug einem Facelift
unterzogen, um es für den Rest seiner Laufzeit noch einmal fit zu
machen. Was das aktuelle Modell kann, zeigte eine Ausfahrt.
Fünf Türen
bieten einen komfortablen Zugang zum Innenraum. Für die
Kompaktklasse ist der Innenraum angemessen geräumig. Die
Vordersitze sind ausreichend straff und bieten guten Seitenhalt. Die
Übersicht ist nicht berauschend. Die Parksensoren hinten sind in
der Ambiente-Version Serie, vorne gibt es welche gegen Aufpreis: Die
sollte man sich gönnen. Der Laderaum fasst 580 Liter. Bei
umgeklappter Rückbanklehne – ab Ambiente asymmetrisch geteilt
umklappbar – gehen bis zu 1.620 Liter Gepäck rein. Verzurrösen
erleichtern das Sichern der Ladung. Materialqualität und
Verarbeitung sind sehr gut, ebenso die ergonomische Gestaltung des
Armaturenträgers, der keine Rätsel aufgibt.

Skoda bietet den
Octavia in vier Ausstattungslinien an. Die Basisversion heißt
Classic. Die Serienausstattung umfasst eine funkfernbediente
Zentralverriegelung, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel,
manuelle Fensterheber, ein CD-Radio (mp3-fähig), getönte Wärmeschutzverglasung
rundum, Tagfahrlicht und Nebelscheinwerfer sowie 15-Zoll-Stahlräder
mit Radzierblenden. Fahrer- und Beifahrersitz sind höhenverstellbar
und verfügen über Lendenwirbelstützen. Unsere
Ambiente-Ausstattung ist die nächsthöhere Version und umfasst über
die Basisausstattung hinaus elektrische Fensterheber rundum,
Klimaanlage sowie ein anderes Radzierblenden-Design, das – ebenso
wie Außenspiegel und Seitenschutzleisten in Wagenfarbe – die
Ambiente-Version optisch von Classic unterscheiden. Optional erhältliche
15-Zoll-Leichtmetaller, Xenon-Scheinwerfer mit dynamischem
Kurvenlicht, Klimaautomatik und beheizte Vordersitze runden die
Ausstattung unseres Testwagens ab. Elegance und L&K (steht für
Laurin & Klement, den ursprünglichen Markennamen einer
damaligen Premium-Marke) runden die Wünsche der Autokäufer nach
oben hin ab.
Der 1,8-Liter-TSI
ist mit seinen 160 PS der Topmotor der Baureihe. Vier weitere
Benziner ab 80 PS sowie zwei Dieselmotoren zwischen 105 und 140 PS
komplettieren die Palette. Bekannt sind sie alle aus dem
Konzernregal: Sie kommen auch bei anderen Marken des Konzern zum
Einsatz. Unser 1.8er ist ein Turbo-Benzin-Direkteinspritzer. Ruhig
und vibrationsarm säuselt der Motor im Leerlauf, den kräftigen
Tritt aus Gaspedal quittiert er mit einem Fauchen. Antritt und
Durchzugsvermögen sind sehr ordentlich. Das maximale Drehmoment von
250 Nm liegt zwischen 1.500 und 4.500 U/min. an: Kraft satt, wo sie
gebraucht wird.

Das manuelle
Sechsgang-Schaltgetriebe arbeitet leichtgängig und präzise. Eher
kurz und knackig übersetzt sind die unteren Gänge, Gang fünf und
sechs sind auf ökonomischen Verbrauch hin länger ausgelegt. Für
die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 reichen dem fast 1,4
t schweren Kombi 7,9 Sekunden, bei 222 km/h erreicht er seine
Spitzengeschwindigkeit. Je 100 km Stadtverkehr verbrennt er 9,6
Liter Superkraftstoff, 5,6 Liter sind es außerorts und 7 Liter im
gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben,
ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Der
Motor erfüllt – wie alle Motoren der Baureihe – die Abgasnorm
EU5, der CO2-Ausstoß beträgt 163 g pro km.
Der Skoda Octavia
Combi verfügt standardmäßig über Frontantrieb, gegen Aufpreis
gibt es auch Modelle mit Allradantrieb. Unser Fronttriebler glänzt
mit gutem Geradeauslauf und einer recht direkten Lenkung. Das Fahrwerk
ist weder zu straff noch zu weich, sondern adäquat sowohl für
Sicherheit als auch einen angemessenen Fahrkomfort hin ausgelegt.
Sicher zieht er auch durch flotte Kurven, minimales Untersteuern kündigt
den spät einsetzenden Grenzbereich an. Spurtreu und solide meistert
er plötzliche Spurwechsel und Ausweichmanöver. Der Octavia steht
serienmäßig auf 15-Zoll-Rädern mit 195/65er Reifen. Sehr gut verzögern
groß dimensionierte Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet).

In
der hochstabilen Karosserie mit Sicherheitsfahrgastzelle schützen
die Insassen passive Sicherheitselemente wie Kopfstützen
Drei-Punkt-Sicherheitsgurte auf allen Sitzen, Front- und
Seitenairbags vorne, Kopfairbags vorne und hinten sowie zwei Isofix-
und TopTether-Vorrüstungen hinten.
Isofix-Halterungen auf dem Beifahrersitz gibt es gegen Aufpreis. Im
EuroNCAP erreichte die zweite Generation des Octavia im Jahr 2004
vier Sterne für Insassenschutz, vier Sterne für Kindersicherheit
und zwei Sterne für Fußgängerschutz. An Fahrassistenzsystemen hat
Skoda dem Octavia die ganze Palette der heutzutage üblichen Systeme
mitgegeben: ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung EBV und
Bremsassistent sowie das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP mit
Elektronischer Differenzialsperre EDS, Dynamic Steering Response
DSR, Motorschleppmomentregelung MSR und Antriebschlupfregelung ASR.
Eine Berganfahrhilfe kostet extra (ab Elegance Serie). Immerhin gibt
Skoda seiner Kompaktklasse ein vollwertiges Stahlreserverad ebenso
wie eine Reifendruckkontrolle mit. Letzteres ermöglicht die Montage
von Reifen mit Notlaufeigenschaften.
Der Skoda Octavia
kostet ab 16.340 Euro – mit 80 PS starkem 1,4-Liter-Saugmotor in
der Classic-Ausstattung. Den 1.8er TSI gibt es erst ab der
Ambiente-Ausstattung – und zu Preisen ab 23.190 Euro. Gegen
Aufpreis gibt es Metallic- oder Perleffekt-Lackierungen sowie eine
lange Liste von Extras, die das Autofahren noch angenehmer machen.
Zwei
Jahre gibt Skoda Garantie auf den Neuwagen, drei Jahre auf den Lack
sowie zwölf Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Die
lebenslange Mobilitätsgarantie setzt die Einhaltung der
Wartungsvorschriften voraus. Die Service-Intervalle sind flexibel,
der Bordcomputer errechnet sie in Abhängigkeit von Fahrstil und
Einsatzbedingungen. Angezeigt werden sie im Kombidisplay im
Instrumententräger. Sie betragen im Idealfall bis 30.000 km oder
maximal zwei Jahre. Die Versicherungen stufen das Modell in die
Typklassen 13 / 17 / 21 (KH / VK / TK)
ein.
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