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Im Herbst 2004
hat Seat die dritte Generation des Toledo auf den Markt gebracht.
Gewaltig unterscheidet er sich im Design von seinen Vorgängern,
viertürigen Stufenheck-Limousinen. Ganz so neu wie Seat glauben
machen möchte, ist das Fünftürer-Konzept des aktuellen Toledos
aber gar nicht. Ähnlich geschnitten kamen vorher schon der Renault
Vel Satis und der Opel Signum auf dem Markt. Mal abgesehen
vielleicht von dem deutlicher in die Heckklappen gezeichneten Knick
für den Kofferraum, der das Seat-Heck noch etwas markanter
erscheinen lässt. Was der Spanier kann, verriet eine kurze
Ausfahrt.
Mit seinen 4,46 m
Karosserielänge ist der Toledo deutlich kürzer als Signum (4,65 m)
oder Vel Satis (4,86m). Entwickelt wurde er auf der Basis des Altea,
mit dem er sich die 2,58 m Radstand, aber auch Design-Elemente
teilt, die seitdem die Marke Seat zieren. Fünf Türen gewähren
guten Zugang zum
Innenraum. Der Innenraum ist sehr geräumig, die Platzverhältnisse
für nicht allzu groß gewachsene Passagiere in beiden Reihen sehr
kommod. Die Übersicht ist dank der hohen Sitzposition nach vorne recht gut, aber nach hinten
eher nicht so prickelnd. Hilfreich ist die in der
Stylance-Ausstattung serienmäßige Einparkhilfe hinten (optional in
der Basisausstattung).

Der Laderaum
fasst gute 500 Liter (ein Opel Signum schluckt bei mehr Länge nur
365 Liter), durch Umklappen der serienmäßig asymmetrisch geteilt
umlegbaren Rücksitzbank erweitert sich das Volumen auf bis zu 1.440
Liter bei dachhoher Beladung bis hinter die Vordersitze. Eine
verschiebbare Rückbank gibt es gegen Aufpreis, sie ermöglicht eine
flexible Anpassung von Laderaum (bis zu 101 Liter zusätzlich) und
Passagierraum in der zweiten Reihe. Verzurrösen erleichtern das
Sichern der Ladung. Die Gepäckraumabdeckung lässt sich aufklappen,
unter ihr befindet sich ein Ablagefach. Zahlreiche Ablagen gibt es
aber auch im Passagierraum: ein Handschuhfach, Fächer in den Türen,
unter den Vordersitzen, Taschen an den Rückseiten der Vordersitze
sowie ein Ablagefach für die Sonnenbrille auf der Fahrerseite. Die
Mittelarmlehne vorne verfügt auch über ein Ablagefach, die hintere
über Getränkehalter. Der Innenraum wirkt funktional und sachlich,
er ist von guter Materialqualität und Verarbeitung. Übersichtlich
und gut bedienbar gestaltet ist das Cockpit.

Das
Reference-Modell ist die Basisausstattung und nur für den
1.6-Liter-Motor (102 PS) verfügbar. Serienmäßig verfügt es über
eine funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrisch einstellbare,
anklappbare und beheizbare Außenspiegel, elektrische
Fensterheber rundum, Nebelscheinwerfer, Wärmeschutzverglasung
rundum, ein Audiosystem mit Radio und CD-Spieler (mp3-fähig),
16-Zoll-Stahlräder (mit Radblenden), Geschwindigkeitsregelung,
Bordcomputer und Klimaautomatik. Der Fahrersitz ist höhenverstellbar,
optional auch mit Lendenwirbelstütze versehen. Für alle
Motorisierungen ist die gehobenere Ausstattungslinie Stylance zu
haben. Sie verfügt zusätzlich über Features wie Lederlenkrad und
Lederschaltknauf, Multifunktionstasten für die Radiofernbedienung
am Lenkrad, Regensensor, automatisch abblendende Innenspiegel und
Lichtautomatik, 16-Zoll-Leichtmetallräder und eine Einparkhilfe
hinten sowie eine Alarmanlage. Beide Vordersitze sind höhenverstellbar
und mit Lendenwirbelstütze versehen, beleuchtete Sonnenblenden mit
abdeckbarem Spiegel gibt es auf beiden Seiten. Die
Bi-Xenon-Scheinwerfer und das Navigationssystem gibt es gegen
Aufpreis. Auch ein Leder-Paket für die Polster oder ein
elektrisches Glas-Schiebe-Hubdach sind als Sonderausstattung zu
haben.
Dank Turbolader
ist der 1,8-Liter-Benzindirekteinspritzer (FSI) mit 160 PS der stärkste
Motor der Baureihe. Der 2-Liter-FSI ist zwar größer, leistet aber
nur 150 PS. Das 1,6-Liter-Basisaggregat leistet 102 PS, zwei Pumpe-Düse-TDIs
mit 105 und 140PS komplettieren die Motorenpalette. Vom Antritt an
ist der Turbo-Direkteinspritzer eine Wucht. Durchzugsvermögen und
Leistungsentfaltung lassen über das ganze relevante Drehzahlband
nur wenig Wünsche offen, auch wenn der Toledo mit einem Leergewicht
von fast 1,5 t nicht von der leicht zu nehmenden Sorte ist. Wen
wundert’s, macht sich doch ein maximales Drehmoment von 250 Nm
zwischen 1.500 und 4.200 U/min. über die Antriebswellen her. Dabei
läuft der Motor vibrationsarm und ruhig, erst bei höheren
Drehzahlen beginnt er vernehmlich zu fauchen. Das manuelle
Sechsgang-Getriebe lässt sich knackig und präzise schalten.

Aus dem Stand
beschleunigt der Toledo 1.8T FSI in 8,5 Sekunden auf Tempo 100,
seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 210 km/h. Optimiert ist
der TFSI-Motor auf Super Plus. Innerorts konsumiert er je 100 km
gute 10,4 Liter, außerorts sind es 6,1 Liter und im gemischten
Verbrauch nach EU-Norm 7.6 Liter (alles Herstellerangaben, ermittelt
unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Der Verbrauch
liegt unter dem des 2-Liter-FSI und in etwas auf dem Niveau des
1.6er Saug-Benziners. Der
Hersteller erlaubt auch die Nutzung von Superkraftstoff, allerdings
kann es hier zu geringen Leistungseinbußen und einem leicht erhöhten
Verbrauch kommen. Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4, der
CO2-Ausstoß beträgt 180 g pro km.
Frontantrieb
macht den Toledo zu einem recht problemlosen und gut beherrschbaren
Begleiter. Tadellos ist sein Geradeauslauf, präzise und ausreichend
leichtgängig die eher direkt ausgelegte Lenkung. Das Fahrwerk
ist identisch mit dem des Altea,
ebenso der Radstand und Spurweite. Die Karosserie ist
allerdings 18 cm länger, aber tut seiner Agilität im Vergleich
keinen Abbruch. Eher sportlich-straff ist die Feder-Dämpfer-Abstimmung,
der Fahrer bekommt eine gute Rückmeldung von der Fahrbahn.
Sicher
und neutral liegt der Toledo auf der Straße, allzu flott gefahrene
Kurven – da kommt Freude auf! – quittiert er bestenfalls mit
einem leichten Untersteuern, bleibt dabei aber immer noch gut
beherrschbar. Solide und spurtreu absolviert er den flotten Slalom
ebenso wie plötzliche Ausweichmanöver. Serienmäßig steht der
Toledo auf 16-Zoll-Rädern (in der Stylance-Ausstattung
Leichtmetaller) mit 205/55er Reifen. Die Scheibenbremsen rundum
(vorne innenbelüftet) verzögern ordentlich, prompt und spurtreu.
Eine
Sicherheitskarosserie mit Seitenaufprallschutz, Drei-Punkt-Gurte und
Kopfstützen auf allen fünf Sitzen, Front- und Seitenairbags vorne,
Kopfairbags vorne und hinten und zwei Isofix-Kindersitzbefestigungen
hinten schützen die Insassen. Der Beifahrerairbag kann deaktiviert
werden, um dort einen Kindersitz gegen die Fahrtrichtung montieren
zu können. Die Seitenairbags hinten gibt es beim Stylance gegen
Aufpreis, beim Basismodell sind sie leider nicht verfügbar. Der
Toledo ist bislang noch nicht beim EuroNCAP auf Herz und Nieren geprüft
worden. Der auf gleicher Basis gebaute Altea erhielt aber 2004 fünf
Sterne für Insassensicherheit, vier Sterne für Kindersicherheit
und drei Sterne für Fußgängerschutz. Aktive Unterstützung bieten
ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung EBV und hydraulischem
Bremsassistenten HBA sowie das Elektronische Stabilitätsprogramm
ESP mit Traktionskontrolle TCS und elektronischer Schlupfreduzierung
ESR. Eine Alarmanlage gehört bei der Stylance-Ausstattung dazu,
eine Reifendruckkontrolle (notwendig zur Montage pannensicherer
Reifen) sowie ein Tire-Mobility-Set (anstelle eines Ersatzrades)
schon ab der Reference-Ausstattung.
Zu Preisen ab
19.090 Euro ist der Toledo zu haben, als Reference-Modell mit 102
PS. Aufpreis kostet neben der obligatorischen Metallic-Lackierung
die Lackfarbe Emocion Rot, des weiteren Features wie ein Leder-Paket
für die Sitze, Navigationssystem und Bi-Xenon-Scheinwerfer mit
Kurvenlicht.
Zwei
Jahre Neuwagen-Garantie gibt es ohne Kilometerbegrenzung und
europaweit, drei Jahre Garantie auf den Lack und zwölf Jahre auf
die Karosserie gegen Durchrostung. Seat gewährt zwei Jahre Mobilitätsgarantie
bei Einhalten der Inspektionsintervalle, gegen Aufpreis kann diese
Mobilitätsgarantie auf bis zu fünf Jahre verlängert werden. Die
Serviceintervalle betragen 30.000 km oder einmal im Jahr, ein Ölwechsel
ist nach 15.000 km oder einmal im Jahr fällig. Die Versicherungen
stufen das Modell in die Typklassen 14 / 18 / 20 (KH
/ VK / TK) ein.
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