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Sportlich-pfiffig erscheint der kleine
Spanier mit deutscher Mutter schon von der Karosserie her. Die Designlinien verraten die
Handschrift des Chef-Designers Walter De Silva, der einst bei Alfa Romeo den 156
zeichnete. Drei Ausstattungslinien stehen zur Wahl: die Basisausstattung Stella, die
sportliche Variante Sport und die komfortable Top-Ausstattung Signo. Darüber hinaus hat
Seat aber auch immer wieder Sondermodelle im Angebot, die vom Preis-Leistungs-Verhältnis
eine Überlegung wert sind.
Wie sportlich und komfortabel der Ibiza
unter der Fassade ist, versuchten wir mit einem Ibiza Signo in Burdeos Rot Metallic mit
dem 100-PS-starken 1,4-Liter-Sechzehnventiler zu erfahren.

Der Ibiza ist als Drei- oder Fünftürer
zu haben. Den Einstieg beim Dreitürer erleichtert den Passagieren der zweiten Reihe die
Einstiegshilfe "Easy Entry" auf der Beifahrerseite. Die Polster sind mit
strapazierfähigem Stoff bezogen, die Sitzposition ist verhältnismäßig hoch. Die
Platzverhältnisse sind natürlich bei einem 3,95 m langen Kleinwagen beschränkt. Dennoch
können sich vier Passagiere (mit normal langen Beinen) nicht beklagen. Der mittlere Sitz
hinten ist eher was für kurze Strecken und nur mit einem Beckengurt versehen. Die
sportlichen, gut konturierten Sitze vorne sind straff gepolstert und bieten guten
Seitenhalt.

Sportlich angehauchte Rundinstrumente und
eine zurückhaltende Ausstattung mit Schaltern und Tasten passen zum sportlichen Image der
Marke Seat, die auch in der Signo-Variante durchscheint. Das Cockpit ist zudem
übersichtlich gestaltet und gibt in der Bedienung keinerlei Rätsel auf. Der kleine
Spanier kann mit einer Reihe von Details aufwarten, die man erst in größeren Autos
vermutet: einen Anti-Hijack-Schließmechanismus, der erst auf den zweiten Klick
Beifahrertür und Kofferraum öffnet, die automatische Türverriegelung nach dem Anfahren
(mit Crash-Sensor) oder die Tipp-Blink-Funktion. Über einen Mangel an Ablagen können
sich die Frontpassagiere nicht beklagen: Handschuhfach, Fächer in den Türen, ein Fach in
der Mittelkonsole sowie ein Fach seitlich untern dem Lenkrad. Die Fondpassagiere müssen
sich die Tasche auf der Rückseite des Beifahrersitzes teilen. Serienmäßig sind
Rücksitzlehne und bank asymmetrisch geteilt umklappbar, dadurch lässt sich das
Laderaumvolumen von kleinwagenmäßigen 267 Litern auf 960 Liter erweitern. An maximaler
Zuladung sind 420 kg erlaubt.

Die Basisversion Stella verfügt
serienmäßig über eine funkfernbediente Zentralverriegelung, manuell von innen
einstellbare Außenspiegel, elektrischen Fensterhebern vorne, ein in Höhe und Länge
verstellbares Drei-Speichen-Lenkrad, ein Audiosystem mit Radio und CD-Spieler,
Gepäckraumabdeckung und Laderaumbeleuchtung, Heckspoiler in Wagenfarbe,
Wärmeschutzverglasung sowie Innenleuchten mit Abschaltverzögerung. Die Signo-Ausstattung
kommt zusätzlich mit Bordcomputer, "Easy Entry"-Funktion im Beifahrersitz,
elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln, ausstellbaren hinteren
Seitenscheiben, einer Höheneinstellung für Fahrer- und Beifahrersitz (letzterer mit
integriertem Schubfach) und Nebelscheinwerfern. Als aufpreispflichtige Sonderausstattung
fuhr unser Testwagen mit Klimaautomatik, ESP inkl.
Traktionskontrolle/Antriebsschlupfregelung und elektronischem Bremsassistenten sowie
Navigationssystem vor. Optional verfügbar ist zudem Xenonlicht in der Signo-Ausstattung
für Modelle mit mindestens 100 PS.

Man braucht keinen 125-PS-Motor (wie in
Lupo oder Polo), um in einem Kleinwagen ein echtes GTI-Gefühl zu kriegen. Allein die
sportlich-straffe Straßenlage begleitet von einem durchzugskräftigen Motor machen den
Spanier zum sportlichen Vertreter seiner Klasse. Wirkte der 1,4-Liter-Motor mit 100 PS im
komfortablen Polo noch etwas müde, so überzeugt er
im Ibiza voll und ganz. Dabei verfügen beide Fahrzeuge über den gleichen Motor mit
gleicher Drehmomentauslegung sowie über das gleiche Getriebe mit den gleichen Abstufungen
der einzelnen Gänge. Dennoch wirkt der Spanier subjektiv mit dem sportlicheren Fahrwerk
entschieden spritziger und temperamentvoller als der Wolfsburger.

In der Beschleunigung steht der Ibiza
zumindest auf dem Papier schlechter da als der Polo:
Gute 11,2 Sekunden braucht er für den Spurt auf Tempo 100 (Polo:
10,9 Sek.). Er erreicht seine Höchstgeschwindigkeit bei 191 km/h (Polo: 188 km/h). Der Polo ist auch definitiv das
sparsamere Auto: Innerorts verbraucht der Seat 9,4 Liter Superbenzin auf 100 km,
außerorts 5,5 Liter und im gemischten Verbrauch nach EU-Norm sind des 6,9 Liter
bei ökonomischer Fahrweise versteht sich (Polo: 8,9
/ 5,3 / 6,6 Liter). Der Motor erfüllt auch im Seat die Abgasnorm EU4.
Der Vierzylinder-Motor hängt gut am Gas
und zieht beim Gasgeben gut ab, auch bei höheren Geschwindigkeiten legt er gut noch einen
drauf. Das maximale Drehmoment von 126 Nm liegt auch mit 4.000 Touren erst relativ spät
an, schon knapp über Leerlaufdrehzahl liegen aber mindestens 100 Nm an. Nach dem Anlassen
ist der Motor erst mal etwas brummig und auch lauter im Innenraum zu vernehmen, aber
nachdem er warm gelaufen ist, läuft er recht kultiviert. Die manuelle Fünfgang-Schaltung
schaltet sich kurz, knackig und präzise, dass es einfach Spaß macht.

Trotz gleicher Plattform und einiger
gleicher Teile (z. B. Motor) unterscheidet sich der Seat im Fahrwerk doch ganz gewaltig
vom Volkswagen-Bruder. Ein Stabilisator verstärkt die
Vorderachse aus McPherson-Federbeinen, hinten kommt eine Verbundlenkerachse (statt
Koppellenkerachse und Längslenker im Polo). Dazu
kommt eine individuelle Fahrwerksabstimmung im Spanier: Sportlich straff ist die
Feder-Dämpfer-Abstimmung geraten, dabei aber wahrlich nicht unkomfortabel (bei
14-Zoll-Rädern), was dem gut motorisierten Kleinwagen auch Langstreckenqualitäten
verleiht. Dabei bekommt der Fahrer ausreichend Rückmeldung über die Beschaffenheit der
Fahrbahn.
Der muntere Fronttriebler glänzt mit
gutem Geradeauslauf. Die geschwindigkeitsabhängige elektrohydraulische Servolenkung
spricht gut an, ist sehr direkt ausgelegt und damit für eine gehörige Portion Fahrspaß
gut. Zielgenau lässt sich der kleine Spanier auch um enge Kurven dirigieren, ist agil und
handlich zu führen und hat einen kleinen Wendekreis. Bis in hohe Geschwindigkeiten liegt
er in Kurven sehr neutral auf der Straße, bevor er mit einem ganz leichten Untersteuern
den nahenden Grenzbereich ankündigt. Sicher und spurtreu meistert er plötzliche
Spurwechsel und verliert auch beim sofortigen Wiedereinscheren nicht die Ruhe auch
ohne dass das optionale ESP eingreifen muss.

Der Seat Ibiza steht auf Reifen im
Serienformat von 185/60 R 14, die auch mit dem 100-PS-Motor in puncto Traktion und
Seitenführungskraft auf dem Asphalt eine gute Figur machen. Optional sind auch Räder mit
15 (Serie bei Sport-Version) oder 16 Zoll (Option nur für Sport-Version) verfügbar. Die
serienmäßigen Bremsen (Scheibenbremsen, rundum innenbelüftet) sprechen schnell an und
verzögern schnell und spurtreu, was leider bei Kleinwagen nicht die Regel ist. Aber hier
hat man sich wegen der mit 100 PS doch recht hohen Leistung mehr Mühe gegeben.
Zusätzliche Versteifungen in der
Karosserie und neue, hochfeste Stahlsorten schützen die Insassen ebenso wie Kopfstützen
und Drei-Punkt-Gurte auf allen Außenplätzen mit Beckengurt in der Mitte, Front- und
Seitenairbag für die Frontpassagiere mit abschaltbarem Frontairbag auf dem Beifahrersitz
sowie Isofix-Kindersitzverankerungen auf den äußeren Fondsitzen. Den Fahrer
unterstützen ABS und elektronische Bremskraftverteilung (das ist ab der Basisversion
Serie), ESP, das Traktionskontrollsystem TCS mit elektronischer Schlupfreduzierung ESR und
ein hydraulischer Bremsassistent sind optional für Modelle ab 75 PS verfügbar. Die
Basisversion Stella verfügt ab Werk über Scheibenbremsen vorne und Trommelbremsen
hinten. Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) sind für die Signo- und
Sport-Ausstattung gegen Aufpreis zu haben und erst ab 100 PS (wie hier) Serie.

Ab 11.500 Euro steht der Ibiza in den
Preislisten. Dafür gibt es ein 64 PS starkes (1,2-12V-Motor) Modell in der
Basisausstattung Stella. Der 100 PS starke 1.4 16V ist erst ab der Signo-Ausstattung und
damit ab 13.750 Euro zu haben. Die Metallic-Lackierung, Klimaautomatik, ESP inkl.
Traktionskontrolle/Antriebsschlupfregelung und elektronischem Bremsassistenten und das
Navigationssystem mit Radio und CD-Spieler (Audio-CD spielt anstelle der Navigations-CD im
Laufwerk) kosten Aufpreis. Der Seat-Händler gibt zwei Jahre Gewährleistung auf das
Fahrzeug. Die Wartungsintervalle werden vom Bordcomputer berechnet und über eine
Service-Intervall-Anzeige ausgegeben. Die Versicherungen stufen den Ibiza mit 100-PS-Motor
in die Typklassen 17 / 15 / 32 (KH / VK / TK) ein. |