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Seit 1984 baut
Seat einen Kleinwagen namens Ibiza. Der erste Ibiza basierte auf dem
Fiat 127, Ritmo bzw. Regata. Schon die zweite Generation, die 1993
auf den Markt kam, entstand unter der Führung von Volkswagen, die
an Seat seit Ende der 80er Jahre mit 75 Prozent (später 99,99
Prozent) beteiligt waren. In letzten Jahr kam im Frühjahr die
vierte Generation auf den Markt, zunächst als Fünftürer und dann
auch als dreitüriges Sportcoupè mit Namen Ibiza SC. Der Dreitürer
ist dynamischer gezeichnet als der Fünftürer, etwas kürzer (4,03
m) und flacher (1,43 m). Mit einem 1,4-Liter-Benzinmotor in der
Sport-Ausstattung erkundeten wir, was Ibiza SC kann.
Das dreitüriges
Sportcoupé bietet nur über die vorderen Türen Zugang zum
Passagierraum. Für den besseren Einstieg nach hinten gibt es
optional die Einstiegshilfe Easy Entry für den Beifahrersitz. Die
Übersicht ist nicht schlecht, die Einparkhilfe hinten ist aber
dennoch zu empfehlen. Die serienmäßigen Sportsitze sind straff und
bieten exzellenten Seitenhalt. Das Platzangebot ist für Erwachsene
mit normal langen Beinen in beiden Reihen ausreichend. Sitzriesen
haben hinten eine etwas eingeschränkte Kopffreiheit.

Der Laderaum
fasst zwischen 284 und 930 Liter, das sind acht Liter weniger als
bei der fünftürigen Version. Die Rückbank ist ab der
Stylance-Ausstattung asymmetrisch geteilt umklappbar, in der
Basisversion immerhin umklappbar, wenn auch nur in einem Stück.
Materialqualität und Verarbeitung im Innenraum sind in Ordnung und
über jeden Zweifel erhaben. Das Cockpit ist übersichtlich
gestaltet, ergonomisch und intuitiv handhabbar.

Ab der
Basisversion Reference ist der Seat Ibiza ausgestattet mit einer
funkfernbedienten Zentralverriegelung, elektrischen Fensterheber
vorne sowie 14-Zoll-Stahlrädern. Die Außenspiegel sind manuell von
innen einstellbar und anklappbar, das Lenkrad kann in Höhe und
Neigung verstellt werden, der Fahrersitz in der Höhe. Ab der
Stylance-Ausstattung gehören elektrisch einstellbare und beheizbare
Außenspiegel, Klimaanlage, Bordcomputer und Nebelscheinwerfer mit
Abbiegelicht sowie eine Geschwindigkeitsregelung zusätzlich zur
Serienausstattung. Nicht mehr serienmäßig an Bord ist bei der
Sport-Version die Geschwindigkeitsregelung (ist gegen Aufpreis möglich),
dafür aber ein Lederlenkrad und ein Lederschaltknauf im
Sport-Design, Sportsitze vorn, 16-Zoll-Leichtmetallräder sowie ein
Sportfahrwerk mit modifizierten Stoßdämpfern und Federn (ohne
Tieferlegung). An Bord ist das Design-Paket mit Ablagenpaket,
Mittelarmlehne vorne und dunkel getönten Scheiben hinten sowie das
Technik-Paket mit Regensensor, Einparkhilfe hinten, automatisch
abblendenden Innenspiegel und Coming-home-Funktion (Abschaltverzögerung
der Scheinwerfer). Optional gibt es u. a. auch eine Sitzheizung
vorne, ein Panorama-Glas-Hubdach sowie eine Klimaautomatik und
Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht und Kurvenlicht.
Der
1,4-Liter-Ottomotor ist mit seinen 85 PS ein überraschend
angemessener Antrieb. Er ist der mittlere der drei Benzinmotoren (70
bis 105 PS), zwei Dieselmotoren in drei Leistungsstufen (80 via 105
PS) runden das Angebot ab. Flott ist der Kleinwagen im Antritt und zügig
ist man mit ihm unterwegs. An Durchzugsvermögen und
Leistungsentfaltung ist wenig auszusetzen, solange man keine
sportlichen Fahrleistungen erwartet. Ruhig und vibrationsarm werkelt
es unter der Motorhaube, die Passagiere kriegen nur wenig davon mit.
Das manuelle Fünfgang-Schaltgetriebe lässt sich kurz, knackig und
präzise schalten.
Die 11,8 Sekunden
für die Beschleunigung von Null auf Tempo 100 klingen länger als
sie sich anfühlen. Auch die 177 km/h Höchstgeschwindigkeit sind im
Alltag und auf der Autobahn mehr als ausreichend. Auf 100 km
Innerortsverkehr verbraucht der Ibiza 8,2 Liter Superbenzin, außerorts
sind es 5,1 Liter und im gemischten Verbrauch nach EU-Norm 6,2 Liter
(alles Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem
Rollenprüfstand). Bei geringen Leistungseinbußen und einem leicht
höheren Verbrauch ist auch das Fahren mit Normalbenzin möglich.
Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4, der CO2-Ausstoß beträgt 149
g pro km.
Dank Frontantrieb
ist der Ibiza ein problemloser Begleiter, der mit gutem
Geradeauslauf und einer sehr direkten Lenkung glänzt. Das weckt gehörig
Freude am Fahren. Das straffer ausgelegte
Sportfahrwerk beim Ibiza SC zeichnet sich aus durch modifizierte Stoßdämpfer
und Federn, beinhaltet aber keine Tieferlegung. Besonders sportlich
(will heißen straff) wird die Straßenlage zusätzlich durch die in
der Sport-Ausstattung serienmäßigen 16-Zoll-Leichtmetallräder mit
215/45er Reifen. Tadellos sind Seitenführung und Traktion, sicher
und satt liegt der Spanier auf dem Asphalt. Im Fahrverhalten ist er
weitgehend neutral, ein minimales Untersteuern kündigt das Nahen
des Grenzbereichs an. Plötzliche Spurwechsel und Ausweichmanöver
absolviert er spurtreu und sicher. Er liebt die flotte Kurvenhatz!
Das serienmäßige ESP wird kaum gefordert und greift erst spät
ein. Die Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) sprechen
schnell an und verzögern gut dosierbar und im Notfall prompt und
sicher.
Der
Insassensicherheit dienen Sicherheitsfahrgastzelle mit
Seitenaufprallschutz, Kopfstützen und Drei-Punkt-Sicherheitsgurte
auf allen fünf Sitzen, Front- und Kopf-Thorax-Seitenairbags vorne
sowie Isofix-Kindersitzvorrüstungen hinten. Gegen Aufpreis gibt es
ein auch ein System mit Kopfairbags hinten. Im EuroNCAP wurde der
Insassenschutz mit einem Maximum von fünf Sternen bewertet, die
Kindersicherheit mit vier Sternen und der Fußgängerschutz mit drei
Sternen. Als Serienausstattung gibt es schon ab der Basisversion ABS
mit Elektronischer Bremskraftverteilung und hydraulischem
Bremsassistenten sowie ESP mit Berganfahrassistent und
Antriebsschlupfregelung. Serienmäßig an Bord ist das
Reifendichtsystem Tyre fit. Ein Reserverad in 14 oder 15 Zoll kostet
extra.
Ab 11.490 Euro
steht der Seat Ibiza SC in den Preislisten der Händler, ab 12.590
Euro kostet der 1,4-Liter-Benziner – alles in Basisausstattung. In
der Stylance-Ausstattung ist der Ibiza SC ab 14.090 Euro zu haben,
die Sport-Version ab 14.790 Euro. Extra kosten Metallic- oder
Sonderlackierungen, Design- und Technik-Paket.
Für
den Seat Ibiza gilt die zweijährige gesetzliche Gewährleistung,
eine dreijährige Garantie auf den Lack und eine zwölfjährige
Garantie auf die Karosserie gegen Durchrostung. Den fast
europaweiten Mobilitätsservice kann nutzen, wer die
Serviceintervalle einhält. Diese betragen 30.000 km oder einmal im
Jahr, zum Ölwechsel muss der Ibiza alle 15.000 km (oder ebenfalls
einmal im Jahr). Die Versicherungen stufen das Modell in die
Typklassen 17 / 14 / 17 (KH / VK / TK)
ein.
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