Ausdrucksvolle Front, verspielte Linien in der Seitenansicht und
das pfiffige rundliche Heck sowie die Gestaltung einzelner Elemente wie Front- und
Heckleuchten vereinen sich zu einem rundum markanten und sportlichen Design. Damit sieht
man ihm gar nicht an, dass er auf der gleichen Plattform steht wie die Konzernbrüder VW
Golf und Touran, der Audi A3, der
neue Skoda Octavia oder auch der vor wenigen Monaten erst präsentierte Seat Toledo. Mit
4,28 m Länge und 1,77 m Breite bei einer Höhe von 1,55 m ist der Altea nicht gerade ein
voluminöser Vertreter in der Kompaktvan-Klasse. Zum Test fuhr der Seat Altea vor mit
2-Liter-TDI-Motor in Stylance-Ausstattung und der Lackierung Emocion Rot.
Guten Zugang für die Passagiere bieten
vier Türen, auf hohen Sitzen nehmen sie in dem in verschiedenen Grautönen gehaltenen,
großzügig geschnittenen Innenraum Platz. Die Karosserie kriegt keinen Preis für
Übersichtlichkeit, aber hinten hilft dafür ein optionaler Ultraschall-Parkassistent
weiter. Vorne kann man den Wagen auch so gerade noch nach Gefühl an Hindernissen
vorbeirangieren. Auffällig ist das Nicht-Vorhandensein der Scheibenwischer: Sie sind in
den A-Säulen versteckt und sind erst nach dem Einschalten sichtbar. Die Lage der
Wischerblätter in den A-Säulen verbessert die Aerodynamik, verringert den Geräuschpegel
und schützt die Gummis vor dem festfrieren auf vereisten Scheiben.
Die vorne wie hinten straffen Polster
sind mit dem Stoff Kniwen (klingt ja irgendwie nach Ikea ...) in Grau bezogen. Die Sitze
sind gut konturiert und bieten exzellenten Seitenhalt. Sogar der mittlere Sitz kann als
Sitz für alle Fälle durchgehen: Er wirkt nicht aufgebockt, bietet ganz im Gegenteil gute
Konturen und hervorragenden Seitenhalt (ich habe dort selten so gut gesessen!). Die
Kniefreiheit ist in beiden Reihen mehr als ausreichend, solange keine besonders
langbeinigen Passagiere zusteigen. Der höhenverstellbare Fahrersitz lässt sich sogar
ganz un-van-mäßig tieferlegen, um dem Fahrer eine niedrigere Sitzposition zu
ermöglichen.

Der normale Laderaum fasst ja mit 313 Liter nicht so richtig viel Gepäck. Auch ist
die Ladekante für einen Kompaktvan mit 69 cm
vergleichsweise hoch. Allerdings stehen unterm Laderaumboden noch ein ca. 15 cm tiefes,
sehr geräumiges Fach mit weiteren 96 Litern zur Verfügung: Das macht nach Herausnehmen
des Laderaumbodens und einer Trennwand in diesem Fach zusammen genutzt immerhin ganz
ordentliche 409 Liter. Unter dem Gepäckraumboden lässt sich natürlich auch gut Gepäck
verstauen, welches dem Blick von Beobachtern verborgen bleiben soll.
Durch Umlegen der serienmäßig
asymmetrisch geteilt umklappbaren Rücksitzlehne sind bei dachhoher Beladung sogar bis zu
1.320 Liter Gepäck ins Ladeabteil hinein zu bekommen. Praktisch gegen herumfliegenden
Kleinkram sind ein Ablagefach unter der Laderaumabdeckung und kleine Netzfächer an den
Seiten des Laderaumes. Verzurr-Ösen erleichtern das Sichern der Ladung.

Anmutung und Gestaltung des
Armaturenbrettes sind eher funktional, vielleicht mit einem leicht sportlichen Touch; die
Verarbeitung ist nicht zu beanstanden. Die Einsicht in Anzeigen und Instrumente ist gut,
mit Ausnahme vielleicht des zu tief sitzenden Navigationsmonitors. Schalter und Knöpfe
sind ergonomisch angeordnet und blind bedienbar. Ablagen gibt es reichlich, wobei auch die
Passagiere in der zweiten Reihe nicht zu kurz kommen: Ablagefächer in allen Türen,
Fächer unter Fahrer- und Beifahrersitz, ein kleines Handschuhfach, ein Fach in der
vorderen Armlehne (hier mit CD-Wechsler drin) sowie eine Ablagefläche und zwei
Getränkedosenhalter auf dem Mitteltunnel vor dem Schalthebel. Den Fondpassagieren stehen
neben den Fächern in den Türen und den Taschen an den Rückseiten der Vordersitze noch
kleine Fächer zwischen Sitzbank und Seitenverkleidung zur Verfügung.

Zwei Ausstattungslinien stehen zur
Wahl: die Basisversion Reference (sie ist nur für die beiden Basismotoren mit 102 und 105
PS zu haben) und die Topversion Stylance. Ab der Reference-Version kommt der Altea mit
funkfernbedienter Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern vorne, manuell von innen
einstellbaren Außenspiegeln, Radiovorbereitung, einem höhenverstellbaren Fahrersitz mit
Lendenwirbelstütze, Spiegeln in beiden Sonnenblenden, Wärmeschutzverglasung rundum und
16-Zoll-Stahlrädern. Ab der Stylance-Version sind serienmäßig auch elektrisch
einstellbare und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorne und hinten,
Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Lederlenkrad und -schaltknauf, Geschwindigkeitsregelanlage,
Bordcomputer, CD-Radio, Nebelscheinwerfer und 16-Zoll-Leichtmetallräder vorhanden. Die
Spiegel in den Sonnenblenden sind beleuchtet und mit einer Abdeckung versehen.
Aufpreispflichtige Extras umfassen die Lackfarbe Emocion Rot, getönte Scheiben hinten,
den automatisch abblendenden Innenspiegel, die Ultraschall-Einparkhilfe hinten, das
Radio-Navigationssystem sowie den CD-Wechsler in der Mittelarmlehne.
Die Motorenpalette des Altea ist aus
dem Volkswagen-Konzernprogramm bekannt: zwei Benziner mit 1,6 und 2 Litern (letzterer ein
FSI-Benzindirekteinspritzer) mit 102 bzw. mit 150 PS sowie zwei TDIs mit 1,9 und 2 Litern
Hubraum und 105 bzw. 140 PS. Unser Testwagen war motorisiert mit dem
2-Liter-Turbodiesel-Direkteinspritzer mit Pumpe-Düse-Einspritzung. Guten Antritt,
ausreichend souveränen Durchzug und eine adäquate Leistungsentfaltung bietet der
Vierzylinder-Vierventiler über das ganze relevante Drehzahlband. Das maximale Drehmoment
von 320 Nm liegt dieseltypisch schon früh, nämlich zwischen 1.750 und 2.500 U/min. an.
Das bietet auch für ein Gefährt von über 1,5 t Leergewicht einen guten Vortrieb. Man
hört zwar beim Anlassen ein wenig, dass es sich um einen Selbstzünder handelt, aber warm
gelaufen ist er dann akustisch nicht mehr ganz so präsent.
Die
Beschleunigung von Null auf Tempo 100 in 9,9 Sekunden und eine
Höchstgeschwindigkeit von 201 km/h verraten eine souveräne und ordentliche
Motorisierung. Der Verbrauch ist mit 7,7 Litern Dieselkraftstoff je 100 km im
Stadtverkehr, 4,8 Litern außerorts und 5,9 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm
bei ökonomischer Fahrweise versteht sich (alles Herstellerangaben) recht
bescheiden für ein Fahrzeug von 1.505 kg Leergewicht mit einer eher kurzen
Getriebeübersetzung. Sparsamer fährt man mit dem 1.9 TDI (7 / 4,6 / 5,5 Liter), aber
dafür mit 105 PS natürlich auch ein wenig gemächlicher. Der Pumpe-Düse-TDI erfüllt
natürlich die Abgasnorm EU4, ist aber bislang noch nicht mit
Partikelfilter zu haben.
Der Altea
verfügt über Frontantrieb, eine direkt ausgelegte Lenkung und guten Geradeauslauf. Die
Feder-Dämpfer-Abstimmung ist eher sportlich straff geraten, was in Kurven für wenig
Seitenneigung gut ist. Das gibt dem Fahrer ein gutes Gefühl für Untergrund und
Fahrbahnbeschaffenheit.
Obwohl von
der Lenkung (elektromechanisch servounterstützte Zahlstangenlenkung) als auch von der
Fahrwerkskonstruktion (McPherson-Federbeine mit unteren Dreiecksquerlenkern und
Stabilisator vorne, Mehrlenkerachse hinten) dem Volkswagen Touran sehr ähnlich,
unterscheiden sich die beiden dennoch in punkto Agilität ungemein. Der Seat ist
leichtfüßig und recht dynamisch unterwegs, wo der Volkswagen-Van, der zwar 11 cm
länger (mit 10 cm mehr Radstand), aber kaum schwerer (1561 kg Leergewicht) ist, eher
behäbig wirkt.
Sehr sicher
liegt der Altea auf der Straße, problemlos und neutral ist er im Fahrverhalten. Recht
agil gibt er sich bei schneller Kurvenhatz, dabei neigt er in schnell gefahrenen Kurven
nur minimal zum Untersteuern. Da kommt schon Freunde auf, wenn er durch kurvige Pisten
zirkelt! Sicher und spurtreu wechselt er auch für plötzliche Ausweichmanöver und das
anschließende wieder Einscheren die Spur, sauber und solide zieht er beim flotten Slalom
seine Linie. Serienmäßig sind alle in der Kompaktklasse heute üblichen elektronischen
Helfer an Bord, obwohl der Altea auch ohne mit ausreichenden Sicherheitsreserven unterwegs
ist.
Serienmäßig
steht der Altea in der Stylance-Ausstattung auf 16-Zoll-Leichtmetallrädern. Die
Winterreifen im Serienformat 205/55 R 16 fuhr er allerdings auf Stahlrädern mit
Radzierblenden. Das Reifenformat verhilft zu guter Seitenführung und guter
Kraftübertragung, um die Bremsleistung der Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet)
mit Unterstützung durch Bremsassistent, ABS und Elektronische Bremskraftverteilung im
Notfall schnellstmöglich und sicher auf den Asphalt zu bringen.
Serienmäßige
Sicherheit bieten die überwiegend aus nochfesten Stählen gefertigte
Sicherheitsfahrgastzelle mit konstruktiv vorgegebenen Deformationsbereichen sowie
diagonale Verstärkungen als Seitenaufprallschutz in den Türen, Drei-Punkt-Gurte und
Kopfstützen auf allen fünf Sitzen, Front- und Seitenairbags für die Frontpassagiere
sowie Kopfairbags für vorne und hinten. Das
Maximum von fünf Sternen gab es für den Altea im Euro-NCAP-Crashtest für den Schutz der
Fahrzeuginsassen und vier Sterne für die Kindersicherheit. An elektronischen Helfern kann
der Altea mit allem aufwarten, was heutzutage in dieser Klasse üblich ist: Ohne Aufpreis
gibt es ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung sowie ESP mit Traktionskontrolle,
Antriebsschlupfreduzierung und hydraulischem Bremsassistenten.
Zu Preisen ab 16.890 Euro steht der
Altea in den Listen der Händler mit 102 PS starkem 1,6-Liter-Benzinmotor in der
Basisausstattung Reference. Die Stylance-Ausstattung gibt es ab 19.470 Euro, mit
2-Liter-TDI-Motor ab 22.870 Euro. Aufpreis kosten die Lackierung Emocion Rot, getönte
Scheiben hinten, der automatisch abblendende Innenspiegel, die Einparkhilfe hinten, das
Radio-Navigationssystem sowie der CD-Wechsler in der Mittelarmlehne.
Seat
gibt zwei Jahre gesetzliche Gewährleistung auf den Neuwagen, drei Jahre Garantie auf den
Lack sowie zwölf Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Die Mobilität garantiert
Seat fünf Jahre lang beim Einhalten der Service-Intervalle. Alle 15.000 km (oder einmal
im Jahr) muss der Altea zum Ölwechsel, alle 30.000 km (oder einmal im Jahr) zum
Inspektions-Service, eine Service-Intervall-Anzeige weist den Fahrer darauf hin. Die
Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 17 / 22 / 34 (KH
/ VK / TK nach der neuen Struktur in der Fahrzeugversicherung: VK 19, TK 22)
ein.
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