Ein neues Gesicht hat er in diesem Frühjahr bekommen. Mandelförmige Augen und einen
stark an Nissans Double-Wing erinnernden in die Motorhaube integrierten Kühlergrill. Auch
die Heckpartie wurde überarbeitet, die Heckleuchten neu gestaltet. Zudem werden neue
Motoren angeboten. Die ansteigende Gürtellinie verleiht dem Cabrio ein Mehr an Solidität
und Sicherheitsgefühl. In einem Mégane Cabrio 1.6 16V in der "Sport"-Version
waren wir auf den Straßen unterwegs.
Vorne sitzt man in den Sportsitzen gut und geräumig,
hinten wird es für die Passagiere eng: Selbst wenn vorne normalgewachsenen Leute Platz
genommen haben, bleibt hinten nicht viel Kniefreiheit. Kopffreiheit hat man dafür im
Moment satt, weil wir bei Sonnenschein die Fahrt natürlich offen genießen.
Windig ist es vor allem im Nacken. Ein Rolli wäre zum
"oben ohne"-Fahren besser gewesen, denn im Nacken zieht es ohne Windschott ganz
schön. Die Frisur sollte auch bei 1,70 m großen Fahrern einigermaßen windfest gestaltet
sein. Dafür zieht es im Gesicht nicht so übermäßig, daß meine trockenen Augen leiden
müßten und frische Luft gehört einfach zum Fahren unter freiem Himmel.
Der Kofferraum ist mit 281 Litern nicht gerade üppig,
aber irgendwo will ja auch das Stoff-Verdeck, das in der Sport-Ausstattung elektrisch
betätigt von ganz allein im Kofferraum verschwindet, untergebracht werden. Als Option
bietet Renault eine Roadbox, die auf die Rückbank gebaut wird und dem nun zweisitzigen
Roadster zusätzliche 182 Liter Stauraum gewährt. Die 1.700 Mark Aufpreis lohnen sich
dafür in jedem Fall, denn als Sitzbank macht die hintere Reihe mangels Knieraum nicht
viel her.
Mit spontanem Antritt und guter Elastizität überzeugt
der 1,6 Liter-16V-Motor (107 PS). In 10,7 Sekunden sprintet der Fronttriebler von 0 auf
Tempo 100, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Seine Leistung läßt er sich
dabei nicht mit hohem Verbrauch bezahlen. Etwas über 8 Liter Superbenzin auf 100
Kilometern machen ihn zum sparsamen Vertreter seiner Gattung. Dabei erfüllt der Motor die
D4-Abgasnorm.
Die Fünfgang-Schaltung läßt sich weich und präzise
durch die Gänge schalten, allerdings sind die Schaltwege ein wenig lang geraten. Einen
guten Eindruck hinterlassen die Bremsen (vorne innenbelüftete Scheiben, hinten
Trommelbremsen), die das Cabrio rasch und spurtreu zum Stehen bringen.
Vor wenig Probleme stellt einen das Fahrwerk. Die Lenkung
spricht direkt und präzise an. Gut läßt sich das frontgetriebene Cabrio auch um
schnelle Kurven dirigieren, ohne dabei aus der Ruhe zu kommen. Die Federung ist
ausreichend straff geraten, aber keineswegs unkomfortabel.

Mit Servolenkung, elektronischer Wegfahrsperre, ABS mit
elektronischer Bremskraftverteilung, Front- und Seiten-Airbags für Fahrer und Beifahrer,
Seitenschutzverstärkung ist die übliche Sicherheitsausstattung serienmäßig vorhanden.
Als Überrollbügel fungiert die verstärkte Windschutzscheibe.
Die 1.6 16V Sport-Ausstattung des Mégane Cabrio ist die
Top-Version der offenen Baureihe. Der Grundpreis liegt bei 41.000 Mark. Die Klimaanlage
kostet 1.990 Mark extra, die Sitzheizung für die Vordersitze 550 Mark, die Roadbox 1.700
Mark. Ansonsten ist alles, was das Autofahrerleben angenehm macht, serienmäßig
vorhanden.
Renault gewährt ein Jahr Garantie ohne
Kilometerbegrenzung, ein Jahr auf alle Reparaturen, Original-Teile und Original-Zubehör
und 12 Jahre gegen Durchrostung. Die kleine Wartung ist alle 20.000 km (oder alle zwei
Jahre) fällig, die große Inspektion alle 60.000 km. |