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Der große
Lufteinlass im vorderen Stoßfänger verrät schon aus der
Entfernung die Zugehörigkeit zur Löwen-Marke. Mit seinen fast 4,28
m ist er gute 6 cm länger als der Vorgänger 307. Knappe 7 cm mehr
Breite und ca. 1,5 cm weniger Höhe bei gleichem Radstand von 2,61 m
kennzeichnen den neuen Fünftürer, der seit September 2007 auf dem
Markt ist. Was er zu bieten hat, vermittelte eine kurze Ausfahrt.

Der 308 ist als
Drei- oder Fünftürer zu haben. Bei unserem Fünftürer haben auch
die Passagiere der zweiten Reihe sehr guten Zugang zum Innenraum.
Die Übersicht nach vorne ist ganz in Ordnung, aber nach hinten ist
nicht nur das Sichtfeld durch die ansteigende Gürtellinie und die
breiten C-Säulen sehr eingeschränkt, die gebogene Scheibe verzerrt
die Sicht zusätzlich. Die optionale Einparkhilfe hinten sei hier wärmstens
empfohlen!

Dafür ist aber
das Platzangebot in beiden Reihen über jeden Zweifel erhaben. Die
ausreichend straffen, langsteckentauglichen Sitze in der ersten
Reihe sind sportlich konturiert und bieten guten Seitenhalt in den
Kurven. Hinten sind auch die Außenplätze leicht konturiert, was
dem Komfort auf dem Mittelsitz allerdings nicht unbedingt zugute
kommt. Aber mit drei Leuten auf der Rückbank ist es in keinem Auto
sonderlich angenehm. Die Rückbank ist allerdings nichts für
Sitzriesen und groß gewachsene Leute: die abfallende Dachlinie schränkt
die Kopffreiheit auf den hinteren Plätzen etwas ein. Der Laderaum
fasst 348 Liter, die Kapazität lässt sich durch Umklappen der
asymmetrisch geteilten Sitzbank auf bis zu 1201 Liter erweitern. An
maximaler Zuladung sind 453 kg erlaubt.

Der Innenraum
wirkt sportlich-dynamisch mit Rundinstrumenten und den runden
Lufteinlässen, Drei-Speichen-Lederlenkrad sowie dem silberfarbenen
Dekor an der Mittelkonsole. An der Materialqualität ist ebenso
wenig auszusetzen wie an der Verarbeitung. Motoren- und Windgeräusche
halten sich im Innenraum auch bei höherem Tempo in angenehmen
Grenzen. An Übersicht und Bedienbarkeit lässt das Cockpit
ebenfalls keine Wünsche offen.

Das Basismodell
Filou ist serienmäßig ausgestattet mit einer funkfernbedienten
Zentralverriegelung, elektrisch einstellbaren Außenspiegeln,
elektrischen Fensterhebern vorne, Radiovorbereitung mit
Lautsprechern und Antenne, Bordcomputer,
Colorverglasung, einer geräuschgedämmten Frontscheibe sowie
15-Zoll-Stahlrädern mit Radzierblenden. Fahrersitz und Lenkrad sind
höhenverstellbar. Interessant wird es ab der Ausstattungslinie
Tendance mit Klimaanlage, klimatisiertem Handschuhfach, Audiosystem
mit Radio und CD-Spieler sowie Nebelscheinwerfer. Unser 308 in der
Version Sport verfügt ab Werk zusätzlich über elektrische
Fensterheber hinten, Lederlenkrad, Mittelarmlehne vorne, ein Gepäcknetz
zur Gepäcksicherung im Laderaum, Geschwindigkeitsregelung, eine wärmeabweisende
Frontscheibe, das Sicht-Paket mit Fahrlichtautomatik und Regensensor
sowie 16-Zoll-Leichtmetallräder. Die Außenspiegel sind jetzt auch
beheizbar, der Beifahrersitz ebenfalls höhenverstellbar. Gegen
Aufpreis komplettieren eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Seitenairbags
hinten sowie eine Sitzheizung vorne die Ausstattung unseres
Testwagens. Die Linien Sport Plus und Platinum runden die
Ausstattungsauswahl nach oben hin ab.

Der
1,6-Liter-Benzinmotor stammt aus einer Kooperation mit BMW. Er
leistet als Saugmotor 120 PS, turbogeladen sogar 150 PS. Der Motor läuft
seidenweich und vibrationsarm. Das Aggregat
verfügt über die variable Ventilsteuerung VVT mit variablem
Ventilhub auf der Einlassseite. Das optimiert den
Kraftstoffverbrauch bei stärkerem Durchzug auch bei niedrigen
Drehzahlen. Dennoch gibt sich der Motor drehfreudig, sein maximales
Drehmoment von 160 Nm liegt erst spät, nämlich bei 4.250 U/min.
an, auch wenn bereits ab 2.000 Touren gute 140 Nm zur Verfügung
stehen. Der 308 ist natürlich kein Ausbund an Temperament, schließlich
wollen gute 1,3 t Leergewicht in Fahrt gebracht werden. Dafür sind
Antritt und Durchzug aber doch ganz ordentlich. Die
Leistungsentfaltung ist für das mittlere Aggregat der
Benziner-Palette sehr angemessen, wer es spritziger mag, sollte aber
lieber auf das 150-PS-Aggregat zurückgreifen. Das manuelle Fünfgang-Schaltgetriebe
schaltet sich knackig, präzise in der Führung und auf kurzen
Schaltwegen. Es ist für mehr Kraftstoffökonomie eher lang
ausgelegt, wenn auch nicht ganz so lang wie das des gleich
motorisierten Mini Cooper Clubman,
was den Franzosen dafür „unten herum“ auch etwas lebendiger
erscheinen lässt.

In 10,8 Sekunden
beschleunigt der 120 PS starke 308 auf Tempo 100, bei 195 km/h
erreicht er seine Höchstgeschwindigkeit. Der Verbrauch hält sich
mit 9,3 Litern Superkraftstoff je 100 km innerorts, 5,2 Litern außerorts
und 6,7 Litern im gemischten Verbrauch nach EU-Norm in akzeptablen
Grenzen (alles Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen
auf dem Rollenprüfstand). Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4, der
CO2-Ausstoß beträgt 159 g pro km.
Sein
Frontantrieb macht den 308 zu einem eher problemlosen Begleiter. Gut
ist der Geradeauslauf, die sehr gut ansprechende, präzise und
direkte Lenkung sorgt für ein fast schon spaßiges Handling. In den
Kurven gefällt der Franzose durch eine solide Seitenführung und
minimales Untersteuern, wenn man sich allzu nah an den Grenzbereich
heranwagt. Dabei entpuppt sich der Kompakte als wahrer Kurvenräuber.
Die Feder-Dämpfer-Abstimmung ist ein gelungener Kompromiss auch
Fahrkomfort und nötiger Straffheit, um hohe Sicherheitsreserven zu
bieten. Allerdings quittiert der 308 kurze Bodenwellen mit leichten
Nickbewegungen. Die Basisversion kommt mit 195/65er Reifen auf
15-Zoll-Rädern. Der 1.6er steht in der Sport-Ausstattung auf
16-Zoll-Leichtmetallrädern mit 205/55er Reifen. Sehr gut verzögern
die Bremsen (Scheibenbremsen
rundum, vorne innenbelüftet).
Der
Sicherheit der Fahrzeuginsassen dienen eine Aufprallenergie
absorbierende Karosseriestruktur, zusätzliche Seitenverstärkungen
der hochfesten Fahrgastzelle, Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf
allen fünf Sitzen, adaptive Frontairbags, Seitenairbags vorne,
Kopfairbags vorne und hinten, Knieairbag für den Fahrer und zwei
Isofix-Kindersitzhalterungen hinten sowie eine dritte auf dem
Beifahrersitz. Stützrampen in den Vordersitzen (Anti-Submarining-Kissen)
verhindern ein Durchrutschen unter den Gurten. Der Beifahrerairbag
ist deaktivierbar, damit hier auch Kindersitze gegen die
Fahrtrichtung montiert werden können. Optional kann das
Sicherheitspaket durch Seitenairbags hinten ergänzt werden. An
aktiven Helfern hat Peugeot seine Kompaktklasse ab der Basisversion
mit ABS, elektronischer Bremskraftverteilung EBV, Notbremsassistent
sowie Elektronischem Stabilitätsprogramm ESP und
Antriebsschlupfregelung ASR ausgestattet. Serienmäßig gibt es ein
Notrad, eine Reifendruckkontrolle (notwendig bei Montage von Reifen
mit Notlaufeigenschaften) gibt es nur in der Platinum-Ausstattung
serienmäßig und in der Sport-Plus-Ausstattung geben Aufpreis.
In der dreitürigen
Variante kostet der Peugeot 308 ab 15.150 Euro, als Fünftürer ab
15.950 Euro – dafür gibt es die 95-PS-Version in der Ausstattung
Filou. Der 120 PS starke 1.6er 308 ist ab der Tendance-Ausstattung
zu haben und steht ab 18.000 Euro in der Preisliste, der Fünftürer
ab 18.800 Euro. Für die Sport-Ausstattung schließlich legt man ab
19.300 Euro bzw. für den Fünftürer ab 20.100 Euro auf den Tisch
des Händlers. Aufpreis kosten Metallic-Lackierungen sowie beim 308
Sport eine Einparkhilfe hinten, Klimaautomatik, Lederausstattung,
Panorama-Glasdach, CD-Wechsler und ein Navigations-/Telematiksystem.
Peugeot gibt zwei
Jahre Herstellergarantie für den Neuwagen, drei Jahre auf den Lack
und zwölf Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung sowie zwei
Jahre ab Erstzulassung die Mobilitätsgarantie Peugeot Assistance.
Gegen Aufpreis gibt es Verlängerungen von Garantie und Peugeot
Assistance für das dritte bis fünfte Jahr (bis zu einer
Gesamtlaufleistung von 200.000 km) ab Erstzulassung. Zum Service
muss der 308 alle 30.000 km oder alle zwei Jahre. Die Versicherungen
stufen das Modell in die Typklassen 15 / 14 / 17 (KH
/ VK / TK) ein.
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