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Sparsame
Benzinmotoren bauen konnte Opel schon immer. „Ecotec“ hieß seit
den Neunziger Jahren das Zauberwort, das nicht nur für minimale
Fahrbedürfnisse (wie beim Astra G Eco4)
stand. Auch kräftigere Motoren schmückten sich zu Recht mit der
Bezeichnung, da der Kraftstoffverbrauch bei souveräner Fahrweise
durchaus in einem sehr vernünftigen Verhältnis zur Leistung stand.
Das galt sogar für einen 2-Liter-Turbobenziner, den wir im Astra
G Caravan OPC fahren durften. Die sparsamsten Modelle einer
jeden Baureihe tragen heute den Zusatz „EcoFlex“. Dies gilt auch
für die neue Turbo-Version des bekannten 1,6 CNG, die jetzt für
den Zafira B verfügbar ist. Die CNG-Varianten des Zafira gelten als
monovalent, da sie den Erdgastank nur mit einem Nottank für Benzin
kombinieren.
Mit dem Zafira
CNG Turbo haben wir nicht zum ersten Mal ein Fahrzeug mit
Erdgasantrieb (komprimiertes Erdgas CNG im Gegensatz zu Flüssiggas
LPG) zum Test. Über Modelle wie den Ford
Focus C-Max CNG sowie den Ford
Focus 2 CNG, aber auch einen Focus
2 LPG (Autogas) haben wir bereits geschrieben. Hier fuhren
wir die neue Turbo-CNG-Variante vom Zafira B in der
Ausstattungsvariante Edition.
Mit 4,47 m
Karosserielänge hat der Zafira B im Vergleich zum Vorgänger
um 15 cm zugelegt. Den Radstand von 2,70 m und die Bodengruppe teilt
er sich mit dem Astra H Caravan. Guten Zugang zum Innenraum bieten fünf
Türen. Für eine Übersicht ist ab der Edition-Ausführung eine
Einparkhilfe für vorne und hinten als Sonderausstattung verfügbar.
Trotz der hohen Sitzposition: Eine gute Empfehlung!

Das serienmäßige
patentierte Flex7-Sitzsystem setzte schon in der ersten
Generation Maßstäbe für Flexibilität, welche absolut
konkurrenzlos waren. Nahezu unverändert wurde es aus diesem Grund
auch für die zweite Generation übernommen. Das Platzangebot ist in
den beiden ersten Reihen nicht zu beanstanden. Die Kniefreiheit ganz
hinten hängt davon ab, wie weit die zweite Reihe nach hinten
geschoben wird. Die beiden Einzelsitze der dritten Reihe sind
komfortabler als noch in der ersten
Generation, lassen sich aber unverändert unproblematisch im
Laderaumboden versenken. Als Siebensitzer fasst der Kompaktvan
bescheidene 140 Liter Ladung hinter der dritten Sitzreihe. Wird
diese im Laderaumboden versenkt, passen 645 Liter hinter zweite
Sitzreihe des Fünfsitzers. Wird schließlich auch die zweite
Sitzreihe umgeklappt und hinter die Vordersitze geschoben, mutiert
der Zafira zum zweisitzigen Lademeister mit ebener Ladefläche und
1.820 Litern Fassungsvermögen. Und für den Umbau reichen ein
bisschen Geschick und zwei Hände. Optional gibt es einen
Beifahrersitz, den man nach vorne umklappen kann, um bis zum
Armaturenbrett durchladen zu können.

Materialqualität
und Verarbeitung sind ebenso wenig zu beanstanden wie Übersichtlichkeit
und Bedienfreundlichkeit des Armaturenbretts. Zahlreiche Ablagen und
Fächer erleichtern das Verstauen von Kleinkram ... bis hin zu Getränkeflaschen.
Vier Ausstattungslinien hat der Käufer zur Wahl. Die
Basisausstattung heißt Selection (zu Deutsch: Auswahl) und umfasst
... eine „Auswahl“ ;-): eine funkfernbediente
Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorne, Heizung mit
Aktivkohlefilter, ein Triple-Info-Display, Wärmeschutzverglasung
und 16-Zoll-Stahlräder mit Radzierblenden. Die Außenspiegel sind
manuell von innen einstellbar. Die Ausstattung Edition enthält dann
schon eine ganze Reihe kleiner Annehmlichkeiten mehr: u. a.
elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Lederlenkrad,
Bordcomputer, CD-Radio, Klimaanlage, 16-Zoll-Designräder (Stahlräder
mit Radabdeckungen in Leichtmetalloptik), verdunkelte Scheiben im
Fond, Geschwindigkeitsregelung und eine Gepäckraumabdeckung. In höheren
Ausstattungsvarianten oder als Sonderausstattung gibt es Adaptive
Frontscheinwerfer AFL mit Bi-Xenon-Kurvenlicht, elektrische
Fensterheber hinten, Nebelscheinwerfer, Klimaautomatik,
Leichtmetallräder in 16 oder 17 Zoll, Sportsitze, ein
Sicherheitstrennnetz für den Gepäckraum und Lederausstattung.
Sogar ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, ein
Panoramadach, ein Navigationssystem und Freisprecheinrichtung sowie
eine Einparkhilfe für vorne und hinten ist verfügbar.

Drei
Benzinmotoren mit zusätzlichen drei Varianten die auf Erdgas oder
Flüssiggas optimiert wurden sowie zwei Common-Rail-Diesel in vier
Leistungsstufen umfasst die Motorenpalette für den kompakten Van.
Der 1,6-Liter-CNG-Benzinmotor basiert auf dem
1,6-Liter-Twinport-Benziner. Bei unserem Test kam eine aufgeladene
Variante des CNG mit 150 PS zum Einsatz. Als Saugmotor leistet das
CNG-Triebwerk 94 PS. Temperamentvoll ist der Turbo-CNG im Antritt,
sehr ordentlich zieht er auch bei höheren Drehzahlen. Dabei läuft
er ruhig und vibrationsarm. Das manuelle Sechsganggetriebe schaltet
sich leichtgängig, knackig und präzise.

Für die
Beschleunigung von Null auf Tempo 100 braucht der Ergas-Zafira 11,4
Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 200 km/h. Den
Verbrauch gibt Opel für den Erdgas-Antrieb an mit 7,1 kg von dem höherwertigen
H-Gas je 100 km Stadtverkehr, 3,9 kg außerorts und 5,1 kg im
gemischten Verbrauch nach EU-Norm (ermittelt unter Idealbedingungen
auf dem Rollenprüfstand). Neben dem Erdgastank, der 21 kg
komprimiertes Erdgas aufnehmen kann, gibt es einen Nottank für 14
Liter Superkraftstoff. Verbrauchswerte im Benzinbetrieb gibt Opel
nicht an, aber auch sie dürften in einem vernünftigen Verhältnis
zur Leistung stehen. Der Motor erfüllt bereits die Abgasnorm EU5,
der CO2-Ausstoß beträgt 139 g pro km.
Die
Lenkung spricht sehr gut an und ist insgesamt auch sehr direkt
ausgelegt. Da kommt Freude auf, die der Fronttriebler auf kurviger
Piste noch verstärkt. Serienmäßig verbaut ist das
IDS-Fahrwerk (Interaktives Dynamisches Fahrsystem), die optionale
Variante IDSplus mit elektronischer Dämpferregelung CDC vernetzt
Steuergeräte und Sensoren von Fahrassistenzsystemen. Schon das
Standard-Fahrwerk überzeugt mit einer gelungenen Mischung aus
Fahrkomfort und Sicherheit. Die sportliche Agilität, mit der er
sich durch Kurven und Biegungen bewegt, straft seine Ausmaße ebenso
wie sein Leergewicht von über 1,5 t Lügen. Problemlos und
weitgehend neutral liegt er auf dem Asphalt. Flotte Kurven und plötzliche
Ausweichmanöver meistert er spielend, zielgenau und sicher. Unser
Turbo-CNG steht auf optionalen 17-Zoll-Rädern mit 225/45er Reifen
(Serie 205/55 R 16). Ordentlich und auf den Punkt verzögern
Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet).

Im SAFETEC-Sicherheitssystem
sind verschiedene Komponenten zusammengefasst: Eine Karosserie mit hochstabiler Fahrgastzelle,
Seitenaufprallschutz, höhenverstellbare Kopfstützen und
Drei-Punkt-Gurte auf allen Plätzen, Front- und Seitenairbags für
die Frontpassagiere, Kopfairbags an den Fenstern der ersten und
zweiten Sitzreihe, Isofix-Kindersitzvorrüstungen auf den Außenplätzen
der zweiten Sitzreihe, Sicherheitslenksäule und auskuppelnde
Pedale. Aktive Kopfstützen vorne kosten extra. Im EuroNCAP
erreichte der Zafira B im Jahr 2005 das Maximum von fünf Sternen für
Insassenschutz, vier Sterne für Kindersicherheit und zwei Sterne für
Fußgängerschutz. An Fahrassistenzsystemen gibt Opel ihm serienmäßig
alles mit, was heutzutage Standard ist: ABS mit Elektronischer
Bremskraftverteilung und Bremsassistent, ESPplus und die
Traktionskontrolle TCplus sowie die Kurvenbremskontrolle CBC.
Serienmäßig an Bord ist ein Reifen-Reparatur-Set. Eine
Reifendruckkontrolle (vorgeschrieben für die Montage von Reifen mit
Notlaufeigenschaften) ist ab Edition gegen Aufpreis zu haben. Ein
Ersatzrad gibt es optional, aber nicht für die CNG-Zafiras, bei
denen im Fahrzeugboden die Erdgastanks untergebracht sind.
Ab
20.295 Euro ist der Zafira zu haben, mit 1,6-Liter-Ottomotor (mit
115 PS) in der Basisausstattung Selection. Der 1.6 CNG Turbo EcoFlex
steht ab 25.735 Euro in der Preisliste, in Edition-Ausstattung ab
27.495 Euro. Metallic-Lackierungen kosten ebenso extra wie
verschiedene Sonderausstattungen. Über die bisherige
Neuwagen-Garantie von zwei Jahren hinaus (mit optionaler
Garantieverlängerung) gibt Opel jetzt eine lebenslange Garantie für
den Neuwagenkäufer (bis 160.000 km) beim Einhalten der
Inspektionsintervalle. Ein Zweitbesitzer kann diese Garantie gegen
Aufpreis übernehmen. Der Mobilitätsservice gilt ebenfalls beim
Einhalten der Service-Intervalle. Eine Hauptinspektion wird nach 24
Monaten oder 60.000 km fällig, die Zwischeninspektion mit Ölwechsel
nach 12 Monaten oder 30.000 km. Die Versicherungen stufen das Modell
in die Typklassen 20 / 19 / 19 (KH / VK /
TK) ein.
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