
Mit dem neuen Signum will Opel ein neues
Marktsegment definieren. In Rüsselsheim nennt man es die "Signum-Class"
und die Verbindung von Wandlungsfähigkeit mit einer unverwechselbaren Karosserieform ist
tatsächlich einzigartig. Ab dem 9. Mai steht die elegante Schrägheck-Limousine als
dritte Karosserie-Variante nach Vectra und Vectra GTS beim Händler. Obwohl die Front der des Vectra ähnlich ist, so nimmt man den Signum dank der
dynamischen Seitenlinie als eigenständiges Modell wahr. Ein Kombi will der Signum nicht
sein, die gebogene Heckklappe spricht ihre eigene Sprache. Darüber hinaus haben ihm die
Opel-Entwickler eine hohe Flexibilität und Wandlungsfähigkeit gepaart mit
Oberklasse-Komfort ins Lastenheft geschrieben.
Die
Karosserie ist nur 4 cm länger und 6 mm höher als Vectra
und Vectra GTS, besitzt aber 13 cm mehr
Radstand, der komplett den Fondpassagieren zugute kommt. Die sitzen zwar auch im Vectra und im Vectra
GTS schon großzügig, aber die Kniefreiheit im Signum reicht an höchste
Maßstäbe heran, wie sie in der Oberklasse angelegt werden.

Bequemen Zugang finden die Passagiere
über vier Türen. Die hinteren Türen sind vor allem unten sehr weit ausgeschnitten, was
den Einstieg gerade für ältere Leute sehr viel angenehmer macht, weil sie sich erst auf
den Sitz setzen und dann die Beine in den Fußraum schwingen können. Straffe, gut
konturierte Frontsitze bieten angenehmen Sitzkomfort und guten Seitenhalt. Auch die
Rücksitze sind sehr straff gehalten, außen leicht konturiert, zwei Passagiere finden
dort großzügigen Raumkomfort, ein dritter schränkt die Ellenbogenfreiheit etwas ein.
Die Außenplätze verfügen serienmäßig über Isofix-Kindersitzbefestigungen und
ein Novum überhaupt aktive Kopfstützen.

Innovativ und von immensem praktischen
Nutzwert ist das FlexSpace-Sitzsystem
(Video, 1,5 MB). Rücksitzbank und lehne sind dreifach geteilt (40:20:40),
alle drei Sitze lassen sich vor und zurück verschieben und einzeln umklappen. Umgeklappt
entsteht eine fast ebene Ladefläche. Auch der Beifahrersitz kann umgeklappt werden und
gibt dann einen ebenen Laderaum bis zum Armaturenbrett frei. Unter der Laderaumabdeckung
stehen mindestens 365 Liter Volumen für Gepäck zur Verfügung, werden die Rücksitze
ganz nach vorne verschoben und die Lehne steiler gestellt, sind es 550 Liter. Bei
umgeklappter Rücksitzlehne stehen dachhoch bis zu 1.400 Liter zur Verfügung. Gute 515 kg
sind an maximaler Zuladung (zusätzlich zum Fahrer) möglich.

Richtig unübersichtlich ist die
Karosserie nicht, aber die optionale Einparkhilfe für vorne und hinten hilft ungemein
beim Rangieren. Ansprechend gestaltet ist der Innenraum: Funktional und gut erreichbar
sind Schalter und Anzeigen. Tadellose Verarbeitung prägt den eher wohnlichen Innenraum
der Cosmo-Ausstattung ebenso wie die eher sportliche Anmutung in der Sport-Version.

Die Serienausstattung ist schon in der
Basis-Version sehr umfangreich und umfasst all die kleinen Annehmlichkeiten des
Autofahrerlebens: Funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrisch einstellbare
Außenspiegel, elektrischen Fensterheber vorne und hinten, das FlexSpace-Sitzkonzept und
eine manuelle Klimaanlage. Die Sport-Ausstattung verfügt zudem über Bordcomputer,
17-Zoll-Leichtmetallräder, Sportsitze vorne und ein Sportfahrwerk. Die
Elegance-Ausstattung kann mit Geschwindigkeitsregler, Regensensor mit automatisch
abblendendem Innenspiegel und Leichtmetallrädern (16 Zoll) aufwarten, in der
Cosmo-Ausstattung kommen dazu noch Lederpolster, ein Radio-Navigationssystem mit
CD-Wechsler, 17-Zoll-Leichtmetaller sowie Sitze mit Sitzheizung und elektrischer
Sitzeinstellung vorne.
Aufpreis
kosten die Zwei-Zonen- Klimaautomatik, eine Einparkhilfe für vorne und hinten, das Radio-
Navigationssystem mit CD-Wechsler und Mobiltelefon, der Travel Assistant auf der Rückbank
sowie Xenon-Scheinwerfer.
Die Motorenpalette bietet für jeden
Geschmack etwas an: Den bekannten 1,8-Liter-Vierzylinder- und
3,2-V6-Sechszylinder-Triebwerken (mit 122 bzw. 211 PS) stehen als Benziner mit dem
2,2-Liter-Benzindirekteinspritzer (155 PS) und dem 2-Liter-Turbo (175 PS) zwei
Neuentwicklungen zur Seite, bei den Selbstzündern rundet ein
3-Liter-Common-Rail-Sechszylinder (177 PS) die Palette mit den bekannten 2-Liter- und
2,2-Liter-Turbodiesel-Direkteinspritzern (100 bzw. 125 PS) ab.

Uns standen für Probefahrten der
3,2-Liter-Sechszylinder-Benziner sowie der
3-Liter-Common-Rail-Turbodiesel-Direkteinspritzer (3.0 V6 CDTI) zur Verfügung. Der 3.2 V6
war mit einer manuellen Fünfgang-Schaltung kombiniert. Leichtgängig und präzise, wenn
auch nicht so richtig flutschig lässt sich der Hebel durch die Schaltkulisse dirigieren.
Mit der manuellen Schaltung lässt sich die Leistung des Motors sportlicher abrufen als
mit der Automatik, die wir im Vectra GTS zur
Verfügung hatten. Antritt und Durchzugsvermögen überzeugen ebenso wie die Laufkultur
des 211 PS starken Opel-Motors: Ruhig, vibrationsarm, dabei souverän in der
Leistungsentfaltung. Beim Gas geben macht sich der sportliche Motor akustisch ein wenig
bemerkbar, auch wenn dies dank der guten Geräuschdämmung zum Motorraum nur gedämpft im
Innenraum zu vernehmen ist. Von Null auf Tempo 100 sprintet der Sechszylinder-Signum in
sportlichen 7,9 Sekunden, bei 237 km/h erreicht er seine Spitzengeschwindigkeit. Im
Verbrauch zählt selbst bei ökonomischer Fahrweise die Stadt nicht zu seinem Revier: 14,3
Liter Superbenzin auf 100 km innerstädtisch machen das deutlich. Außerorts (mit einem
Verbrauch von 7,6 Litern) ist da eher sein Metier. Im gemischten Verbrauch nach EU-Norm
verbraucht er 10,1 Liter auf 100 km (alle Verbrauchswerte sind Herstellerangaben).

Der 3-Liter-CDTI-Sechszylinder ist dank
Common-Rail-Technik und einiger Modifizierungen am Basistriebwerk auf dem neuesten Stand
der Technik. Nur im Leerlauf ist ein Hauch von Nageln zu hören, aber ansonsten meint man,
man sitzt in einem Benziner, was auch der guten Dämmung zum Motorraum zu verdanken ist.
Auch beim Gasgeben ist nur ein dezentes leises Säuseln zu vernehmen. Im Antritt öffnet
sich kurz das Turboloch, bevor der Wagen lossprintet. Sowohl mit Fünfgang-Automatik als
auch mit manueller Sechsgang-Schaltung bringt der Signum die Kraft des 177 PS starken
Motors souverän auf die Straße. Mit Automatikgetriebe stemmt der Motor ein geringeres
maximales Drehmoment auf die Kurbelwelle, dafür aber über ein breiteres Drehzahlband
(330 Nm bei 1.600 bis 3.600 U/min.). Damit spurtet er in immerhin 9,9 Sekunden aus dem
Stand auf Tempo 100 (bei fast 1,7 t Leergewicht) und erreicht bei 218 km/h seine
Höchstgeschwindigkeit. Der Verbrauch liegt innerstädtisch bei 11,2 Litern Diesel je 100
km, außerorts 6,0 Liter und im gemischten Verbrauch nach EU-Norm bei 7,9 Litern. Die
Automatik ist gut abgestuft und schaltet sauber und kultiviert rauf und runter. Eine
ActiveSelect-Funktion ermöglicht manuelles Schalten, leider aber nur am Schalthebel und
nicht am Lenkrad.

Die manuelle Sechsgang-Schaltung im
Sechszylinder-Diesel ist eine Neuentwicklung. Sie gefällt noch ein wenig besser als die
schon schön zu schaltende Fünfgang-Schaltung im Sechszylinder-Benziner. Leichtgängig
und präzise flutscht der Schalthebel weich und fast wie von selbst durch die Gänge. Mit
manueller Schaltung liegt ein maximales Drehmoment von 370 Nm an, allerdings erst zwischen
1.900 und 2.800 U/min. Dafür beschleunigt er in 9,4 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht
seine Höchstgeschwindigkeit bei 221 km/h. Mit manueller Schaltung lässt sich der
V6-Diesel-Signum sparsamer fahren: 10,2 Liter Diesel innerorts, 5,8 Liter außerorts und
7,4 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm. Alle Benzinmotoren der Signum-Baureihe
erfüllen die Abgasnorm Euro 4, die Diesel Euro 3. Zum Jahresende plant Opel die
Einführung eines Euro-4-Dieselmotors mit Partikelfilter.

Die guten Gene der Vectra-Plattform, auf der auch der Signum gebaut wird,
machen sich beim Fahrverhalten bemerkbar. Sicher liegt der Fronttriebler auf der Straße.
Der lange Radstand beschert ihm einen tadellosen Geradeauslauf, aber auch einen großen
Wendekreis. Dennoch zirkelt der mit Sechszylinder-Motoren über 1,6 bis fast 1,7 t schwere
Wagen recht wendig auch um enge Kurven, meistert leichtfüßig plötzliche einfache und
doppelte Spurwechsel. Die Lenkung spricht gut an und erlaubt präzise Lenkmanöver.
Zielgenau folgt er der vorgegebenen Bahn. Eine leichte Neigung zum Untersteuern kündigt
gutmütig den hoch angesiedelten Grenzbereich an. Alles in allem ist das Fahrwerk auch
ohne technische Helfer sehr sicher.
Der Signum wartet natürlich mit den
technischen Finessen des Interaktiven Dynamischen Fahrsystems (IDS) auf. Die
Traktionskontrolle TC plus mit Motor- und Bremseingriff stabilisiert das Fahrzeug beim
Beschleunigen, das ESP plus bremst bis zu drei Räder gleichzeitig ab, um das Fahrzeug in
der Kurve in der Spur zu halten. Das hervorragend abgestimmte Fahrwerk macht aber vor
allem Eingriffe des ESP nur selten nötig, der Grenzbereich liegt sehr hoch. Vor allem das
ESP arbeitet sehr fein dosiert und unauffällig, dass der Fahrer die Eingriffe, wenn sie
denn nötig sind, kaum mitbekommt.

Die Bremsanlage mit großdimensionierten
Scheibenbremsen (rundum innenbelüftet bei den beiden Sechszylindern) bringt den Signum im
Notfall prompt, sicher und spurtreu zum Stehen. Unsere Testwagen standen wegen der
Ausstattungslinien Sport und Cosmo auf 17-Zoll-Leichtmetallrädern mit 215/50er Reifen
anstelle der serienmäßigen Basis-16-Zöller mit 215/55er Bereifung. Der Signum ist
sportlicher ausgelegt als der Stufenheck-Vectra:
Straffer ist das Fahrwerk schon in der Serienversion, die Sport-Variante ist 20 mm tiefer
gelegt, die Federn und Dämpfer sind entsprechend sportlicher abgestimmt. Das
Serienfahrwerk bietet aber trotz seiner sportlichen Abstimmung und der breiten
17-Zoll-Räder noch einen guten Fahrkomfort, das Sportfahrwerk einen mehr als
ausreichenden Restkomfort.
Genau wie beim Vectra und beim Vectra
GTS ist die Sicherheitsausstattung schon ab Werk vorbildlich: Eine
Sicherheitskarosserie mit computerberechneten Verformungszonen, Rammschutzträger und
hochfeste Profile in den Türen, verstärkte Dachquerträger, Säulen und Schweller aus
hochfestem Stahl sowie eine verwindungssteife Fahrgastzelle hat Opel dem Signum zum
passiven Schutz der Passagiere mitgegeben. Auskuppelnde Pedale, Sicherheitslenksäule,
Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen fünf Sitzen, Front- und Seitenairbags für
die Frontpassagiere sowie Kopfairbags für vorne und hinten, aktive Kopfstützen mit
Lehnenunterstützung vorne und Isofix-Kindersitzbefestigungen sowie erstmals
überhaupt im Fond aktive Kopfstützen auf den äußeren Plätzen hinten runden den
Schutz im Falle eines Unfalles ab. Auch die aktiven Hilfen für den Fahrer sind neuester
Stand der Technik: das Interaktive Dynamische Fahrsystem (IDS) umfasst die
Traktionskontrolle TC Plus, ein ESP der neuesten Generation (ESP plus) sowie ABS mit
Kurvenbremskontrolle CBC, Bremsassistent und elektronischer Bremskraftverteilung. Die
Bremsbelagverschleißanzeige ist Serie, die Einparkhilfe optional verfügbar, ebenso eine
Reifendruckkontrolle.

Mit Preisen ab 23.000 Euro startet
der Signum in der Preisliste. Die beiden Topmotoren sind in der Basisausstattung ab 27.700
(3.2 V6) bzw. 28.900 Euro (3.0 V6 CDTI) zu haben. Die Elegance-Ausstattung kostet jeweils
1.480 Euro Aufpreis, die Sport-Version 2.480 Euro und die Top-Ausstattung Cosmo 5.680 Euro
(alle gegenüber Basis). Opel gibt 2 Jahre Gewährleistung auf den Wagen sowie 12 Jahre
gegen Durchrostung. Service-Checks sind alle 30.000 km (Diesel 50.000 km) oder alle zwei
Jahre fällig. |