Mit fast 4,90 m Länge ist er rein
optisch eine Größe. Gradlinig und gestreckt zieht sich die Karosserie, vom Design her
ist er dagegen eher zurückhaltend und unauffällig gestaltet. Seine Qualitäten offenbart
er dafür auch erst bei näherer Betrachtung.
Der neue Kühlergrill weckt Erinnerungen
an den guten alten Commodore C. Stärker konturiert zeigt jetzt die Motorhaube Profil.
Technisch verbessert und optisch überarbeitet startete der Omega in das Modelljahr 2000.
Neu im Programm ist der 2,2-Liter-Ecotec-Motor mit 144 PS, der den 2-Liter-Motor (136 PS)
als Einstieg in die Reihe ablöst. Mit dieser Einstiegsmotorisierung fuhren wir den Omega
in Elegance-Ausstattung mit beigen Ledersitzen und der Metallic-Lackierung Premiumblau.

Das Platzangebot ist vorne wie hinten
für alle Mitfahrer mehr als befriedigend. Auch über den Sitzkomfort auf den straff
gepolsterten Ledersitzen lässt sich nicht meckern: Sie sind langstreckentauglich,
Lendenwirbelstützen entlasten den Rücken der Frontpassagiere, allerdings bieten die
Sitze wenig Seitenhalt. Drei-Punkt-Sicherheitsgurte auf allen Sitzen, vier Airbags und
aktive Kopfstützen vorne, serienmäßig drei Kopfstützen hinten bieten umfassende
Sicherheit für die Passagiere. Leider lässt sich die mittlere Kopfstütze auf der
Rückbank nicht versenken. Wer sie nicht braucht, muss sie ausbauen. Das kann Opel
eigentlich besser, wie die versenkbaren Kopfstützen in Astra und Vectra beweisen.

Einfach und schnörkellos ist das Cockpit
gestaltet. Und wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, dass der unterste der drei
fahrerseitig auf der Mittelkonsole angebrachte Knöpfe der Schalter für die Hifi-Anlage
ist, kann man den Wagen sogar nur mit Blick auf die Straße fahren: Alle Schalter und
Anzeigen sind gut sichtbar und in Reichweite angeordnet. Ablagefächer in den Türen,
links außen unter dem Armaturenbrett, im Handschuhfach und in der Mittelkonsole sind
ausreichend vorhanden. Nur ein geeignetes und gut zugängliches Fach für die Sonnenbrille
fehlt in der Mittelkonsole. Ebenso ein Scheibenwischer für die Heckscheibe. Ganz nett ist
das elektrische Heckrollo bei praller Sonne für die Fondpassagiere.

Das Wurzelholzdekor sieht im Omega etwas
matt aus, es gefällt im Astra bedeutend besser. Nicht wirklich hochwertig wirkt jedoch
die dunkle Kunststofffront des Armaturenbrettes, aber an der Verarbeitungsqualität im
Passagierraum gibt es nichts zu bemängeln. Insgesamt hinterlässt der Omega einen guten,
soliden und komfortablen Eindruck.
Der Kofferraum ist sehr
vorteilhaft nur separat zu öffnen: Per Knopfdruck auf dem Schlüssel oder an der
Mittelkonsole. Mit 530 Litern Ladevolumen bietet er sehr ordentlich Platz, ist fast
quadratisch nutzbar, die 475 kg maximale Zuladung sind hingegen etwas mager. Unpraktisch
für schweres Gepäck ist die Ladekante von 75 cm und die folgende Stufe von 22 cm, aber
mit der Einladebreite von fast einem Meter trotz Reserverad links an der
Kofferraumwand kann man leben. Die geteilt umlegbare Rückbank ermöglicht eine
Ladetiefe von fast zwei Metern, wenn sich die Frontpassagiere im Platzbedarf
zurücknehmen. Bis unters Dach fasst die Limousine dann 1.460 Liter.

Schon der kleinste Benziner der Reihe,
der 2,2-Liter-16-Ventiler macht einen guten Eindruck: laufruhig und kultiviert dreht er
hoch. Sein maximales Drehmoment von 205 Newtonmetern bei 4.000/min., das gleichbleibend
hohe Drehmoment über einen weiten Drehzahlbereich und 144 PS liefern einen zügigen
Antritt und ausreichend Durchzug in Fahrt. Lediglich voll beladen wirkt der Motor etwas
überfordert.
Die heckgetriebene Limousine sprintet von
Null auf Hundert in 10,5 Sekunden, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h geht ihr
dann die Luft aus. Ganz manierlich für den kleinen Motor bei einem knapp 1,6 Tonnen
schweren Wagen. Durstig ist er vor allem in der Stadt mit einem Verbrauch von 13,2 Liter
auf 100 km, 9,4 Liter sind es im gemischten Zyklus nach EU-Norm (Herstellerangabe).
Der Hecktriebler verfügt über ein
sauber zu schaltendes Fünfganggetriebe. Die Lenkung arbeitet leichtgängig und zielgenau.
Der Wagen spricht direkt auf Lenkbewegungen an und vermittelt guten Fahrbahnkontakt.
Neutrales Fahrverhalten zeichnet ihn auch in schnellen Kurven aus, ein Lupfen des Gaspedal
bleibt ohne Folgen. Erst wenn bei zu hohem Tempo ein kräftiger Tritt auf die Bremse
nötig wird, dann drängt das Heck zum Kurvenaußenrand. Ansonsten ist der Wagen nicht aus
der Ruhe zu bringen, auch plötzliche Spurwechsel nimmt er gelassen hin, lässt sich trotz
seines Gewichte leicht dirigieren. Mit der Servolenkung und einem Wendekreis von 10,95 m
gibt er sich erstaunlich wendig und lässt sich leicht wenden und rangieren.

Pluspunkte sammelt der Wagen auch beim
Fahrkomfort. Komfortabel, aber nicht zu weich gefedert, bewegt er sich über die Straßen.
Kleinere Unebenheiten bügelt er klaglos glatt, aber auch größere dringen nicht als
grobe Stöße in den Innenraum vor.
Dank der großdimensionierten
Scheibenbremsen (vorne innenbelüftet) mit "Quick Power"-Bremskraftverstärker
kommt der Omega auch aus höheren Geschwindigkeiten schnell und sicher zum Stand.
Die serienmäßige Sicherheitsausstattung
ist fast schon Oberklasse: aktive Kopfstützen vorne, drei Kopfstützen hinten (alle
höhen- und neigungsverstellbar), Drei-Punkt-Sicherheitsgurten mit Gurtstraffern auf allen
fünf Plätzen sowie vier Airbags für Fahrer und Beifahrer. Das
Opelfix-Kindersitzhaltesystem sowie passende Kindersitze für jedes Alter gibt es gegen
Aufpreis. An Fahrwerksregelsystemen ist er ausgestattet mit ABS, TC Plus und dem neuen
S-DSA-Sicherheitsfahrwerk, ESP gibt es bislang noch nicht, aber den Elch braucht der Omega
wahrlich nicht zu fürchten.

Ab 50.150 Mark ist der Omega mit dem 2.2
16V-Motor in der Grundausstattung zu haben, in der nächsthöheren Ausstattung mit der
Bezeichnung "Elegance" kostet er 54.750 Mark. Aber schon in der Grundausstattung
ist er umfassend ausgerüstet inklusive Radio oder Radio mit CD-Wechsler sowie einer
Klimaautomatik mit getrennter Temperaturregelung für Fahrer und Beifahrer. Die
Elegance-Ausstattung umfasst zusätzlich Features wie den Bordcomputer, elektrische
Fensterheber mit Tippfunktion und Einklemmschutz hinten (vorne sind Serie),
Nebelscheinwerfer sowie Xenon-Scheinwerfer mit dynamischer Leuchtweitenregulierung.
Zusätzlich ausgestattet ist unser Testwagen mit den netten kleinen Annehmlichkeiten der
Top-Ausstattungslinie "Executive", die es als Komplettangebot für die beiden
kleinsten Motoren der Reihe nicht gibt: Geschwindigkeitsregler (597 Mark),
Navigationsradio Siemens NCDR 2011 mit Farbmonitor (2.747 Mark), Lederausstattung in
Verbindung mit elektrischer 8-Wege-Sitzeinstellung und Sitzheizung für die Vordersitze
(2.360 Mark) sowie das elektrische Sonnenschutz-Rollo für die Heckscheibe (555 Mark). Nur
die Reifen sind nicht die 17-Zoll-Breitreifen der Executive-Ausstattung (gäbe es gegen
1.020 Mark Aufpreis), sondern die serienmäßigen 16-Zoll-Reifen auf
7-Speichen-Elegance-Leichtmetallfelgen. Die Metallic-Lackierung kostet 1.375 Mark extra,
eine automatische Niveauregulierung 1.165 Mark; empfehlenswert ist auch der Parkpilot für
580,66 Mark, weil das hintere Ende der Karosserie nur schwer einzuschätzen ist.
In der Anschaffung ist er günstiger als vergleichbare
deutsche Konkurrenten wie der A6, der Fünfer-BMW oder die E-Klasse. Mit den
Versicherungsklassen 15 / 18 / 23 (H / V / T) liegt er im Mittelfeld der Wettbewerber. Die
Garantieleistungen sind die für Fahrzeuge deutscher Marken üblichen zwölf Monate auf
den Wagen ohne Kilometerbegrenzung und zehn Jahre gegen Durchrostung. |