
Der mit 4,04 m sehr kompakte Minivan
basiert auf Opels Kleinwagen, dem Corsa. Mit ihm
will sich Opel unterhalb des Kompaktvans Zafira mit
maximaler Flexibilität und hohem Nutzwert etablieren. Intelligente Raumkonzepte tragen
wie schon bei Zafira und Signum ihren Teil dazu bei. Zum Test stand uns ein
Meriva 1.6 (mit 87 PS) in Enjoy-Ausstattung und der Zweischicht-Mineraleffekt-Lackierung
Ultrablau zur Verfügung.

Der Zugang zum Minivan über vier Türen
und Heckklappe ist natürlich klasse. Die Übersicht nach vorne geht ja in Ordnung, aber
nach hinten sollte man sich die optionale Einparkhilfe gönnen. Die Sitzposition in der
1,62 m hohen Karosserie ist wie in jedem Van recht hoch. Die Sitze sind mit
strapazierfähigem Stoff in Brillantblau bezogen und vorne wie hinten recht straff. Die
Frontsitze sind gut konturierte Einzelsitze, die guten Seitenhalt bieten, aber leider eine
recht kurze Auflagefläche haben, hinten sitzen bis zu drei Passagiere auf einer Bank.
Wobei das "bis drei" wohl eher als Lösung für kurze Strecken angesehen werden
sollte, auch wenn der Mittelsitz mit Drei-Punkt-Gurt und Kopfstütze ausgerüstet ist.
Wenn man den mittleren Sitz hinten allerdings nach unten verschwinden lässt, finden zwei
Passagiere großzügige Einzelsitze mit ausreichender Knie- und Kopffreiheit vor.

Größtmögliche Flexibilität bietet das
FlexSpace-Konzept der Rückbank: Sie besteht aus drei Einzelsitzen, die nach unten
weggeklappt und vollständig versenkt werden können. Alle drei Sitzlehnen sind einzeln
umklappbar. Die äußeren Sitze sind nach Verschwindenlassen des Mittelsitzes längs-,
quer- und neigungsverstellbar. Die vollständig versenkbaren Sitze geben im Zweifelsfalle
über die volle Breite und Länge einen ebenen Laderaumboden frei. Damit erhöht sich das
Gepäckraumvolumen von 350 auf 1,410 Liter. Unter der Laderaumboden- abdeckung befinden sich zusätzliche Fächer für
Warndreieck, Erste-Hilfe-Kasten, Gepäcksicherungsnetz sowie Kleinkram, der nicht so
offensichtlich im Laderaum untergebracht werden soll. Die Enjoy-Ausstattung verfügt zudem
über einen umklappbaren Beifahrersitz, der die Beladung bis zum Armaturenbrett
gewährleistet.

Das Cockpit ist einfach und funktional
gestaltet. Alles ist übersichtlich, Bedienschalter leicht zu finden. Ablagen finden sich
ab der Serienversion im Handschuhfach, in allen vier Türen, zwischen Vordersitzen und
Türen sowie in zwei seitlichen Fächern mit Netz im Gepäckraum, dazu kommen die Fächer
unter dem Gepäckraumboden. In der Enjoy-Ausstattung kommen Ablagetische und Netze an den
Rückseiten der Vordersitze, der Travel-Assistant (verschiebbare Mittelarmlehne im Fond
mit isoliertem Staufach) sowie das Komfort-Paket mit einem Ablagefach unterm
Beifahrersitz, Brillenhalter im Dachhimmel an der Fahrerseite und dem
Gepäcksicherungsnetz für den Laderaum dazu.

Schon in der Basisausstattung verfügt
der Meriva die kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens wie elektrisch einstellbare
und beheizbare Außenspiegel, funkfernbediente Zentralverriegelung und
Wärmeschutzverglasung sowie das innovative FlexSpace-Sitzkonzept und die
Follow-me-home-Lichtfunktion. Ab der Ausstattungsvariante Enjoy kommen elektrische
Fensterheber zumindest für vorne dazu (hinten gibt es nur gegen Aufpreis), der
umklappbare Beifahrersitz, das Komfort-Paket mit Ablagefach unterm Beifahrersitz,
Brillenhalter und Gepäcknetz, Ablagetische an den Vordersitzen sowie der Travel-Assistant
(verschiebbare Mittelarmlehne im Fond). Aufpreis kosten getönte hintere Scheiben,
Xenon-Scheinwerfer (inkl. Nebelscheinwerfer), Lederlenkrad, Klimaautomatik, CD-Radio und
das DVD-Car-Entertainment-System AutoVision.

Der 1,6-Liter-Motor mit 87 PS ist die
Einstiegsmotorisierung der Baureihe. Bis 125 PS reicht die Motoren-Palette. Mit seinen 87
PS reißt der Meriva natürlich keine Bäume aus, aber als Basismotorisierung ist sie in
Ordnung: Im Antritt ebenso wie im Durchzug oder in der Leistungsentfaltung. Die
Beschleunigung von Null auf 100 km/h schafft er in 14,5 Sekunden, bei 170 km/h erreicht er
seine Höchstgeschwindigkeit.
Für einen Vierzylinder läuft der
drehfreudige Motor recht ruhig, kultiviert und sehr vibrationsarm, wobei die Dämmung zum
Motorraum hin bei Kleinwagen natürlich nie die beste ist. Das manuelle Fünfgang-Getriebe
lässt sich leicht, ist aber nicht immer ganz präzise schalten. Die Abstufungen der
Gänge sind eher sportlich kurz, um dem immerhin 1.350 kg schweren Wagen einen akzeptablen
Antrieb zu geben.

Der Verbrauch des 87-PS-Motors liegt
geringfügig über dem des gleichgroßen Ecotec-Motors mit 100 PS: 10,5 Liter Superbenzin
je 100 km innerorts, 6,2 Liter außerorts sowie 7,8 Liter im gemischten Verbrauch nach
EU-Norm bei ökonomischer Fahrweise. Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4. Es stellt sich
natürlich die Frage, ob sich nicht angesichts eines Mehrpreises von 785 Euro der
sparsamere und durchzugsstärkere 1,6-Liter-Ecotec-Meriva mit 100 PS
(Durchschnittsverbrauch: 7,5 Liter Superbenzin je 100 km) lohnt. Der lässt sich vor allem
in der Stadt sparsamer fahren (Verbrauch 9,9 Liter, alles Herstellerangaben).

Der Frontantrieb macht den Meriva zu
einem recht problemlosen Begleiter. Die Lenkung ist direkt ausgelegt, folgt genau den
Lenkbefehlen des Fahrers und bringt auf kurviger Strecke richtig Spaß. Trotz der direkten
Lenkung will nicht so recht ein Fahrbahnkontakt rüber kommen, denn das Fahrwerk ist recht
weich und komfortabel ausgelegt.
Im Fahrverhalten ist der Meriva sehr
problemlos zu handhaben, allerdings sind dank des weichen Fahrwerks hier Grenzen gesetzt,
was plötzliche Lenkmanöver oder enge Kurven bei höheren Geschwindigkeiten angeht.
Allerdings sind das immer noch Grenzbereiche, in denen sich der Fahrer üblicherweise
nicht aufhält. Plötzliche Spurwechsel absolviert er sicher und spurtreu, wenn auch mit
deutlicher Karosserieneigung. Ebenso verhält er sich beim anschließenden
Wiedereinscheren. Beim Slalom fährt er auch zügig eine schöne, saubere Linie, aber man
spürt schon, wann man nicht mehr schneller werden sollte.

Anstelle der serienmäßigen Reifen im
Format 175/70 R 14 stand unser Testwagen auf 15-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 185/60er
Bereifung. Die bieten mehr Traktion und Seitenführung in den Kurven. Die Scheibenbremsen
rundum (vorne innenbelüftet) sprechen gut an, sind gut dosierbar, könnten aber
trotz Bremsassistent besser verzögern. Der 87-PS-Meriva verfügt leider wie
so oft als schwächere Motorisierung über kleinere Bremsscheiben als der
100-PS-Ecotec-Meriva, was sich natürlich in längeren Bremswegen niederschlägt.
Der Meriva ist in der Fahrwerksabstimmung
eher komfortabel, was eine recht deutliche Seitenneigung in Kurven sowie einen nicht ganz
so guten Fahrbahnkontakt zur Folge hat. Ein strafferes Fahrwerk würde dem Meriva nicht
schaden, brächte aber zusätzliche Sicherheitsreserven.

Passive Sicherheit im Falle eines
Unfalles bieten die Sicherheitskarosserie mit Rundumschutzsystem aus computerberechneten
Knautschzonen, verwindungssteifer Fahrgastzelle, Stahlrohrverstärkungen in den Türen,
Kindersicherung und zwei Isofix-Kindersitzvorrüstungen hinten, fünf Kopfstützen und
fünf Dreipunktgurte sowie Front- und Seitenairbags vorne. Als Sonderausstattung gibt es
ein Full-Size-Kopfairbag-System vorn und hinten inklusive aktiver Kopfstützen vorne sowie
die Isofix-Kindersitzvorrüstung für den Beifahrersitz inklusive Sitzbelegungserkennung.
Fahrassistenzsysteme für aktive Sicherheitsreserven umfassen ABS, elektronische
Bremskraftverteilung Bremsassistent und ESP. Das ESP ist allerdings im Meriva nur gegen
Aufpreis inklusive, die Traktionskontrolle TC plus ist nur für den 1,8-Liter-Benziner
(125 PS) sowie den 1,7-Liter-Common-Rail-Diesel bei beiden aber als
Serienausstattung verfügbar.
Ab 13.995 Euro steht der Meriva in der
Preisliste mit 1,6-Liter-Basismotor und Grundausstattung. Die Enjoy-Ausstattung
kostet 715 Euro mehr. Aufpreis kosten die Zweischicht-Mineraleffekt-Lackierung,
Klimaanlage/Klimaautomatik, CD-Radio und das Unterhaltungssystem AutoVision.

Der Meriva muss alle 30.000 km (oder alle
zwei Jahre) zum Service-Check, eine serienmäßige Service-Intervall-Anzeige gibt einen
Hinweis, wenn die Inspektion fällig wird. Opel gibt zwei Jahre Garantie auf dem Wagen,
zwölf Jahre gegen Durchrostung und einen Mobilservice für bis zu sieben Jahre beim
Einhalten der Inspektionsintervalle. Die Versicherungen stufen den Meriva in die
Typklassen 13 / 14 / 15 (KH / VK / TK nach der neuen Struktur in der
Fahrzeugversicherung) ein. |