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So aufregende
Formen haben sich schon lange nicht mehr hinter dem Blitz auf dem Kühlergrill
offenbart. Diese mehr als gelungene Mischung aus Linien und Kurven lässt
einem schon beim Anblick das Herz noch ein paar Takte schneller
schlagen.
Mit seinen 4,10
Karosserielänge ist er 1,3 cm kürzer als der Ur-GT, der zwischen
1968 und 1973 in Bochum (hier nur Endmontage) vom Band lief. Gebaut
wird der neue GT im General-Motors-Werk Wilmington, Delaware (USA),
wo auch die GM-Schwestermodelle Pontiac Solstice und Saturn Sky
gefertigt werden. Was der neue GT kann, zeigte ein kurze Ausfahrt.
Guten Zugang zum
Innenraum bieten zwei Türen, völlig ausreichend bei einem
Zweisitzer. Wirklich prickelnd ist die Übersicht über die
Karosserie nach hinten bei geschlossenem Verdeck nicht. Offen
gestanden sind die stark ausgeformten Kotflügel vorne und hinten
schon zu erkennen, wenn man als normal gewachsene Person den
Fahrersitz nicht zu weit runter stellt. Dafür ist das Platzangebot
aber sehr in Ordnung, auch größere Passagieren kommen hier gut
klar. Angenehm straff und gut konturiert sind die Schalensitze, die
maßgeschneidert einen hervorragenden Seitenhalt bieten.

Mit seiner
umfassenden Ausstattung ist der GT fast schon ein Gegensatz zum
Speedster, der eher spartanisch, dafür aber auch ohne Hüftspeck
vorfuhr (Karosseriegewicht 870 kg). Das Leergewicht beträgt dafür
ohne Fahrer aber auch 1.331 kg (Karosseriegewicht), das maximal zulässige
Gesamtgewicht 1.625 kg. Das addiert sich auf 294 kg für zwei
Passagiere und Gepäck. Das sollte reichen! Zumal von den 157 Litern
Laderaum bei geschlossenem Verdeck „oben ohne“ nur noch 66 Liter
übrig bleiben, also bestenfalls für das kleine Wochenendgepäck
reichen. Der Innenraum wirkt hochwertig und ist gut verarbeitet. Das
Sportlederlenkrad mit Audio-Fernbedienung
sowie der Schaltknauf sind mit Leder ummantelt. Chromringe um
die Rundinstrumente verströmen einen sportlichen Charme. Das
Armaturenbrett ist übersichtlich gestaltet und gibt dem Fahrer
keinerlei Rätsel auf.

Die
Serienausstattung ist umfangreich, die Aufpreisliste kurz und
schmerzlos. Ab Werk dabei sind eine funkfernbediente
Zentralverriegelung, elektrisch einstellbare Außenspiegel,
elektrische Fensterheber, Bordcomputer, Klimaanlage, CD-Radio,
Geschwindigkeitsregler, Schalensitze mit elektrisch höhenverstellbarem
Fahrersitz, Sportfahrwerk, 18-Zoll-Leichtmetallräder sowie
Nebelscheinwerfer. Als Sonderausstattung gibt es das Premium-Paket
mit Lederausstattung (Ebenholzschwarz oder Kobaltrot/Schwarz) sowie
einen 6-fach CD-Wechsler für das CD-Radio. Als Zubehör ist ein
Windschott verfügbar.
Der
2-Liter-Benzinmotor ist ein vollständig aus Aluminium gefertigtes
Hightech-Triebwerk mit Benzindirekteinspritzung und zweiflutigem
Turbolader mit Ladeluftkühlung. Zwangsbeatmet leistet dieser
2-Liter-Turbo 264 PS, sein maximales Drehmoment von 353 Nm liegt
zwischen 2.500 und 5.000 U/min. an. Das bedeutet Kraft satt über
das ganze relevante Drehzahlband. Schon im Leerlauf besticht der
Motor durch seine sonore Akustik, Tritte auf Gaspedal lassen ihn
hungrig aufknurren. Spontan ist der Antritt schon beim ersten
Gasgeben, dann kommt der Turbobums, es folgen kräftiger Durchzug
und eine Leistungsentfaltung, die kaum Wünsche offen lässt. Dabei
arbeitet der Vierzylinder ruhig und vibrationsarm, das ist
Laufkultur vom Feinsten.
Das manuelle Fünfgang-Schaltgetriebe
ist leichtgängig, präzise und knackig zu schalten. Kurze
Schaltwege machen die Hebelführung zur wahren Freude. Da ist es
schon fast schade, dass sich der GT sehr schön schaltfaul fahren lässt.
Der Motor verfügt über ausreichend Reserven für diese Art der
Fortbewegung und die Getriebeübersetzung scheint knackig kurz zu
sein. Das ist zumindest der subjektive Eindruck beim Fahren. Leider
lässt sich das nicht mehr mit Daten belegen, denn das, was Opel
heutzutage an Technischen Daten veröffentlicht, ist schlichtweg ein
Witz, aber nicht wirklich informativ.

Die
Beschleunigung auf Tempo 100 schafft der GT in Sportwagen-würdigen
5,7 Sekunden. Seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 229 km/h.
Nicht unangemessen ist der Verbrauch, der Turbo-Zuschlag hält sich
in Grenzen. Der Verbrauch ist mit 13 Litern Superkraftstoff je 100
km in der Stadt eher hoch, aber das ist ja auch nicht das Revier
eines GT. Mit 6,9 Litern außerorts und 9,2 Litern im gemischten
Verbrauch nach EU-Norm zeigt er, wo er lieber bewegt werden will
(alles Herstellerangaben), Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4, der
CO2-Ausstoß beträgt 218 g pro km.
Nicht einmal
Fliegen ist schöner, denn hier sitzt der Fahrer selber als Pilot an
Lenkrad und Schalthebel. Frontmotor mit Heckantrieb, das ist der
Stoff, aus dem die Träume vom sportlichen Fahren sind. Tadellos ist
der Geradeauslauf, die sehr direkt ausgelegte Lenkung macht einfach
nur Spaß! Sie spricht gut an, der Wagen lässt sich präzise um
engste Kurven dirigieren.
Dicht
liegt der Fahrzeug-Schwerpunkt über dem Asphalt, die
51:49-Gewichtsverteilung sind Idealmaße für sportliches Handling.
Straff ist die Feder-Dämpfer-Abstimmung des GT, allerdings ohne
wirklich unkomfortabel zu sein. Fahrwerk und Lenkung bieten
exzellente Rückmeldung von der Fahrbahn.
Der
GT ist sehr fahraktiv ausgelegt. Agil und leichtfüßig bewegt sich
der Roadster über den Asphalt. Problemlos ist sein Fahrverhalten,
in mit Tempo angegangenen Kurven lässt er sich auf trockener Straße
in keinster Weise aus der Ruhe bringen. Auch plötzliche Ausweichmanöver
und den flotten Slalom absolviert der Hecktriebler neutral, gehorsam
und zielsicher.
Serienmäßig
steht der GT auf 18-Zoll-Rädern mit 245/45er Reifen. Diese bieten
nicht nur ein optimales Maß an Traktion für die fast unbändige
Kraft unter der Motorhaube. Sie garantieren zudem gute Seitenführung
in flott angegangen Kurven. Die hochleistungsfähige Bremsanlage
verfügt über Scheibenbremsen rundum, ob innenbelüftet gibt Opel
aber leider nirgends an. Das sollten sie aber bei der Motorleistung
besser vorne und hinten sein … Die Bremsleistungen geben keine
Grund zur Beanstandung: Sie sind topp!
Grundlage
für passive wie aktive Sicherheit bietet eine Karosseriestruktur
mit einem tragenden Mitteltunnel aus gezogenem Stahlblech sowie
hydrogeformten Längsträgern aus hochfestem Stahl. Überrollschutz
bieten der hochfeste Fensterrahmen sowie Bügel hinter den Sitzen.
Im Innenraum runden in die Schalensitze integrierte Kopfstützen,
Drei-Punkt-Gurte und zweistufig auslösende Frontairbags das
Sicherheitspaket ab. An aktiven Helfern hat der GT serienmäßig
ABS, die Traktionskontrolle TC und ESP.
Der Opel GT
kostet ab 32.100 Euro. Die Aufpreisliste ist kurz und schmerzlos:
Brillant- oder Zweischicht-Metallic-Lackierungen gibt es ebenso als
Sonderausstattung wie das Premium-Paket mit Lederausstattung und
CD-Radio (mit CD-Wechsler, mp3-fähig). Im Moment gibt es im
Neuwagenbereich nichts vergleichbares in dieser Preisklasse – und
was als Fahrzeug vergleichbar ist, ist deutlich teurer.
Opel gibt eine
zweijährige Neuwagen-Garantie sowie zwölf Jahre auf die Karosserie
gegen Durchrostung. Anschlussgarantien sind gegen Aufpreis möglich.
Den fast europaweiten Mobilservice inklusive gibt es zwei Jahre ab
Erstzulassung oder Auslieferung, die Verlängerung erfolgt nach der
Inspektion für maximal ein Jahr. Den fälligen Ölwechsel
signalisiert eine Intervall-Anzeige aufgrund des persönlichen
Fahrverhaltens und des Fahrzeugeinsatzes. Zum Service muss der GT
alle 30.000 km oder einmal im Jahr. Die Versicherungen stufen das
Modell in die Typklassen 16 / 27 / 26 (KH
/ VK / TK) ein.
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