Der dezente kleine Heckflügel und die
Tieferlegung lassen eher eine Leistungssteigerung unter der Motorhaube vermuten. Weit
gefehlt: Beides dient wirklich einer Verbesserung der Aerodynamik und damit der
Verbrauchsminimierung.

Fällt der Heckflügel noch ins Auge, so
sind die anderen Modifizierungen an der Karosserie des Astra Eco 4 kaum wahrzunehmen: die
Front-Einlassöffnungen sind kleiner als beim Serien-Astra, Unterbodenverkleidungen
mindern Luftverwirbelungen. Bündige Radkappen auf den serienmäßigen Stahlfelgen runden
die Maßnahmen zur Verbesserung des Windschlupfes ab. Damit konnte der
Luftwiderstandsbeiwert des Astra Eco 4 auf cW = 0,28 (Serie: cW =
0,30) gesenkt werden. Dazu kommen rollwiderstandsoptimierte Reifen im Format 175/80 R14.
Mit einem Karosseriegewicht von 1.264 kg liegt unser Testwagen allerdings nicht unter dem
Gewicht anderer Astra-Modelle.
Wir fuhren einen mitternachtsschwarzen
Astra Eco 4 mit 1,7-Liter-Turbodieseldirekteinspritzer. Der Wagen leistet 75 PS und damit
ebenso viel wie der 1,2-Liter-Ottomotor, der als Basismotorisierung der Baureihe gilt. Der
Eco 4 ist nur als drei- oder fünftürige Limousine zu haben, nicht als
Stufenhecklimousine oder Caravan. Den Eco 4 gibt es auch nur mit einer eigenen
Ausstattungslinie, die sich von der recht umfangreichen Basisausstattung dadurch
unterscheidet, dass zusätzlich zu bereits erwähnten Karosseriemodifikationen das
Automatik-Getriebe ab Werk nicht verfügbar ist. Ein Eco4-Comfort-Paket sorgt für ein
paar kleine Annehmlichkeiten.

Der
1,7-Liter-Turbodieseldirekteinspritzer-Motor ist mit seinen 75 PS kein Renner. Er ist eher
was für Leute, die sparsam von A nach B kommen wollen und die ruhige Art der Fortbewegung
schätzen. Zur Befriedigung automobiler Mindestbedürfnisse ist er auch im Astra mit
seinen mehr als 1,2 Tonnen Leergewicht bestens geeignet. Wer neben Sparsamkeit auch ein
wenig Fahrfreude schätzt, sollte sich aber für einen stärkeren Motor entscheiden.
Im Antritt ist der karosserie-optimierte
Astra 1.7 DTI (so die eigentliche Bezeichnung für das Modell) zurückhaltend und
gelassen: zwar dreht der Motor freudig hoch, aber zunächst tut sich ein großen Turboloch
auf: Durchzug findet erst über 1.500 Touren statt, noch einmal einen ordentlichen Schubs
bekommt der Kompakte, wenn sich die Drehzahlnadel jenseits der 2.000/min. bewegt. Er
läuft etwas rau, kalt nagelt er ganz schön und verrät den Selbstzünder.
Den Fronttriebler gibt es in der
Eco4-Ausstattung nur mit Fünfgang-Schongetriebe. Die Getriebeübersetzung ist
entsprechend länger auf Sparsamkeit ausgelegt als das Sportgetriebe, welches für die
Benziner verfügbar ist. Entsprechend zäh gestalten sich die Beschleunigungsphasen. Mit
Automatik-Getriebe ist der Eco 4 nicht zu haben.
Dennoch: Bei der Beschleunigung von Null
auf Tempo 100 schlägt er den ein wenig stärkeren 2.0 DI (82 PS) um eine glatte Sekunde,
den gleichstarken 1.2 immer noch um eine Halbe: 14,5 Sekunden sind für den Spar-Astra gar
nicht so übel. Wer den Eco 4 kauft, will ja nicht schnell fahren, sondern vor allem eins:
Sparen. Der Verbrauch liegt bei 4,4 Litern Diesel je 100 km im gemischten Verbrauch nach
EU-Norm, innerstädtisch sind es 6 Liter, außerstädtisch 3,5 Liter (alles
Herstellerangaben). Selbst mit sportlich-forschem Gasfuß im Stadtverkehr kann man im
gemischten Durchschnitt mit weniger als fünf Litern locker auskommen, wie der Test
zeigte. Die Höchstgeschwindigkeit liegt mit 175 km/h beim Eco-4-Astra gute fünf km/h
über den Höchstgeschwindigkeiten des 1.2, den normalen 1.7 DTI (ohne
Karosserieoptimierung) und des 2.0 DTI. Ordentliche Fahrleistungen trotz des sparsamen
Verbrauchs. Der Diesel erfüllt die D3-Abgasnorm.
Die Schaltung ist knackig und präzise,
den Schalthebel zu führen eine Freude. Sollte es aber auch sein, denn die Gangschaltung
ist das, was man für ein zügiges vorankommen ständig braucht. Auch wenn das frühe
Runterschalten (und späte Hochschalten) den Verbrauch natürlich etwas erhöht. Die
Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) sind kräftig und standfest. Die
schmalen Reifen bringen allerdings nicht ganz die Bremsleistungen der stärkeren
Astra-Motorisierungen mit breiteren Reifen.

Die Lenkung arbeitet zielgenau und
präzise. Leicht lässt er sich um Kurven dirigieren. Problemlos und lange neutral ist
sein Fahrverhalten auch in schnellen Kurven. Schade nur, dass sein Motor mit den
Qualitäten des Fahrwerks nicht so ganz mithalten kann. Mit stärkeren Motoren ist der
Astra nämlich für eine Schuss Fahrfreude auf kurvigen Strecken gut, die der Spardiesel
mit seinem zurückhaltendem Durchzugsvermögen leider nicht annähernd erreicht. Wo
stärker motorisierte Astra fast leichtfüßig plötzliche Spurwechsel und
Ausweichmanöver meistern, wirkt der relativ schwach motorisierte eher schwerfällig,
wenngleich er solche Ausnahmesituationen ebenfalls souverän besteht. Die Federung ist
straff, ohne unkomfortabel zu sein.
Drei-Punkt-Gurte und Kopfstützen auf
allen Plätzen, Front- und Seitenairbags sowie aktive Kopfstützen vorne, ABS und das
DSA-Sicherheitsfahrwerk gehören beim fünftürigen Astra zur Serienausstattung. Beim
Dreitürer kosten Drei-Punkt-Gurt und die mittlere Kopfstütze hinten Aufpreis. Die
Traktionskontrolle TC Plus ist beim Astra nur für den 1.8 16V zu haben. ESP gibt es für
die Astra-Limousine (im Gegensatz zu Coupé und Cabrio) auch noch nicht gegen Aufpreis.
Auch die Opel-Fix-Kindersitzvorrüstung kostet leider immer noch 42 Mark extra.
Das Platzangebot ist sowohl vorne als
auch hinten gut. Die straffen, stoffbezogenen Sitze sind auch langstreckentauglich. Auch
auf der Rückbank sitzt man bequem. Die mittlere Kopfstütze hinten ist praktischerweise
versenkbar und stört damit nicht die Sicht nach hinten, wenn der Platz nicht belegt ist.
Als fünftürige Limousine ist der Astra zweifellos eine bessere Wahl als der Dreitürer,
denn nicht nur der Einstieg ist hinten über eigene Türen einfacher, auch das Einladen
von Gegenständen, wenn man die Rückbank hin und wieder als Laderaum nutzt. Gut gemacht:
Die mittlere Kopfstütze auf der Rückbank ist versenkbar. Wenn man sie braucht, ist sie
da; wenn nicht, behindert sie nicht die Sicht nach hinten.

Das Cockpit ist aufgeräumt: Tasten und
Funktionen geben keine Rätsel auf. Das schwarze Interieur wirkt funktionell, hochwertig
und ist gut verarbeitet. Ablagefächer sind einigermaßen ausreichend, nur fehlt mit dem
eingebauten Navigationssystem ein vernünftiges Fach für die Sonnebrille in der
Mittelkonsole. Eine Klimaanlage ist gegen Aufpreis zu haben, Geschwindigkeitsregler und
Bordcomputer sind leider beide für das Eco-4-Modell nicht verfügbar, obwohl beide bei
einer optimierten spritsparenden Fahrweise nur von Nutzen sein können.

Der Kofferraum ist mit 370 Litern sehr
geräumig und gut nutzbar. Die Ladekante ist allerdings für schweres Gepäck recht hoch
(67 cm), die Stufe dahinter zwar gut für die Sicherheit, aber schlecht fürs Einladen.
Die Karosserie an der Ladekante ist zum Schutz vor Kratzern mit Kunststoff überzogen.
Ab 25.585 Mark ist der Astra zu haben,
der 1.7 DTI kostet sowohl in der Basisausstattungen wie als Eco 4 ab 28.185 Mark, als
Fünftürer ab 29.715 Mark. Das Eco4-Comfort-Paket mit elektrisch einstellbaren und
beheizbaren Außenspiegel, elektrischen Fensterheber vorne, Zentralverriegelung mit
Funkfernbedienung, Schiebe-/Ausstelldach sowie längs- und höhenverstellbarer Lenksäule
schlägt mit 2.560 Mark zu Buche. Mit Klimaanlage anstelle des Schiebedaches wäre das
Eco4-Comfort-Paket für 3.165 Mark zu haben. Aufpreis kosten die
Zweischicht-Mineraleffekt-Lackierung Mitternachtsschwarz (755 Mark) und die
Nebelscheinwerfer (267 Mark).

Der Astra Eco 4 bietet eine kompakte Karosserie mit
entsprechendem Nutzwert zu einem Spritverbrauch, der unter dem vieler Kleinwagen liegt,
was sich auf der Kostenseite positiv niederschlägt. Für den Astra gibt Opel ein Jahr auf
den Wagen und alle beim Opel-Partner eingebauten Originalteile, drei Jahre auf die
Batterie und zwölf Jahre gegen Durchrostung und gibt eine Mobilitätsgarantie beim
Einhalten der Wartungsintervalle. Alle 30.000 km (oder einmal im Jahr) muss das Coupé zum
Service in die Werkstatt. Die Versicherungseinstufungen liegen mit 18 / 17 / 22 (KH / VK /
TK) als Diesel etwas höher, aber ansonsten im Schnitt vergleichbarer Autos. |