Eigentlich ist das Astra Cabrio ja kein
Astra Cabrio, sondern ein Astra Coupé Cabrio, mithin also nicht das Cabrio einer
Kompaktklasse-Limousine, sondern das Cabrio eines Coupés. Das sieht man ihm an, auch wenn
er natürlich die Nähe zu der Kompaktklasse-Limousine (ebenso wie das Coupé) nicht
verleugnen kann. Gebaut wird das Astra Cabrio schon aus Tradition in Italien bei
Bertone, worauf ein dezenter Schriftzug auf der Karosserie auch hinweist.

Das Astra-Gesicht und die schnittige
Karosserie machen schon was her. Mit dem 1,8-Liter-Motor ausgestattet war unser Testwagen:
In der Zweischicht-Mineraleffekt-Lackierung Nocturnoblau mit dunkelblauem Stoffverdeck und
schwarzer Lederausstattung. Leider wirkt das Nocturnoblau auf Fotos auch bei Sonne mehr
"Nacht" als Blau!
Leder-Sportsitze, Leder um Lenkrad, Brems-
und Schalthebel, Lederverkleidung auch an den Türen, selbst die metallgraue Verkleidung
im Armaturenbrett und auf der Mittelkonsole macht einen guten Eindruck. Das Stoffverdeck
ist dreilagig, aufwendig gestaltet und wird serienmäßig elektrisch betätigt:
Knappe dreißig Sekunden und man steht im Freien. Keine fummelige Persenning, die man
danach mühevoll über das heruntergeklappte Verdeck ziehen müsste: Alles verschwindet
(innerhalb der dreißig Sekunden) schön säuberlich in der Karosserie unter einer
Metallabdeckung. Geschlossen isoliert die dicke Stoffschicht gut, auch wenn man am
Geräuschpegel immer noch merkt, dass man in einem Auto ohne festem Dach sitzt.
Geschlossen ist die Rundum-Übersicht naturgemäß einigermaßen bescheiden. Hier
empfiehlt sich der Parkpilot, den es als Sonderausstattung gibt.

Fahrer und Beifahrer lassen sich auf
angenehm straffen, gut konturierten Sportsitzen nieder. Dank der Easy-Entry-Funktion ist
auch der Einstieg nach hinten ganz gut, wo zwei weitere Passagiere mitfahren dürfen. Die
Rückbank bietet allerdings nur dann genug Kniefreiheit, wenn die Frontpassagiere nicht
allzu viel Platz brauchen.

Sportlich gestylt ist das Cabrio (ähnlich
dem Coupé) mit weißen Tachoscheiben, alufarbenem Dekor auf der Mittelkonsole und im
Armaturenbrett und Sportsitzen. Aufgeräumt und ordentlich ist das Cockpit: Alle Schalter
und Anzeigen in Griffweite und gut einzusehen bzw. zu bedienen. Echt klasse: Trotz
Navigationssystem fand sich im Mittelteil des Armaturenbrettes ein gut zugängliches Fach
mit ausreichen Platz für die Sonnenbrille.

Der Gepäckraum fasst 330 Liter. Das ist
ganz anständig, auch wenn die Ladehöhe mit unter dem Verdeckkasten eingehängtem
Windschott gerade mal 29 cm beträgt. Es passt ganz ordentlich was rein. Dabei kommt man
bei einer maximalen Zuladung von 345 kg mit drei Passagieren (zusätzlich zum Fahrer) und
Gepäck gut hin.
Die Ausstattung ist vom Feinsten:
Lederausstattung, Klimaanlage, Geschwindigkeitsregelung, Navigationssystem und das
Heckfenster ist sogar (serienmäßig) aus Glas. Lediglich die Sonnenblenden, die sich so
schön an den Dachholmen der Frontscheibe anpassen und hochgeklappt in ihm verschwinden,
sind ein Witz: Viel zu klein, um das zu tun, wofür sie da sind!

Der 1,8-Liter-Motor mit 115 PS ist der
mittlere der drei verfügbaren Motoren. Leise und vibrationsarm ist auch dieser
Rüsselsheimer Vierzylinder ein Muster an Laufkultur. Der Antritt ist für 115 Pferdchen
recht ordentlich, allerdings dürfte es auch weniger für dieses Cabrio mit seinem
sportlichen Anstrich nicht sein. Auch das Durchzugsvermögen bei höheren Touren geht in
Ordnung.
Das Fünfgang-Sportgetriebe ist nun nicht
gerade auf Verbrauchsbestwerte optimiert. Dennoch gibt sich der Vierzylinder recht
genügsam: 11,1 Liter Superbenzin je 100 km in der Stadt, 6,2 Liter außerstädtisch,
knappe 8 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben). Für eine
lange Autobahnfahrt bei einem Schnitt von 130 km/h reichen mit geöffnetem Verdeck 7,3
Liter je 100 km.

Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h
schafft das 1.8er Cabrio in 10,5 Sekunden: kein Renner, aber ok. Bei einer
Höchstgeschwindigkeit von 207 km/h sind dem Vortrieb des Fronttrieblers Grenzen
gesetzt.
Die Fünfgang-Schaltung lässt sich sehr
gut handhaben: Knapp und präzise ist der Schalthebel durch die Gänge zu führen.
Tadellos auch sind auch die Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet): sie
sprechen schnell an, sind gut dosierbar und bringen das Fahrzeug spurtreu und schnell zum
Stand.

Die Lenkung folgt präzise den Vorgaben des
Fahrers, könnte aber direkter ausgelegt sein. Wie das Coupé verfügt das Cabrio über
ein Sportfahrwerk und über das DSA-Sicherheitsfahrwerk. Damit lässt sich der Wagen sehr
problemlos auch bei höherem Tempo über kurvige Straßen führen. Sehr hoch erst beginnt
der Grenzbereich und neigt er zu leichtem Übersteuern. Dann ist das (ab dem 1.8er
serienmäßige) ESP zur Stelle und greift, wenn nötig, ein. Einfache und doppelte
Spurwechsel bewältigt er neutral und ohne Zicken.
Sicherheit im Handling gibt ihm die
sportlich straffe Fahrwerksabstimmung ebenso wie die breiten 16-Zoll-Räder mit 205/50er
Reifen (anstelle der serienmäßigen 15-Zöller).
Serienmäßige Sicherheit bieten ab dem
Basismodell die Sicherheitskarosserie mit gezielten Verstärkungen, auskuppelnder Pedale
und Sicherheitslenksäule, Dreipunkt-Sicherheitsgurte und Kopfstützen auf allen vier
Sitzen, aktive Kopfstützen vorne, in die Kopfstützen hinten integrierte Überrollbügel,
ABS und das DSA-Sicherheitsfahrwerk. ESP gibt es ab dem 1,8-Liter-Motor serienmäßig,
ebenso die Traktionskontrolle TC Plus.

Ab 41.463,60 Mark steht das Cabrio beim
Händler, mit 1,8-Liter-Maschine ab 45.473,05 Mark. Die Serienausstattung orientiert sich
an der Motorisierung. Basis ist demnach die schon sehr umfangreiche Ausstattung des
1,6-Liter-Motors mit u.a. Edelstahl-Auspuffendrohr, Chromblende am Kofferraum, elektrische
Außenspiegel und funkfernbediente Zentralverriegelung sowie vollelektrisch
betätigtem Verdeck mit Heckscheibe aus Glas. Ab dem 1,8-Liter-Motor gehören auch die
Traktionskontrolle TC Plus sowie ESP, ein Cassetten-Radio, Leichtmetallräder und das
Windschott zur Serienausstattung. Aufpreis kostete in unserem Testwagen die
Mineraleffekt-Lackierung (782 Mark), Lederausstattung mit Sitzheizung vorne (2.640 Mark),
Klimaanlage inkl. Fußraumheizung hinten (2.151 Mark), Geschwindigkeitsregler (391 Mark)
und Siemens-Radio NCDR 1500 mit CD-Wechsler, Bordcomputer und Navigationssystem,
Telematik-Einheit und D-Netz-Telefon (3.951 Mark) sowie 16-Zoll-Leichtmetallräder (626
Mark). Zu empfehlen ist außerdem der Parkpilot für 763 Mark.

Opel gewährt ein Jahr auf den Neuwagen und beim
Opel-Händler eingebaute Original-Ersatzteile sowie zwölf Jahre auf die vollverzinkte
Karosserie. Die Neuwagengarantien kann auf drei Jahre verlängert werden. Der
Opel-Mobilservice ist im ersten Jahr kostenlos und danach an das Einhalten der
Inspektionsintervalle geknüpft. Die Versicherungseinstufungen lauten 18 / 21 / 36 (KH /
VK / TK). |