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Noch einen Tick
sauberer ist der Opel Agila der zweiten Generation mit dem stärkeren
Motor geworden. Die EcoFlex-Philosophie der Rüsselsheimer machte
auch vor dem 94 PS starken 1,2-Liter-Benziner nicht halt. Unterm
Strich schlägt das Aggregat sogar trotz mehr PS den
1-Liter-Ottomotor mit 65 PS im Sachen Verbrauch und CO2-Emissionen.
Wie schon der Agila
A, so entstammt auch der Agila B aus einer
Gemeinschaftsentwicklung mit Suzuki. Nur heißt das Pendant nicht
mehr Wagon R+ (wie beim Vorgänger),
sondern Splash. Was Opels Kleinwagen außer einem sparsamen Motor
noch zu bieten hat, zeigte eine Ausfahrt.
Nicht mehr ganz
so van-sinnig hoch wie sein Vorgänger (Agila
A, 2000 – 2007) ist der neue Agila geraten (1,59 m, minus
11 cm gegenüber dem 2000er Modell).
Dafür ist aber deutlich länger (3,74 m, plus 24 cm) und breiter
(1,68 m, plus 6 cm). Nicht mehr klein und niedlich, sondern
erwachsener und gereifter wirkt Opels „Kleinster“ im Programm.
Auch wenn die Mandelaugen immer noch ein wenig von dem kindlichen
Charme versprühen, der auch der ersten
Generation zu eigen war.

Wie gehabt fünf
Türen bieten guten Zugang zum Innenraum. Fünf Sitzplätze hat die
zweite Generation, aber Platz für Acht
(die vier schwangeren Frauen ;-)) sind auch hier. Der
mittlere Sitz hinten ist
nur für Kinder (ohne Kindersitz) oder kurze Strecken zu empfehlen.
Recht übersichtlich ist die Karosserie, denn die Sitzposition ist
auch hier recht hoch. Die optionale Einparkhilfe hinten braucht man
nicht wirklich – es sei denn, die Rückbank ist voll beladen.

Dem Platzangebot kommt der Längenzuwachs nur vorne zugute, hinten
wird es mit drei Leuten enger als im Vorgänger. Der Radstand blieb,
der Laderaum schrumpfte ein wenig, was der geringeren Höhe
zuzuschreiben ist. 225 Liter fasst das aktuelle Modell (240 Liter
waren es beim Agila A). Durch
Umklappen der erst in der Edition-Ausstattung serienmäßig
asymmetrisch geteilten Rücksitzlehne lässt sich der Laderaum auf
1.050 Liter erweitern (Vorgänger
1.250 Liter). Materialqualität und Verarbeitung sind gut. Das
Interieur ist farbig passend zur Außenfarbe gestaltet. Das
Armaturenbrett ist übersichtlich, funktional und intuitiv
bedienbar.

Die Basisversion
ist nur für den 1-Liter-Benziner zu haben und mit dem spitzen
Bleistift auf einen möglichst guten Einstiegspreis kalkuliert:
Serienmäßig bringt der Agila hier eine Servolenkung, manuell von
innen einstellbare Außenspiegel, eine Radiovorrüstung mit Antenne
und Lautsprechern sowie 14-Zoll-Stahlräder mit. Optional gibt es außer
ESP lediglich ein CD-Radio, welches in der gehobenen Ausstattung
Edition serienmäßig ist. Edition verfügt zudem über
Drehzahlmesser, Bordcomputer, Klimaanlage, Wärmeschutzverglasung
rundum, Zentralverriegelung, Nebelschweinwerfer sowie elektrisch
einstellbare Außenspiegel und elektrische Fensterheber. So sehr
sollte man also besser nicht auf den Geldbeutel gucken müssen. ESP
kostet aber auch hier ebenso extra wie Kopfairbags für vorne und
hinten sowie die dritte Kopfstütze hinten.

Der
1.2-Liter-Benzinmotor mit 94 PS Motor ist ein kultivierter
Zeitgenosse: Im Innenraum zwar vernehmbar (die zurückhaltende Dämmung
in einem Kleinwagen halt), aber nicht störend. Mit einem
Leergewicht von knapp über einer Tonne ist er ordentlich in Antritt
und Durchzugsvermögen. Der Vierzylinder-Vierventiler nimmt gut Gas
an, braucht aber etwas Drehzahl um in Schwung zu kommen. Er bietet
einen Leistungsentfaltung, die angemessen ist. Serienmäßig bestückt
ist er mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe, das sich leichtgängig
und präzise schalten lässt.

In 12 Sekunden
beschleunigt er aus dem Stand auf Tempo 100, gefühlt ist es etwas
weniger. Seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 175 km/h –
genug, um überall ausreichend zügig mitzuschwimmen. Der Motor verfügt
über ein Start-/Stop-System, welches über einen „Eco“-Schalter
aktiviert werden kann: Im Leerlauf beim Halten schaltet sich der
Motor ab, sobald man den Gang einlegt, startet er wieder. Opels
EcoFlex-Feintuning reduziert den Verbrauch auf 5,9 Liter
Superkraftstoff je 100 km innerorts, 4,5 Liter außerorts und 5
Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm – Werte, die noch unter
denen des 1-Liter-EcoFlex-Modells liegen (alles Herstellerangaben,
ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Der
Motor erfüllt die Abgasnorm EU5, der CO2-Ausstoß beträgt 116 g
pro km (beim 1-Liter-EcoFlex sind es 119 g CO2/km).

Der Agila verfügt
über Frontantrieb und bietet guten Geradeauslauf. Die Lenkung ist
direkt ausgelegt, das Fahrzeug wirkt dynamischer als der
Vorgänger. Handlich und agil flitzt er auch um engste
Kurven, da kommt Freude auf. Das Nahen des hoch angesetzten
Grenzbereichs kündigt ein minimales Untersteuern an. Problemlos und
sicher liegt er auf der Straße, auch plötzliche Spurwechsel oder
Ausweichmanöver bringen ihn nicht aus der Ruhe. Das Fahrwerk ist
ein stimmiger Kompromiss aus Komfort und der nötigen Straffheit,
die allzu große Seitenneigung in flotten Kurven wirkungsvoll
unterdrückt. Serienmäßig steht der
Agila auf 15-Zoll-Stahlräder mit Reifen im Format 185/65.
Ordentlich verzögern die Bremsen (innenbelüftete Scheibenbremsen
vorne, Trommelbremsen hinten).
Passive
Sicherheit bieten die hochstabile Karosserie mit
Sicherheitsfahrgastzelle, Aufprallenergie absorbierenden Elementen
vorne und hinten und Seitenaufprallschutz. Außer Drei-Punkt-Gurten
auf allen Sitzplätzen und vier Kopfstützen, Sicherheitslenksäule
und Sicherheitspedale sowie Isofix- und
Top-Tether-Kindersitzbefestigungen hinten gibt es nur eine
Basisausstattung von Front- und Seitenairbags vorne, aber keine
Windowbags (die sind erst nur in Edition dabei). Immerhin ist der
Beifahrerairbag deaktivierbar, so dass dort auch Kindersitze gegen
die Fahrtrichtung montiert werden können. Die mittlere Kopfstütze
hinten gibt es als Sonderausstattung, allerdings nur für die
Edition-Version. Einem Crashtest nach EuroNCAP wurde der Agila
bislang noch nicht unterzogen. An Fahrassistenzsystemen hat Opel
seinem Einsteigermodell serienmäßig lediglich ABS sowie einen
Bremsassistenten mitgegeben. ESP inkl. Traktionskontrolle gibt es
grundsätzlich nur gegen Aufpreis, aber das zumindest ab der
Basisversion. Serienmäßig an Bord ist ein Reifen-Reparaturset,
gegen Aufpreis gibt es ein Reserverad.
Ab 10.400 Euro
ist der Opel Agila mit 1-Liter-Ottomotor in Basisausstattung zu
haben. Ab der Edition-Ausstattung kostet er 13.550 Euro. Der
1,2-Liter-Benziner ist nur in der Edition-Variante zu haben. Unsere
EcoFlex-Version steht mit 14.800 Euro in der Preisliste. Extra
kosten zum Beispiel Metallic-, Perleffekt- oder Sonderlackierungen,
Leichtmetallräder sowie eine Einparkhilfe hinten.
Über
die Neuwagen-Garantie von zwei Jahren hinaus (mit optionaler
Garantieverlängerung) gibt Opel jetzt eine lebenslange Garantie für
den Neuwagenkäufer (bis 160.000 km) beim Einhalten der
Inspektionsintervalle. Ein Zweitbesitzer kann diese Garantie gegen
Aufpreis übernehmen. Der Mobilitätsservice gilt ebenfalls beim
Einhalten der Service-Intervalle. Eine Hauptinspektion wird nach 24
Monaten oder 60.000 km fällig, die Zwischeninspektion mit Ölwechsel
nach 12 Monaten oder 30.000 km. Die Versicherungen stufen das Modell
in die Typklassen 17 / 19 / 15 (KH / VK /
TK) ein.
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