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An den Namen
Qashqai (sprich: Kasch-Kai) haben sich die Autokäufer mittlerweile
wohl gewöhnt, hat er sich doch zu einem Erfolgsmodell für den
japanischen Hersteller Nissan entwickelt. Das Modell, das nach einen
iranischen, türkisch-sprachigen Nomaden-Stamm benannt wurde, schließt
im Modellprogramm die Lücke zwischen dem
kompakten Tiida und dem SUV X-Trail. Der Qashqai war das
erste Serienmodell aus dem im Jahr 2003 neu eröffneten Nissan
Design Center Europe in London, die Technik wurde im Technikzentrum
in Cranfield entwickelt. Der Qashqai wird im britischen Sunderland
produziert. Zwar wurde das Modell unter Federführung des damaligen
Chefdesigners Stephane Schwarz für den europäischen Markt
entwickelt. Allerdings war er konzipiert für den Weltmarkt. Und
verkauft wird er auch im Heimatmarkt Japan – unter dem Namen
Dualis.

Eine verlängerte
Version Qashqai+2 mit einer dritten Sitzreihe ging 2008 an den
Start. Der Qashqai wurde 2010 modellgepflegt in den Rest seiner
Laufzeit geschickt. Aerodynamischer Feinschliff verbessert den
Verbrauch. Die Front wurde komplett neu gestaltet, wodurch das
Modell 17 mm länger wurde. Neue Rückleuchten, ein modifizierter
Dachspoiler und neue Leichtmetallfelgen runden die Optik ab. Das
Basismodell mit 1,6-Liter-Ottomotor in der Visia-Ausstattung stand
uns für eine Testfahrt zur Verfügung.

Mit einer Länge
von 4,33 m bekommt man ein kompaktes Fahrzeug, welches bei einer Höhen
von 1,61 m höher ist als ein Pkw, aber niedriger als ein SUV
(Sports Utility Vehicle). Als Crossover will er sich ja auch
zwischen den Kategorien wiederfinden. Guten Zugang zum Innenraum
bieten fünf Türen. Die Übersicht ist trotz der hohen Sitzposition
eher bescheiden. Eine Einparkhilfe ist erst ab der zweiten
Ausstattungslinie Acenta Serie. Das Platzangebot ist großzügig.
Auf den hinteren Sitzen stoßen groß Gewachsene jedoch schnell an
ihre Grenzen: Die Kopffreiheit leidet unter dem früh abfallenden
Dach. Die Sitze sind bequem, bieten aber guten Seitenhalt. Der
Laderaum liegt mit 410 Litern etwas über der Pkw-Kompaktklasse. Die
serienmäßig asymmetrisch unklappbare Rücksitzbank ermöglicht
eine Kapazitätserweiterung auf bis zu 1.513 Liter. Der Innenraum
wirkt hochwertiger als vor dem Facelift und ist gut verarbeitet. Die
Mittelkonsole ist jetzt ganz leicht zum Fahrer geneigt. Das
Armaturenbrett ist aufgeräumt und ohne Komplikationen nutzbar.

Drei
Ausstattungslinien stehen für den Qashqai zur Wahl. Die
umfangreiche Basisausstattung Visia umfasst eine funkfernbediente
Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber rundum, elektrisch
einstellbare und beheizbare Außenspiegel, 2Multifunktionslenkrad,
Bordcomputer, automatische Türverriegelung,
Geschwindigkeitsregelung, Klimaanlage, CD-Radio und
16-Zoll-Leichtmetallräder. Mehr Komfort verspricht die
Acenta-Ausstattung u. a. mit Einparkhilfe hinten, höherwertigem
Audiosystem, Regensensor und Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Die
Top-Ausstattung Tekna bleibt den stärkeren Motorisierungen
vorbehalten. Aufpreis kosten Features wie Start-Stop-System (für
den 1.6er Benziner), Navigationssystem oder Panoramadach.
Der
1,6-Liter-Benziner ist die Basismotorisierung und leistet 117 PS.
Das komplett aus Aluminium gefertigte Leichtbau-Aggregat ist in dem
über 1,3 t schweren Gefährt kein Temperamentsbündel, bietet aber
eine ordentlichen Antrieb. Eher gemächlich ist er im Antritt,
Durchzug und Leistungsentfaltung sind Hausmannskost. Dank seines
ruhigen Laufs und guter Dämmung ist er im Innenraum kaum zu hören.
Erst bei höheren Drehzahlen geht er etwas druckvoller (und damit
akustisch präsenter) zur Sache: Sein maximales Drehmoment von 158
Nm liegen erst bei 4.000 Touren an. Ein Zweiliter-Benziner mit 114
PS und zwei Diesel mit 110 und 150 PS runden die Motorenpalette ab.
Das stufenlose CVT-Getriebe bietet hohen Fahrkomfort bei
angemessenem Vortrieb.

In 11,9 Sekunden
beschleunigt der 1.6er aus dem Stand auf 100 km/h. Seine Höchstgeschwindigkeit
erreicht er bei 181 km/h. Unser Modell ist mit der optionalen
Start-Stopp-Automatik ausgestattet, welche den Verbrauch etwas
senkt. Gute 7,5 Liter Superkraftstoff konsumiert das
Crossover-Modell je 100 km innerorts, 5 Liter sind es außerorts und
5,9 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles
Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand).
Alle Motoren der Baureihe erfüllen die Abgasnorm EU5. Der
CO2-Ausstoß beträgt nach dem aerodynamischen Feinschliff bei
unserem Modell mit optionaler Start-Stopp-Automatik 139 g pro km
(ohne: 144 g/km).
Alle Motoren sind
mit Frontantrieb verfügbar. Für die beiden Top-Motorisierungen
gibt es auch einen Allradantrieb. Der Frontantrieb erleichtert das
Erobern von Käuferschichten, die gerne ein SUV oder Crossover
fahren, aber keinen Allradler (zu einem höheren Einstiegspreis)
brauchen. Guter Geradeauslauf und eine direkte Lenkung machen unsere
Fronttriebler zu einem sicheren und handlichen Begleiter. Der
Frontantrieb schränkt die Geländegängigkeit, die die erhöhte
Bodenfreiheit suggeriert, natürlich ein. Als
Crossover ist er nicht so sperrig wie SUV. Die Fahrdynamik
profitiert vom strafferen Ansprechen der Dämpfer (im Vergleich zu
vor dem Facelift). Das Fahrzeug ist etwas agiler und vor allem mit
weniger Seitenneigung in den Kurven unterwegs. Geht man die Kurven
sehr forsch an, schiebt der Qashqai über die Vorderräder, was sich
aber durch gefühlvolles Gaslupfen kontrolliert minimieren lässt.
Plötzliche Ausweichmanöver meistert er sicher und spurtreu. Unser
Basismodell steht auf 16-Zoll-Leichtmetallrädern mit 215/60er
Reifen. Sehr gut verzögern die Scheibenbremsen rundum (vorne
innenbelüftet).
In
einer hochstabilen Sicherheitskarosserie schützen die Insassen
Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen Plätzen, aktive Kopfstützen
vorne, Front- und Seitenairbags vorne, Windowbags für beide
Sitzreihen, Isofix-Kindersitzbefestigungen hinten und
Kindersicherungen in den hinteren Türen. Die Frontairbags lösen in
Abhängigkeit von der Schwere des Aufpralls zweistufig aus, der
Beifahrerairbag ist deaktivierbar, so dass dort auch Kindersitze
gegen die Fahrtrichtung montiert werden können. Im EuroNCAP
erreichte der Qashqai 2007 fünf Sterne für Insassenschutz, vier
Sterne für Kindersicherheit sowie zwei Sterne für Fußgängerschutz.
An Fahrassistenzsystemen hat Nissan seinem Crossover-Modell ABS mit
Bremsassistent BAS, Elektronischer Bremskraftverteilung EBD und ein
Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) neuester Generation
mitgegeben. Ohne Aufpreis gibt es als Sonderausstattung ein
Reifenreparaturset mit Dichtmittel und Kompressor.
Unser 1.6er
Qashqai ist in der Ausstattung Visia das Basismodell der Baureihe
und ab 19.490 Euro zu haben. Extra kosten zum Beispiel eine
Metallic- oder Mineraleffekt-Lackierung, Panorama-Glasdach
sowie ein Navigationssystem mit Rückfahrkamera.
Nissan
gibt eine dreijährige Neuwagen-Garantie (bis 100.000 km), drei
Jahre auf den Lack sowie 12 Jahre auf die Karosserie gegen
Durchrostung. Eine Mobilitätsgarantie gibt es unbegrenzt beim
Einhalten der Wartungsintervalle. Zum Service muss der Qashqai alle
30.000 km oder einmal im Jahr. Die Versicherungen stufen das Modell
in die Typklassen 13 / 17 / 16 (KH / VK /
TK) ein.
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