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Massiv wirken
Unterbau und Karosserie. Fast filigran sitzt darauf die Kuppel von
Dach und Fenstern, die durchaus einen Eindruck davon vermittelt,
dass wir es hier nicht mit einem Fahrzeug der Kompaktklasse zu tun
haben. In wie weit er design-mäßig eine Mischung aus SUV und
Sportcoupé ist – so der Anspruch von Nissan –, darüber lässt
sich trefflich streiten. Ein Hingucker ist das unkonventionelle
Fahrzeug allemal.
Mit dem Juke hat
Nissan dem Qashqai einen
kleinen Bruder an die Seite gestellt. Gebaut wird der kompakte
Crossover oder SUV (Sports Utility Vehicle) auf der B-Platform von
Renault-Nissan, auf der beispielsweise auch der aktuelle Renault
Clio und der Nissan Cube stehen. Wir fuhren den Juke in der
Basisausstattung Visia mit den 1,6-Liter-Einstiegsmotor, einem
Benziner mit 117 PS.
Mit seinen 4,14 m
Karosserielänge ist er 18 cm kürzer als der Qashqai.
Fünf Türen bieten optimalen Zugang zum Innenraum. Die Übersicht
über die massive Karosserie mit ihrer hoch angesetzten Gürtellinie
ist sehr bescheiden. Eine Einparkhilfe gibt es nur als Zubehör zum
Nachrüsten und die Rückfahrkamera ist lediglich in der
Topp-Ausstattung Tekna Serie.

Das
Platzangebot ist vorne großzügig, hinten erinnert es – vor allem
mit drei Leuten – schon mehr an einen Kleinwagen. Der Laderaum
fasst Kleinwagengepäck: 251 Liter hinter den Rücksitzen unter der
Laderaumabdeckung. Bis zu 830 Liter dachhoch passen bis hinter die
Vordersitze hinein. Die Rücksitzbank ist serienmäßig asymmetrisch
geteilt umklappbar.

Das
unkonventionelle Äußere setzt sich in der Gestaltung des
Innenraumes fort: Peppig gestaltet mit Akzenten in Chrom und
farbiger Lackierung (in Abhängigkeit von der Außenfarbe in
Silbergrau oder Rot). Einen sportlichen Touch versprühen die
Rundinstrumente überm Lenkrad. Die Materialqualität überzeugt
ebenso wie die tadellose Verarbeitung. Konventionell ist die
Ergonomie: Keine Experimente, die den Fahrer bei der Bedienung von
Anzeigen und Schaltern überfordern.

Der Nissan Juke
steht in drei Ausstattungslinien zur Wahl. Umfassend ist bereits die
Basisversion Visia mit funkfernbedienter Zentralverriegelung,
elektrisch einstellbaren Außenspiegeln, elektrischen Fensterhebern
rundum, CD-Radio, Bordcomputer und Klimaanlage, Wärmeschutzverglasung
rundum sowie 16-Zoll-Stahlfelgen mit Vollabdeckung und 205/60er
Reifen. Das eine oder andere Feature mehr gibt es serienmäßig in
den Varianten Acenta und Tekna. Ab Acenta beispielsweise sind u. a.
Geschwindigkeitsregelung/Geschwindigkeitsbegrenzer, eine
Klimaautomatik und 17-Zoll-Leichtmetaller mit an Bord. Als einzige
Sonderausstattung gibt es für den Visia die aufpreispflichtige
Metallic- oder Mineraleffekt-Lackierung sowie ein
Reifen-Reparaturset ohne Aufpreis.

Der
1,6-Liter-Benzinmotor mit 117 PS ist uns aus dem Qashqai
bekannt, wo er seit dem Facelift im letzten Sommer eingesetzt wird.
Nachdem der Juke über 100 kg leichter ist (ab 1.215 kg) als der Qashqai,
hat der Motor hier auch ein etwas leichteres Spiel. Guter Antritt,
ordentlicher Durchzug und eine adäquate Leistungsentfaltung
kennzeichnen seinen kultivierten Lauf. Das manuelle Fünfgang-Schaltgetriebe
glänzt mit knackig kurzer Linienführung und exakten Schaltwegen.

In nur 11
Sekunden beschleunigt der Juke aus dem Stand auf 100 km/h – fast
eine Sekunde schneller als der Qashqai.
Seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 178 km/h – da hat der
Qashqai mit 181 km/h die
Nase vorn. Die im Qashqai
mit dem Facelift verbesserte Aerodynamik sowie die hier nicht
vorhandene Start-Stopp-Automatik lassen den kleineren Crossover im
Verbrauch minimal schlechter da stehen als seinen
großen Bruder: 8,1 Liter Superkraftstoff rinnen je 100 km
Stadtverkehr durch seine Brennräume, 5,3 Liter sind es außerorts
und 6,3 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles
Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand).
Zum Vergleich: beim Qashqai
lag der Durchschnittsverbrauch bei 5,9 Litern. Der Motor erfüllt
die Abgasnorm EU5, der CO2-Ausstoß beträgt hier 147 g pro km (beim
Qashqai dank aerodynamischen
Feinschliffs 144 g/km – mit CVT-Getriebe ohne die optionale
Start-Stopp-Automatik). Eine Start-Stopp-Automatik gibt es erst für
die Topversion Tekna, dort aber serienmäßig.

Wir fuhren die
Juke-Variante mit Frontantrieb, die zusammen mit Qashqai und Note im
britischen Nissan-Werk Sunderland vom Band läuft. Die
Allrad-Version wird im japanischen Oppama gebaut. Die gefühlvolle
Lenkung ist direkt ausgelegt und setzt die Anweisungen des Fahrers
prompt um. Das knackige Fahrwerk unterstützt
den sportlichen Anspruch: agil ist sein Fahrverhalten, sicher und
unproblematisch sein Handling. In allzu flotten Kurven deutet ein
minimales Untersteuern das Nahen des Grenzbereichs an. Plötzliche
Spurwechsel und Ausweichmanöver meistert er leichtfüßig und
spurtreu. Serienmäßig steht der Juke auf 16-Zoll-Rädern (hier
Stahlräder) mit 205/60er Reifen. Ausreichend groß dimensionierte
Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) sorgen in Notfall für
fixe Verzögerung und sicheren Stand.
Die
hochstabile Sicherheitskarosserie verfügt zum Schutz der Insassen
über Drei-Punkt-Gurte und Kopfstützen auf allen fünf Sitzplätzen,
Front-, Seiten- und Kopfairbags vorne, Kindersicherung in den
hinteren Türen und zwei Isofix-Kindersitzbefestigungen hinten. Der
Beifahrersitz ist deaktivierbar, damit die Montage eines
Kindersitzes auch gegen die Fahrtrichtung möglich ist. Im EuroNCAP
nach den neuen Bewertungsnormen (seit 2009) erreichte der Nissan
Juke das Maximum von fünf Sternen für seine Sicherheit. Das neue
System berücksichtigt neben Insassen- und Kindersicherheit sowie Fußgängerschutz
auch die serienmäßige Sicherheitsausstattung des Fahrzeugs mit
Fahrassistenzsystemen. Serienmäßig verfügt der Juke ab der
Basisversion über ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung EBD
und Bremsassistent, ESP. Ein Notlaufrad gibt es serienmäßig, das
Reifen-Reparaturset ist ohne Aufpreis extra zu haben.
Das
Einsteiger-Modell des kleinen Crossover kostet ab 15.690 Euro, mit
117-PS-Benzinmotor in der Ausstattung Visia. Aufpreis kosten eine
Metallic- oder Mineraleffekt-Lackierung sowie diverses Zubehör wie
zum Beispiel Einparkhilfen für vorne und hinten.

Nissan
gibt eine dreijährige Neuwagen-Garantie (bis 100.000 km), drei
Jahre auf den Lack sowie 12 Jahre auf die Karosserie gegen
Durchrostung. Eine Mobilitätsgarantie gibt es unbegrenzt beim
Einhalten der Wartungsintervalle. Zum Service muss der Juke alle
30.000 km oder einmal im Jahr. Die Versicherungen stufen das Modell
in die Typklassen 13 / 20 / 20 (KH / VK /
TK) ein.
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