Mit seinen 4,26 m Länge, 1,75 m Breite
und 1,61 m Höhe hat er kompakte Maße und ist als Van eine handliche Größe auch beim
Rangieren und Einparken, bietet aber ausreichend Platz für eine Familie mit drei Kindern.
An das Aussehen von Vans haben wir uns gewöhnt, der Nissan Almera Tino, auf der Basis des
kompakten Almera entwickelt, hat ein ansprechendes Gesicht und die fast schon
Nissan-typische Tugend der Unauffälligkeit.
Wir fuhren einen aquamarinblauen
(Mineraleffekt-Lackierung) Almera Tino Comfort mit 2-Liter-Motor (136 PS) und stufenlosem
Automatik-Getriebe. Ein 1,8-Liter-Ottomotor sowie ein 2,2-Liter-Turbodiesel (beide mit 114
PS) runden die Motorenpalette ab. Als Ausstattungsvarianten gibt es unter dem Comfort die
Basis, als Top-Modell die Elegance-Ausstattung.

Die Sitzposition trotz Bemühungen, den
Sitz tief zu installieren, immer noch relative hoch und vermittelt ein Van-Gefühl. Mit
1,61 m ist die Höhe des Fahrzeug allerdings nicht allzu üppig bemessen, so dass sehr
groß Gewachsene sich mit wenig Kopffreiheit bescheiden müssen. Vorne wie hinten sitzen
die Passagiere auf gut konturierten Sitzpolstern. Angenehm straff, mit strapazierfähigen
Stoffen bezogen sind die Sitze auch langstreckentauglich.
Das Cockpit ist in Kunststoff in
verschiedenen Grautönen gehalten das wirkt hochwertig , etwas zerklüftet,
die hellen Farben der Oberflächen spiegeln sich leider im Tageslicht in der flachen
Frontscheibe. Ansonsten ist das Armaturenbrett ergonomisch und funktional gestaltet und
gibt keinerlei Rätsel auf. Das Lenkrad ist höhenverstellbar.

Praktische Ablagen überall machen den
Tino zum Verpackungskünstler: von Ablagefächern und netzen in den Vordertüren,
einem Handschuhfach, einem Ablagefach mit Deckel auf dem Armaturenbrett und zwei kleine
Fächer in Cockpit-Mittelteil über Fächer in den hinteren Türen und Ablagetaschen an
den Rückseiten der Vordersitze bis hin zu Schubladen unter den Vordersitzen,
(herausnehmbare) Körben vor den Rücksitzen sowie Staufächern darunter. Lediglich das
Sonnenbrillenfach über den Innenspiegel taugt nur für Nicht-Brillenträger, da ein
Wiederverstauen der zweiten Brille über Kopf und beim Fahren alles andere als
ungefährlich ist. Brillenträger benutzen besser das Stiftfach vor den
Getränkedosenhaltern auf der Mittelkonsole. Da liegt die Sonnenbrille viel handlicher.

Der Laderaum lässt sich von 440 Litern
durch Umklappen der Rücksitze und dachhohe Beladung auf 1.950 Liter erweitern. Grenzen
setzt da lediglich die nicht gerade üppige 410 kg Zuladung. Insgesamt 10
Befestigungsösen im Kofferraum sind Serie, ab der Comfort-Ausstattung gibt es auch die
Netze zum Sichern der Ladung dazu.
Das große Plus des kompakten Vans sind
die 24 Verstellmöglichkeiten der hinteren Sitze: Vom dreigeteilten Umklappen der Lehne
und den Ausbau des mittleren Sitzes über das Nach-vorne-klappen der äußeren Einzelsitze
bis hin zum Komplettausbau lässt sich der Van für die vielseitigsten Transportaufgaben
herrichten.

Der 2-Liter-Ottomotor ist eine
ordentliche Motorisierung für den 1,5 t schweren Kompakt-Van. Diese Motorisierung wird
leider bislang nur mit einem stufenlosen CVT-Getriebe angeboten. Die Getriebeübersetzung
ist auf sparsam ausgelegt und nicht unbedingt für einen spontanen Antritt gut. Das
Gewicht des Wagens tut sein übriges, dass man diesem Wagen nicht gerade Temperament
nachsagen kann.
Für die Beschleunigung von 0 auf 100
km/h braucht der 136 PS starke Van 12,6 Sekunden und nimmt sich damit praktisch nichts mit
den nominell 22 PS schwächeren 1.8 (12,7 Sek.) und 2.2 DI (12,5 Sek.). Im Verbrauch liegt
er als stärkster Benziner mit Automatik-Getriebe natürlich an der Spitze seiner
Baureihe: 9,3 Liter Superbenzin auf 100 km im gemischten Zyklus nach EU-Norm, 12,9 Liter
innerorts, 7,2 Liter außerorts (alles Herstellerangaben) sind der Preis. Mit 180 km/h
Spitzengeschwindigkeit schwimmt der Tino anständig im flotten Autobahnverkehr mit und ist
für zügige Überholmanöver gut. Der Motor erfüllt bislang allerdings nur die
Euro-3-Abgasnorm.
Die Schaltvorgänge sind beim stufenlosen
CVT-Getriebe nicht zu spüren. Die Abstufung zielt mehr auf Sparsamkeit, als auf Durchzug,
was nicht nur unter Volllast zu etwas zäher Beschleunigung führt. Schneller kommt der
Tino dafür aber dank Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) und Bremsassistent
wieder zum Stehen.

Lenkbefehle setzt der Wagen präzise um,
wirkt aber mit dank Größe und Gewicht seiner Karosserie etwas schwerfällig. Den
Grenzbereich kündigt er durch Untersteuern an, was sich relativ problemlos durch Gas
wegnehmen und gegenlenken korrigieren lässt. Bei plötzlichen Spurwechseln neigt er sich
spürbar zur Seite, schaukelt sich beim Zurückschwenken in die alte Spur leicht in die
andere Richtung, bleibt aber in Großen und Ganzen gutmütig und beherrschbar. Der
Wendekreis fällt eher unter "gerade noch akzeptabel".
Die Seitenneigung geht auf das Konto der
hohen Karosserie in Verbindung mit einer recht komfortablen Federung. Kleine Unebenheiten
schluckt der Wagen klaglos, größere dringen als leichte Stöße in den Innenraum durch,
die Karosserie geht leicht in die Knie. Dennoch ist die Federung und die
Dämpferabstimmung ausreichend straff, die Karosserie in sicherer Straßenlage zu halten.
Sicherheitsfahrgastzelle mit
Seitenaufprallschutz, Servolenkung, ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung und
Bremsassistent, aktive Kopfstützen vorn, Front- und Seitenairbag für die
Frontpasssagiere sowie zwei Isofix-Kindersitzvorrüstungen hinten gibt es ab dem
Basismodell, der dritten Drei-Punkt-Gurt und die dritte Kopfstütze hinten sind ab der
Comfort-Ausstattung Serie.
Die Kindersicherung in den hinteren
Türen ist ab dem Basismodell vorhanden, elektrische Fensterheber für hinten gibt es
leider erst ab der Elegance-Ausstattung. Und das bei einem ausgesprochenen Familienauto!
Wer viel mit den unberechnenbaren Kleinen unterwegs ist, sollte besser zur knapp 2.000
Mark teureren Elegance-Ausstattung greifen, die darüber hinaus eine Radio-/CD-Kombination
(statt Radio-/Cassetten-Anlage im Comfort) mit Bedienung am Lederlenkrad,
Nebelscheinwerfer und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen umfasst.

Ab 32.300 Mark steht der Nissan Almera
Tino in der Preisliste, mit 1,8-Liter-Motor und Basisausstattung. Der 2-Liter-Benziner ist
nur mit CVT-Getriebe und ab Comfort-Ausstattung zu haben und kostet ab 38.900 Mark. Dafür
ist der Tino Comfort serienmäßig ausgestattet mit Klimaanlage (oder wahlweise
Glas-Hub-Schiebedach), Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrische Fensterheber
vorn, elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln sowie ausklappbare Tische
auf den Rückseiten der Vordersitze. Die umfangreichere Elegance-Ausstattung ist ab 40.900
Mark zu haben. Mehrpreis kostet einzig die Mineraleffekt-Lackierung, die mit 690 Mark zu
Buche schlägt.
Drei Jahre Garantie bis zu einer Laufleistung von 100.000
km, drei Jahre auf den Lack und zwölf Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung
gewährt Nissan seinen Kunden. Der Nissan Treue-Pass "Super Plus" sowie der
Nissan Pan Europe Service bieten umfassende Mobilitätsgarantien in Deutschland und
Westeuropa bei Einhalten der Inspektionsintervalle. Der Ölwechsel wird alle 15.000 km
fällig, die Inspektion alle 30.000 km (oder einmal im Jahr). Eingestuft ist der Almera
Tino 2.0 in die Versicherungsklassen 16 / 18 / 29 (KH / VK / TK), der kleinere 1.8er sogar
in 15 / 16 / 25. |