Die flach gestreckte Karosserie ohne die heute übliche ansteigende Gürtellinie verrät,
dass das Design des Nissan 200 SX schon etwas älter ist. Seit 1996 ist er in der
aktuellen Version und Ausstattung auf dem Markt. Dabei hat er aber noch nichts von seiner
Faszination verloren: Ein fast schon gnadenloser Sportwagen mit der Tauglichkeit einer
Limousine.
Gute 4,56 m lang, 1,73 m breit und 1,30 m
hoch (oder eher tief geduckt) sind seine Maße. 16-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 205/55er
Reifen und Heckspoiler die optischen Hinweise auf Sportlichkeit des japanischen
Gran-Turismo-Coupés.

Sportliche ist schon der Einstieg: Tief
sitzen die Passagiere in der flachen Karosserie. Platz haben Fahrer und Beifahrer genug
auf den mit schwarzem Leder bezogenen, straff gepolsterten Sportsitzen. Leder gibt es
nicht nur auf den Sitzen, auch Lenkrad, Schaltknauf und Teile der Türverkleidungen sind
ebenfalls aus Leder. Die Sitze bieten akzeptablen Seitenhalt, der Fahrersitz mit
Lendenwirbelstütze gar Langstreckenkomfort. Nur über Stock und Stein sollte es dabei mit
der sportlich harten Federung nicht gehen: Bodenunebenheiten dringen kaum gefiltert in den
Innenraum durch.

Der Einstieg in den Fond gerät zur
Turnübung. Das lädt nicht gerade zum Mitfahren ein, obwohl die beiden gut konturierten
Sitze auf der Rückbank wirklich Sitzkomfort bieten. Allerdings haben sie keine
Kopfstützen. Aber in dem 2+2-Sitzer fährt es sich ungleich besser allein oder zu zweit.
Auf die Rückbank hätte man zugunsten eines größeren Laderaumes besser verzichtet.
Wenigstens kann man die (ungeteilte) Lehne umklappen, aber durch die riesige Stufe, die
den Kofferraum zu den Sitzen hin abschließt, ergibt sich trotzdem nicht gerade ein gut
nutzbarer Laderaum. Der Kofferraum hat mit 363 Litern Kompaktklasseformat, aber mehr
braucht es für zwei Personen kaum. Die Ladekante hat eine coupé-übliche Höhe von 75
cm. Das sollten die Koffer besser nicht zu schwer gepackt sein.
Funktionell und einfach zu handhaben sind
Schalter, Regler und Anzeigen im Armaturenbrett angeordnet. Lediglich das Radio sitzt
etwas tief und da liegt schon mal der Schalthebel etwas im Weg. Alles ist sauber
verarbeitet und hinterlässt einen guten Eindruck.
Elektrisch einstellbare und beheizbare
Außenspiegel und elektrische Fensterheber sind Serienausstattung, die Zentralverriegelung
gibt es allerdings nicht mit Funkfernbedienung. Klimaanlage und beheizte Vordersitze sind
Serie, ebenso die höhenverstellbare Lenksäule. Wenn es denn wirklich mal sein muss,
steigen Fondpassagiere über den Beifahrersitz mit Einstiegshilfe nicht ganz so schlecht
ein wie auf der Fahrerseite.

Der 2-Liter-Vierzylinder-Turbomotor jagt
den Tourenwagen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h über die Autobahn. Von Null
auf 100 zieht er in 7,5 Sekunden, erheblich schneller geht es dank kräftiger
Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet) bei der Vollbremsung von Tempo 100 auf Null.
Kerniger Sound begleitet den kräftigen Antritt, der Durchzug des 200-PS-Triebwerks kann
sich sehen lassen. Sein maximales Drehmoment von 265 Newtonmetern liegt zwar erst bei
4.800/min. an, jedoch stehen ab 2.500/min. gut 95 Prozent des maximalen Drehmomentes zur
Verfügung. Lediglich darunter bringt der Motor das über 1,3 Tonnen schwere Coupé nicht
unbedingt in sportlichen Galopp. Erst wenn der Motor ein wenig auf Touren gekommen ist,
schiebt der Turbo den Hecktriebler richtig kräftig über den Asphalt. Insgesamt lässt
sich das Coupé recht schaltfaul fahren, ohne dass sich der Motor beklagt. Die
Getriebeübersetzung ist dabei aber nicht zu kurz für halbwegs akzeptable
Verbrauchswerte: 9,7 Liter Superbenzin auf 100 km sind es im gemischten Verbrauch nach
EU-Norm, 12,9 Liter in der Stadt, 7,8 Liter außerorts (alles Herstellerangaben). Im Test
kam er auf 9,15 Liter mit wenig Stadtverkehr, aber schon mal Vollgas auf der
Autobahn.
Knackig und präzise ist die
Fünfgang-Schaltung zu handhaben, die Lenkung ist direkt und leichtgängig. Das Fahrzeug
lässt sich dank Servolenkung bei niedrigen wie hohen Geschwindigkeiten zielsicher
dirigieren. Der Wendekreis ist mit 10,5 m mehr als akzeptabel und gibt dem Wagen bei
Wendemanövern auf dem Parkplatz fast so etwas wie Wendigkeit.

Nicht ganz so leichtfüßig wie die
leichtgängige Lenkung vielleicht vermuten lässt, wirkt der 200SX auf Slalomfahrt. Sein
Gewicht merkt man ihm da schon an. Kaum Seitenneigung und eine sichere Straßenlage auch
in schnellen Kurven verraten sein tadelloses Fahrwerk. Lediglich wer in schnellen Kurven
das Gas lupft, kann mit leichtem Übersteuern rechnen. Die Federung ist alles andere als
komfortabel, aber noch nicht brutal: Gute Straßenlage geht halt beim Sportwagen vor.
Nicht ganz auf dem neuesten Stand ist die
serienmäßige Sicherheitsausstattung: Flankenschutz, Sicherheitslenksäule, Fahrer- und
Beifahrerairbag (keine Seitenairbags), vier Dreipunkt-Sicherheitsgurte mit Gurtstraffern
vorne und höhenverstellbare Kopfstützen vorne. Dazu kommen Halogen-Scheinwerfer und
Nebelscheinwerfer sowie die Wegfahrsperre.

Ab 51.495 Mark bekommt man den Nissan 200
SX. In Schwarz oder Rot lackiert sogar ohne Aufpreis, Mineraleffektlackierungen kosten 750
Mark extra. Die Aufpreisliste ist kurz: Lediglich ein Vierstufen-Automatikgetriebe für
2.750 Mark ist hier im Angebot. Ansonsten ist alles Serie, es gibt keine Extras.
Die Versicherungseinstufungen in den Typklassen 21 / 32 /
33 (H / VK / TK) sind allerdings sehr hoch. Die Garantien des japanischen Herstellers
umfassen kundenfreundliche drei Jahre Garantie auf den Wagen (bis 100.000 km), sechs Jahre
gegen Durchrostung der Karosserie, drei Jahre auf den Lack, ein Jahr auf alle beim
Nissan-Partner eingebauten Originalteile sowie eine Mobilitätsgarantie beim Einhalten der
Wartungsintervalle. |