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dem Mini hat BMW nach dem Z8 ein weiteres Original geschaffen, welches als
Neuinterpretation eines alten Themas sehr gelungen ist. 2001 kam er auf den Markt.
Allerdings sieht die Neuauflage neben einem "alten" Mini gar nicht so klein,
sondern eher riesig aus. Aus den 3,05 m Karosserielänge des alten Mini wurden 3,63 m beim
Neuen. Dazwischen liegen schon Welten, auch in der Technik, mit der der Neue vorfährt.
Ansonsten hat auch der Neue vom alten Charme nichts verloren. Süß und knuffig sieht er
aus. Was er unterm Blechkleid zu bieten hat, versuchten wir, im Einstiegsmodell Mini One
mit 90-PS-Motor in der kräftigen Uni-Lackierung Chili-Rot zu erkunden.

Die Dachlackierung in Wagenfarbe
kennzeichnet das Basismodell One. Der Mini Cooper und der Cooper S verfügen serienmäßig
über Kontrastdächer in Weiß oder Schwarz, allerdings ist das Dach in Wagenfarbe hier
optional (aber immerhin ohne Aufpreis) möglich. Der Kühlergrill ist wie bei allen
Modellvarianten chromumrandet, die Querstreben beim Mini One ebenso wie der
Heckklappengriff in Schwarz gehalten. Von hinten kennzeichnet ein einfaches Auspuffendrohr
aus rostfreiem Stahl die Basisversion. Zudem steht der einfache Mini auf Stahlfelgen mit
Radkappen.
Link:
Zum Vergleich ...
Der Einstieg ist auch für die Passagiere
der zweiten Reihe dank Easy Entry (nennt sich hier "manuelle Einstiegsautomatik"
oder "Fondeinstiegshilfe") einfach gut. Die Frontpassagiere haben reichlich
Platz, auch große Leute sitzen gut, denn die Sitze können schön weit nach hinten
geschoben werden. Was dann natürlich nicht viel Kniefreiheit für die Fondpassagiere
übrig lässt. Passagiere sind auf der zweisitzigen Rückbank aber sonst gut
untergebracht. Die Geräuschdämmung ist in Ordnung: Der brummige Vierzylinder ist im
Innenraum erst bei höheren Geschwindigkeiten präsent. Allerdings sind deutliche
Windgeräusche schon bei Landstraßentempo zu vernehmen.

Der Innenraum ist liebevoll
gestaltet, die sportlichen Rundinstrumente versprühen einen Hauch von Nostalgie. Die
Anmutung des Kunststoff-Cockpits entspricht aber nicht dem Anspruch an einen BMW. Die
sportlichen, gut konturierten und straffen Sitze sind pflegeleicht mit Stoff bezogen.
Lederlenkrad und Lederschaltknauf werten das Interieur auf, kosten aber extra. Ansonsten
ist der Instrumententräger schön übersichtlich gestaltet, die sparsame Bestückung mit
Schaltern erleichtert den Überblick und die Bedienung. Ablagen für den anfallenden Kleinkram finden die Frontpassagiere im offenen
Handschuhfach, in den Türen, unterm Lenkrad und in zwei Getränkedosenhaltern, die
Fondpassagieren in den Taschen an der Rückseite der Vordersitzlehnen sowie links und
rechts in der Karosserieverkleidung. Den Fondpassagieren steht nur ein
Getränkedosenhalter zur Verfügung.

Viel Laderaum sollte man auch auf 3,62 m
Länge nicht erwarten. Allerdings reichen die 150 Liter gut für zwei Einkaufskisten aus.
Dank der umklappbaren, 1:1 geteilten Rückbanklehne lässt sich das Gepäckraumvolumen auf
stattliche 670 Liter vergrößern. Die erlaubte Zuladung beträgt (ohne Fahrer) 355 kg.
Die Ladekante von 64 cm ist nicht zu hoch, um bequem einzuladen.
Die Serienausstattung umfasst in der
Basisversion die kleinen Annehmlichkeiten wie eine funkfernbediente Zentralverriegelung,
elektrische Komfort-Fensterheber, elektrisch einstellbare Außenspiegel und beleuchtete
Spiegel in beiden Sonnenblenden. Das Ausstattungspaket Salt beinhaltet ein Ablagenpaket
(Taschen an den Vordersitzrückseiten), einen Drehzahlmesser, Innenlichtpaket,
Nebelscheinwerfer, ein einfaches Radio, Velour-Fußmatten sowie die Höhenverstellung für
den Beifahrersitz. Auch die silberfarbene Interieur-Oberfläche ist im Salt-Paket ohne
Aufpreis wählbar, ohne Extrakosten dabei ist auch das Raucherpaket mit
Zigarettenanzünder, Aschenbecher und 12-Volt-Steckdose im Gepäckraum.
Aufpreispflichtigen Extras in unserem Testwagen waren das Chrome Line Exterieur (mit
verchromten Stoßfängereinsätzen), Lederlenkrad, Klimaanlage, Sitzheizungen für Fahrer
und Beifahrer, ein Radio mit CD-Spieler, Bordcomputer, beheizte Scheibenwaschdüsen und
Außenspiegel, das elektrische Glas-Schiebe-Hubdach sowie das Notrad anstelle des Mini
Mobility Systems (Dichtmittel und Kompressor).

Sportliche Qualitäten vermittelt die
Armaturenbrett-Gestaltung mit den Rundinstrumenten: Vor der Nase hat der Fahrer die
Drehzahlanzeige, der Tacho sitzt in der Mitte. Schade, dass der Motor keine ähnlich
sportlichen Ambitionen hat ...
Angetrieben wird der Mini von einem
1,5-Liter-Ottomotor, der in drei Leistungsstufen zur Wahl steht: Mit 90 PS, mit 115 PS
oder kompressoraufgeladen mit 163 PS. Wir fuhren die Einstiegsmotorisierung des
Vierzylinder-Vierventilers mit 90 PS. Im Antritt ist er ja etwas zurückhaltend, auch in
puncto Durchzugsvermögen reißt der kleinste Mini keine Bäume aus, obwohl das
Drehmomentmaximum von 140 Nm schon bei 3.300 U/min. anliegt. Wenn der Fronttriebler aber
erst mal läuft, dann läuft er auch ganz gut. Allerdings tut er sich auch am Berg mit
Beschleunigungsversuchen etwas schwer. Der Motor läuft etwas rau. Die manuelle
Fünfgang-Schaltung ist nicht besonders leichtgängig, dafür lässt sich aber der
Schaltknüppel präzise führen.
Sehr lange Getriebeübersetzung lässt
den etwas über 1,1 t schweren Wagen nicht gerade munter wirken, ist aber gut für den
Verbrauch zumindest bei ökonomischer Fahrweise, wenn man die Gänge nicht zu hoch
zieht. Den Verbrauch gibt BMW mit 8,7 Litern innerorts, 5,2 Litern außerorts und 6,5
Litern im gemischten Verbrauch nach EU-Norm an. Im Test verbrauchte er bei wenig
ökonomischer Fahrweise im Schnitt 8,9 Liter. Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4.
Für die Beschleunigung auf Tempo 100
braucht er aus dem Stand 10,9 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 181
km/h. Damit ist er kein Sprinter, aber langstreckentauglich.

Langer Radstand, breite Spur und
niedriger Schwerpunkt vermitteln ein Kart-Feeling erster Güte. Dazu kommt die sehr
sportlich-straffe Federung. Für eine gehörige Portion Fahrspaß ist auch die direkte
Lenkung gut, die präzise die Anweisungen des Fahrers umsetzt. Dabei vermittelt sie guten
Fahrbahnkontakt. Handlich und agil wie ein Go-Kart zirkelt er auch um enge Kurven. Schade,
dass der Motor da an Agilität nicht mithalten kann. Plötzliche Spurwechsel vollzieht der
Mini spontan und sicher und schert ebenso problemlos in die alte Spur wieder ein.
Der Mini One steht auf 15-Zoll-Rädern
mit 175/65er Reifen. Im Vergleich zum alten Mini mit seinen 12-Zoll-Rädchen schon ein
standfester Geselle. Noch breitbeiniger fährt übrigens der Cooper S vor: auf
16-Zoll-Rädern mit 195/55er Reifen. Die Bremsanlage ist in allen Motorvarianten
identisch: großdimensionierte Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet). Sie
verzögern schnell, gut dosierbar und spurtreu.
Sehr straff ist der Mini One gefedert,
die Dämpferabstimmung ist aber dafür nicht sehr gelungen, sodass der Wagen kleine
Unebenheiten mit Nickbewegungen quittiert. Unebenheiten werden relativ ungefiltert an die
Passagiere weitergegeben.

Der Mini Cooper verfügt über eine
sportlichere Fahrwerksabstimmung, die gegen Aufpreis auch für den Mini One verfügbar
ist. Der Cooper S kommt serienmäßig mit der Sportlicheren Fahrwerksabstimmung Plus, die
wiederum gegen Aufpreis auch für den Mini Cooper zur Verfügung steht. Überzeugen konnte
auf einer Testrunde der Mini Cooper S (den Cooper hatten wir noch nicht in den Fingern!)
mit seiner Feder-Dämpfer-Abstimmung. Sportlich-straff und wie ein Brett liegt er auf der
Straße, dass da die wahre Freude am Fahren aufkommt!
Hohe Torsions- und
Biegesteifigkeit der Karosserie, Stoßfänger mit Pralldämpfern, Verformungszonen vorne
und hinten und Verstärkungsprofile in den Türen leisten ihren Beitrag zur
Crashsicherheit ebenso wie Drei-Punkt-Gurte und Kopfstützen auf allen vier Plätzen sowie
Front- und Seitenairbags für die Frontpassagiere. Kopfairbags für vorne und hinten sind
optional erhältlich. Ein Crash-Sensor entriegelt die Türen im Falle eines Unfalles und
schaltet Innenbeleuchtung und Warnblinkanlage ein.
Serienmäßig leisten ABS mit
Kurvenbremskontrolle CBC und elektronischer Bremskraftverstärkung, pneumatischer
Bremskraftverstärker und die Reifendrucküberwachung einen Beitrag zur aktiven
Sicherheit. Das elektronische Stabilitätsprogramm DSC gibt es auch beim Cooper S
nur gegen Aufpreis, die Traktionskontrolle ASC+T ist nur im Cooper S Serie und
kostet im Mini One und Mini Cooper extra.

Preislich hat der neue Mini mit dem Alten
aber gar nichts mehr gemeinsam. Kriegte man den alten im Jahr 2000 noch für knappe 20.900
Mark (ca. 10.700 Euro), so legt man jetzt mindestens 14.500 Euro auf den Tisch. Der Mini
Cooper S steht sogar ab 19.800 Euro in der Preisliste. Die Versicherungen stufen den neuen
Mini One in die Klassen 14 / 13 / 26 (KH / VK / TK) ein. Zwei Jahre Gewährleistung gibt
es auf den Wagen sowie alle beim Mini-Händler eingebauten Originalteile. Wartungs- und
Ölwechselintervalle hängen von der individuellen Nutzung des Fahrzeugs ab und werden
über die Service-Intervall-Anzeige angezeigt. |