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Ganz unbekannt waren die Formen nicht,
als der MG ZS im Herbst 2001 als Sportlimousine auf den Markt kam. Ein sportlicher
Kühlergrill aus poliertem Edelstahl, in Wagenfarbe lackierte Kühlergrillumrandung und
Seitenschutzleisten, auf mehr Aerodynamik optimierte Front- und Heckschürze, neu
gestaltete Seitenschweller, Edelstahl-Auspuffendstück mit Hitzeschild und der Heckflügel
auf dem Kofferraumdeckel verraten den sportlichen MG. Als Rover 45 datiert die
"zivile" Version nach einem umfassenden Facelift unter BMW-Herrschaft auf das
Frühjahr 2000, als ursprüngliche Basis der beiden Limousinen gilt die Rover 400er Reihe.
Tiefgreifend überarbeitet wurde der
brave Rover 45, bevor aus ihm die Sportlimousine ZS wurde. Schon äußerlich wirkt die
Karosserie aggressiver, unter dem Blech hat sich aber entscheidend mehr getan: Eine
straffere Fahrwerksauslegung, direktere Lenkung und sportlichere Motoren versprechen mehr
Dynamik. Was der ZS halten kann, davon überzeugten wir uns in einem ZS 180 mit
2,5-Liter-Sechszylinder-Motor und 177 PS (dafür steht die "180", auch wenn es
aufgerundet ist) in der Metallic-Lackierung Trophy Blue.

Zugang zum Innenraum bieten vier Türen,
das erleichtert das Einsteigen auch im Fond. Die Übersicht über die Karosserie geht in
Ordnung, dank des voluminösen Heckflügels hat der Fahrer auch einen guten Eindruck, wo
sein Fahrzeug hinten zu Ende ist. Die Karosserie ist ausreichend gut gegen
Außengeräusche isoliert.
Die Platzverhältnisse sind vorne wie
hinten ordentlich, zumindest für normalgewachsene Passagiere. Der dritte Passagier sitzt
auf der Rückbank dank der gut konturierten Außenplätze natürlich nicht besonders gut,
da die Rückbank insgesamt straff gepolstert ist. Die Sportsitze vorne sind wie
angewachsen: eine Maßanfertigung für schlankere Leute. Sie sind straff, gut konturiert
und bieten ausgezeichneten Seitenhalt. Die Sitze sind mit einer Leder-Stoff-Kombination
bezogen und ebenso wie Armaturenbrett, Mittelkonsole, Türverkleidungen und Lenkrad
farblich auf die Außenlackierung abgestimmt.

Dem Cockpit sieht man schon an, dass das
Grundmodell dieses Fahrzeugs nicht mehr ganz taufrisch ist. Aber dieser rustikale Charme
hat auch seinen Reiz, zumal an der Verarbeitung nichts auszusetzen ist. Eher
sportlich-technisch in der Anmutung spiegelt das Armaturenbrett die sportlichen Charakter
des Fahrzeugs. Die eher zurückhaltende Ausstattung mit Schaltern und Anzeigen dient der
Übersicht und erleichtert die Handhabung, ohne vom Verkehr abzulenken. Der Kofferraum ist
geräumig, gut nutzbar und fasst mit 470 Litern Ladung reichlich Gepäck. Dank der
asymmetrisch geteilt umklappbaren Rückbanklehne lässt sich das Volumen auf bis zu 720
Liter erweitern. Gute 410 kg Zuladung sind maximal erlaubt. Ablagen sind für die
Frontpassagiere in ausreichender Anzahl vorhanden: Vom Handschuhfach und Fächer in den
Türen über die Mittelkonsole und die Armlehne vorne bis hin zu eine kleinen Fach
seitlich unter dem Lenkrad. Im Fond sollten die Passagiere besser keinen Kleinkram
verstauen wollen ...

Der Interieur MG ZS ist eher funktional
gehalten, was zum sportlichen Image der Marke passt. Die Basisausstattung des ZS 180 ist
dafür aber ordentlich und umfasst all die kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens.
Darunter fallen zum Beispiel die Klimaanlage, Stoff-Leder-Sportsitze, eine
funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorne und hinten sowie
elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Nebelscheinwerfer und
17-Zoll-Leichtmetallfelgen. Die Liste der Sonderausstattungen ist relativ kurz. Unser
Testwagen verfügte hier nur über ein elektrisches Glas-Schiebe-Hebedach, farblich auf
die Lackierung abgestimmte Sitzpolster und auf die Sitzpolster abgestimmte farbliche
Gestaltung von Armaturentafel, Türeinlässen, Mittelkonsole und Lederlenkrad.

Der V6-Motor mit 2,5 Litern Hubraum und
177 PS ist ein kultivierter und durchzugsstarker Antrieb, der im knapp 1,3 t schweren MG
ZS vollkommen überzeugen kann. Gierig nimmt er Gas an und setzt es umgehend in (mehr)
Vortrieb um. Ein hervorragender Antritt in 7,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100
mit angemessener Leistungsentfaltung bei ruhigem und vibrationsarmem Lauf: Er
bietet souveräne Fahrleistungen, die man durchaus als sportlich bezeichnen kann, und
schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 224 km/h.
Die manuelle Fünfgang-Schaltung schaltet
sich sauber und präzise, lediglich der Rückwärtsgang hakt schon mal ein wenig. Der Weg
des Kupplungspedals ist ausreichend kurz für temperamentvolles Anfahren. Den Verbrauch
gibt MG Rover mit 14,1 Liter Superbenzin innerorts, 6,8 Liter außerorts sowie 9,5 Liter
bei gemischtem Verbrauch nach EU-Norm an. Das setzt allerdings eine ökonomische Fahrweise
voraus, die nicht zum verlockenden, Gas fordernden Charakter des Sechszylinders passen
will. De facto ist man eher zügig unterwegs mit dem entsprechenden Zuschlag beim
Tankstopp. Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU3.

Der Fronttriebler glänzt mit gutem
Geradeauslauf und einer sehr direkt ausgelegten, gut ansprechenden Lenkung, die direkter
ausgelegt ist als im komfortableren Bruder Rover 45. Im Vergleich zum 45 ist die
Karosserie tiefergelegt, verfügt der MG ZS darüber hinaus über ein Sportfahrwerk und
stärkerem Stabilisator hinten. Das schön straff abgestimmte Fahrwerk vermittelt in
Verbindung mit der direkten Lenkung ein gutes Gefühl für die Fahrbahn und jede
Menge Fahrspaß, zu dem auch der durchzugsstarke Motor beiträgt.
Der Wendekreis ist recht groß. Dennoch
gibt sich das Fahrzeug eher handlich und agil auch bei höherer Geschwindigkeit auf
kurvigen Passagen. Wendig zirkelt er um Kurven und Biegungen, dass es richtig Spaß macht!
Sicher, spurtreu, mit nur einer leichten Tendenz zum Untersteuern meistert er Kurven im
Eiltempo. Neutral und problemlos zieht er auch bei plötzlichem Ausscheren auf die neue
Spur und ebenso sicher wieder zurück.

Mächtig straff gefedert und mit
sportlichen breiten Reifen im Format 205/45 R 17 kann man nur noch einen (vernünftigen)
Restkomfort erwarten. Dafür bieten die Reifen aber ausreichend Traktion, um die
Motorkraft ohne Reibungsverluste auf den Asphalt zu bringen. Die Bremsanlage
(großdimensionierte Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) verhilft dem MG ZS, die
Motorleistung in Zaum zu halten und notfalls den Vortrieb schnellstmöglich und spurtreu
zu vernichten.
Der Sicherheit der Insassen im Falle
eines Unfalles dienen Drei-Punkt-Gurte auf allen fünf Sitzen, Kopfstützen auf dem
Außenplätzen sowie Front- und Seitenairbags für die Frontpassagiere. Außer der
Servolenkung kann der Fahrer nur auf ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung als
elektronische Helfer zurückgreifen, wenn es die Fahrsituation erfordert. Eine
Traktionskontrolle oder ESP stehen auch optional nicht zur Verfügung.

Ab 22.995 Euro steht der MG ZS beim
Händler, mit Sechszylinder-Motor und umfangreicher Serienausstattung. Aufpreis kosten die
Metallic-Lackierung Trophy Blue, das elektrische Glas-Schiebe-Hebedach, die farblich (auf
die Lackierung) abgestimmten Sitzpolster sowie die entsprechende farbliche Gestaltung der
Inneneinrichtung. Die Versicherungen stufen den MG ZS in die Typklassen 20 / 25 / 34 (KH /
VK / TK) ein. |