Seit seiner Markteinführung 1995 ist der
MG F eine Größe unter den Roadstern. Mit dem MG TF läutet Rover nun eine neue Runde am
Markt ein. Auch wenn der Name TF es andeutet: Der TF ist keine grundlegende
Neuentwicklung, sondern eine sehr tiefgreifende und konsequente Weiterentwicklung und
Überarbeitung des bekannten MG F. In einem ersten Test sind wir drei der vier
Motorvarianten im neuen MG TF gefahren.
Die Bezeichnung "Facelift" trifft
die Optik sehr genau: Ein neues Gesicht bekam der englische Roadster verpasst. Sie sind
mehr als nur optische Retuschen und dienten auch der Verbesserung der Aerodynamik und der
Versteifung der Karosseriestruktur. Die Karosserieverstärkungen garantieren geringere
Vibrationen während der Fahrt, aber auch mehr Sicherheit für die Passagiere. Die
aerodynamischer gestaltete Karosserie bringt zudem mehr Abtrieb.

Die Front mit ovalen Klarglasscheinwerfern,
neuen Stoßfängern und Frontspoilern sowie einem größeren Lufteinlass wirkt
aggressiver, das Heck markanter, ausdruckvoller mit integrierter Spoilerlippe und
Klarglasleuchten. Veränderungen an der Karosserie umfassen neu gestaltete
Schwellerleisten sowie modifizierte seitliche Lufteinlässe. Optional erhältliche farbige
Verdecke passend zu den Innenraum-Farben runden das Außendesign ab. Die unkomplizierte
Handhabung des Verdecks und der Persenning wurden vom Vorgängermodell übernommen. Die
Heckscheibe ist nach wie vor aus Kunststoff und lässt sich mit Hilfe eines
Reisverschlusses lösen, bevor das Verdeck in der Karosserie verschwindet.

Der Innenraum wirkt optisch wie haptisch
hochwertig. Elegant wirkt der Innenraum vor allem in hellbeigem Leder, aber auch die
schwarzen bzw. schwarz-farbigen Innenausstattungen sind vom feinsten. Lediglich in grau
wirkt das Interieur etwas trist. Leder, Alcantara (beides optional) oder Stoffbezüge für
die Sitze sind verfügbar, alles wirkt hochwertig, die Stoffe pflegeleicht.
Man sitzt tief (die Karosserie ist noch
einmal 10 mm tiefer gelegt), aber gut. Die Sportsitze bieten guten Seitenhalt. Platz ist
in der einzigen Reihe ausreichend auch für etwas größere Passagiere. Der Laderaum ist
mit 210 Litern relativ alltagstauglich für einen Roadster.

Die Ausstattung des MG TF ist abhängig von
der Motorisierung. Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung sowie Alarmanlage mit
Wegfahrsperre, elektrische Außenspiegel, elektrische Fensterheber und Leichtmetallräder
sind Serie.
Die Motoren sind mehr oder weniger bekannt,
auch wenn sie für den TF überarbeitet und verbessert wurden. Der 1.6-Liter Benziner
bildet mit seinen 116 PS Leistung den Einstieg ins offene Fahrvergnügen. Als zweiter
Motor wird ein 1,8-Liter-Aggregat verbaut, welches in drei verschiedenen Auslegungen
angeboten wird.
Der 1.8-Liter-Ottomotor ist mit 120 PS
ausschließlich mit der stufenlosen Getriebeautomatik "Stepspeed" zu haben, die
man wahlweise im manuellen Sechsgang-Modus fahren kann. Geschaltet wird entweder am
Schalthebel oder am Lenkrad. Schon seine 120 Pferdchen reichen für guten Antritt und
vernünftigen Durchzug völlig aus auch im naturgemäß weniger temperamentvollen
Automatik-Modus. 9,7 Sekunden reichen für die Beschleunigung auf Tempo 100, ein Roadster
ist ja kein Rennwagen und auch bei einer Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h kann man sich
schon genug Wind um die Nase wehen lassen. Vom Geräuschpegel oben ohne mal ganz zu
schweigen. Die Haarbürste im Handschuhfach ist trotz Windschott (gegen Aufpreis) nach wie
vor zu empfehlen. Die Automatik kostet allerdings ihren Preis beim Verbrauch: 8,3 Liter
Superbenzin im gemischten Verbrauch nach EU-Norm, 11,6 Liter im Stadtverkehr und 6,4 Liter
außerorts (alles Herstellerangaben).

Die handgeschalteten Varianten sind mit
einem Sportgetriebe ausgestattet. Die manuelle Fünfgang-Schaltung ist knackig kurz und
präzise. Die Getriebeabstufungen sind eher auf Sparsamkeit ausgelegt. Dennoch ist der
Antritt okay, ein offener Roadster soll ja eigentlich keine Rennen fahren. Die
Leistungsentfaltung spricht eher für eine gelassenere Fortbewegung.
Der MG TF 135 wird von einem
leistungsgesteigerten 1.8i mit optimierter Luftführung, größerem Ventilhub sowie
drehzahloptimiertem Motormanagement und 136 PS Leistung angetrieben. Frühzeitig liegt
ausreichend Drehmoment an für einen ordentlichen Antritt. Für die Beschleunigung bis
Tempo 100 vergehen 8,8 Sekunden. Bei Tempo 205 ist Schluss mit mehr Vortrieb. Der
Verbrauch reicht von 6 Litern Superbenzin außerorts über 7,9 Liter im gemischten
Verbrauch nach EU-Norm bis 11,2 Liter in der Stadt.
Die Hochleistungsvariante 1.8i VVC ist aus
dem MG F Trophy bekannt. Sie verfügt neben einer verbesserten Luftführung über eine
variable Ventilsteuerung und leistet damit 160 PS. Sie wurde noch einmal optimiert und
bietet jetzt geringere Emissionen bei geringerem Verbrauch und höherer
Spitzengeschwindigkeit. Knappe 7,6 Sekunden reichen für den Sprint auf Tempo 100, bei 220
km/h ist Schluss mit mehr Speed. Dieser Motor kommt erst etwas zurückhaltender, taut aber
mit steigender Drehzahl auf. So richtig zur Sache kommt er erst jenseits der 4.000 Touren.
Insgesamt ist er aber doch sparsam, nutzt er den teueren Sprit sehr effizient: 7,5 Liter
Superbenzin im gemischten Verbrauch, 10,6 Liter in der Stadt und 5,7 Liter außerorts. Das
ist weniger als beim 136-PS-Aggregat trotz mehr Leistung.
Alle Motoren erfüllen immer noch die
EU3-Abgasnorm, obwohl das Emissionsverhalten verbessert wurde. Trotz guter Laufkultur ist
der Motor allerdings in einem offenen Fahrzeug akustisch immer präsenter als in einer
geschlossenen Karosserie. Die Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet)
packen kräftig zu und sorgen für schnellen Stillstand.
Tiefgreifender als ein "Facelift"
sind die Änderungen am Fahrwerk. Vom Grundsatz her Mittelmotor / Heckantrieb
hat sich nichts geändert. Die Doppelquerlenker-Vorderachse wurde vom MG F
übernommen, völlig neu konstruiert wurde allerdings die Mehrlenker-Hinterachse. Die alte
Hydragasfederung wich straffen Schraubenfedern und Gasdruckstoßdämpfern. Dank der neuen
Feder-Dämper-Konstruktion rückte die Karosserie 10 mm dichter an den Asphalt. Ein
optionales Sportpaket mit Tieferlegungsfedern für weitere 10 mm ist zusätzlich
verfügbar.
Schon der MG F war dank optimaler
Gewichtsverteilung ein Muster an Straßenlage. Jetzt ist das Handling noch eine Spur
präziser und agiler, die Straßenlage nach wie vor satt und bis zum Erreichen des hoch
angesiedelten Grenzbereichs neutral und problemlos. Einfache und doppelte Spurwechsel
meistert er sicher und spurtreu.

Die Lenkung ist noch etwas direkter
ausgelegt als beim MG F. Zielgenau, präzise und leichtgängig (auch die
geschwindigkeitsabhängige Servolenkung wurde neu programmiert) setzt die Lenkung die
Befehle des Fahrers um. Dabei vermittelt sie sehr guten Fahrbahnkontakt. Damit ist der MG
TF recht wendig und agil. Eher straff ist der sportliche Roadster gefedert, ein für
angenehmes Vorankommen nötiger Restkomfort ist immer noch gegeben.
Die Karosserie wurde gegenüber dem
Vormodell gezielt verstärkt. Die steifere Struktur kommt nicht nur der Sicherheit der
Passagiere zugute, sondern reduziert auch Verwindungen der nach oben offenen Karosserie.
Fahrer- und Beifahrerairbag sind Serie, Seitenairbags nicht verfügbar. Den Fahrer
unterstützt außer dem hervorragend abgestimmten Fahrwerk ein modernes Drei-Kanal-ABS,
weitere Hilfen (ESP oder Bremsassistent) sind nicht verfügbar.
Ab 20.200 Euro ist der MG TF ein gutes
Angebot für einen zweisitzigen Roadster. Das gilt sowohl für das
Preis-Leistungs-Verhältnis wie für die Platzierung am Markt. Elektrische Außenspiegel
und Fensterheber, funkfernbediente Zentralverriegelung, Alarmanlage, Leichtmetallräder
und Stoffsitzebezüge sind in der Serienausstattung enthalten.
Ab dem TF 135 (ab 21.750 Euro) sind
Lenkrad, Schaltknauf und Handbremshebel aus Leder, ist die Innenraumüberwachung Serie.
Der TF 120 Stepspeed (ab 23.750 Euro) verfügt zusätzlich serienmäßig über die
stufenlose Getriebeautomatik Stepspeed sowie die Teilleder-Ausstattung Daytona
(Leder-Alcantara). Das Topmodell TF 160 (ab 24.810 Euro) schließlich verfügt wieder
über eine manuelle Schaltung, aber zusätzlich über 16-Zoll-Leichtmetaller, eine
leistungsgesteigerte Bremsanlage, ein Instant Mobility System anstelle des Ersatzrades
sowie ein Chrompaket. Aufpreis kosten bei allen Modellen Metallic-Lackierung, Klimaanlage
und Hardtop (schwarz, weiß oder Wagenfarbe).

Rover gewährt drei
Jahre Garantie auf das Fahrzeug sowie drei Jahre Mobilitätsgarantie beides ohne
Kilometerbegrenzung. Dazu kommen drei Jahre auf den Lack und 6 Jahre auf die Karosserie
gegen Durchrostung. Außerdem kann der Käufer eine Anschlussgewährleistung für bis zu
weitere drei Jahre gegen Aufpreis bekommen. |