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Sein
sympathisches Vieraugengesicht hat die E-Klasse von Mercedes mit der
Modellreihe W212 abgelegt. Durch die neuen Scheinwerfer wirkt die
Front kantiger, um nicht zu sagen: markanter. Zeitlos elegant und
fließend ziehen sich die Linien bis zum Heck. Imposant wirkt die
4,87 m lange Karosserie. Natürlich ist der Stuttgarter gewachsen:
Gute 1,6 cm mehr Länge, 3 cm mehr Breite und 2 cm mehr Radstand
sorgen für großzügigere Platzverhältnisse. Allerdings hat der
Neue auch etwas Speck angesetzt: ca. 100 bis 150 kg ist er schwerer
als ein vergleichbares Vormodell (vom W211 hatten wir den E200K
und den E500 im Test).
Im Frühjahr
dieses Jahres kam das neue Zugpferd aus Stuttgart auf den Markt. Es
ist mittlerweile die neunte Generation der Business-Limousine, die
seit 1993 mit dem Facelift des W124 E-Klasse heißt. Wir konnten die
neue E-Klasse mit einer Reihe von Motoren ausprobieren und einen
ersten Eindruck gewinnen.
Vier Türen und
eine Kofferraumklappe bieten guten Zugang zum Innenraum. Für die Übersicht
sorgt die optionale Einparkhilfe sowie die ebenfalls als Option verfügbare
Rückfahrkamera. Das Platzangebot ist in beiden Reihen sehr großzügig
bemessen. Die gut konturierten Vordersitze bieten hervorragenden
Seitenhalt und sehr guten Sitzkomfort. Die Außenplätze hinten sind
akzeptabel konturiert. Zwar bietet die Rückbank neben Kopf- und
Kniefreiheit ausreichend Ellenbogenfreiheit für Drei, jedoch ist
der mittlere Sitzplatz nicht wirklich zu empfehlen. Optional gibt es
statt der Dreier-Sitzbank zwei Einzelsitze, die das Reisen im Fond
deutlich bequemer machen. Der Kofferraum fasst wie beim Vorgänger-Modell
540 Liter.
Hochwertig in
Qualitätsanmutung und Verarbeitung ist der Innenraum des Mercedes.
Trotz sehr vielfältiger Funktionsschalter und Tasten ist das
Armaturenbrett nicht überladen. Man findet sich recht schnell
zurecht. Neben der Basisausstattung gibt es die E-Klasse in den
gehobeneren Ausstattungslinien Elegance und Avantgarde. Weitere
Ausstattungspakete (Sport-Paket AMG, Exklusiv-Paket oder
Fond-Komfort-Paket) ermöglichen eine Ausstattung ganz nach Wunsch
mit fast jedem Luxus.

Alle Modelle sind
in der Basis ausgestattet mit einer funkfernbedienten
Zentralverriegelung, elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln,
elektrischen Fensterhebern, Multi-Funktions-Lederlenkrad,
Reiserechner, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, CD-Radio,
Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Wärmeschutzverglasung rundum und
16-Zoll-Leichtmetallrädern. Ab den E250er Modellen sind darüber
hinaus breitere Reifen und ein Endrohr aus poliertem Edelstahl
verbaut. Die E350er Modelle verfügen ,über Schaltwippen am Lenkrad
(für die Siebengang-Automatik), einen 80-Liter-Tank (anstelle des
Basis-Tanks mit 59 Litern Fassungsvermögen) und ein Doppelendrohr
aus poliertem Edelstahl. Außerdem stehen einige Modelle (je nach
Motorisierung) auf 17-Zoll-Rädern. Der E500 schließlich hat außerdem
eine Multi-Zonen-Komfort-Klimaautomatik, Luftfederung sowie
Doppelendrohre mit eckigen Endrohrblenden aus poliertem Edelstahl zu
bieten. Auch hier sind die 17-Zöller serienmäßig. Ergänzt wird
die Ausstattung in der Version Elegance u. a. um die
Edelholzausstattung Wurzelnuss braun, automatisch abblendende
Innenspiegel, Nebelscheinwerfer und Tagfahrlicht. Die Version
Avantgarde hat zusätzlich zur Basisausstattung u. a. die
Edelholzausstattung Esche schwarz, automatisch abblendende
Innenspiegel sowie das Licht-Paket mit adaptiven
Bi-Xenon-Scheinwerfern, aktivem Kurvenlicht und Tagfahrlicht mit an
Bord. Gegen Aufpreis sind Multi-Konturen-Sitze, ein Memory-Paket (für
die Sitze), Sitzklimatisierung, Ledersitze, Audio- und
Entertainment-Paket, eine Multi-Zonen-Komfort-Klimaautomatik, ein
adaptives Scheinwerfersystem (Intelligent Light System) sowie
verschiedene Fahrassistenten und ein schlüsselloses Zugangsystem zu
haben.
Die
Motorenpalette reicht von den Vierzylinder-Einstiegsmotoren mit 1,8
Litern Hubraum und 204 PS (E220 CGI) bzw. mit 2,1 Litern und 136 PS
(E200 CDI) bis zum 6,2-Liter-Achtzylinder mit 525 PS (E63 AMG). Der
170 PS starke Vierzylinder-Motor E220 CDI nimmt gut Gas an und zieht
ganz ordentlich, hat aber nicht die Laufkultur eines Sechszylinders.
In 8 Sekunden hat der Motor die 1,8 t schwere Limousine auf 100 km/h
gebracht. Da ist der V6-Motor des E350 CDI Blue Efficiency
mit seinen 231 PS von ganz anderem Kaliber. Sein maximales
Drehmoment von 540 Nm wuchtet er schon zwischen 1.600 und 2.400
U/min. auf die Antriebswellen, so dass schon bei niedrigen
Drehzahlen richtig die Post abgeht. Nur 6,8 Sekunden braucht er für
die Beschleunigung auf Tempo 100.

Den E350 CGI
treibt ein Benzindirekteinspritzer an: Der laufruhige Sechszylinder
mit 292 PS bietet eine souveräne Leistungsentfaltung über das
ganze relevante Drehzahlband und mehr als nur ordentlichen Durchzug.
Ihm reichen sogar 6,2 Sekunden, um die 100-km/h-Marke zu erreichen.
Der Achtzylinder-Ottomotor im E500 bietet Laufkultur, Antrittsfreude
und Leistung vom Feinsten. Sein maximales Drehmoment darf – üblich
für einen höher drehenden Benziner – ruhig etwas später
anliegen: Zwischen 2.800 und 4.800 Touren ist es genau da vorhanden,
wo es gebraucht wird. Sportwagen-taugliche 5,3 Sekunden reichen ihm
für den Sprint auf Tempo 100.
Seine Höchstgeschwindigkeit
erreicht der kleine Diesel schon bei 229 km/h, die beiden Benziner
sind bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Die beiden Selbstzünder
verbrauchen jeweils mit Automatikgetriebe im Durchschnitt nach
EU-Norm 6 – 6,2 Liter bzw. 6,8 – 7,1 Liter, die Ottomotoren 8,5
– 8,8 bzw. 10,9 – 11,2 Liter (alles Herstellerangaben, ermittelt
unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Alle Motor der
neuen E-Klasse erfüllen die Abgasnorm EU5, der E350 CDI BlueTec
sogar EU6. Bei den Selbstzündern sind Dieselpartikelfilter serienmäßig
verbaut.
Der E220 CDI fährt
hier mit der optionalen, aber schon etwas betagteren Fünfgang-Automatik
vor (Serie ist eine manuelle Sechsgang-Schaltung), die anderen
Modelle schalten über das serienmäßige Automatikgetriebe
7G-Tronic. Die Siebengang-Automatik überzeugt mit einer guten
Abstufung und kaum spürbaren Schaltvorgängen.
Einige Motoren
sind zwar auch mit dem Allrad-Antrieb 4matic zu haben, der
Heckantrieb ist bei der Stuttgarter Business-Limousine jedoch immer
noch Standard. Souveränes Dahingleiten bei sehr gutem Geradeauslauf
ist seine Stärke, auch wenn man es mit den stärkeren Motoren
durchaus sportlicher angehen lassen kann. Sportlicher zu führen ist
die E-Klasse auch mit der Direktlenkung (Serie bei V6- und
V8-Modellen, sonst gegen Aufpreis), die ihrem Namen alle Ehre macht.
Bei flotter Kurvenhatz gibt sich der Stuttgarter leichtfüßig,
wobei er sein Leergewicht Lügen straft.
Schon
die weiter entwickelte konventionelle Federung (Direct-Control-Fahrwerk)
überzeugt. Die Stoßdämpfer passen sich der jeweiligen
Fahrsituation an und schlucken selbst größere Unebenheiten souverän.
In flotter gefahrenen Kurven sprechen die Dämpfer härter an, um
die Limousine stabil zu halten. Das Luftfederfahrwerk Airmatic ist für
die Sechszylinder optional verfügbar und gehört beim Achtzylinder
zur Serienausstattung. Die Luftfederung arbeitet mit einem
stufenlosen, elektronisch gesteuerten Dämpfungssystem und kann
wahlweise im Komfort- oder Sportmodus gefahren werden. Jedes Rad
wird einzeln angesprochen. Das dient neben hohem Komfort auch der
Fahrstabilität und sportlicher Agilität. Dies ist im Sport-Modus
noch etwas ausgeprägter, da müssen sich die bayrischen
Wettbewerber warm anziehen.
Problemlos und
weitgehend neutral meistert die E-Klasse kurvige Strecken, minimales
Untersteuern kündigt irgendwann den
nahenden Grenzbereich an. Die standfesten Scheibenbremsen rundum
sind ab den größeren Vierzylindern nicht nur vorne, sondern rundum
innenbelüftet. Sie sprechen sofort an und bringen den Wagen im
Notfall prompt zum Stehen. Die PreSafe-Bremse als Bestandteil des
Abstandstempomaten Distronic Plus aktiviert bei drohender
Aufprallgefahr eine automatische Teil- oder Vollbremsung, wenn der
Fahrer nicht selbst reagiert.
Der
passiven Sicherheit dienen die hochstabile Karosserie mit
Knautschzonen an Front und Heck, fünf Kopfstützen, aktive Kopfstützen
vorne, Drei-Punkt-Gurte auf allen Sitzen, Front- und Seitenairbags
vorne, ein Knieairbag für den Fahrer sowie Windowbags für vorn und
hinten, Isofix-Kindersitzbefestigungen hinten, Sicherheitslenkung
und –pedalerie sowie ein Aufmerksamkeitsassistent. Das präventive
Schutzsystem PreSafe aktiviert in unfallträchtigen Situationen
vorsorglich umfassende Schutzmaßnahmen für die Insassen, so dass
sie beim Aufprall ihre maximale Schutzwirkung entfalten können.
Einen Crashtest nach EuroNCAP gibt es von der aktuellen E-Klasse
noch nicht, aber das Vorgänger-Modell W211 schaffte 2002 fünf
Sterne für Insassensicherheit. Da dürfte auch die neue E-Klasse
nicht drunter liegen! An aktiven Helfern sind serienmäßig
Bremsassistent und Bremskraftverstärker, ABS und ESP sowie ein
Tempomat mit variabler Geschwindigkeitsbegrenzung dabei. Und was es
auch in dieser Klasse noch nicht serienmäßig gibt, ist als
Sonderausstattung zu haben. In der Preisliste finden sich Extras wie
Spurhalte- und Totwinkel-Assistenten (Spur-Paket),
Geschwindigkeitslimit-Assistent, der Nachtsicht-Assistent, eine
Parktronic, Rückfahrkamera sowie das Fahrassistenz-Paket mit
Abstandstempomat Distronic Plus, Bremsassistent BAS Plus,
Presafe-Bremse und Spur-Paket.
Einstiegsmodell
in die E-Klasse ist der E200 CDI mit Preisen ab 38.734,50 Euro. Der
E220 CDI und E350 CDI sind ab 41.590,50 bzw. 50.991,50 Euro zu
haben, der E350 CGI ab 51.943,50 Euro und das Top-Modell E500 ab
67.532,50 Euro. Die Aufpreisliste ist lang, luxuriös und teuer und
fängt mit den Metallic-Lackierungen erst an ...
Daimler
gibt zusätzlich zur gesetzlichen Sachmängelhaftung eine zweijährige
Neuwagen-Garantie sowie eine dreißigjährige Garantie auf die
Karosserie gegen Durchrostung von innen nach außen. Mit dem
aufpreispflichtigen Garantie-Paket ist das Fahrzeug bis zu zehn
Jahre lang (bis 200.000 km) vor unvorhergesehenen Reparaturen geschützt.
Die fast europaweite Mobilitätsgarantie gilt vier Jahre ab
Erstzulassung sowie bis zum 30. Jahr bei Einhalten der
Service-Intervalle. Die Serviceintervallanzeige Assist Plus mit
Wartungsrechner errechnet in Abhängigkeit von Einsatz und Fahrstil
den fälligen Zeitpunkt für eine Inspektion. Gegen Aufpreis gibt es
Service-Pakete zum Abdecken von regelmäßigen Wartungskosten für
bis zu fünf Jahre.
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