Das T-Modell, der jüngste Spross der
aktuellen C-Klasse-Familie, kam im März 2001 auf den Markt. Bis zur B-Säule identisch
mit der Limousine, findet der Kombi seinen Abschluss in einem elegant gezeichneten Heck.
Rundlicher, fließender und vor allem dynamischer sind die Linien im Vergleich zum
Vorgänger geworden.
In einem C270 CDI mit Common-Rail-Diesel
und 170 PS, in Jaspisblau metallic und mit Avantgarde-Ausstattung erkundeten wir, wie viel
Laster in dem schwäbischen Kombi steckt.

Der Einstieg auf den Fahrersitz heißt
nicht "hinsetzen", sondern "Platz nehmen". Kaum ist der Schlüssel im
Schloss stellt sich der Fahrersitz auf die letzte eingestellte Position. Drei
Memory-Positionen erleichtern das Einstellen der optimalen Sitz- und Lenkradpositionen bei
wechselnden Fahrern. Die beiden vorhandenen elektrischen Schlüssel speichern jeweils ihre
eigene Sitzposition. Zieht man den Zündschlüssel aus dem Schloss, gehen der Sitz zurück
und das Lenkrad hoch, um dem Fahrer einen bequemen Ausstieg zu ermöglichen. Die
Memory-Funktion mit Ein- und Ausstiegshilfe gibt es allerdings nur gegen Aufpreis.
Vorne wie hinten ist für die Passagiere
das Platzangebot gut. Der Mittelsitz hinten ist aber wie so oft alles andere
als wirklich alltags- oder langstreckentauglich. Technisch-funktional ist das
Armaturenbrett gestaltet, die Qualität und Verarbeitung der verwendeten Materialen ist
sehr gut. Man verliert trotz vieler Knöpfe und Schalter nicht die Übersicht.

Gut gemacht sind die umlegbaren hinteren
Kopfstützen drei an der Zahl: Wenn man sie nicht braucht, klappt man sie runter
und hat eine bessere Sicht nach hinten. Nun gut, richtig toll ist die Sicht nach hinten
auch damit nicht, weil die schräg abfallende Heckscheibe keine gute Einschätzung von
Entfernungen zulässt. Zu empfehlen wäre hier eine Einparkhilfe (gibt es gegen Aufpreis).
Serie sind die Innenspiegel in den Sonnenblenden, wer sie beleuchtet haben will, zahlt
extra. Die Klimaautomatik (Thermatic) ist bei den Fünf- und Sechszylinder-Motoren
serienmäßig vorhanden, bei den Vierzylindern ist eine automatisierte Heizung (Heizmatik)
Standard. Gegen Aufpreis steht dem Fahrer das Bedien- und Anzeigensystem Command zur
Verfügung, ein Bordcomputer ist nicht erhältlich.

Schon die eleganten Linien verraten, dass
der 4,54 m lange Kombi nicht fürs Praktische gebaut wurde. Die große Schräge der
Heckklappe sieht zwar elegant aus, kostet aber Stauraum. Die unter der Laderaumabdeckung
verborgenen 470 Liter Gepäckraum sind im Vergleich mit anderen Kombis ähnlicher
Karosseriegröße noch nicht einmal von schlechten Eltern. Mit 1.384 Litern Laderaum bis
hinter die Vordersitze bei dachhoher Beladung liegt er dagegen eher im Mittelfeld. Der
Laderaum ist hinter der Ladekante recht breit geschnitten, wird aber wegen der Radkästen
zu den Rücksitzen hin schmaler. Dennoch ist er über die niedrige Ladekante leicht und
gut nutzbar zu beladen. Bis zu 525 kg Beifahrer und Gepäck darf der Fahrer mitnehmen.

Die Rücksitzlehne ist serienmäßig
asymmetrisch geteilt umklappbar. Unter dem Laderaumboden verbirgt sich ein zusätzliches
Staufach inklusive Klappkiste, da der Wagen serienmäßig mit Tirefit, einem
Reifen-Reparatursystem, anstelle eines Ersatzrades ausgestattet ist. Wer sich für das
gegen Aufpreis erhältliche Ersatzrad entscheidet, muss auf dieses Fach aber verzichten.

Der 2,7-Turbodiesel-Motor mit
Common-Rail-Einspritzung, fünf Zylindern, vier Ventilen und 170 PS ist die
Topmotorisierung bei den Selbstzündern. Drei Diesel und fünf Benziner umfasst die
Motorenpalette. Der Fünfzylinder-Motor ist schon eine souveräne Antriebsquelle.
Allerdings verfügt unser Testwagen über eine Fünfgang-Automatik, die den Motor im
unteren Drehzahlbereich etwas einengt. Die Getriebeübersetzung ist für einen Diesel mit
Automatik eher lang und auf mehr Verbrauchsminimierung optimiert, denn auf den Durchzug
beim Anfahren, aber wenn er erst mal läuft, kann man über die Getriebeabstufungen nicht
meckern. Ruhig schaltet er bei Bedarf hoch oder runter, kein Ruckeln stört die
Passagiere. Über die Hinterräder wird die Kraft auf die Straße gebracht.
Ist das ein Turboloch oder bloß die
Automatik-Schaltung? Er hat eine leichte Antrittsschwäche, obwohl die Automatikversion
des Fünfzylinder-Aggregats eine höhere Drehmomentauslegung hat. Das Maximum liegt aber
erst später an (400 Nm bei 1.800 2.600 U/min. statt 370 Nm bei 1.600 bei 2.800
U/min). Leicht auf Touren gekommen, sind Durchzug und Leistungsentfaltung aber angemessen
gut. Der Fünfzylinder glänzt durch Laufkultur und Vibrationsarmut, leise und kaum
spürbar säuselt er vor sich hin. Auch der beherzte Tritt aufs Gaspedal wird nicht von
großer akustischer Präsenz begleitet.
Unser Testwagen ist mit einer
Fünfgang-Automatik anstelle des serienmäßigen manuellen Sechsgang-Getriebes
ausgestattet. Das hat aber nur minimal Auswirkungen auf Beschleunigung und Verbrauch im
Vergleich zur manuellen Schaltung. Seine 9,4 Sekunden von Null auf Tempo 100 (manuell 9,3
Sek.) sind ja angesichts von 1,65 t Leergewicht nicht von schlechten Eltern. Die
Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h (224 km/h) macht auf langen Strecken viel Freude, der
Durchzug ist jederzeit für zügige Überholmanöver gut. Auch im Verbrauch ist die
Automatik-Variante nur wenig durstiger als der Schaltwagen: 9,9 Liter Dieselkraftstoff in
der Stadt, 6 Liter über Land und 7,4 Liter im gemischten Verbrauch (manuell 9,7 l / 5,6 l
/ 7,1 l) zeugen von Fingerspitzengefühl bei der Balance zwischen Leistung und Verbrauch.
Der Motor erfüllt die EU3-Abgasnorm.

Tadelloser Geradeauslauf und eine präzise
Lenkung zeichnen das T-Modell aus. Die Lenkung ist leichtgängig bei niedrigen
Geschwindigkeiten und direkter bei hohem Tempo. Der Wendekreis ist verhältnismäßig
klein, das Fahrzeug damit erstaunlich wendig. Sehr dynamisch gibt er sich im Handling. Bei
plötzlichen Spurwechseln und Ausweichmanövern reagiert er zielgenau auf die Anweisungen
des Fahrers und lässt sich ebenso unbeirrbar wieder in die alte Spur zurück dirigieren.
Kurvenfahrten absolviert er auch bei hohem Tempo sehr neutral und verfolgt solide die
vorgegebene Spur. Der Grenzbereich liegt sehr hoch, das serienmäßige ESP muss angesichts
der sicheren Straßenlage auch bei höheren Kurvengeschwindigkeiten kaum eingreifen.
Die 16-Zoll-Felgen sind bezogen mit
205/55er Reifen. Das ist in der Avantgarde-Ausstattung Standard. Die Bremsen
(Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) packen ordentlich zu und verzögern den
Kombi solide und spurtreu. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung ist komfortabel ohne Abstriche an
die Fahrsicherheit.
Die serienmäßige Sicherheitsausstattung
ist umfangreich: Seitenaufprallschutz, Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen fünf
Sitzplätzen, Front- und Seitenairbags vorne, Windowbags für vorne und hinten
(Seitenairbags hinten gegen Aufpreis). Der aktiven Sicherheit dienen neben dem fast
narrensicheren Fahrwerk die Antriebsschlupfregelung, ABS mit Bremsassistent und ESP. Zur
Serienausstattung gehören ein Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer (Speedtronic).
Ab 28.188 Euro ist das T-Modell der
C-Klasse zu haben mit Basis-Motor (2-Liter-Ottomotor) und in der Ausstattungslinie
Classic. Der große Diesel-Motor C270 CDI ist ab 35.148 Euro zu haben, die
Ausstattungslinien Elegance und Avantgarde sind für 1.798 Euro Aufpreis zu haben.
Die Serienausstattung beinhaltet ab der
Classic-Version die kleinen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens inklusive längs- und
höhenverstellbarem Multifunktionslenkrad, Blinker mit Komfort-Tipp-Schaltung,
Laderaumabdeckung und Sicherheitstrennnetz, Tempomat und Speedtronic sowie elektrisch
einstellbaren Vordersitzen. Der C270 CDI verfügt zusätzlich über eine Batterie mit
stärkerer Kapazität sowie über die Klimaautomatik Thermatic anstelle der
serienmäßigen Heizungsautomatik.
In der Avantgarde-Ausstattung bekommt das
T-Modell unter anderem zusätzlich 16-Zoll-Leichtmetallräder im Fünf-Stern-Design,
Türgriffe in Wagenfarbe, Chromzierleisten an der Karosserie, den Avantgarde-Schriftzug an
den Seitenschutzleisten sowie Innenraumdekor und Zierteile in Alu-Quadra und
Lederlenkrad/-Schalthebel. Die Feststellbremse (umgangssprachlich Handbremse) wird über
ein Pedal mit dem Fuß betätigt.

Aufpreis kosten die Metallic-Lackierung,
das Automatik-Getriebe, Sitzbezüge in Leder-Stoff, das Bedien- und Anzeigensystem Command
mit Radio und CD-Wechsler, die Lautsprecher und das eingebaute Mobiltelefon mit
Freisprecheinrichtung, der Regensensor für die Scheibenwischer, Sidebags im Fond,
Sportsitze, Sitzheizung und die Memory-Funktion für die Einstellung der Vordersitze sowie
das Xenonlicht.
Die Versicherungen stufen das Fünfzylinder-T-Modell in die
Klassen 19 / 26 / 34 (KH / VK / TK) ein. DaimlerChrysler gibt die gesetzlich garantierten
zwei Jahre Gewährleistung auf den Wagen und alle beim Mercedes-Partner eingebauten
Original-Ersatzteile. Die Mobilitätsgarantie MobiloLife gilt in 24 Ländern Europas über
30 Jahre, sofern das Fahrzeug nach den Garantiebestimmungen regelmäßig gewartet wurde.
Dazu kommt eine dreißigjährige Garantie gegen Durchrostung von innen nach außen.
Wartungsintervalle und Ölwechsel werden nach Fahrweise und Motorbelastung vom
Service-System Assyst berechnet. |