
Mit dem Mazda 6 Sport Kombi fährt ein
ganz besonders schicker Laster als Testwagen vor. Deutlich erkennbare Anleihen haben die
Japaner beim Alfa Romeo Sportwagon genommen, allerdings ist der japanische Kombi eine gute
Größenordnung massiver und wuchtiger als der elegante Italiener, was den
Platzverhältnissen im Innenraum sehr wohl zugute kommt. Akzente setzen besonders die
Klarglasleuchten vorne und hinten, die leider auf dem in Silber-Metallic lackierten
Fahrzeug nicht so richtig zur Geltung kommen. In der komfortablen Top-Ausstattung
Exclusive mit 2-Liter-Common-Rail-Dieselmotor und 121 PS trat der Kombi an, von seinen
Qualitäten zu überzeugen.

Optimalen Zugang bieten beim Kombi die
fünf Türen sowohl für Passagiere wie (dank der niedrigen, glatten Ladekante) fürs
Gepäck. Die Übersicht ist schlecht, eine Einparkhilfe zumindest für hinten zur
Nachrüstung sehr empfohlen. Gegen Windgeräusche ist die Karosserie ganz gut gedämmt,
Motorengeräusche dringen vernehmlicher in den Innenraum durch.

Platz bietet der 4,70 m lange Kombi
reichlich: vorne, in der zweiten Reihe und im Laderaum. Großzügig ist der Passagierraum
bemessen. Die Velours-bezogenen Sitze sind straff, aber nicht unkomfortabel und sie bieten
guten Seitenhalt. Der Laderaum fasst zwischen 505 Litern unter der serienmäßigen
Laderaumabdeckung hinter den Rücksitzen und 1.690 Litern bei Umklappen der asymmetrisch
geteilten Rückbanklehne und dachhoher Beladung. Der gut ausgestattete Sport Kombi
Exclusive schlägt mit einem Leergewicht von 1.540 kg zu Buche, was eine Restzuladung von
maximal 470 kg ergibt. Zwei Fächer unterm Laderaumboden ermöglichen das Verstauen von
Kleinkram außerhalb des Sichtfeldes. Die Gepäckraumabdeckung mit integriertem
Gepäcktrennnetz gehört zur Serienausstattung des Kombis.

Das Cockpit ist einfach und funktional
gestaltet, nicht sonderlich originell, aber dafür ergonomisch gut handhabbar. Der
Alu-/Titan-Look an der Mittelkonsole wirkt gut und hochwertig, auch wenn es nur Kunststoff
ist. Für den nötigen Kleinkram stehen ein Handschuhfach, Fächer in den vorderen Türen
(leider keine hinten), ein Fach an der Rückseite des Beifahrersitzes, im Armaturenbrett
seitlich vom Lenkrad, über der Mittelkonsole auf dem Armaturenbrett, zwei Fächer in der
Armlehne vorne sowie zwei Getränkesdosenhalter auf dem Mitteltunnel und zwei
Getränkedosenhalter in der Mittelarmlehne hinten zur Verfügung.

Ganz gut ist der permanente,
insistierende Warnton, wenn man den Sicherheitsgurt nicht angelegt hat zumindest
beim Anfahren. Wenn man den Gurt allerdings zu früh zum Einparken abmacht, um sich eine
bessere Bewegungsfreiheit auch zum Gucken zu verschaffen was gerade bei diesem
Wagen bitter nötig ist , nervt das "Gepiepe" ganz schön. Also heißt es:
Erst anhalten, dann den Gurt abmachen und dann das Einparkmanöver beginnen.
Die Basis-Ausstattung heißt
"Comfort", die Komfort-Ausstattung "Exclusive" und die sportliche
Variante "Top". Ab der Comfort-Ausstattung sind ab Werk eine funkfernbediente
Zentralverriegelung, ein modulares Audio-System mit Radio und Lautsprechern, eine manuelle
Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorne, elektrisch einstellbare Außenspiegel, ein
höhenverstellbarer Fahrersitz, wärmedämmende Colorverglasung und die Dachreling
vorhanden. Die Exclusive-Ausstattung kommt darüber hinaus mit einer Klimaautomatik,
beheizbaren Außenspiegeln, elektrischen Fensterhebern hinten,
16-Zoll-Leichtmetallrädern, Lendenwirbelstütze für den Fahrer, Armlehnen vorne und
hinten sowie Lenkrad, Schaltknauf und Bremshebel in Leder, einer Geschwindigkeitsregelung,
Audio-Fernbedienung am Lenkrad und einem Touring-Computer. Beheizte Vordersitze sind gegen
Aufpreis zu haben. Xenonlicht ist leider nur für die "Top"-Ausstattung
verfügbar (dort aber Serie). Eine Einparkhilfe wäre wünschenswert.

Mit 121 PS ist der
2-Liter-Common-Rail-Turbodiesel-Direkteinspritzer die schwächere der beiden verfügbaren
Diesel-Varianten. Allerdings verfügt er mit 310 Nm bei 2.000 U/min. über das selbe
maximale Drehmoment wie der 136-PS-Diesel. Das bullige Drehmoment sorgt für guten Antritt
und ein gutes Durchzugsvermögen, die Leistungsentfaltung ist ebenfalls nicht zu
beanstanden. Mit 11,1 Sekunde im Sprint von Null auf Tempo 100 ist der Mazda 6 Sport Kombi
zügig auf Touren und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 194 km/h mehr als souverän
unterwegs. Der Motor läuft kultiviert und vibrationsarm, ist aber vor allem kalt alles
andere als leise.
Das manuelle Fünfgang-Getriebe schaltet
sich sauber und präzise hoch, ist aber nicht gerade ruhig zu betätigen. Der Pedalweg der
Kupplung ist in Ordnung und nicht zu lang. Mit 8,3 Litern Dieselkraftstoff je 100 km
Stadtverkehr, 5,7 Litern außerorts und 6,6 Litern im gemischten Verbrauch nach EU-Norm
erreicht er bei ökonomischer Fahrweise eine gute Reichweite (alles Herstellerangaben). Im
wenig ökonomischen Testbetrieb zeigte der Bordcomputer immerhin gute 6,9 Liter
Durchschnittsverbrauch an. Der kleine Common-Rail-Diesel erfüllt die Abgasnorm EU3 (und
D4).

Der Fronttriebler liegt gut, sicher und
problemlos auch bei fixer Kurvenhatz auf der Straße. Den Grenzbereich kündigt er durch
ein leichtes und leicht beherrschbares Untersteuern an. Trotz seiner Größe
wirkt er sehr agil, was auch der direkten und präzisen Lenkung zu verdanken ist. Das
straffe Fahrwerk und die direkte Lenkung bieten einen ausgezeichneten Fahrbahnkontakt.
Spurwechsel absolviert er sicher und spurtreu, auch bei doppelten Spurwechseln oder im
Slalom ist er problemlos und gut zu handhaben.
Unser Testwagen verfügte weder über
eine Traktionskontrolle noch über ESP, kam aber auch ohne bei Testfahrten nie ins
Schwimmen. Für Notfälle ist aber vor allem ESP sinnvoll, darum kann man Mazda nur
gratulieren, dass beides (inklusive Bremsassistent) ab dem Modelljahr 2004 auch im kleinen
Diesel Serie ist.

Die Bremsen (Scheibenbremsen rundum,
vorne innenbelüftet) verfügen über ABS und eine elektronische Bremskraftverteilung. Ein
Bremsassistent (gibt es nur in Verbindung mit ESP und Traktionskontrolle) war in unserem
Testwagen nicht vorhanden. Die Bremsen glänzen durch gutes Ansprechen und gute
Dosierbarkeit, aber die Bremswege lassen bei einer Vollbremsung noch etwas zu wünschen
übrig. Gut, dass ab dem Modelljahr 2004 der Bremsassistent (inklusive ESP und
Traktionskontrolle) auch bei diesem Modell zur Serienausstattung gehört.
Der Mazda 6 2.0 CD ist mit 205/55er
Reifen auf 16-Zoll-Rädern relativ breit bereift, was der Traktion und Seitenführung sehr
zugute kommen. In Verbindung mit der recht straffen Federung kommt es aber nicht zu
Komforteinbußen: Auch grobere Unebenheiten bügelt das Fahrwerk sauber glatt, die
gelungene Abstimmung der Stoßdämpfer auf die sportlich-straffe Federung zeigt hier gute
Wirkung.

Für passive Sicherheit der Insassen
sorgen die Sicherheitsfahrgastzelle mit integrierten Verstärkungselementen,
Seitenaufprallschutz, integrierte Crash-Rahmen an Front und Heck, Kopfstützen und
Drei-Punkt-Gurte auf allen Plätzen, 2-stufige Frontairbags, Seitenairbags vorne,
Kopf-Schulter-Airbags vorne und hinten sowie Isofix-Kindersitzvorrüstungen hinten auf den
Außenplätzen. Die Airbags des Beifahrersitzes können abgeschaltet werden, wenn dort ein
Reboard-Kindersitz installiert werden soll. ABS und elektronische Bremskraftverteilung
bieten dem Fahrer serienmäßig Unterstützung. Bremsassistent, Traktionskontrolle und die
Dynamische Stabilitätskontrolle (DSC, heißt gewöhnlich ESP) waren in unserem Testwagen
nicht vorhanden, wären aber optional verfügbar gewesen. Ab dem Modelljahr 2004 sind
diese Fahrassistenten allerdings auch im kleinen Diesel serienmäßig vorhanden. Damit
sind sie nur noch im 1,8-Liter-Einstiegsmodell in der Comfort-Ausstattung nicht Serie,
wohl aber gegen Aufpreis zu haben.

Ab 19.700 Euro steht der Mazda 6 in der
Preisliste, der Sport Kombi ab 20.420 Euro jeweils in der Grundausstattung Comfort. Den
kleinen 2-Liter-Common-Rail-Diesel gibt es ab 22.420 Euro in der Comfort-Ausstattung, in
der Exclusive-Ausstattung schlägt er mit Preisen ab 24.820 Euro zu Buche. Aufpries kosten
lediglich die Metallic-Lackierung und das Bose-Sound-System mit CD-Wechsler.
Die Service-Intervalle betragen 20.000 km oder maximal
ein Jahr. Mazda gibt drei Jahre Garantie auf den Wagen (bis 100.000 km), drei Jahre auf
den Lack sowie 12 Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung. Eine lebenslange
Mobilitätsgarantie gilt bei ordnungsgemäßer Wartung in 20 Ländern Europas. Die
Versicherungen stufen den Mazda 6 Sport Kombi mit 121-PS-Common-Rail-Dieselmotor in die
Typklassen 17 / 21 / 22 (KH / VK / TK nach der neuen Struktur in der
Fahrzeugversicherung) ein. |