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Der Nachfolger
des Mazda Premacy heißt schlicht und einfach Mazda5. Damit
sieht der Kundige gleich, wo in der Modellpalette des japanischen
Herstellers der 2004 in Paris vorgestellte Kompakt-Van einzuordnen
ist. Er basiert auf der selben Ford-Konzern-Plattform wie Mazda3,
Ford Focus und Focus C-Max sowie Volvo S40 und V50, wenn auch mit
einem auf 2,75 m verlängertem Radstand. Damit sind ihm schon mal
ganz hervorragende Gene mitgegeben, wie frühere Tests mit den
genannten Modellen (Mazda3 sowie diverse Ford Focus und Focus
C-Max) zeigen. Wo Mazda5 steht, zeigte eine kurze Ausfahrt mit
2-Liter-Benzinmotor in der Ausstattungslinie Exclusive.
Der 4,51 m lange
Kompakt-Van gewährt über fünf Türen Zugang zum Innenraum. Für
die Vordersitze sind es konventionelle, vorne an der Karosserie
angeschlagene Türen. Zur zweiten (und ggf. dritten Reihe) kommt man
über Schiebetüren hinein. Das erweist sich vor allem in engen
Parklücken als unschätzbarer Vorteil. Die fünfte „Tür“, die
Heckklappe, öffnet zweistufig: In der ersten Stufen können
kleinere Zeitgenossen problemlos den Griff zum Schließen erreichen,
in der zweiten Stufe stoßen sich auch groß gewachsene Leute nicht
den Kopf. Das mit den sieben Sitzen ist eher ein theoretischer Wert,
den Mittelsitz in der zweiten Reihe kann man eigentlich keinem
Erwachsenem zumuten, und wenn überhaupt, dann nur als Notsitz auf
einer Kurzstrecke.

Wirklich gut ist
die Übersicht über die Karosserie ja nicht, eine Einparkhilfe ist
allerdings nur zum Nachrüsten möglich, nicht aber ab Werk als
Sonderausstattung zu haben. Die Sitzposition ist hoch – das ist in
einem Van so üblich –, die Sitze sind straff und
langstreckentauglich, bieten aber leider wenig Seitenhalt. Das
Siebensitzer-Konzept nennt Mazda Karakuri und es ermöglicht die
flexible Umgestaltung des Innenraumes vom Sieben- zum Zweisitzer.
Das Platzangebot ist in der ersten Reihe über jeden Zweifel
erhaben. In der zweiten Reihe gibt es Knie- und Kopffreiheit
reichlich, die Ellenbogenfreiheit ist mit drei Leuten schon sehr
knapp und der mittlere Sitz ist – wie gesagt – eher nur für
Kurzstrecken und Notfälle gut … Umgeklappt als Armlehne ist er
besser deutlich zu gebrauchen! Die dritte Reihe bietet wieder Platz,
auch wenn die einfacheren Sitze, die sich im Wagenboden versenken
lassen, nicht ganz den Sitzkomfort der beiden ersten Reihen bieten können.
Eine Einstiegshilfe in der zweiten Reihe erleichtert den Zugang. Der Laderaum beim Siebensitzer beträgt bescheidene
112 Liter. Mit versenkter dritter Sitzreihe sind es schon brauchbare
426 Liter unter der Laderaumabdeckung. Und bei umgelegter zweiter
Sitzreihe passen immerhin gute 1.566 Liter bis unters Dach hinein.
Die maximale erlaubte Zuladung beträgt – je nach
Ausstattungsumfang – zwischen 498 und 625 kg.

Der Innenraum
wirkt geräumig, gerade in der ersten Reihe macht sich hier die weit
nach vorne gezogene Frontscheibe bemerkbar. Materialauswahl und
Verarbeitung sind nicht zu beanstanden. Die übersichtliche
Gestaltung des Armaturenbrettes erleichtert die Handhabung, ohne
dass der Fahrer groß vom Verkehrsgeschehen abgelenkt wird.
Drei
Ausstattungslinien stehen dem Käufer zur Wahl. Die Basisausstattung
Comfort ist nur für die Basismotoren (1.8 MZR Benziner und 2.0
MZR-CD Diesel) zu haben und ein Fünfsitzer, die dritte Sitzreihe
gibt es aber gegen Aufpreis. Zur Serienausstattung gehören eine
funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber
vorne, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, wärmedämmende
Colorverglasung, ein Audio-System mit Radio und vier Lautsprechern
sowie 15-Zoll-Stahlfelgen. Interessanter ist die gehobene
Exclusive-Ausstattung – der 2.0 MZR ist erst ab dieser Version zu
haben – mit elektrischen Fensterhebern hinten, dritter Sitzreihe,
Klimaanlage, CD-Spieler, 15-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie Dachreling
und einer Zentralverriegelung mit Schließfunktion für die Fenster.
An Extras stehen hier unter anderem eine Klimaautomatik, ein
DVD-Navigationsystem mit TMC-Funktion und Rückfahrkamera, ein
elektrisches Glasschiebedach und 16-Zoll-Leichtmetaller zur Auswahl.
Die Top-Ausstattung bringt serienmäßig zusätzlich Features wie
Bordcomputer, Xenon-Scheinwerfer, eine Klimaautomatik, Regen- und
Lichtsensoren, Sitzheizung für die Vordersitze,
16-Zoll-Leichtmetallräder, abgedunkelte Scheiben hinten sowie eine
Alarmanlage mit Innenraumüberwachung mit. Hier lässt sich auch
noch ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem sowie ein
Entertainment-Paket gegen Aufpreis mitordern.
Der
2-Liter-Benzinmotor mit 145 PS stammt aus dem Konzern-Baukasten und
findet sich unter anderem im Ford Mondeo, Ford Focus sowie in Volvo
S40 und V50 wieder. Ein
1,8-Liter-Benziner mit 115 PS sowie zwei 2-Liter-CommonRail-Diesel
mit 110 bzw. 143 PS runden die Motorenpalette ab.
Der
Reihenvierzylinder läuft ruhig und kultiviert. Trotz guten 1,6 t
Leergewichts sorgt der Motor für ordentlichen Antritt, das
Durchzugsvermögen und die Leistungsentfaltung lassen in dieser
Wagenklasse – sofern man keine Ansprüche an eine sportliche
Gangart stellt – auch kaum Wünsche offen. Es ist ein solider
Antrieb, mit dem der Kompakt-Van befriedigend motorisiert ist. Da es
sich um den Topmotor der Baureihe handelt, muss man sich aber nach
sportlichen Vans – zumindest was die Leistungsfähigkeit des
Antriebs angeht – woanders umschauen.
Das knackige Fünfgang-Schaltgetriebe
glänzt mit präzisen Schaltwegen. Die Getriebeübersetzung ist aber
sehr lang ausgelegt, um den Spritkonsum bei diesem hoch gebauten
Fahrzeug (1,67 m) in akzeptablen Grenzen zu halten. Das erfordert
natürlich eifrige Schaltarbeit, will man bei wechselnden
Geschwindigkeiten auch innerorts flott unterwegs sein. Knappe 11
Liter Superbenzin fließen je 100 km in der Stadt durch seine Brennräume,
6,6 Liter sind es außerorts und 8,2 Liter im gemischten Verbrauch
nach EU-Norm – bei ökonomischer Fahrweise, versteht sich (alles
Herstellerangaben). Für die Beschleunigung von Null auf Tempo 100
braucht er 10,8 Sekunden, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht der
Mazda5 2.0 bei 196 km/h. Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU4.
Das Fahrwerk des
Mazda5 ist auf agiles Handling hin ausgelegt. Wo der Vorgänger Premacy
noch bitter enttäuschte – der Demio hatte ja schließlich
schon bewiesen, dass die Japaner durchaus sportliche Vans bauen können
… –, zeigt der Mazda5 schon nach den ersten Kurven, wo es lang
geht. Deutlich dynamischer als der Premacy glänzt der Mazda5 mit
einer direkt ausgelegten Lenkung, die viel Rückmeldung von der
Fahrbahn vermittelt, und einwandfreiem Geradeauslauf. Trotz seiner
Größe überzeugt der Fronttriebler im Handling mit seiner Agilität,
der man die Ergänzung durch einen stärkeren Motor wünscht. Insgesamt
ist der Mazda5 aber eher komfortabel ausgelegt, weshalb er flotte
Kurven mit einer deutlichen Seitenneigung begleitet. Bei Annäherung
an die Haftgrenze bremst das relativ spät eingreifende ESP (heißt
hier DSC) den Kompakt-Van zuverlässig ein.
Serienmäßig
steht der Mazda5 auf 15-Zoll-Rädern (in der Exclusive-Ausstattung
Leichtmetaller) mit 195/65er Reifen, die für ausreichend Traktion
und gute Seitenführung sorgen. Die Scheibenbremsen rundum (vorne
innenbelüftet) verzögern gut dosierbar und standfest.
Zum
Schutz der Insassen hat Mazda seinem Kompakt-Van eine speziell verstärkte,
biegesteife und verwindungsarme Karosseriestruktur, eine
Sicherheitsfahrgastzelle, Seitenaufprallschutz in den Türen sowie
mit hochfestem Stahl verstärke, Aufprallenergie abbauende
Front- und Heckelemente, Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen
Sitzplätzen, zweistufige Front- und Seitenairbags vorne sowie
Kopf-Schulter-Airbags für alle Sitzreihen und zwei
Isofix-Kindersitzbefestigungen in der zweiten Sitzreihe mitgegeben.
Motorhaube und Stoßfänger sind Personencrash-optimiert. Für den
Insassenschutz erhielt der Mazda5 im vergangenen Jahr fünf Sterne
im EuroNCAP. An aktiven Helfern
sind ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung und
mechanischem Bremsassistenten sowie die Dynamische Stabilitätskontrolle
DSC (heißt woanders ESP) mit Traktionskontrolle TCS mit an Bord.
Den Einstieg in
die Modellpalette bietet der Mazda5 1.8 Comfort zu Preisen ab 20.209
Euor. Der 2-Liter-Mazda5 startet erst in der Exclusive-Ausstattung
mit Preisen ab 23.184 Euro. Optional gibt es Features wie eine
Klimaautomatik, ein elektrisches Glasschiebedach, ein
DVD-Navigationssystem sowie verschiedene Metallic-Lackierungen.
Mazda
gibt drei Jahre (bis 100.000 km) Garantie auf den Neuwagen, drei
Jahre auf den Lack sowie zwölf Jahre auf die Karosserie gegen
Durchrostung. Der Mazda Europa Service (Mobilitätsgarantie) gilt
bei Einhalten der Wartungsintervalle ein Fahrzeugleben lang. Zum
Service muss der Mazda5 alle 20.000 km oder einmal im Jahr. Die
Versicherungen stufen das Modell in die Typklassen 14 / 17 / 19 (KH
/ VK / TK) ein.
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