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Altbestände gibt
es – "Abwrackprämie" sei Dank – vom Modell der ersten Generation
keine mehr. Am 6. Juni 2009 steht der neue Mazda3 bei den Händlern.
Es ist die zweite Generation von Mazdas Bestseller, die
erste Generation wurde im September 2003 als Nachfolger des
323 auf der IAA vorgestellt.
Dynamischer und
frischer im Styling wirkt der Neue, der an die Erfolge seines Vorgängers
anknüpfen will. Er steht auf der C-Plattform des Ford-Konzerns, zu dem
Mazda seit 1996 gehört, und ist mit dem Focus
technisch verwandt. Selbstbewusst und mit einem breiten Grinsen im
Gesicht fährt der kompakte Japaner vor. Was er sonst noch kann,
erfuhren wir in den Basismodellen mit 1,6-Liter-Ottomotor und
1,6-Liter-Diesel.
Wie schon das
Vormodell gibt es den Mazda3 als Fünftürer und mit vier
Türen als Stufenheck-Limousine. Der Fünftürer hieß noch in der ersten Generation „Sport“,
diese Bezeichnung fehlt jetzt im Modellnamen. Guten Zugang bieten
die fünf Türen zum Innenraum, für Passagiere und Gepäck. Einen
Preis für Übersichtlichkeit bekommt die Karosserie nicht gerade,
eine Einparkhilfe hinten gibt es aber leider erst ab der
High-Line-Ausstattung. Das Platzangebot geht für normal gewachsene
Menschen in beiden Reihen in Ordnung. Hinten wird der Knieraum aber
mitunter sehr eng, wenn in der ersten Reihe Langbeinige Platz nehmen.
Sitzriesen nehmen besser vorne Platz, da die
Kopffreiheit hinten dank der abfallenden Dachlinie eher für Japaner
und Italiener zugeschnitten ist . Der Laderaum fasst 340 Liter,
nach Umklappen der serienmäßig asymmetrisch geteilten Rücksitzlehne
sogar bis zu 1.360 Liter.

Hochwertig ist
die Materialqualität, in keinster Weise zu beanstanden die
Verarbeitung. Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet und
problemlos in der Handhabung. Die Basisausstattung heißt jetzt
Prime-Line, ist nur für die beiden 1.6er Motoren und nur für die fünftürige
Karosserievariante verfügbar. Zur Serienausstattung zählen eine
funkfernbediente Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber
vorne, elektrisch einstellbare Außenspiegel, Bordcomputer mit
Multi-Informations-Display, ein Audiosystem mit Radio, CD-Spieler
und mp3-Funktion sowie 15-Zoll-Stahlfelgen. Der Fahrersitz ist höhenverstellbar,
die Lenksäule in Höhe und Reichweite. Beim Benziner kostet die
Klimaanlage noch extra, beim Diesel ist sie auch in der
Basisausstattung serienmäßig enthalten. In höheren
Ausstattungslinien bzw. mit anderen Motoren sind auch Features wie
Leichtmetallfelgen, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Reifendruckkontrolle,
Bi-Xenon-Scheinwerfer mit adaptivem Kurvenlicht oder ein
Spurwechsel-Assistent serienmäßig mit an Bord.

Uns standen zur
Probe die beiden Basismotoren zur Verfügung, beide mit 1,6 Litern
Hubraum: ein Diesel mit
der Bezeichnung MZ-CD und 109 PS sowie ein Benziner mit der
Bezeichnung MZR und 105 PS. Beide Motoren wurden überarbeitet und
gegenüber den im Vorgänger
verbauten Aggregaten verbessert. Ein 2-Liter-Benziner mit 150 PS
sowie ein 2,2-Liter-Diesel mit 150 und 185 PS komplettieren die
Motorenpalette zum Marktstart. Ein Benzindirekteinspritzer kommt im
August.

Der
Benziner hängt gut am Gas, ist drehfreudig und beschleunigt
ordentlich. Wirklich zu hören ist der Motor erst im Drehzahlbereich
jenseits von 3.500 Touren. Wenn man nicht gerade sportliche
Fahrleistungen erzielen will, kann man ihn durchaus untertourig und
schaltfaul fahren. Sein maximales Drehmoment von 145 Nm liegt erst
bei 4.000 U/min. an. In 12,2 Sekunden beschleunigt er von Null auf 100 km/h, bei Tempo 188
sind seiner Geschwindigkeit Grenzen gesetzt. Im Stadtverkehr braucht
er 8,3 Liter Superkraftstoff je 100 km, außerorts sogar nur 5,2
Liter und im gemischten Verbrauch nach EU-Norm 6,3 Liter. Der fast
hubraumgleiche Diesel mit Common-Rail-Turbodiesel-Direkteinspritzung
hängt sehr gut am Gas und sorgt für ordentlichen Vortrieb. Mit dem
Einsatz des Turboladers zieht er gut durch, sein maximales
Drehmoment von 240 Nm liegen schon bei 1.750 U/min. an. Er
beschleunigt in 11 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht
seine Spitzengeschwindigkeit bei 185 km/h. Er läuft vibrationsarm
und recht ruhig, kann aber den Selbstzünder nicht ganz verleugnen.
Gute 5,8 Liter Dieselkraftstoff rinnen auf 100 km in der Stadt durch
seine Brennräume, 3,8 Liter sind es außerorts und 4,5 Liter
konsumiert er im gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles
Herstellerangaben, ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand).
Beide Motor erfüllen die Abgasnorm EU4, der Diesel verfügt serienmäßig
über einen Partikelfilter. Der CO2-Ausstoß beträgt 149 g pro km
beim Ottomotor und 119 g pro km beim Diesel.
Beide Motoren
sind ausschließlich mit einem manuellen Fünfgang-Schaltgetriebe zu
haben. Leichtgängig flitzt der Hebel durch die Schaltkulisse, präzise
findet er seinen Weg. Da kommt Freude auf! Der Diesel ist in den
unteren Gängen etwas kürzer übersetzt ist als der Benziner, oben
herum sind beide sehr lang ausgelegt für maximale Kraftstoffökonomie.
Bei beiden ist eifrige Schaltarbeit gefragt, wenn man bei
wechselnden Geschwindigkeiten im Stadtverkehr flott unterwegs sein
will.
Frontantrieb
sorgt für ein problemloses Fahrverhalten, die direkte Lenkung für
jede Menge Fahrspaß. Der Geradeauslauf ist einwandfrei, sicher
liegt der Wagen auf der Straße. Auch in flott gefahrenen engen
Kurven hält er gut die Spur, minimal ist seine Tendenz zu
untersteuern.
Überarbeitet und
modifiziert wurde auch das Fahrwerk: Ausgewogen ist die Feder-Dämpfer-Abstimmung,
eine gelungene Balance aus komfortabel und der für die
Fahrsicherheit nötigen Straffheit, wobei der Komfort bei der
Entwicklung im Vordergrund stand. In der Basisausstattung Prime-Line
steht der Mazda3 auf 15-Zoll-Rädern mit 195/65er Reifen. Gut
dosierbar, aber im Notfall auch fest zupackend reagieren die
Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet).
Die
Karosserie besteht aus hochfesten Stählen mit Dreifach-H-Struktur
(Verstärkungen in Boden, Seitenrahmen und Dach), verstärkten A-Säulen
bzw. Seitenrahmen am Heck (jeweils mit Querträgern) und
Seitenaufprallschutz in Türträgern und Seitenschwellern sowie
einer Sicherheitsfahrgastzelle. Dem Insassenschutz dienen außerdem
höhenverstellbare Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte auf allen
Sitzen, aktive Kopfstützen vorne, Front- und Seitenairbags vorne,
Kopf-Schulter-Airbags vorne und hinten, Sicherheitspedale und
Sicherheitslenksäule sowie Isofix-Kindersitzhalterungen auf der Rückbank.
Eine Notbrems-Warnblinkautomatik warnt den nachfolgenden Verkehr im
Falle eines abrupten Bremsmanövers. An Fahrwerksregelsystemen ist
alles vorhanden, was in dieser Klasse üblich ist: ABS mit
Elektronischer Bremskraftverteilung EBD und elektronischem
Bremsassistent sowie die Dynamische Stabilitätskontrolle DSC (ist
nichts anderes als ESP) inklusive Traktionskontrolle TCS. Ab der
Ausstattungsvariante High-Line ermöglicht das serienmäßige
Reifendruck-Kontrollsystem die Montage von Reifen mit
Notlaufeigenschaften.
In der fünftürigen
Variante kostet der Mazda3 ab 16.900 Euro für den Benziner in
Prime-Line-Ausstattung. Der Diesel steht in der gleichen
Ausstattungsvariante ab 20.300 Euro in den Preislisten, verfügt dafür
aber auch über eine serienmäßige Klimaanlage. Aufpreis kosten
Metallic-Lackierungen sowie in der Basisausstattung beim Benziner
die Klimaanlage.
Mazda
gibt eine dreijährige Neuwagengarantie (bis 100.000 km), drei Jahre
auf den Lack sowie 12 Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung.
Gegen Aufpreis kann der Käufer die Neuwagengarantie um weitere zwei
Jahre (bis 150.000 km) verlängern. Der Mazda Europe Service
(Mobilitätsgarantie) gilt ein Fahrzeugleben lang in 30 Ländern
Europas beim Einhalten der Wartungsintervalle.
Zum Service muss der Mazda3 alle 20.000 km oder einmal im
Jahr. Die Versicherungen stufen den Benziner in die Typklassen 15 /
19 / 19 (KH / VK / TK) ein, den
Diesel in 17 / 21 / 23.
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