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Modelljahr 2002 gönnte Mazda seinem Kompaktvan Premacy eine Auffrischung. Seit 1999 ist
er auf dem deutschen Markt verfügbar. Markanter gestaltet ist seit dem Facelift die Front
mit dem Trapezkühlergrill, modifizierten Stoßfängern und neuem Frontspoilern. Neu sind
auch im bekannten Heckleuchten-Gehäuse die ausdrucksvoll gestalteten
Kombileuchten.

In einem Mazda Premacy Exclusive mit
2-Liter-Turbodiesel-Direkteinspritzer in der Lackierung Piniengrün Metallic erkundeten
wir die Fähigkeiten des japanischen Vans.

Schlicht, funktional und gut verarbeitet
präsentiert sich der Innenraum nach dem bequemen Einstieg durch eine der vier Türen.
Fünf Sitzplätze stehen in dem fünftürigen Van zur Verfügung. Ganz in helleren
Grautönen ist das Interieur gehalten, vom Armaturenbrett über die Innenraumverkleidung
bis hin zu den Velours-gepolsterten Sitzen. Platz haben Front- wie Fondpassagiere
ausreichend. Die Sitze sind weich und komfortabel, dafür bieten die Vordersitze aber
nicht ausreichend Seitenhalt. Die "Rücksitzbank" besteht aus drei Einzelsitzen,
die sich zusammen- und nach vorne klappen sowie ausbauen lassen.

Schalter und Anzeigen beschränken sich
auf das Nötigste, was Übersicht und Handhabbarkeit zugute kommt. Ablagen gibt es für
die Frontpassagiere reichlich, die Hinterbänkler müssen sich mit den Ablagefächern in
den Türen (inkl. Getränkedosenhalter) zufrieden geben. Eine hochöffnende Heckklappe
geht anders: Schon mit nur wenig über 1,80 m Körpergröße stoßen unvorsichtige
Zeitgenossen hier unsanft an ihre Grenzen, sprich: die Laderaumklappe. Vier Verzurrösen
erleichtern das Sichern der Ladung. Der Laderaum ist üppig bemessen, von 420 bis 1.848
Liter reichen die Ladekapazitäten je nach Sitzkonfiguration der drei Einzelsitze in der
zweiten Reihe. Leider kann die Zuladung mit mageren 390 kg hier nicht mithalten.

Lenkrad, Schaltknauf und Bremshebel sind
aus Kunststoff, ebenso die Türverkleidung rund um die Velourseinsätze. Spiegel gibt es
in beiden Sonnenblenden, allerdings ohne Beleuchtung. Die Radiovorrüstung mit vier
Lautsprechern ist Serie, das Cassetten-Radio kostet extra. Ansonsten umfasst die
Serienausstattung viele kleine Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens: Zentralverriegelung,
elektrisch einstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorne, Dachreling,
wärmedämmende Colorverglasung sowie drei herausnehmbare Einzelsitze (Quick-Out-Funktion)
hinten.

Mit der Exclusive-Ausstattung kommen dazu die Beheizung der Außenspiegel, die
Funkfernbedienung der Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber hinten, die
Mittelarmlehne vorne, Tabletts auf den Rückseiten der Vordersitze, eine Schublade unterm
Beifahrersitz, sowie Einstiegsbeleuchtung mit Abschaltverzögerung und die
Gepäckraumabdeckung. Als Sonderausstattung verfügt unser Premacy zudem über
Leichtmetallräder mit breiteren Reifen und eine Klimaanlage.

Der 2-Liter-Turbodiesel-Direkteinspritzer
mit 100 PS ist das Sparschwein der Motorenpalette für den Premacy. Zwei Benziner, ein
1,9-Liter-Vierzylinder mit 100 PS und ein 2-Liter-Vierzylinder mit 131 PS, sind für den
Premacy ebenfalls verfügbar. In Antritt und im Durchzug kommt der Diesel-Premacy ganz
gut. Auch die Leistungsentfaltung kann sich angesichts der über 1,4 t Lebendgewicht
durchaus sehen lassen. Mit der Laufruhe ist es da nicht ganz so weit her, der Turbodiesel
nagelt nämlich ganz schön. Die manuelle Fünfgang-Schaltung ist gut abgestuft und lässt
sich schön schalten. Nur der Rückwärtsgang ist etwas hakelig.
Für die Beschleunigung auf Tempo 100
braucht der Premacy TD aus dem Stand 11,6 Sekunden. Auch die Höchstgeschwindigkeit von
170 km/h verspricht gelassenen Fahrern Langstreckenkomfort. Sehr manierlich ist der
Verbrauch bei ökonomischer Fahrweise: Zwischen 7,8 Litern Diesel je 100 km im
Stadtverkehr bis 5,6 Liter außerorts, 6,4 Liter sind es im gemischten Verbrauch nach
EU-Norm (alles Herstellerangaben). Der Motor erfüllt die Abgasnorm EU3.

Der Fronttriebler glänzt mit gutem
Geradeauslauf. Die leichtgängige servounterstützte Lenkung hat recht viel Spiel und
wirkt etwas schwammig. Insgesamt ist der Premacy für seine Karosseriehöhe zu weich
ausgelegt und neigt sich in Kurven spürbar. Da helfen auch die im Vergleich zur
Serienbereifung (185/65 R14 für TD Exclusive) breiteren Reifen unseres Testwagens im
Format 195/55 R 15 nicht weiter. Plötzliche Spurwechsel absolviert er trotzdem bis
auf die spürbare Seitenneigung problemlos. Er untersteuert in sehr schnellen
Kurven deutlich. Insgesamt macht er im Handling einen eher schwerfälligen Eindruck. Der Wendekreis ist recht groß.
Der Premacy verfügt serienmäßig
in allen Motorvarianten über ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung und
Bremskraftverstärker. Eine Antriebsschlupfregelung sowie ESP sind für den Premacy
Turbodiesel nicht zu haben. Die Bremsen (Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet)
sprechen gut an und sind gut dosierbar, wirken aber nicht so richtig standfest und etwas
schwammig. Die Bremswege gehen aber noch in Ordnung.

Der Sicherheit dient der Flankenschutz in
den Türen sowie vier Airbags für die Frontpassagiere. Die fünf Einzelsitze sind alle
mit Drei-Punkt-Gurten und Kopfstützen ausgestattet. Für den vereinfachten Einbau von
Kindersitzen steht auf den Außenplätzen hinten Isofix zur Verfügung. Für die aktive
Sicherheit hat Mazda dem Premacy ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung und
Bremskraftverstärker mitgegeben. Die Traktionskontrolle TCS gibt es nur für die
Benziner, ist dort aber Serie. ESP (heißt hier Dynamische Stabilitäts-Kontrolle DSC) ist
nur in der Sportive-Ausstattung Serie und für die Touring-Ausstattung gegen Aufpreis
verfügbar.

Mit Preisen ab 16.990 Euro gehört der
Premacy zu den günstigen Vertretern seiner Klasse. Der 2-Liter-TD in der
Exclusive-Ausstattung ist ab 19.390 Euro zu haben. Aufpreis kosten die
Metallic-Lackierung, Cassetten-Radio und Klimaanlage. Mazda gibt drei
Jahre Gewährleistung auf das Neufahrzeug (bis 100.000 km) und den Lack, sechs Jahre auf
die Karosserie gegen Durchrostung. Gegen Aufpreis ist eine Anschlussgarantie für bis zu
weitere zwei Jahre (ohne Kilometerbegrezung) zu haben. Lebenslang gewährt Mazda
Pannenhilfe für ordnungsgemäß gewartete Fahrzeuge europaweit. Die
Versicherungen stufen den Premacy 2.0 TD in die Typklassen 16 / 20 / 30 (KH / VK / TK)
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