
Ein Klassiker war der MX-5 schon, als er
1990 auf den Markt kam. Er belebte das fast ausgestorbene Segment der Roadster und machte
die Fahrzeugklasse wieder salonfähig. Viele Hersteller haben ihn heute wieder im
Programm, aber der MX-5 ist der Typ, der den Stein ins Rollen brachte.
Der zweisitzige Erfolgstyp kommt aus Japan.
Ein japanisches Auto ist er trotzdem nicht. Dazu ist er viel zu sehr Roadster: elegant und
irgendwie englisch. Langgestreckte 3,98 m Karosserie, 1,68 m Breite bei einer Höhe
von flachen 1,23 m. Zum 2001er Modelljahr wurde die zweite Generation seit 1998 auf
dem Markt leicht überarbeitet. Klarglas-Frontscheinwerfer, leichte Modifikationen
an der Karosseriezeichnung sind die augenfälligen Änderungen, sie sind aber nicht so
gravierend, dass sie Ungeübten sofort auffielen.
Wir fuhren das 110 PS starke
Einsteigermodell mit 1,6-Liter-Ottomotor in dem zurzeit hochmodischen Silbergrau metallic
(heißt bei Mazda "Satin Silber metallic").

Die tief liegenden Sitze sind straff und
sportlich konturiert (Schalensitze mit integrierten Kopfstützen), könnten aber besseren
Seitenhalt bieten. Der Platz reicht aber für zwei normalgewachsene Passagiere. Zwei
Personen sollten nur mit kleinem Gepäck reisen: Die 144 Liter Kofferraum entsprechen aber
dem, was man bei so einem Auto erwarten kann und "Nutzwert" ist das nun
wahrlich nicht. Für zwei normale Einkaufskisten und etwas Kleinkram reicht es. Die
Zuladung (zusätzlich zu 75 kg Fahrer) liegt dank er einfachen Ausstattung bei 145 kg, das
kann aber bei Modellen mit mehr Ausstattung auch schon mal weniger sein.

Das Armaturenbrett ist einfach gestaltet,
gibt dafür aber bei Handhabung und Bedienung wenig Rätsel auf. Einzig der Knopf zum
Einstellen der Außenspiegel ist rechts vom Lenkrad nicht griffgünstig platziert
und vor allem schwer zu finden. Einfache Materialien sind sauber verarbeitet. Der
Stoffbezug der Sitze ist strapazierfähig und alltagstauglich.

Die Ausstattung ist schlicht und einfach,
aber die notwendigsten Annehmlichkeiten sind vorhanden. Das schließt serienmäßig eine
Heckscheibe aus Glas (beheizbar) ein, die bei Roadstern immer noch alles andere als
selbstverständlich ist. Einfach zu handhaben ist das Stoffverdeck: zwei Rasten lösen und
das Verdeck nach hinten schieben, fertig! Die Persenning ist allerdings etwas fummelig.
Offen ist auch die Rundum-Übersicht nicht zu beanstanden. Mit geschlossenem Verdeck
lässt die Sicht nach hinten naturgemäß zu wünschen übrig. Auch mit geschlossenem
Stoffverdeck sind die Windgeräusche beträchtlich.

Der 1,6-Liter-Motor mit 110 PS ist der
kleinere Motor der Baureihe. Der größere 1,9-Liter-Benziner wurde mit dem Facelift
überarbeitet und leistet jetzt mit manueller Schaltung 146 PS (mit Automatik 139 PS).
Sportlich rau ist die Akustik schon beim
kleinen Motor, er ist vor allem bei offenem Verdeck immer präsent. Dennoch
ist der 1.6 kein Sportler, auch wenn sich der MX-5 eher als sportlicher Roadster
definiert. Aber sein Antritt und Durchzugsvermögen sind ok, offen gefahren muss er
ohnehin nicht als Rennwagen glänzen. Gut ist er dagegen für die gelassene Fortbewegung
auch auf langen Strecken. Die Übersetzung der unteren Gänge ist nicht sonderlich kurz
und mehr auf sparsamen Kraftstoffverbrauch ausgelegt. Der vierte und fünfte Gang sind
dagegen kürzer übersetzt, damit dem recht kleinen Motor nicht so schnell die Puste
ausgeht.

Die Beschleunigung von Null auf Tempo 100
in 9,7 Sekunden ist ganz in Ordnung. Die 191 km/h Höchstgeschwindigkeit machen für
offenes Fahrvergnügen Sinn. Dafür ist der kleine Vierzylinder sparsam: Den Verbrauch
gibt Mazda mit 10,8 Litern Super je 100 km im Stadtverkehr, 6,6 Litern außerstädtisch
und 8,1 Liter im gemischten Verbrauch nach EU-Norm an. Der Motor erfüllt die gängige
Abgasnorm EU3.
Die manuelle Fünfgang-Schaltung ist
knackig kurz zu schalten. Präzise lässt sich der kurze Schalthebel führen. Da gibt es
kein Vertun. Die Bremsanlage (Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) ist auch für
den kleinen Motor keinesfalls ausreichend: die Dosierbarkeit lässt etwas zu wünschen
übrig und auch die Bremswege sind auf den 15-Zoll-Rädern mit 195/50er Reifen kein
Ruhmesblatt. Da kann man eigentlich nur zur 1,9-Liter-Motorisierung in
Sportive-Ausstattung mit serienmäßigem Bilstein-Sportfahrwerk, größeren Rädern
(16-Zöller) und größer dimensionierten Bremsscheiben raten ...

Die sehr direkte und präzise Lenkung macht
einfach Spaß. Hervorragender Geradeauslauf und sehr guter Fahrbahnkontakt garantieren
problemloses Handling. Hier offenbart sich der Sinn eines Roadsters: die pure Freude am
Fahren, vor allem natürlich auf kurvigen Strecken. Gutmütig, aber agil geht er auch
schnelle Kurven an. Dabei kommen ihn sein kurzer Radstand und ein kleiner Wendekreis sehr
zugute. Im spät einsetzenden Grenzbereich neigt der Hecktriebler aber eher zum
Übersteuern, dann ist Vorsicht und gute Reaktion angesagt, ihn wieder einzufangen, wenn
sich das Heck selbstständig macht. Einfache und doppelte Spurwechsel meistert er
problemlos und ohne Zicken. Der Fahrkomfort wird weniger hoch gehalten als die sichere und
straffe Straßenlage.
Eine Karosserie mit energieabsorbierender
Front- und Heckpartie, Flankenschutz in den Türen und Sicherheitsfahrgastzelle sind die
Highlights der passiven Sicherheit. Neben Drei-Punkt-Gurten und in die Sportsitze
integrierten Kopfstützen schützen nämlich lediglich Frontairbags die beiden Passagiere.
Angesichts des sehr gutmütigen und neutralen Fahrverhaltens hat Mazda die Zugaben für
aktive Sicherheit auf ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung beschränkt.

Mit Preisen ab 19.990 Euro ist der Mazda
MX-5 schon fast ein Sonderangebot, die 1,9-Liter-Variante ist ab 23.190 Euro zu haben, in
Sportive-Ausstattung ab 25.390 Euro. Für den Grundpreis gibt es beim 1.6 die elektrischen
Fensterheber, die Glasheckscheibe und das Audio-System mit Cassetten-Radio und CD
serienmäßig. Für unser Basismodell kamen 15-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 195/50er Reifen
(530 Euro), die Metallic-Lackierung (400 Euro) sowie das Touring-Paket mit Lederlenkrad
und Lederschaltknauf, Windschott, elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln,
Chrom-Einstiegsleisten und einer funkfernbedienten Doppelverriegelung für die
Zentralverriegelung (820 Euro) dazu.
Die Sportive-Ausstattung verfügt außer
breiteren Reifen auf Leichtmetallfelgen, größeren Bremsscheiben und Sportfahrwerk
serienmäßig noch über Nebelscheinwerfer sowie alle Annehmlichkeiten des
Touring-Paketes, die aber beim 1.9 ohnehin Serie sind. Ein lackiertes Hardtop kostet 1.750
Euro und ist für den Winter eine sinnvolle Anschaffung.

Die Versicherungseinstufungen lauten 13 / 22 / 34 (KH / VK
/ TK). An Garantien gibt Mazda drei Jahre bis 100.000 km (davon die ersten zwei Jahre ohne
Beschränkung), drei Jahre auf den Lack sowie sechs Jahre auf die Karosserie gegen
Durchrostung. Dazu kommt eine lebenslange europaweite Mobilitätsgarantie beim Einhalten
der Inspektionsintervalle. Mit einer Neuwagen-Anschlussgarantie kann man die Garantie von
drei auf vier oder fünf Jahre bei unbegrenzten Kilometern verlängern. |