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Als
der MX-5 vor 20 Jahren das Licht der Welt erblickte, war der
klassische Roadster eigentlich so gut wie tot. Verschärfte
Sicherheitsanforderungen hatten ihn aus den Modellprogrammen der
Autohersteller nahezu verschwinden lassen. Es gab ein paar Modelle
mit herausnehmbarem Dach (Targa). Der Alfa Romeo Spider war seit
1966 technisch kaum weiterentwickelt worden war, verkaufte sich aber
mangels Alternativen bei den Roadster-Fans immer noch gut. Lediglich
ein geregelter Katalysator machte den Italiener 1988/89 fit für die
restlichen fünf Jahre seiner Laufzeit.
In
diese Zeit hinein setzten (ausgerechnet!) die Japaner ein oben
offenes Leichtgewicht von knapp vier Metern Karosserielänge und
einem 2,27 m kurzen Radstand. Mit seinen 115 PS sprintete er in 8,7
Sekunden auf Tempo 100. Geplant hatten die Japaner eine
Jahresproduktion von 5.000 Fahrzeugen. Statt einer Nische fanden sie
eine Marktlücke: Bis Ende 1990 waren schon über 140.000 Fahrzeuge
produziert, auch in Europa (und gerade in Deutschland!) wurde der
eher für den kalifornischen Markt entwickelte Roadster ein Hit.
Heute ist er der meistverkaufte Roadster weltweit. Insgesamt
produzierte Mazda bislang über 860.000 Stück. Davon wurden 100.000
in Deutschland zugelassen.
Andere
Hersteller zogen im Segment günstiger Roadster nach, wanderten aber
mit den Nachfolgemodellen in höherpreisige Segmente ab oder
stellten die Produktion irgendwann ein. Mazda dagegen brachte 1998
die zweite Generation seines Roadsters. Und 2005 stellte
Mazda dann die dritte Generation auf dem Genfer Automobil-Salon vor,
seit 2006 wird sie verkauft. Anfang 2009 unterzog man den Roadster
vor allem optisch einem Facelift. Verringert wurden außerdem die
Innengeräusche bei geschlossenem Stoffverdeck.
Heute
ist der MX-5 wieder einzigartig im diesem Segment der klassischen
Roadster mit moderner Technik zu erschwinglichen Preisen. Zwei
Sitze, zwei Türen, dazu ein klassisches Verdeck – das ist der
Stoff, aus dem Roadster-Träume sind. Als Option gibt es für die
kalte Jahreszeit auch ein Hardtop. 2006 nahmen die Japaner zusätzlich
eine Version mit Kunststoff-Klappdach namens Roadster-Coupé ins
Programm auf.
Mit
einem Radstand von 2,33 m und einer Länge von 4,02 m hat der
Roadster ein wenig zugelegt. Ein bisschen Speck hat er auch
angesetzt seit der ersten Generation, deren Leergewicht noch unter
einer Tonne lag. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wiegen aber nun
mal ein paar Kilo extra, da macht auch ein Roadster keine Ausnahme,
wenn er sicherheitstechnisch auf dem Stand der Zeit bleiben will.
Stolze 1.150 kg bringt der aktuelle MX-5 auf die Waage (nach
DIN-Norm wird ein 75-kg-Fahrer mitgerechnet). Das macht 225 kg
maximale erlaubte Zuladung für Beifahrer und Gepäck. Völlig
ausreichend ist das für Zwei, bei einem Ladevolumen von 150 Litern
– immerhin 6 Liter mehr als der Vorgänger.
Straffe,
gut konturierte Sitze bieten jederzeit ausreichenden Seitenhalt. Der
Innenraum ist für normal gewachsene Menschen so gerade eben
ausreichend geräumig geschnitten. Mein 1,92 m großer Kollege mit
langen Beinen hat auf dem Beifahrersitz einen Zentimeter
Kopffreiheit und die Knie fast im Handschuhfach – einem
Handschuhfach übrigens, das seinem Namen alle Ehre macht. Auf die
Sitzprobe hinterm Lenkrad verzichtet er lieber.
Der
Innenraum ist funktional und übersichtlich gestaltet. Sportliche
Akzente setzen Applikationen in Aluminium-Optik. Lenkrad,
Schaltknauf und Handbremshebel sind mit Leder bezogen. Das höhenverstellbare
Lenkrad verfügt über Tasten zur Bedienung des Audio-Systems.
Materialqualität und Verarbeitung sind sehr gut und nicht zu
beanstanden. Im Stoffverdeck sorgt eine beheizbare Heckscheibe auch
bei beschlagenen Scheiben für verhältnismäßig gute Sicht nach
hinten.
Der
1.8 MZR ist nur in der Basis-Ausstattung Center-Line zu haben. Ab
Werk ist er schon gut ausgestattet mit funkfernbedienter
Zentralverriegelung, elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln,
elektrischen Fensterhebern, Klimaanlage, Nebelscheinwerfer,
Audio-System mit Radio, CD-Spieler (mp3-fähig), sechs Lautsprechern
und Aux-Anschluss, einem aufklappbares Windschott und
16-Zoll-Leichtmetallrädern. Als Ausstattungsoptionen hat Mazda
verschiedene Pakete geschnürt, von denen für unser Basismodell das
Technik-Paket (mit Klimaautomatik, Geschwindigkeitsregelung,
Bluetooth-Freisprecheinrichtung sowie Anzeigen für Außentemperatur
und Durchschnittsverbrauch) sowie das Plus-Paket (mit einem höherwertigen
Soundsystem mit CD-Wechsler, Lederausstattung und 5stufiger
Sitzheizung) verfügbar sind. Des weiteren sind im Zubehör-Programm
nützliche Dinge wie eine Einparkhilfe hinten, ein
Navigationssystem, Hardtop und ein Heckgepäckträger zu finden.
Mit
der dritten Generation des MX-5 kamen auch zwei neue Ottomotoren ins
Programm: 1.8 MZR (126 PS) und 2.0 MZR (160 PS). Der 2-Liter-Motor
wurde fürs Facelift grundlegend überarbeitet, der 1.8er nur
minimal. Der 1.8-Liter-Benzinmotor unseres Testwagens ist sehr
sportlich ausgelegt und braucht viel Drehzahl. Sein maximales
Drehmoment von 167 Nm liegt erst spät bei 4.500 U/min. an.
„Untertourig“ mag er eher gar nicht. Frühes Runterschalten ist
angesagt, weil der Motor bei niedrigeren Drehzahlen nicht wirklich
gut zieht. Das manuelle Fünfganggetriebe schaltet knackig und präzise,
die kurzen Schaltwege machen einfach Spaß. Für einen flotten
Antritt schaltet man spät und fährt die Gänge weit aus. Der Motor
hängt sehr gut am Gas und dreht freudig hoch. Ist er erst mal auf
Touren gekommen, stimmen auch Durchzug und Leistungsentfaltung.
Dabei läuft der Motor im Leerlauf und bei optimalen Drehzahlen eher
ruhig und vibrationsarm. Wenn man ihn hochzieht, faucht er kernig
auf.
Nicht
nur der Wohlstandsspeck zügelt sein Temperament im Vergleich zum
Pionier seiner Baureihe: Für die Beschleunigung aus dem Stand auf
Tempo 100 braucht er 9,9 Sekunden. Das kommt auch von der in den
unteren Gängen sehr langen Getriebeübersetzung: Sie fördert die
Kraftstoffökonomie zu Lasten eines spontanen Antritts. Bei 194 km/h
erreicht er seine Höchstgeschwindigkeit. Der Roadster ist nicht
wirklich windschnittig gezeichnet. Seine Aerodynamik dient in erster
Linie der Fahrstabilität: der cW-Wert liegt bei 0,38. Optimierungen
am Getriebe ließen den Kraftstoffverbrauch nach dem Facelift noch
ein wenig sinken. Auf 100 km innerorts verbraucht er 9,5 Liter
Superkraftstoff, 5,5 Liter sind es außerorts und 7,0 Liter im
gemischten Verbrauch nach EU-Norm (alles Herstellerangaben,
ermittelt unter Idealbedingungen auf dem Rollenprüfstand). Der
Motor erfüllt die Abgasnorm EU4, der CO2-Ausstoß beträgt 167 g
pro km.
Mit
Frontmotor und Heckantrieb verfügt der MX-5 über eine ausgewogene
Gewichtsverteilung. Der kurze Radstand mit kurzen Überhängen begünstigt
ein sportlich-dynamisches Handling. Die Lenkung ist direkt
ausgelegt, der Geradeauslauf nicht zu beanstanden. Sportlich straff
abgestimmt ist das Fahrwerk, das auch in zügig angegangenen
Kurvenpassagen nur wenig Seitenneigung zulässt. Problemlos und
weitgehend neutral ist sein Fahrverhalten, sicher die Straßenlage.
Nur minimal ist seine Tendenz zum Untersteuern, spurtreu und solide
meistert er plötzliche Spurwechsel. Gute Traktion und stabile
Seitenführung bieten 16-Zoll-Räder mit 205/50er Bereifung. Sehr
gut verzögern die groß dimensionierten Scheibenbremsen rundum
(vorne innenbelüftet).
Passive
Sicherheit bieten den Insassen eine Fahrgastzelle aus hochfestem
Stahl, ultrahochfeste Stützstreben in den A-Säulen zum Schutz bei
einem Überschlag, Seitenaufprallschutz und Querträger im
Unterboden. Drei-Punkt-Gurte, in die Sitze integrierte Kopfstützen
mit Überrollbügeln hinter den Sitzen sowie Front- und
Kopf-/Seitenairbags vervollständigen das Sicherheitspaket im
Innenraum. Der Beifahrerairbag kann deaktiviert werden, um einen
Kindersitz gegen die Fahrtrichtung montieren zu können. Die
aktuelle Version des MX-5 wurde noch keinem Crashtest nach EuroNCAP
unterzogen, der Vorgänger zog sich 2002 mit vier Sternen für
Insassensicherheit vergleichsweise sehr gut aus der Affäre. Einem
Stern gab es für Fußgängerschutz, Kindersicherheit wurde damals
noch nicht getestet. Schlechter dürfte das aktuelle Modell auf
keinen Fall abschneiden. An elektronischen Helfern sind klassenüblich
ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung EBD, das Elektronische
Stabilitätsprogramm DSC mit Traktionskontrolle TCS an Bord.
Ab
22.000 Euro gibt es den MX-5 mit 1,8-Liter-Ottomotor in der
Basisausstattung Center-Line. Aufpreispflichtig sind die
Sonderlackierung Brillantschwarz und verschiedene
Metallic-Lackierungen sowie weitere Extras, für die Mazda
verschiedene Ausstattungspakete geschnürt hat.
Mazda
gibt eine dreijährige Neuwagengarantie (bis 100.000 km), drei Jahre
auf den Lack sowie 12 Jahre auf die Karosserie gegen Durchrostung.
Gegen Aufpreis kann der Käufer die Neuwagengarantie um weitere zwei
Jahre (bis 150.000 km) verlängern. Der Mazda Europe Service
(Mobilitätsgarantie) gilt ein Fahrzeugleben lang in 30 Ländern
Europas beim Einhalten der Wartungsintervalle. Zum Service muss der
MX-5 alle 20.000 km oder einmal im Jahr. Die Versicherungen stufen
das Modell in die Typklassen 13 / 19 / 23 (KH / VK / TK) ein.
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