Auf den ersten Blick weiß man ja noch
nicht so richtig, was man von ihm halten soll: Für einen Van ist er mit einer Höhe von
1,54 m zu niedrig, für einen Kombi ist er aber auch schon wieder zu hoch und zu kastig.
Auch die 3,81 m Länge sind nicht gerade Kombi-Maß. Ein bisschen sieht er von außen ja
wie ein zu groß geratenes Spielzeugauto aus. Wie ernst muss man den Mazda-Van nehmen,
welche Qualitäten bietet er?
Wir fuhren den Mazda Demio mit dem
größeren, einem 75 PS starken 1,5-Liter-Motor als Sportive-Sondermodell. Dieses umfasst
zusätzlich zur Comfort-Ausstattung Nebelscheinwerfer, 14-Zoll-Leichtmetallräder, einen
Heckspoiler sowie die unvermeidlichen weiß unterlegten Anzeigen im Cockpit.

Die Sitzposition ist van-mäßig hoch,
womit nun klar sein dürfte, in welcher Fahrzeugkategorie wir fahren. Höhenverstellbar
ist der Fahrersitz wenigstens. Vorne ist reichlich Platz und auch hinten können sich zwei
Passagiere nicht über Platzmangel beklagen. Der mittlere Sitz hinten ist eher was für
Notfälle und kurze Strecken, zudem verfügt er auch nur über einen Beckengurt und hat
keine Kopfstütze.

Der Einstieg gestaltet sich vorne wie
hinten einfach, die Übersicht des Fahrers ist einwandfrei. Der Innenraum ist praktisch
und solide gestaltet, die Sitzbezüge aus strapazierfähigem Stoff: alltags- und
familientauglich. Der Kunststoff der Cockpit-Verkleidung ist in drei Grauschattierungen
gehalten. Das Material ist von guter Qualität und solide verarbeitet. Das Armaturenbrett
ist einfach gestaltet und ohne Probleme handzuhaben. Die Anzeigen sind gut abzulesen, die
Schalter in Reichweite und gut zu erreichen. Reichlich Ablagefächer erleichtern das
Verstauen von Kleinkram. Kein geeignetes Fach findet sich für die Sonnenbrille. Die
Zentralverriegelung funktioniert leider nur von der Fahrertür, nicht aber von der
Beifahrertür, wo allein Fahrende schon mal Gepäck lagern, welches sie nach der Fahrt
nicht zur Fahrertür mit raus nehmen ...

Der Laderaum ist mit 330 Litern ausreichend
groß und gut nutzbar. Die Heckklappe steht aber offen sehr weit ab. Die Heckklappe öffnet leider nicht so
richtig hoch nach oben, so dass Großgewachsene den Kopf etwas einziehen müssen. Flexibel
ist die Sitzgarnitur. Die Rückbank lässt sich insgesamt um etwa 12 cm nach vorne
schieben, wodurch die Fondpassagiere zwar etwas weniger Knieraum haben, der Laderaum aber
noch etwas mehr Gepäck aufnehmen kann. Die Ladekante ist mit 57 cm einfach ladefreundlich
gestaltet.
Die Rückenlehne der Hinterbank ist
symmetrisch geteilt, neigungsverstellbar und lässt sich sowohl nach vorne als auch nach
hinten klappen. Nach vorne geklappt ermöglicht sie das weitere Umlegen und
Senkrechtstellen der kompletten Bank direkt hinter den Vordersitzen. Der Beifahrersitz
lässt sich ebenfalls nach vorne umlegen, so dass eine lange Ladefläche bis ans
Armaturenbrett zur Verfügung steht. Die Ladekapazität lässt sich so auf bis zu 1.298
Liter hinter den Vordersitzen erweitern.
Recht umfangreich ist die Serienausstattung
inklusive den grundlegenden Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens. Die Klimaanlage kostet
extra. Nicht sonderlich familientauglich sind die manuellen Fensterheberkurbeln hinten. In
der Top-Ausstattung Exclusive sind auch die elektrischen Fensterheber hinten Serie, was
durchaus hilfreich sein kann, die lieben Kleinen auf der Rückbank unter Kontrolle zu
halten. Alles in allem beweist er aber eine große Variabilität, die sowohl familien- wie
freizeitorientierter Nutzung sehr entgegen kommt.

Der 1,5-Liter-Motor mit 75 PS verrichtet
recht munter seine Arbeit. Sowohl im Antritt wie auch im Durchzugsvermögen macht der
Demio mit dem größeren Motor dieser Baureihe eine gute Figur. Voll beladen tut auch er
sich allerdings etwas schwer. Der Fronttriebler verfügt über eine manuelle
Fünfgang-Schaltung, die sich leicht und präzise schalten lässt.
Von Null auf Tempo 100 in 13 Sekunden ist
recht ordentlich für ein solches Fahrzeug, auch die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h
ermöglicht ein gutes Mitschwimmen auf der Autobahn. Den gemischten Verbrauch nach EU-Norm
gibt Mazda mit 7,3 Litern Superbenzin je 100 km an. Innerstädtisch sind es 9,2 Liter,
außerorts 6,2 Liter (alles Herstellerangaben). Wer aber in der Stadt eher den sportlichen
Gasfuß spielen lässt, darf sich auch über 10 Liter nicht wundern.
Die Bremsanlage (vorne innenbelüftete
Scheibenbremsen, hinten Trommelbremsen) fällt nicht gerade durch gute Dosierbarkeit auf,
zu viel Spiel hat das Bremspedal. Der Bremsweg ist akzeptabel, aber keine Glanzleistung.

Die Lenkung arbeitet präzise und folgt
zielgenau den Befehlen des Fahrers. Dem Fahrer vermittelt sie ein gutes Gefühl für die
Straße. Die Servolenkung erleichtert die Lenkarbeit vor allem beim Einparken. Die hohe
Karosserie ist natürlich sehr Seitenwind-empfindlich. Dank der kompakten Abmessungen ist
er aber sehr beweglich.
Die sehr gute Fahrwerksabstimmung stellt
den Fahrer auch bei flotter Fahrt nicht vor unlösbare Probleme. Selbst schnelle Kurven
meistert der Demio sehr sicher, allerdings dank der hohen Karosserie mit etwas
Seitenneigung und recht deutlichem Untersteuern. Der Mini-Van bleibt leicht beherrschbar,
absolviert plötzliche Spurwechsel sowie das ebenso plötzliche wieder Einscheren in die
alte Spur stabil und ohne Tücken. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung bietet einen guten und
sicheren Kompromiss aus (wegen der hohen Karosserie nötiger) Straffheit und Komfort.
Der Demio besitzt eine
Sicherheitskarosserie mit Flankenschutz in den Türen, ABS mit elektronischer
Bremskraftverteilung (ist beim Basismodell allerdings nur gegen Aufpreis zu bekommen)
sowie Front- und Seitenairbags vorne. Vier Passagieren bietet er ein hohes
Sicherheitspolster durch Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurte, ein fünfter muss mit einem
Beckengurt vorlieb nehmen.

Ab 22.990 Mark ist der Demio in der
Basisausstattung mit 1,4-Liter-Motor und 63 PS ein günstiges Angebot. Vorteilhafter ist
allerdings angesichts der zeitgemäßeren Sicherheitsausstattung inklusive
Zentralverriegelung, Seitenairbags und ABS sowie Einklemmschutz für die Fensterheber die
Comfort-Version ab 25.340 Mark. Mehr bietet der Demio mit dem kräftigeren 1,5-Liter-Motor
und 75 PS, wo er in der Exclusive-Ausstattung ab 27.920 Mark zu haben ist. Das
Sondermodell Sportive gibt es schon ab 27.773 Mark.
Der Demio Sportive ist exklusiv in diesen
Lackierungen zu haben: Brillantschwarz, Brillantsilber Metallic und Saphirblau Metallic.
Die Metallic-Lackierungen kosten allerdings 659 Mark Aufpreis. Leichtmetall-Felgen und
Heckspoiler sind Serie, die Klimaanlage schlägt mit zusätzlichen 1.749 Mark zu Buche.
Die Versicherungsklassen sind mit 12 / 16 / 20 (KH / VK / TK) sehr günstig.

Drei Jahre Garantie auf den Wagen und auf
den Lack gewährt Mazda (bis maximal 100.000 km) sowie sechs Jahre auf die Karosserie
gegen Durchrostung. Anschlussgarantien fürs vierte und fünfte Jahr ohne
Kilometerbegrenzung sind gegen Aufpreis möglich. |