Kalt liegt der Alu-ummantelte Schalthebelknauf in der Hand.
Ein warmes Brummen tönt von hinten an das Ohr des Fahrers, nachdem er den Zündschlüssel
gedreht hat. Sehr dezent, dieses Brummen, denn der Fahrer ahnt bei seinem ersten Start ja
noch gar nicht, was ihm bevorsteht.

Opels schneller machen ist das Geschäft von Dieter
Mantzel. Vor allem durchs Motor-Tuning ist der Oberhausener Tuner bekannt geworden. Das
Astra Coupé mit dem 2-Liter-Turbomotor und 190 PS ist zwar auch von Hause aus schon nicht
von schlechten Eltern, aber der Wunsch nach mehr Individualität schließt meistens auch
ein "mehr Leistung als Serie" ein. Und mit diesem Wunsch wird der geneigte
Opel-Fahrer denn auch bei Dieter Mantzel fündig.

Optisch wertete Mantzel sein Coupé mit einigen wenigen
Elementen auf: Masken für Front- und Heckleuchten, ein DTM-Auspuffendtopf für das
akustische Feintuning - und ein mächtiger Heckspoiler für die verbesserte Aerodynamik.
Damit hat es der Opel-Tuner gut sein lassen, aber natürlich ist auf Wunsch auch hier mehr
machbar.

Feinschliff bekam der Motor in puncto Leistung über eine
geänderte Abstimmung der Motronik - reines Chiptuning also, mit dem die
Mantzel-Entwickler dem Motor das äußerste und damit noch gute 45 muntere Pferdchen mehr
entlocken konnten: Statt der serienmäßigen 190 PS leistet er nun 235 PS.
Satte 360 Nm Drehmoment machen sich im Extremfall bei 3.500
U/min. über die Kurbelwelle her, ab Werk brachte der Turbomotor "nur" 250 Nm an
maximalem Drehmoment bei 1.950 U/min.. Schon beim Serienmotor liegt die Drehmomentkurve
gleichmäßig über das relevante Drehzahlband auf hohem Niveau, beim Mantzel-Turbo ist
das Niveau nur ungleich höher angesiedelt. Von knapp über 2.000 Touren bis jenseits der
4.300 Touren liegen mehr als 340 Nm an.
Diesen Kraftzuwachs spürt der Fahrer, sobald der Turbo
beim Tritt aufs Gaspedal einmal tief Luft geholt hat: Mit brachialer Gewalt zieht das
Coupé ab, macht schnell ganz mächtig viel Dampf und schafft den Sprint von 0 auf Tempo
100 in 6,5 Sekunden (Serie: 7,5 Sekunden) - zumindest dann, wenn man es schafft, ein
Maximum an Gas zu geben bis zu dem Punkt, wo die Räder durchdrehen und die Motorkraft
mangels Traktion nicht mehr auf die Straßen zu bringen ist.

Warm ums Herz wird hier zwar dem sportlichen Fahrer, kalt
bleibt aber weiterhin der Schaltknauf: Kraft ist auch in niedrigen Drehzahlbereichen so
satt vorhanden, dass kaum eine Notwendigkeit besteht, den Schaltknüppel in die Hand zu
nehmen. Zwar wird das dezente, sonore Brummen bei kräftigem Gas geben etwas kerniger,
aber der leistungsgesteigerte Turbo-Zweiliter hat nichts von seiner Laufkultur verloren.
Ruhig und vibrationsarm dank zweier entgegenlaufender Ausgleichswellen kann er es mit
jedem Sechszylinder aufnehmen.

Bei aller gesteigerten Sportlichkeit ist der Turbomotor
aber in Sachen Verbrauch der Alte geblieben. Bei ökonomischer Fahrweise ist man im
gemischten Zyklus ebenfalls mit etwa 9 Litern Super Plus dabei, wobei übrigens die
Turboversion kaum mehr verbraucht als der nicht aufgeladene Opel-Zweiliter, der allerdings
für optimale Leistung schon mit einfachem Super bleifrei zufrieden ist. Da man sich aber
weder den Turbo noch den leistungsgesteigerten Turbo für eine ökonomische Fahrweise
zulegt, ist natürlich der Durchschnittsverbrauch im Alltag etwas höher, aber das ist
halt der Preis für das Mehr an Leistung, welches man nur zu gerne durch forcierte Fahrt
auf der Autobahn genießt. Hier leistet die Geschwindigkeitsregelung bei Bedarf und
Tempolimit gute Dienste. Sauber bleibt vielleicht nicht die Flensburger Kartei des
Fahrers, aber dafür die Abgaswerte: der Motor erfüllt immer noch die Euro-4-Norm.

Mehr Motorkraft will besser unter Kontrolle gehalten
werden. Bislang sorgen auch im Mantzel-Turbo die ab Werk eingebauten ohnehin schon
größeren Bremsscheiben (308 mm vorne, 264 mm hinten) in Verbindung mit breiteren Reifen
für recht ausreichende Verzögerung. Aber hier will Mantzel die 18-Zoll-Räder vorne mit
322 mm 4-Kolben-Alu-Sätteln von Brembo bestücken, die auch bei Porsche dem Vortrieb
Einhalt gebieten.

Die Leichtmetallräder - ATS Competition in der Dimension
8x18 Zoll - sind mit 225/35er Pirellis mit Geschwindigkeitsfreigabe ZR (über 240 km/h)
bezogen. Das Turbo-Coupé liegt schon ab Werk vorne 20 mm, hinten 10 mm tiefer. Mit Hilfe
von Tieferlegungsfedern rückte die Karosserie noch einmal 40 mm dichter an den Asphalt.
Damit die kürzeren Federwege und extrem breiten Reifen sichere Handlingeigenschaften
garantieren und sich die Belastung der Karosserie in Grenzen hält, hat Mantzel die
Serienstoßdämpfer gegen Bilstein Sprint ausgetauscht. Damit bleibt trotz straffer
Straßenlage noch ausreichend Restkomfort. An Agilität und Kurvenfreudigkeit hat das
Coupé auch mit Breitreifen nicht verloren. Vorsicht und zwei Hände am Lenkrad sind aber
bei schneller Fahrt auf holprigen Autobahnen angesagt, damit sich nicht die Reifen ihren
eigenen Weg suchen.

Mantzels Turbo-Coupé steht für 26.330 Euro in der
Preisliste des Opel-Händlers. Mantzels Modifikationen schlagen dann insgesamt mit 6.819
Euro zu Buche, dazu kommt im Zweifelsfalle noch die TÜV-Abnahme für den Motor. Die
Änderung der Motronikabstimmung ist mit 1.279 Euro ein vergleichsweise sehr günstiges
Angebot.
Tuner:
Mantzel GmbH & Co. Automobil KG
Zum Eisenhammer 3
46049 Oberhausen
Telefon 02 08 / 8 50 95 - 0
www.mantzel.de, info@mantzel.de
| Preise: |
|
| Listenpreis Astra
Coupé Turbo |
26.330 |
| Motronikabstimmung |
1.279 |
| Sportendtopf
Edelstahl, DTM oval |
403 |
| Heckspoiler |
282 |
| Scheinwerfermasken
vorne, Satz |
56 |
| Scheinwerfermasken
hinten, Satz |
56 |
| Kühlergrill vorne
ohne Emblem |
123 |
| Federnsatz, 50/30
mm |
180 |
| Bilstein Sprint
Stoßdämpfer, vorne |
415 |
| Bilstein Sprint
Stoßdämpfer, hinten |
199 |
| Montagekosten,
inkl. Lackierarbeiten |
790 |
| ATS Competition
8x18 Zoll mit 225/35 ZR 18 |
3.036 |
|