Kapitel 5: VW Passat, Sharan, Caddy, T4

VW Passat

foto071.jpg

Das älteste Pferd im Volkswagen-Stall ist der Passat: Seit 27 Jahren laufen Typen diesen Namens von den Bändern. Die fünfte Generation erblickte 1996 das Licht der Welt.Auf die Plattform des Audi 80 der VW-Tochter aus Ingolstadt hatten die Wolfsburger 1973 eine Fließheck-Karosserie übergestülpt: Der Passat war geboren und eroberte das Publikum mit Nutzwert und Zuverlässigkeit. Auch ein Kombi gesellte sich schnell dazu. Seit 1982 gab es einen Passat-Stufenheck mit Namen Santana. In Stufenheck- und Kombiversion gibt es den Passat auch heute noch, die Fließheckversion verschwand mit der Einführung der dritten Modell-Generation.

Die fünfte Generation steht auf einer Konzertplattform, die er sich mit dem Audi A4 teilt. Die gleiche Baugeometrie mit Längsmotor und Frontantrieb bzw. Allradantrieb mit Visco-Kupplung und zentralem Torsen-Differenzial macht‘s möglich – und aus Kostengründen auch nötig.

Der 4,67 m lange Kombi und die 1 cm längere Limousine bieten reichlich Platz sowohl im Passagierraum wie auch im Laderaum. Der Kombi ist mit seiner hohen Nutzbarkeit die gefragtere Variante.

Zunächst war die fünfte Generation mit fünf Benzinern und drei Dieseln in den Handel gekommen, mittlerweile hat der Kunde die Qual der Wahl unter neun Motoren: fünf Benziner zwischen 100 und 193 PS (74 bis 142 kW) sowie vier Dieselmotoren mit 90 bis 150 PS (66 bis 110 kW).

Technische Daten des aktuellen Serienmodells

Bauzeit seit 1996, Kombi seit 1997
Länge / Breite / Höhe 4,675 / 1,740 / 1,459 m, Variant 4,669 / 1,740 / 1,496 m
Leergewicht 1255 – 1606 kg, Variant 1305 – 1653 kg
Laderaumvolumen / Zuladung 475 – 800 Liter / 562 – 590 kg, Variant 450 – 1600 Liter / 494 – 580 kg
Karosserie Stufenheck-Limousine (viertürig), Kombi
Motoren 1.6 (100 PS), 1.8 (125 PS), 1.8T (150 PS), 2.3 V5 (150 PS), 2.8 V6 (93 PS), 1.9 TDI (90 PS), 1.9 TSI (110 PS), 1.9 TDI PDE (115 PS), 2.5 V6 TDI (150 PS)
Antrieb Frontantrieb oder Allrad-Antrieb syncro
Getriebe Fünfgang-, Sechsgang-Schaltung oder Viergang-Automatik bzw. Fünfgang-Automatik mit Tiptronic
Höchstgeschwindigkeit 169 – 266 km/h (je nach Motor)
Reifen 195/65 R 15 T bis 205/55 R 16 W
Bremsen Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet)

foto072.jpg

 

 

Dietrich Passatfoto073.jpgMehr Glanz bekommt der brave Nutzesel Passat, nachdem er bei Dietrich, einem Volkswagen- und Audi-Tuner aus Münster, in Kur war. Das Facelift der Münsteraner umfasst eine Spoilerstoßstange, Sportspiegel in M3-Optik sowie ein griffloses Türsystem mit Funkfernbedienung und Fernentriegelungsmechanismus. Sportfahrwerke mit Tieferlegungsfedern und Sportstoßdämpfern sowie Domstreben und Stabilisatoren sorgen für Tiefgang bei gleichzeitig steiferer Karosserie und stabilerer Straßenlage.

Ein umfangreiches Felgen-Programm bietet reichlich Auswahl. Die Leichtmetallfelgen sind besohlt mit den passenden breiten Schluppen: Das bringt Traktion und Verzögerung sicher auf die Straße. Und wenn der Passat mit breiten Felgen und Reifen noch nicht breitbeinig genug auf der Straße steht, kann der Einsatz von Distanzscheiben noch zusätzliche Zentimeter liefern.

Reichhaltig ist auch die Auswahl für den hinteren Ausgang: Von kompletten Sportauspuffanlagen über Fächerkrümmer und Powerrohr (anstelle des Mittelschalldämpfers) bis zu Endschalldämpfern oder Endrohren reicht die Palette. Da ist nicht nur für jeden Geldbeutel was dabei, sondern auch für jeden Geschmack, von der Abgasentsorgung über ein konventionell rundes Endrohr über oval bis hin zum Doppelrohr und dieses möglicherweise auch noch im DTM-Look, sprich hochgestellt.

Haubenlifte geben den Einblick in den Motorraum fast wie von allein frei. Motortuning mittels Auspuffaustausch und –umbau, Änderung der Chipsteuerung und Einbau von K&N-Sportluftfiltern lassen mehr Leistung möglich werden. Farbige Zündkabel und Verteilerkappen (für Vierzylinder) setzen unter der Motorhaube Akzente. Das Mehr an Vortrieb wiederum lässt sich mit Sportbremsanlagen von Dietrich mit rundum innenbelüfteten Scheibenbremsen und Stahlflexbremsschläuchen packender unter Kontrolle halten.

Sportlich lässt sich auch beim Passat der Innenraum gestalten mit Sportsitzen von Sparco oder Monaco sowie Sportlenkrädern (allerdings ohne Airbag) von Raid oder Momo. Schaltknäufe und Ledermanschetten sind nicht nur stilvoll in Schwarz, sondern auch – ebenso wie einige Lenkräder – in allen möglichen poppigen Farben zu haben. Wer es dezent mag und bei schwarzem Leder bleibt, kann sich mit Dekorabdeckungen das Armaturenbrett im Wurzelholz- oder Carbon-Look veredeln.

foto074.jpg

Erfolgreiche Familienbande individuell gestaltet

 

 

foto074a.jpg (66286 Byte)

Auch für das Vorgänger-Modell haben die
Tuner noch Teile parat.

 

 

 

VW Sharanfoto075.jpgIn Kooperation mit Ford entstand der Sharan (Ford Galaxy), der 1995 präsentiert wurde. Baugleich ist auch der Drilling der Reihe, der Alhambra der spanischen VW-Tochter Seat. Auf den gleichen Bändern im Autoeuropa-Werk im portugiesischen Palmela werden sie gebaut, äußerlich unterschieden sie sich bislang kaum von einander. Im Innenraum sieht man leichte Unterschiede, obwohl auch hier die Gleichteile überwiegen. Relativ eigenständig ist die Motorenpalette: den 2-Liter-115-PS-Motor hat Ford ebenso wenig übernommen wie den 2,8-V6-Topmotor des Sharan. Die VW-TDIs schnurren jedoch auch unter der Ford-Motorhaube.

Nach der Präsentation des Facelifts im Frühjahr 2000 wirken die drei Großraum-Limousinen, neudeutsch: Van, auch optisch eigenständiger. Der Sharan bietet auf 4,63 m Länge Platz für fünf bis sieben Personen, ohne dass der Kofferraum dabei zu einem reinen Handschuhfach wird. Mit 256 Litern bei sieben Passagieren ist er allerdings auch nicht gerade üppig bemessen, bis 2610 Liter sind mit ausgebauter dritter Reihe und umgeklappter mittlerer Sitzbank bis Dachhöhe möglich.

Vom 2-Liter-Aggregat mit 115 PS (85 kW) über den 1,8-Liter-Fünfventiler-Turbo mit 150 PS (110 kW) bis hin zum 2,8-Liter-Sechszylinder mit 204 PS (150 kW) stehen drei Benzinmotoren zur Auswahl, darüber hinaus gibt es für die runderneuerte Baureihe jetzt zwei 1,9-Liter-TDI mit Pumpe-Düse-Einspritztechnik und 90 bzw. 115 PS (66 bzw. 85 kW), die die konventionellen 1,9-Liter-TDI abgelöst haben.

Technische Daten des aktuellen Serienmodells

Bauzeit seit 1995
Länge / Breite / Höhe 4,634 / 1,810 / 1,730 m
Leergewicht 1645 – 1785 kg
Laderaumvolumen / Zuladung 256 – 2610 Liter / 685 – 755 kg
Karosserie Großraum-Limousine (fünftürig)
Motoren 2.0 (115 PS), 1.8T (150 PS),
2.8 V6 (204 PS),1.9 TDI PDE (90 PS),
1.9 TDI PDE (115 PS)
Antrieb Frontantrieb oder Allrad-Antrieb 4Motion (ab Herbst 2000)
Getriebe Sechsgang-Schaltung, Viergang- oder Fünfgang-Automatik mit Tiptronic
Höchstgeschwindigkeit 166 – 217 km/h(je nach Motor)
Reifen 195/65 R 15 T – 215 / 55 R 16 Z
Bremsen Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet)

foto076.jpg

 

 

 

Postert Sharanfoto077.jpgDas Tuning-
Programm für den Sharan von Postert, einem Essener Veredler von Volkswagen, Audi, Ford und anderen, lässt sich fast beliebig auch auf Seat Alhambra und Ford Galaxy montieren. Die drei baugleichen Vans unterschieden sich vor dem gerade erfolgten Facelift kaum von einander (unterschiedliche Scheinwerfer und Kühlergrill).

Der Postert Frontspoiler sieht nicht nur gut aus, sondern er verbessert den Luftwiderstand (c<ta<W<te<-Wert) des Fahrzeugs und damit sein Fahrverhalten. Den Kühlergrillaufsatz gibt es allerdings tatsächlich nur für den Sharan, da die beiden anderen an dieser Stelle doch leichte Unterschiede aufweisen.

foto078.jpg

Ein Dachflügel setzt eine dynamische Note an der Heckklappe. Schlusspunkt optisch wie akustischer Art ist der Auspuff: Ein Sport-Endschalldämpfer mit abgeschrägtem 76-mm-Doppelendrohr aus verchromtem Edelstahl.

foto079.jpg

Die klassische Kreuzspeichen-Felgen des Typs PG von Postert, Silber poliert, gibt es als 17- oder 18-Zoll-Räder mit Reifen bis maximal 245/40 R 17. Gute 35 bis 40 mm mehr Tiefgang ermöglicht das Postert Tieferlegungskit mit Spezialfedern.

Der Innenraum bekommt mit Dekorblenden im Wurzelholz- oder Carbon-Look ein edleres Ambiente.

 

 

 

VW Caddyfoto080.jpg Noch nicht ganz Nutzfahrzeug, aber auch nicht mehr ganz als Pkw angesiedelt ist der Caddy. Die erste Generation des Caddy wurde zwischen 1982 und 1992 auf Basis des Golf I gebaut. Der Caddy Pickup – früher nannte man so etwas Pritschenwagen – war bereits seit 1979 in den USA als Rabbit Pickup auf dem Markt.

Die aktuelle zweite Caddy Generation fährt zusammen mit dem Seat Inca, mit dem sie 1995 präsentiert worden war, auf der Polo-Plattform. Der Pickup kam 1996 auf den Markt. Wie schon für den Pickup der ersten Generation hatte Volkswagen als Zielgruppe für dieses Fahrzeugkonzept der leichten Nutzfahrzeuge die freizeitorientierten Singles und Familien im Visier. Der Pickup kann als frühes Freizeitauto, neudeutsch: Sports-Utility-Vehicle (SUV), gelten.

Die aktuelle Modellreihe gibt es wie die erste auch als Stadtlieferwagen / Kastenwagen, als Kombi und eben als Pickup. Für den Caddy Pickup gibt auch ein Hardtop, so dass auch der offene Wagen bei Regen eine trockene Laderfläche behalten kann. Der aktuelle Pickup ist – auf Polo-Basis – kleiner als der alte und misst nur 4,12 m Länge und 2 qm Ladefläche. Der erste Caddy verfügte auf 4,37 m Länge über 2,4 qm Ladefläche.

Für aktuelle Caddy-Modellpalette stehen insgesamt fünf Motoren, zwei Benziner und drei Diesel, mit Leistungen zwischen 60 und 90 PS zur Auswahl. Den Pickup gab es in der ersten Generation zunächst mit einem 1,5-Liter-Motor (70 PS) und einen 1,6-Liter-Aggregat (54 PS). Der 1,6-Liter-Ottomotor wurde durch einen baugleichen Diesel mit gleicher Leistung ergänzt. Später ersetzte ein 1,6-Liter-75-PS-Benziner den 1.6-Benziner und ein 1,8-Liter-Einspritzer mit 95 PS kam neu ins Programm.

Kombi und Lieferwagen boten sich eigentlich nie so recht um Veredeln an. Der Caddy Pickup hingegen ist schon in der ersten Version in die Hände der Tuner gefallen und im Programm haben ihn manche auch heute noch.

Technische Daten des ersten Caddy Pickups späterer Bauzeit

Bauzeit 1982 – 1992, Pickup in den USA seit 1979
Länge / Breite / Höhe 4,37 / – / – m
Leergewicht 1000 – 1060 kg
Ladefläche / Zuladung 2,4 qm / ca. 500 kg
Karosserie Pickup, Zweisitzer
Motoren 1.6 Diesel (54 PS / 40 kW), 1.6 (75 PS / 55 kW),
1.8 (95 PS / 70 kW)
Antrieb Frontantrieb
Getriebe Fünfgang-Schaltung
Höchstgeschwindigkeit 153 km/h (inkl. Hardtop)
Reifen
Bremsen Scheibenbremsen vorne, Trommelbremsen hinten

foto081.jpg

 

 

 

Dietrich Caddyfoto082.jpg Gerade der alte Pickup hat es dem einen oder anderen Tuner angetan. Der Lieferwagen
/Kombi ist aber auch eher langweilig. Der Volkswagen-Tuner Dietrich aus Münster fand den Pickup mit 4,37 m Länge zunächst einmal zu kurz, und 2,4 qm Ladefläche – das kann man in Münster einfach besser.

foto083.jpg

Nach dem »XXL«-Umbau ist die Karosserie gute 21 cm länger. Langweilig ist die nach unten zu öffnende Pritschenklappe: Sie wurde durch ein Netz ersetzt. Ein nettes
Extra für den Pickup ist der Offroad-Bügel, der dem eher als Stadtwagen anmutenden
Wolfsburger so etwas wie einen
Hauch von Wild West verleiht.

In krassem Gegensatz dazu
stehen die hochglanzpolierten
Tramont-Felgen, auf denen die
zudem mit Sportfahrwerk
tiefergelegte Karosserie ja doch
besser auf der Straße liegt.

 

 

 

SLS Caddyfoto084.jpg Nicht tot zu kriegen ist der alte Caddy. Insbesondere wenn der Umbau technisch reizt. Ursprünglich verfügte dieser Pickup von 1986 über einen 1,6-Liter-Dieselmotor. Nachdem es den Caddy aber auch mit dem 1,8-Liter-Motor gab, der von der Baugeometrie mit dem G60 der Golf-Baureihe identisch war, bot sich an, aus dem braven kleinen Laster einen mächtig lasterhaften Renner zu machen.

Der hessische Tuner SLS G-Lader & Fahrwerktechnik baute nun anstelle des Dieselmotors einen G60-Motor in den Motorraum ein. Nach mechanischer G-Lader-Bearbeitung, Bearbeiten des Zylinderkopfes, Einbau einer 296°-Sportnockenwelle und Anpassen der Motorelektronik leistet der 1,8-Liter-Motor nun sagenhafte 235 PS.

foto085.jpg

Fahrwerksmodifikationen umfassen den Einbau von Koni-Sportstoßdämpfern mit Tieferlegungsfedern vorne, die eine stufenlose Höhenverstellung ermöglichen, sowie geänderte Blattfedern hinten, ebenfalls gelbe Konis, wodurch eine Tieferlegung von 80 – 140 mm machbar ist.

Den ultimativen Link zur Straße mit optimaler Traktion und Verzögerung schaffen 195/45er Dunlop-Gummis auf einem Satz Ronal Turbo-Rädern der Größe 7 x 15″, die an der Hinterachse mittels Distanzscheiben noch einmal 15 mm mehr an jeder Seite nach außen treten.

foto086.jpg

Verkehrsorange in zügigem Galopp: Schwarze Scheinwerfer mit aufgeklebtem Fadenkreuz sind dann das Erste, was man von dem rennenden Laster im Rückspiegel sieht. Auch bei diesem Caddy Pickup ist die Klappe zur Ladepritsche durch ein Netz ersetzt. Eine Gruppe-A-Auspuffanlage sowie eine schwarz lackierte Stoßstange Marke Eigenbau schließen das Design am Heck würdig ab.

 

 

 

 

VW T4foto087.jpg (90520 Byte)Seit 50 Jahren gibt es ihn, den VW Bus. Früher wurde er liebevoll Bulli genannt. Genau genommen heißt er aber »Typ 2«. Nach dem Käfer, dem Typ 1, war der Bulli das zweite Fahrzeug aus Wolfsburger Entwicklung. Auf einem Käfer-Fahrgestell war denn auch die erste Idee entstanden, mit Ladepritsche vorn und einen Fahrersitz hinten über dem Motor. Konzipiert wurde er aber schließlich mit einer selbsttragenden Karosserie, nur Achsen und Motor des Käfer wurden beibehalten. Mit der aktuellen vierten Generation nahmen die Wolfsburgern dann endlich Abstand vom Heckmotor und Heckantrieb. Der Typ 2 zog zur zeitgemäßen Großraumlimousine jetzt auch neue Käuferschichten.

Seine Variabilität und die Ausstattungsmöglichkeiten machen den T4 zum begehrten Fahrzeug sowohl für den privaten Bereich als auch als Geschäftswagen. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von max. 2,7 t und bis zu neun Sitze hat der T4 schon ab Werk unterschiedlichste Ausstattungsvarianten für verschiedenste Nutzungsmöglichkeiten zu bieten. Vom einfachen Transporter (als Kastenwagen oder Kombi) über den Caravelle als anspruchvollem Personenwagen (sechs bis neun Sitze, kam 1983 erstmals auf den Markt) und dem Multivan als komfortablem, flexiblem Familien- und Freizeitmobil (seit 1985) bis hin zum Wohnmobil (heute California, früher als Sonderaufbauten) reichen die Alternativen.

Seit 1990 wird die erfolgreichste Großraum-Limousine in ihrer aktuellen Modellgeneration gebaut. Auch als Geschäftsfahrzeug anstelle eines Kombis der E-Klasse, des Fünfers oder des A6 ist der T4 sehr begehrt und sogar als Büro auf vier Rädern, dem Caravelle Business, zu haben.

Drei Ottomotoren und fünf Dieseltriebwerke stehen für die T4-Modellreihen zur Verfügung. Vom 2-Liter-Vierzylinder mit 84 PS (62 kW) bis zur neuen Topmotorisierung der Reihe, dem 2.8-Liter-Sechszylinder mit 204 PS (150 kW), reicht die Benziner-Palette. Interessanter für ein Fahrzeug wie den T4, der wohl eher Vielfahrern als fahrbarer Untersatz dient, sind die sparsamen Dieselmotoren: ein 2,4-Liter-Saugdiesel mit 75 PS (55 kW), ein 1,9-Liter-Turbodiesel mit 68 PS (50 kW) und drei 2,5-Liter-Turbodiesel-Direkteinspritzer mit 88, 102 bzw. 150 PS (65, 75 bzw. 111 kW). Mit Frontantrieb oder Allrad-Antrieb syncro mit Visco-Kupplung verfügt der T4 über zwei Antriebskonzepte, die unterschiedlichen Anforderungen Rechnung tragen.

Der T3 gehörte seinerzeit zu den meist getunten Fahrzeugen. Auch für den T4 hat fast jeder VW-Tuner eine komplette Palette von Tuningteilen im Programm: Das fängt bei der Optik – innen wie außen – an und hört bei Motoren und Fahrwerk auf. Schließlich will ja nicht jeder T4-Fahrer, ob privat oder geschäftlich, das gleiche Fahrzeug fahren wie sein Bäcker.

foto088.jpg (47013 Byte) 

 

 

Technische Daten des aktuellen Serienmodells

(jeweils kurzer Radstand)

 

Bauzeit seit 1990
Länge / Breite / Höhe 4,707 / 1,840 / 1,940 m, Caravelle 4,789 / 1,84 / 1,94, Multivan
Leergewicht 1580 – 2003 kg
Laderaumvolumen / Zuladung — / 642 – 995 kg
Karosserie Großraum-Limousine (Kastenwagen oder Kombi)
Motoren 2.0 (84 PS), 2.5 (115 PS), 2.8 V6 (204 PS), 2.4 SD (75 PS), 1.9 TD (68 PS),
drei 2.5 TDI (88, 102 bzw. 150 PS)
Antrieb Frontantrieb oder Allrad-Antrieb syncro
Getriebe Fünfgang-Schaltung oder Viergang-Automatik
Höchstgeschwindigkeit 132 – 194 km/h (je nach Motor und Karosserie)
Reifen 195/70 R 15 C 97 S – 215/60 R 16 99 H
Bremsen Scheibenbremsen rundum

foto089.jpg (91535 Byte)

 

 

 

Projektzwo T4foto090.jpg (55807 Byte)Das »T« in der Fahrzeugbezeichnung steht für »Typ 2«, dem eigentlichen Namen des Modell: T4 steht also für Typ 2 der vierten Generation. Als Tuner des Typ 2 hatte Projektzwo aus Landsberg einst angefangen und sich deshalb diesen Namen gegeben.

Das Aerodynamikprogramm von Projektzwo umfasst Frontschürze, Seitenschweller mit integrierten Radlaufverbreiterungen und Heckschürze, einen Heckklappenaufsatz mit großer, optischer Auslassblende und 15 mm Türausstellern. Auch einen Rammschutzbügel haben die Landsberger im Programm. Das Finish des Designs ist der Hochleistungsendschalldämpfer mit großem ovalen Edelstahl-Endrohr (75 x 135 mm).

Bessere Straßenlage verspricht das Tieferlegungsfahrwerk: zwei Spezial-Hinterachsfedern und vier speziell abgestimmte Bilstein Gasdruck-Stoßdämpfer bringen die Karosserie vorne 35 mm und hinten 50 mm dichter an den Asphalt.

Den Schluss zur Straßen findet das Fahrzeug über 235/45er Räder auf Projektzwo-Designer-Felgen im Format 8,5 x 17″ ET35.

foto091.jpg (27320 Byte)

Ein Projektzwo-Doppelscheinwerfer-
Nachrüstsatz mit Xenon-Licht und automatischer
Leuchtweitenregulierung verbessern
die Sicht. Die
Scheinwerferabdeckung kann in Wagenfarbe lackiert werden.


Im Innenraum bietet eine neue Mittelkonsole zusätzliche Einbau- und Ablageflächen. Diese Mittelkonsole ist allerdings nur für Multivan und Caravelle mit Schaltgetriebe zu bekommen. Für Fahrzeuge mit Projektzwo-Mittelkonsole ist ein Fußmattensatz aus hochwertigem Tuft-Velours mit dezentem Projektzwo-Schriftzug in den Farben Silber, Schwarz oder Anthrazit im Programm.

Das Innendekor ist im Wurzelholz-Look gehalten. Die Kontrolle über den Wagen behält der Fahrer über das Drei-Speichen-Airbag-Lenkrad Daytona, welches in Leder ummantelt gut in der Hand liegt.

foto092.jpg (41989 Byte)

 

 

RSL Motorsport T4foto093.jpg (27270 Byte)Mit viel Komfort, exklusiver Ausstattung und vielen Ausbaumöglichkeiten ab Werk überzeugt der große Wolfsburger immer mehr Besserverdienende. Und dann muss das eigene Auto erst recht nicht so aussehen wie das (Nutz-)Fahrzeug des Handwerkers. Gerade T4-Besitzer sind nicht abgeneigt, dem Serienfahrzeug optisch wie technisch ein wenig auf die Sprunge zu helfen. Dem tragen die VW-Tuner natürlich Rechnung: Fast jeder hat T4-Fahrern, die ihr Fahrzeug aufwerten wollen, entsprechende Zubehörteile zu bieten.

Der VW-Tuner RSL Motorsport aus dem schwäbischen Wannweil verfügt nicht nur über jahrelange Erfahrung im Typ 2-Tuning, sondern auch über ein sehr umfangreiches Zubehör- und Technikprogramm, das den T4 dem individuellen Geschmack seines Käufers anpasst.

Vor allem schneller darf es immer wieder gerne sein: Eine Beschleunigung von 0 auf 100 in 9,2 Sekunden hört sich wahrlich nicht nach VW Bus an. Gute 200 km/h Spitze bei einem Luftwiderstandsbeiwert von c<ta<W<te< = 0,36 bis 0,38 sind auch nicht von schlechten Eltern. Unter der Motorhaube arbeitet nun der 2,5-Liter-TDI statt der serienmäßigen 150 PS mit kräftigen 205 Pferdchen. Um dies zu erreichen, haben die RSL-Techniker das Motormanagement angepasst, die Ansaugbox geändert und einen Spezial-Luftfilter eingesetzt. Den Umbau komplettiert eine Luft durchströmte Ölkühleranlage.

Dass so viel Leistung auch optisch demonstriert werden will, versteht sich von selbst. Der Karosserieumbau beinhaltet Frontspoiler, Seitenschweller und Heckabschluss sowie einem Dachflügel mit integrierter dritter Bremsleuchte. Den kraftvollen Schlusspunkt setzen die Sportauspuffanlage mit Edelstahl-Doppelendrohr. Mächtiger wirkt der Bus auch durch die Radhausverbreiterungen, die nötig waren, um die größeren Räder aufzunehmen.

In den vergrößerten Radhäusern verrichten exklusive Leichtmetallräder im RSL-Design im Format 8,5 x 18 ET35 mit 245/40er Reifen vorne und 10 x 18 ET39 mit 275/35er Reifen hinten ihre Arbeit, die geballte Motorkraft auf die Straße zu bringen. Ein gutes Dutzend weiterer Felgen-Design mit passender Bereifung stehen bei RSL Motorsport für den T4 zur Wahl, wenngleich die Auswahl wegen der hohen Achslasten nicht ganz einfach ist. Ein Sportfahrwerk mit Komfortabstimmung vervollständigt den technischen Umbau, das Gefährt ist damit vorne 60 mm, hinten 40 mm tiefer gelegt. Ein Kühlergrill ohne Emblem und Scheinwerferblenden runden das RSL-Outfit ab.

Im Überblick: Technische Daten RSL T4 – Serie

Motorbauart: Fünfzylinder-Diesel-Direkteinspritzer mit Abgas-Turbolader und Ladeluftkühler
Motordaten Getunt Serie
Hubraum 2461 ccm 2461 ccm
Leistung 205 PS (150 kW) bei 4000/min 150 PS (110 kW) bei 4000/min
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h 181 km/h
Beschleunigung (0 auf 100 km/h) 9,2 Sekunden 12,5 Sekunden
Drehmoment keine Angabe 295 Nm bei 1900 – 2300/min
Reifen 245/40 R 18 ZR vorne, 275/35 R 18 ZR hinten 215/60 R 19 H

foto094.jpg (43410 Byte)

© 2000 Petra Grünendahl

Teilen ...

Share to Google Buzz
Share to Google Plus
Share to LiveJournal