Nicht als SUV (Sports Utility Vehicle)
bezeichnet Lexus seinen RX300, sondern als LAV (Luxury Activity Vehicle). Das 4,74 m
lange, elegant geschnittene SUV gehört demnach zu den luxuriösen Vertretern seiner
Gattung. Inwieweit der ausschließlich mit einem 3-Liter-Sechszylinder-Motor bestückte
Japaner diesen Premium-Anspruch erfüllt, zeigte eine Ausfahrt in einem Modell der
Top-Ausstattungslinie Luxury.
Optimalen Zugang zu dem hochbeinigen
Gefährt bieten vier Türen. Straffe Lederpolster in einer hochwertigen, wohnlich
anmutenden Umgebung mit reichlich Kniefreiheit in beiden Reihen empfangen die Passagiere.
Sitzriesen können aber mit der Kopffreiheit etwas Probleme kriegen. Die Verarbeitung ist
ebenso hervorragend wie die Materialqualität. Die Vordersitze bieten guten Seitenhalt,
auch wenn es mal etwas zackiger um die Kurven geht. Die Übersicht ist zum Einparken trotz
der hohen Sitzposition nicht berauschend, ein Parkassistent wäre vorne wie hinten sehr
hilfreich. Knappe 439 Liter Gepäck fasst der Laderaum, durch Umklappen der doppelt
geteilten Rückbanklehne (Serie ab Executive-Ausstattung, Basisversion ist asymmetrisch
geteilt umklappbar) kann man das Volumen auf 1.180 Liter erweitern. Die Rückbank ist auch
längsverschiebbar, die Lehnen neigbar, um den Laderaum ohne Verlust von Sitzplätzen
erweitern zu können. An maximaler Zuladung sind bis zu 470 kg erlaubt. Die Heckklappe
öffnet und schließt ab der Executive-Ausstattung selbsttätig über die
Funkfernbedienung. Den Schließmechanismus kann man zusätzlich auch vom Fahrersitz aus
betätigen.

Das Armaturenbrett ist nicht überladen
und immer noch übersichtlich in der Handhabung, obwohl der Lexus viele Komfortfunktionen
zu bieten hat. Sehr komfortabel ist bereits die Basisversion des RX300 ausgestattet mit
fast allen Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens von funkfernbedienter
Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern vorne und hinten, elektrisch
einstellbaren, anklappbaren und beheizbaren Außenspiegeln, Außen- und Innenspiegel mit
automatisch abblendenden Spiegelflächen, einer beheizbaren Scheibenwischerablage, einem
Audiosystem mit Radio, Cassetten-Spieler, CD-Wechsler und acht Lautsprechern,
Klimaautomatik, Wärmeschutzverglasung, Geschwindigkeitsregelanlage, Automatik-Getriebe,
elektrische einstellbaren Vordersitzen, 17-Zoll-Leichtmetallräder und Xenon-Scheinwerfer
bis zu einer Diebstahlwarnanlage. Die Executive-Ausstattung kommt darüber hinaus mit
Extras wie Memory-Funktion für den Fahrersitz, 18-Zoll-Leichtmetallräder, Regensensor
sowie Ledersitzen mit Sitzheizung vorne. Die Luxury-Variante legt an Luxus noch ein
bisschen drauf: Zur Serienausstattung zählen nämlich zusätzlich ein
High-End-Audiosystem Mark Levinson mit neun Lautsprechern, Adaptives Frontlicht (AFS) mit
dynamisch geregeltem Kurvenlicht, geschwindigkeitsabhängiger Leuchtfeldregulierung und
Lichtautomatik sowie eine semiaktive Luftfederung mit adaptiver
Dämpfung und automatischer Niveauregulierung. Aufpreis kosten in unseren Testwagen
das elektrische Glas-Schiebe-Hebedach, eine DVD-Navigationssystem und das
Holz-Leder-Lenkrad.
Unter der Motorhaube arbeitet ein
3-Liter-Sechszylinder-Triebwerk mit variabler Ventilsteuerung (VVT-i) und munteren 204 PS.
Komfortabel und souverän ist man in dem über 1,9 t schweren Gefährt unterwegs. Der
Motor hängt gut am Gas. Der Tritt aufs Gaspedal wird zügig in Vortrieb umgesetzt und der
RX300 geht ab, auf und davon nicht so brachial wie der Porsche Cayenne (mit 620 Nm Drehmomentmaximum zwischen
2.250 und 4.750 Touren), aber doch schon beeindruckend spritzig für ein Fahrzeug von
dieser Größe. Das maximale Drehmoment von 283 Nm liegt zwar erst bei 4.500 Touren an,
aber schon knapp überm Leerlauf zerren über 220 Nm an der Antriebswelle und ab 2.900
Touren ist er vom Maximum nur wenig entfernt. Das reicht für einen kraftvollen Antritt,
guten Durchzug und eine Leistungsentfaltung, die nur wenig Wünsche offen lässt. Dabei
glänzt der V-Sechszylinder mit ruhigem, vibrationsarmen Lauf.
Der RX300 ist ausschließlich mit einem
Fünfgang-Automatikgetriebe zu haben. Es verspricht fast schon sportlichen Durchzug dank
seiner super knackig kurzen Getriebeübersetzung. Lediglich der fünfte Gang ist als
Schongang zum Sparen ausgelegt. Die Automatik kann auch von Hand geschaltet werden, was
aber angesichts der hervorragenden Getriebeabstufung nicht nötig ist. Die Abstufungen
passen hervorragend zum souverän-sportlichen Charakter des Fahrzeugs, die Schaltvorgänge
sind kaum spürbar.
In 9 Sekunden beschleunigt der RX300
aus dem Stand auf Tempo 100. Bei 200 km/h wird der Motor abgeregelt. Das reicht als
Höchstgeschwindigkeit für ein SUV allemal aus und ist auch für lange Reisen mehr als
angenehm zu fahren. Beim Verbrauch kann ein Sechszylinder mit über 1,9 t Leergeweicht
nicht gerade glänzen: Reichliche 16,9 Liter Superbenzin rinnen innerorts durch seine
Kraftstoffleitungen, 9,4 Liter sind es außerorts und 12,2 Liter im gemischten Verbrauch
nach EU-Norm bei ökonomischer Fahrweise (alles Herstellerangaben). Dafür erfüllt
der Motor immerhin die Abgasnorm EU4.
Der RX300 verfügt schon in der
Basisversion über permanenten Allradantrieb mit einer Antriebsdrehmomentverteilung von
50:50 auf beide Achsen. Die Antriebsschlupfregelung garantiert optimale Traktion und
Fahrstabilität an allen vier Rädern. Die breite Spur (1,58 m) und der recht lange
Radstand (2,72 m) sorgen für tadellosen Geradeauslauf. Die Lenkung ist recht direkt
ausgelegt, leichtgängig und präzise. In Verbindung mit dem
straffen, aber trotzdem recht komfortablen Luftfeder-Fahrwerk vermittelt sie einen guten
Fahrbahnkontakt.
Sicher und
spurtreu zirkelt der RX300 auch um flott gefahrene Kurven, wirkt dabei agiler und
leichtfüßiger, als man von einem fast 2 t schweren SUV erwarten würde. Serienmäßig stehen die beiden gehobenen RX300-Varianten auf
18-Zoll-Leichtmetallrädern mit Reifen im Format 235/55, die Basisausstattung steht auf
17-Zöllern mit 225/60er Bereifung. Ab der Basisversion verfügt er über gut zupackende
Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet).

Die Sicherheit garantieren die hochfeste, Aufprallenergie absorbierende
Stahlkarosserie mit Seitenaufprallschutz in den Türen, Aufprallenergie absorbierenden
Verkleidungen im Innenraum, Kopfstützen und Drei-Punkt-Gurten auf allen fünf Sitzen
(vorne aktive Kopfstützen), Front- und Seitenairbags vorne, Knieairbags für den Fahrer
sowie Kopfairbags vorne und hinten. Die Kindersitzvorrüstung Isofix gehört auf den
Außenplätzen hinten ebenso zur Serienausstattung. An elektronischen Helfern ist der
RX300 zeitgemäß ausgestattet: Traktionskontrolle und Elektronisches Stabilitätsprogramm
(heißt hier VSC) sowie eine Bremsanlage mit ABS, Elektronischer Bremskraftversteilung und
Bremsassistent.
Zu Preisen ab 43.100 Euro steht das
schon üppig ausgestattete Basismodell beim Händler, die Executive-Variante kostet ab
48.150 Euro und die Luxury-Variante schlägt mit Preisen ab 51.520 Euro zu Buche. Aufpreis
kosten in unserem Testfahrzeug die Metallic-Lackierung, Lenkrad und Wählhebel in Holz und
Leder, ein Glas-Schiebe-Hebedach sowie das DVD-Navigationssystem.
Lexus
gibt auf seine Fahrzeuge eine Neuwagen-Garantie von drei Jahren (bis 100.000 km), drei
Jahre (ohne km-Begrenzung) auf den Lack sowie eine Mobilitätsgarantie. Auf die Karosserie
gibt Lexus zwölf Jahre Garantie gegen die Durchrostung von innen nach außen. Alle 30.000
km oder spätestens nach zwei Jahren muss der Lexus zur Inspektion, nach 15.000 km oder
einmal im Jahr ist ein Ölwechsel fällig. Die Versicherungen stufen das Modell in die
Typklassen 22 / 25 / 37 (KH / VK / TK nach der neuen
Struktur in der Fahrzeugversicherung: VK 23, TK 26) ein.
|